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Gedächtnis

in Aus der Welt der Wissenschaft 29.09.2011 11:22
von franzpeter | 8.182 Beiträge

Gedächtnis
Erinnerungen kommen häppchenweise

Donnerstag, 29.09.2011, 10:51

Colourbox Erinnerungen kommen in Schüben Achtmal pro Sekunde kommen Erinnerungspäckchen ans Bewusstsein. Manchmal stockt dieser Prozess: Kurz nach dem Aufwachen im Hotel beispielsweise, wenn man einen Moment lang nicht weiß, wo man ist.

Forscher aus Norwegen sind den kurzen Erinnerungslücken auf den Grund gegangen und haben zumindest im Tierversuch herausgefunden, dass Erinnerungen in separaten Päckchen kommen. Jedes einzelne davon ist 125 Millisekunden lang, wie die Wissenschaftler May-Britt und Edvard Moser im Fachjournal „Nature“ berichten. In dem ersten Moment im Hotelzimmer lässt eines der Päckchen aber auf sich warten. Normalerweise bemerken wir den Übergang von einer Erinnerung zur nächsten nämlich nicht.

„Wenn man sich ein bisschen verwirrt fühlt, kommt das daher, weil mehrere Erinnerungspäckchen im Gehirn miteinander konkurrieren“, sagte May-Britt Moser von der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik in Trondheim. In der Regel seien die Prozesse viel zu schnell, um den Wechsel zwischen verschiedenen Erinnerungen wahrzunehmen. Nach den Erkenntnissen der Forscher kann das Gehirn zwischen einzelnen Päckchen bis zu achtmal pro Sekunde wechseln.


Die Häppchen-Erinnerung
Für die Studie untersuchten die Neurowissenschaftler die elektrische Aktivität in Hirnregionen von Ratten. Die Nager hatten in langwierigen Versuchen gelernt, dass jeweils eine bestimmte Beleuchtung einen bestimmten Raum repräsentiert. Mit diesem Trick versetzten sie die Tiere quasi wechselnd in diverse Umgebungen.

Je nach Lichtsystem konnten die Wissenschaftler bestimmte Aktivitätsmuster in Hirnzellen ablesen. „Wenn wir in ein anderes Lichtsystem wechseln, ist das Muster ein völlig anderes“, erläuterte May-Britt Moser. Die Folgerung der Experten: Das Gehirn springt immer zwischen winzigen Päckchen von Erinnerungen hin und her.Obwohl die Beobachtungen an Tieren gemacht wurden, halten die Forscher sie für übertragbar auf Menschen. „Die Ratten sind genauso desorientiert wie wir, wenn wir einen Moment lang nicht wissen, wo wir sind“, sagte Moser. „Wir fangen an, einen kleinen Einblick in die Mechanismen zu erhalten, die unsere Gedankenwelt steuern.“


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franzpeter
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