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Warum der Westen einen Atomkrieg nur verlieren könnte

in Aus der Welt der Wissenschaft 08.06.2024 23:50
von franzpeter | 17.658 Beiträge

Warum der Westen einen Atomkrieg nur verlieren könnte
8 Juni 2024 21:22 Uhr

Wie die Provokationen der letzten Zeit zeigen, scheint man im Westen mittlerweile davon auszugehen, ein Atomkrieg wäre doch nicht so schlimm, selbst wenn die Russen nicht bluffen. Diese Sicht könnte aber auf völlig falschen Voraussetzungen beruhen.
Dagmar Henn

https://freeassange.rtde.live/meinung/20...-nur-verlieren/

Zitate

Denn die Wahrnehmung, dass ein atomarer Angriff der einen Seite unentrinnbar einen Gegenschlag der anderen auslöse und damit am Ende beide Gegner weitgehend zerstört sind, stand einmal am Anfang der Atomwaffenkontrolle und der Abrüstungsverhandlungen, mit denen dann versucht wurde, ein einigermaßen stabiles Gleichgewicht herzustellen, das zumindest die Schranken für einen Einsatz dieser Waffen deutlich heraufsetzte.


Je weiter die Abläufe in der Gesellschaft digitalisiert sind, desto empfindlicher ist die Reaktion auf ein Fehlen dieser digitalen Möglichkeiten. Aber genau dieses Fehlen ist die unvermeidbare Folge eines Atomkriegs zwischen zwei Großmächten. Selbst, wenn die digitale Infrastruktur nicht direkt Ziel sein sollte, ist da immer noch die unverzichtbare Stromversorgung, und da ist noch etwas weit Wirkungsvolleres – die elektromagnetische Abstrahlung, die bei der Zündung nuklearer Sprengköpfe entsteht. Und nicht vergessen – in der heutigen Welt existiert auch der größte Teil des Geldes nur in Gestalt von Einsen und Nullen auf irgendwelchen Rechnern.


Derartige Probleme entstehen immer wieder, beispielsweise bereits bei den Sanktionen gegen Venezuela. Man meinte, das venezolanische Öl mal eben sanktionieren zu können, stellte dann aber verblüfft fest, dass man Raffinerien nicht einfach mit einem völlig anderen Öl betreiben kann, und musste letztlich auf russisches Öl zurückgreifen, das dem venezolanischen ähnlich genug ist, dass damit die Benzinversorgung der USA gesichert werden konnte. Weshalb es natürlich, da man mittlerweile das russische Öl sanktioniert hat, wieder venezolanisches braucht… Was aber wiederum gleichzeitig bedeutet, dass eine atomare Auseinandersetzung schon allein dadurch die gesamte Infrastruktur der USA zum Stillstand bringen würde, weil es eben kein Benzin mehr gibt.


Sprich, die Mischung aus Deindustrialisierung und Monopolisierung der Landwirtschaft schafft Voraussetzungen, unter denen die alte Vorstellung, mit etwas weniger anteiligen Verlusten der Sieger zu sein, völlig obsolet wird. Wenn man noch dazu nimmt, dass die westlichen Gesellschaften auch dank ihrer extremen Spaltung in Arm und Reich und den Schäden, die die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte ohnehin angerichtet hat, schon ohne jede äußere Einwirkung auf einen Kollaps zusteuern, wird ziemlich klar – egal, welche Berechnungen angestellt werden, am Ende bleibt etwas übrig, was Jahrhunderte zurück zu einer hochentwickelten industriellen Gesellschaft bräuchte, sofern das überhaupt gelingt.

Quelle: RT_DE


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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