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#1

Auch Krähen erkennen verdeckte Ursachen

in Aus der Welt der Wissenschaft 22.09.2012 10:20
von franzpeter | 8.184 Beiträge

22. September 2012
Auch Krähen erkennen verdeckte Ursachen


Die Neukaledonische Geradschnabelkrähe (Illu). | Copyright: John Gerrard Keulemans, Public Domain

Auckland (Neuseeland) - Neukaledonische Krähen gelten schon lange als besonders intelligente Vögel, die selbst komplexe Aufgaben lösen können und nicht nur Werkzeuge nutzen sondern diese auch selbst herstellen (...wir berichteten, s. Links). Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass Krähen auch in der Lage sind verdeckte Ursachen zu erkennen. Diese Fähigkeit, auf eine versteckte Ursache schließen zu können, galt bislang als rein menschliche Domäne.

Wie Alex Taylor von der University of Auckland gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Cambridge und Wien aktuell im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) berichtet, wurde acht Neukaledonischen Geradschnabelkrähen (Corvus moneduloides) beigebracht, mit Hilfe von Werkzeugen Futter aus einer nur mit einem kleinen Loch zugänglichen Kiste zu entnehmen.

In der Voliere war vor diesem Kasten nun auch ein Vorhang montiert, hinter dem ein Stock hervorschaute. In einem ersten Versuch betraten, während die Vögel nach Futter angelten, zunächst zwei Personen den Käfig. Während eine Person für die Vögel sichtbar neben dem Vorhang still stehen blieb, ging die zweite Person hinter den Vorhang, war somit für die Tiere nicht mehr sichtbar, woraufhin sich der Stock deutlich sichtbar zu bewegen begann. Auf diese Bewegung reagierten die Krähen verunsichert - wie durch eine potentielle Bedrohung. Danach verließen wieder beide Personen, für die Tier deutlich sichtbar - die Voliere.


"Wenn die Krähen in der Lage sind, den sich hinter dem Vorhang versteckenden Menschen als Ursache der Bewegung des Stocks zu verstehen, dann müssten sie ebenso schlussfolgern können, dass sich der Stock nicht mehr bewegen kann, wenn beide Personen die Voliere verlassen haben, sollten sich dann auch wieder entsprechend sicher fühlen und mit er Futtersuche fortfahren", so die Forscher.

In einem zweiten Versuch betrat dann nur noch eine Person den Vogelkäfig und verblieb ebenfalls für die Tiere sichtbar jedoch reglos. Der Platz hinter dem Vorhang blieb also leer. Durch eine vor den Vögeln verborgenen Mechanik wurde der Stock nun aber dennoch von außerhalb der Voliere bewegt und auch nach diesem Vorgang verließ die Person deutlich sichtbar den Käfig.

"Wenn die Krähen Zusammenhänge begreifen können, müssten sie jetzt davon ausgehen, dass sich der Stock weiterhin bewegen könnte", sagen die Forscher. Denn die verborgene Ursache, ein Mensch hinter dem Vorhang, könnte rein theoretisch ja immer noch da sein, weil sich der Stock bewegt, und sie keine weitere Person dabei beobachten konnten, wie sie den Käfig verließ."

Tatsächlich so berichten die Forscher, unterschied sich das Verhalten der Krähen in den beiden Durchgängen deutlich: "Die Vögel blieben im zweiten Versuch misstrauischer und untersuchten Stock und Vorhang ganz genau. (...) Vier Vögel hörten danach ganz auf, im Kasten nach Futter zu suchen." Noch im ersten Versuch, bei dem die versteckte Person den Käfig deutlich sichtbar verlassen hatte, sei dies nicht vorgekommen.

Aus diesem Verhalten schlussfolgern die Forscher, dass die Vögel den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Anwesenheit eines Menschen hinter dem Vorhang und dem sich bewegenden Stock erkannt hätten - auch wenn der Mensch zum Zeitpunkt der Stockbewegung für sie nicht sichtbar war.

"Die Fähigkeit zu überlegen und zu erkennen, warum sich ein unbelebtes Objekt bewegt, ist in vielen ökologischen Situationen von großem Vorteil", so Taylor. Die Studie ist damit die erste ihrer Art, deren Ergebnisse nahe legen, dass auch Tiere die Fähigkeit haben, Folgerungen aus beobachteten Situationen heraus zu ziehen. Ob auch andere Tierarten diese Fähigkeit besitzen sollen nun zukünftige Experimente klären.

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Quelle: Grenz|Wissenschaft-aktuell


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

Hund mehr Vegetarier als Wolf

in Aus der Welt der Wissenschaft 24.01.2013 13:31
von franzpeter | 8.184 Beiträge

Hundedomestizierung
Hund mehr Vegetarier als Wolf
Tim Haarmann
Vor ungefähr 10 000 Jahren wurde der Wolf domestiziert und als Hund zum "treuesten Freund des Menschen". Wie sich die Domestizierung vollzog, ist bis heute unklar. Möglicherweise züchtete ihn der sesshaft werdende Mensch zum Schutz seiner Wohnstätten und zur Jagd. Eine alternative Hypothese geht davon aus, dass sich der Wolf quasi selbst gezähmt hat: In der Nähe zum Menschen hatten jene Wölfe Vorteile, die vom Menschen hinterlassene Abfälle aus Getreideprodukten am besten verwerten konnten. Eine Forschergruppe um Erik Axelsson von der University of Uppsala in Schweden hat nun genetische Hinweise für diese Hypothese gefunden.

Die Forscher suchten nach Abschnitten im Erbgut von Hunden, die Anzeichen einer besonderen Selektion durch die Domestizierung zeigten. Dabei stießen sie auf Gene, die an der Entwicklung des Gehirns, des Nervensystems und des Fett- und Stärkestoffwechsels beteiligt sind. Genomunterschiede also, die zum einen zur Erklärung der geringeren Aggressivität des Hundes verglichen mit dem Wolf dienen könnten und zum anderen auf einen veränderten Verdauungsmechanismus hinweisen.

Das Ergebnis spricht stark dafür, dass der Wolf – parallel zum Menschen – seinen Geschmack für pflanzliche Nahrung entdeckte: Die von Axelsson und Kollegen ermittelten Gene legen nahe, dass das Verdauungssystem der Hunde stärker als das des Wolfs auf den Abbau pflanzlicher Stärke optimiert ist. Das Erbgut der Hunde enthält deutlich mehr Sequenzen, die ein bestimmtes Enzym – Alpha-Amylase – kodieren, das für den Abbau pflanzlicher Stärke notwendig ist, so dass dieses beim Hund stärker exprimiert wird als bei seinem wilden Vorfahren. Eine bestimmte Variante des Gens für Maltase-Glukoamylase, ein Enzym, das für den weiteren Abbau der Stärke notwendig ist, fanden die Wissenschaftler sogar ausschließlich im Genom der untersuchten Hunde. Das durch diese Variante kodierte Enzym wurde in einer vergleichbaren Ausprägung bisher lediglich bei Pflanzenfressern wie Hasen und Kühen oder Allesfressern wie der Ratte gefunden – nie jedoch bei Fleischfressern.

Vieles scheint also dafür zu sprechen, dass die Domestizierung zum Hund insbesondere mit einer Umstellung auf stärkehaltige Nahrung einherging. Das Forscherteam betont, dass diese Entwicklung beim Menschen und seinem besten Freund anscheinend sehr ähnlich war.

Quelle: Spektrum.de


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 24.01.2013 13:32 | nach oben springen


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