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#1

außerirdisches Signal in irdischem Gencode

in Aus der Welt der Wissenschaft 13.04.2013 21:59
von franzpeter | 8.184 Beiträge

Freitag, 12. April 2013

BioSETI: Astrophysiker wollen intelligentes außerirdisches Signal in irdischem Gencode entdeckt haben



Almaty (Kasachstan) - Statt im fernen Weltraum nach Signalen von außerirdischen Zivilisationen zu suchen, beschreiben zwei kasachische Wissenschaftler, wie sich - eingebettet in den genetischen Kode unserer der irdischen DNA - sozusagen ein "Herstellerhinweis" auf (einen) intelligenten Schöpfer bzw. Manipulator in jeder einzelnen unserer Zellen finden lassen könnte. Anhand einer Analyse des irdischen Gencodes wollen die Astrophysiker sogar eindeutige Hinweise auf eine solche "Botschaft" gefunden haben und beschreiben diese Entdeckung nun sogar im astrophysikalischen Fachjournal "Icarus".

Zwar ist die zugrunde liegende Idee nicht neu und wurde bereits mehrfach von grenzwissenschaftlichen Autoren, nicht zuletzt von Graham Hancock in seinem Buch "Supernatural", aber auch schon von dem Astronomen und SETI-Visionär Paul Davies beschrieben. Mit dem nun in "Icarus" erschienenen Artikel von Vladimir I. shCherbak von der Al-Farabi Kazakh National University of Kazakhstan und Maxim A. Makukov vom Fesenkov Astrophysical Institute ist die Idee, dass das irdische Leben und damit auch die Menschheit das Produkt eines zielgerichteten genetischen Eingriffs einer fremden Zivilisation, und somit konkreter "Schöpfer" sein könnte, nun aber auch mehr oder weniger im wissenschaftlichen Mainstream angekommen.

Von der Unterstellung, ihre Studie und Theorie verfolge die Absicht, die zwischen Evolutionsbiologen und Kreationisten heftig diskutierte Theorie des "intelligenten Designs durch einen Schöpfungsgott" zu stützen, distanzieren sich die beiden Forscher indes schon von Beginn an deutlich: "Unsere Ausführungen", so shCherbak und Makukov gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de", bedienen nur im engsten Wortsinn das Konzept eines 'Intelligent Design'. Wir beschreiben lediglich das 'Design' der speziellen, in unseren Gencode eingebauten Botschaft und nicht das biologischer Funktionen oder gar des Lebens an sich. Der Nachweis einer Botschaft im genetischen Kode widerspricht keinerlei biologischen Prinzipien - (die Botschaft) nutzt lediglich ein biologisches Medium."


Grundlage der Ausgangshypothese der Forscher ist die Theorie der sogenannten "directed panspermia", also der zielgerichteten Panspermie und damit einer gezielten Übertragung der Grundlagen des Lebens - sozusagen die Befruchtung - eines anderen Himmelskörpers durch eine bereits existierende und technologisch fortgeschrittene Zivilisation. (Anm. d. GreWi-Redaktion: Hierzu müsste eine solche Zivilisation noch nicht einmal den zu befruchtenden Planeten selbst direkt besuchen, sondern könnte die "Saat des Lebens" auch etwa mittels Sonden versenden.)


Das Hinterlassen einer Botschaft im entsprechend genetisch manipulierten "Saatgut" wäre, so die Forscher, eine logische Konsequenz der Vorstellung der zielgerichteten Panspermie. "Das Konzept beinhaltet keinerlei anti- oder pseudowissenschaftliche Aspekte. Selbst unsere eigene Zivilisation ist bereits technologisch in der Lage, sowohl den genetischen Kode zu manipulieren, als auch die DNA als Speichermedium zu nutzen und auch Mikroorganismen (bewusst oder unbewusst in Form von Kontamination) auf andere Planeten und Himmelskörper zu schicken." (Anm. d. GreWi-Redaktion: Auch wir statten zudem unsere Weitraum-Sonden mit "Absenderbotschaften" aus, u.a. Voyager u. Pioneer), für den Fall, dass diese von Außerirdischen entdeckt werden.)

Ein solches "biologisches SETI-Signal" könnte demnach aus einer Abfolge von DNA-Bausteinen bestehen, deren mathematische und semantische Struktur nicht durch das darwinistische Evolutionsmodell erklärt werden könnte. Eine solche "Botschaft", so argumentieren die Autoren der Studie weiter, wäre extrem lange haltbar und die Chance sie zu entdecken entsprechend höher als jegliche Suche nach intelligenten Radiosignalen im All. "Zugleich wäre es aber auch logisch anzunehmen, dass wenn eine beabsichtigte Botschaft im Gencode verborgen ist, diese auch von einer Zivilisation, die die Genetik entdeckt hat, vergleichsweise einfach zu finden sein sollte."

Um jedoch als ein solcher Code akzeptiert werden zu können, müsse ein entsprechendes Muster innerhalb des terrestrischen Gencodes deutlich über der statistischen Signifikanz natürlicher Muster liegen und Merkmale eines intelligenten Aufbaus besitzen, die über alle natürlichen Prozesse hinausreichen.

Anhand ihrer eigenen detaillierten Analyse des Standardgenoms glauben die Wissenschaftler deutliche Hinweise auf ein solches "Wow!-Signal innerhalb des irdischen Gencodes" gestoßen zu sein. (Anm. d. GreWi-Redaktion: Bei dem "Wow!-Signal" handelt es sich um ein einzigartig und künstlich wirkendes Schmalband-Radiosignal, das der Astrophysiker Jerry R. Ehman im Rahmen eines SETI-Projekts am "Big Ear"-Radioteleskop der Ohio State University am 15. August 1977 aus Richtung des Sternbildes Schütze aufzeichnete und auf dem Papierausdruck mit dem Vermerk "Wow!" kennzeichnete. Die Ursache des Signals ist bis heute nicht eindeutig geklärt, s. Abb.)


Anhand des Genoms wollen shCherbak und Makukov eine präzise Ordnung in der Darstellung zwischen Nukleotiden und Aminosäuren gefunden haben. "Schon einfache Anordnungen des Codes offenbaren eine Anordnung arithmetischer und ideografischer Muster eine Symbolsprache." Dieses dem Gencode unterliegende Muster ist für die Forscher eindeutig "das Produkt einer exakten Logik und komplexer Berechnung" und nicht das Ergebnis eines stochastischen, also zufälligen Prozesses", so Cherbak und Makukov in ihrem Artikel.


"Ein solches statistisch signifikantes, intelligent erscheinendes 'Signal' im genetischen Kode ist eine überprüfbare Konsequenz des zuvor beschriebenen Szenarios (der gezielte Panspermie)", erläutern die Forscher und führen weiterhin aus: "In unserer Studie zeigen wir, dass der terrestrische Gencode ein durch und durch geordnetes Muster aufweist, das die Kriterien erfüllt, um als Informationssignal in Betracht gezogen zu werden."

Zu diesen Merkmalen eines artifiziellen Ursprungs zählen u.a. die Verwendung eines Symbols für dei "Zahl Null", die einer dezimalen Syntax und semantische Symmetrien. "Der Umstand, dass dieses Muster zudem nur durch direkte logische Operationen extrahiert werden kann, lässt die Möglichkeit jeglichen natürlichen Ursprung des Signals verschwindend gering erscheinen." Zudem sei der Code trotz bzw. gerade wegen der limitierten Kapazität für die Speicherung non-biologischer Informationen in einem biologischen System extrem effizient optimiert.




Auf die Frage, wie es möglich sei, die entdeckte "Botschaft" tatsächlich als ein intelligentes "Signal" zu identifizieren erläutern die Forscher weiter: "Zunähst sollte das Muster Merkmale aufweisen, die im Sinne der Hypothese von SETI-Nachrichten auch Sinn machen. Wir glauben, dass die dargelegten Merkmale das Muster absolut als intelligente Botschaft ausweisen. Man stelle sich nur einmal vor, war wäre, wenn die von uns im Gencode entdeckten Merkmale (Verwendung der Zahl Null, semantische Symmetrien und Verwendung einer dezimalen Syntax) in einem Radiosignal aus dem All entdeckt würden. Doch damit nicht genug, wir können (in unserer Studie) schließlich auch zeigen, dass keine natürlichen Prozesse zu diesen Merkmalen führen. Wir sind für konstruktive und emotionsfreie Kritik offen, aber bislang konnte noch keiner der Kritiker unserer Studie ein plausibles Szenario dafür vorlegen, wie die aufgezeigten Strukturen auf natürliche Weise entstanden sein sollten."



Alleine die Darstellung der Zahl Null deutet laut den Autoren der Studie auf eine künstliche Botschaft: "Zwar beschreiben wir Menschen mit der Zahl Null beispielsweise bestimmte Quantenzustände, etwa von Atomen, aber das macht ein Atom (um bei diesem Bild zu bleiben) noch nicht zu einer artifiziellen Struktur. In einem Atom kommt die 'Zahl Null' nicht vor. Die Null ist lediglich eine Kardinalzahl, die in theoretischen Beschreibungen eines Atoms vorkommt - nicht aber im Atom selbst. In unserem Fall haben wir es aber nicht mit einer theoretischen Modellbeschreibung zu tun, sondern mit der Systematisierung eines Objekts durch bestimmte Parameter - eben der Nukleonenzahl. In dem von uns aufgezeigten Muster werden sog. Stopcodons der Null zugeschrieben, da sie für keine Aminosäure stehen. Bis dahin ist an der ganzen Sache aber noch nichts Ungewöhnliches. Platziert man diese Stopcodons jedoch an ihre korrekte Position vor der Nummernfolge, so zeigt sich, dass sie in nahezu alle Symmetrien des Ideogramms der Botschaft passen.

Das ist nun wirklich etwas Besonderes, da dieser Umstand zeigt, dass diese 'Null' sehr viel mehr ist, als lediglich ein Summand in der Summe der Nukleonen. Sie dient auch als Ordnungszahl sowie als individuelles Symbol. Wären die Symmetrien in der Botschaft durch natürliche Prozesse entstanden, so müsste dieser Prozess in der Lage gewesen sein, mit Null - also mit der abstrakten Vorstellung von Nichts - zu arbeiten. Soweit uns bekannt ist, ist dazu nur Intelligenz in der Lage."

Nachdem die Wissenschaftler die Hintergründe ihrer Studie ausführlich darlegen, kommen sie abschließend auch zu einer "möglichen Interpretation" des Signals. Zusammengefasst sieht diese Interpretation in der Botschaft zunächst ein genetisches Spiegelbild unserer eigenen DNA und damit sozusagen eine Referenz auf den beabsichtigten "Empfänger" der Botschaft. Des Weiteren gebe die Botschaft selbst die anhand der DNA-Nukleotiden (TCGA) kodierte Lesart der Botschaft im Sinne von 0, 1,2,3 und 4 vor, gefolgt von Kombinationen CCC und TCT als Symbole für den symmetrischen Aufbau. Demnach würde es sich also nicht um eine konkrete "Textbotschaft" im Sinne von "Hallo Erdlinge, wir sind Eure Schöpfer und kommen von...", sondern lediglich um ein in sich intelligentes Signal als solches handeln.


Was auch immer der Grund für das Einbetten dieses intelligenten Signals in unsere DNA) gewesen sein könnte, "es scheint so, dass dieses Signal vor mehreren Milliarden von Jahren außerhalb unseres Sonnensystems erdacht wurde", so die Wissenschaftler abschließend.

Anm. d. GreWi-Redaktion: Erwartungsgemäß hat die Veröffentlichung dieser Studie unmittelbar zu entrüsteten Reaktionen von Seiten konservativer Astronomen und hitzigen Diskussionen geführt. Über dieser werden wir in den kommenden Tagen ausführlich und gesondert berichten...

Quelle: grenz|wissenschaft-aktuell

Bildchen hier: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...ker-wollen.html

Ähmm, Kasachstan -
aber immerhin wahrscheinlicher als ein Yeti!


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

RE: außerirdisches Signal in irdischem Gencode

in Aus der Welt der Wissenschaft 21.04.2013 10:15
von franzpeter | 8.184 Beiträge

Samstag, 20. April 2013

Kontroverse um Studie über angeblich intelligentes "Signal" im genetischen Code

Almaty (Kasachstan) - Wie zu erwarten, so hat die Studie zweier kasachischer Astrophysiker über ihre Entdeckung einer "intelligenten Botschaft im genetischen Code" seit der kürzlichen Publikation im Fachjournal "Icarus" (...wir berichteten) in der wissenschaftlichen Gemeinde für teils empörte Reaktionen und Kontroversen geführt. Speziell auf die laute Kritik des US-Biologen und skeptisch-atheistischen Bloggers Professor Paul Zachary Myers (PZ Myers) haben die beiden Autoren nun ausführlich reagiert.

Einleitend zu ihrer Erwiderung auf die "Kritik" Myers, die selbiger unter "Bad Science, Creationism, Evolution, Kooks" (Schlechte Wissenschaft, Kreationismus, Evolution, Spinner) verschlagwortet hat, schreiben ShCherbak und Makukov: "Mit dieser Antwort wollen wir aufzeigen, dass Prof. Myers offenbar weder die Absicht hatte, auf Details unserer Studie einzugehen, noch über die Kompetenz auf dem Feld des genetischen Codes verfügt und seine Kommentare somit nicht als adäquate Zerlegung unserer Studie angesehen werden kann, wie dies von vielen seiner Kommentatoren gesehen wird." Zunächst hätten sie eigentlich gar nicht auf den Beitrag eingehen wollen, sich dann aber aufgrund der großen Beliebtheit von Myers Blog (freethoughtblogs.com/pharyngula) zu einer Reaktion entschieden.

Zunächst behauptet Myers, ShCherbak und Makukov würden mit der Anzahl der Nukleonen jonglieren, ohne jegliche Voraussetzungen für das zu erläutern, was sie da eigentlich tun. "Hätte er unsere Studie gelesen, so wüsste er, dass wir genau das nicht tun und er hätte sich über alle Hintergründe unserer Argumentation informieren können. Das hat er aber offenbar nicht getan und erzeugt damit schon von Beginn an bei seinen Lesern einen völlig falschen Eindruck."


Zudem versäume Myers es, "die Vielzahl der Ergebnisse zu diskutieren, die wir im Sinne unserer Argumentation (für ein BioSETI-Signal im genetischen Code) aufführen. Stattdessen konzentriert er sich einzig und alleine auf das spezifische Teilkriterium des Dezimalsystems. Mit keinem Wort geht er auf die von uns aufgezeigten Symmetrien und die Semantik des Ideogramms oder auch die (Verwendung) der Zahl Null ein, noch auf die Tatsache, dass die ganze Zusammenstellung von Mustern einen algebraisch definierten Aufbau ergibt, aus dem heraus sich sogar eine sinnhafte Interpretation ableiten lässt. (...) Alle diese für ein Verständnis unserer Studie und Schlussfolgerung wichtigen Punkte ersetzt er durch einen einzigen kurzen Satz, in dem er erklärt: 'Alles das ist reiner Unsinn durch und durch' - ohne jedoch konkret aufzuzeigen oder gar zu erläutern, warum er das alles und unserer Hypothese für Unsinn hält." Schlussendlich sei es Myers selbst, der "seine eigenen Vorgaben nicht erfülle", so die beiden Forscher.

Genau das von Myers vorgeworfene "Jonglieren mit Quantitäten von Molekülen, die eine funktionelle Aufgabe haben", so erläutern Makukov und ShCherbak, werde im Gegensatz zu dem, was Myers behauptet, in der Studie, ganz klar vermieden und belegen dies konkret mit einem Zitat aus ihrem Paper. (Zitat: "The choice of arrangements and parameters should exclude arbitrariness. For example, only those parameters should be considered which do not depend on systems of physical units.”)

Auch die Behauptung Myers sei "schlichtweg falsch", bzw. die Studie selbst falsch verstanden, wonach die Autoren es angeblich versäumt hätten zu beweisen, dass die von ihnen angeblich gefundenen Muster nicht auch durch natürliche Prozesse entstehen können. "(...) Auch hier blendet Professor Myers einfach drei ganze Abschnitte unserer Studie aus, in denen wir genau das tun und konkrete Argumente vorlegen warum wir glauben, dass das aufgezeigte Muster eben nicht durch natürliche Prozesse entstehen kann. (...) Es geht uns auch gar nicht um 'irgendwelche mathematischen Muster', sondern um die Erfüllung bestimmter Grundprinzipien, die dieses Muster als artifiziell ausweisen. Dazu gehören, nach der Hypothese von George Max, semantische Merkmale, das Symbol für die Zahl 'Null' und die bevorzugte Nutzung eines numerischen Systems. (...) In seiner Kritik zeigt Myers nicht einen einzigen Konkreten Fehler in unseren Argumenten auf!"

Zusammenfassend erwidern Makukov und ShCherbak PZ Myers Kritik abschließend wie folgt:

"1. Professor Myers zeigt nicht auf, dass unsere Vorgaben falsch oder wissenschaftlich nicht haltbar sind. Tatsächlich erwähnt er diese Vorgaben noch nicht einmal.
2. Myers zeigt nicht, warum das arithmetisch präzise Muster (im genetischen Code) vor dem Hintergrund der besagten Vorgaben bedeutungslos ist. Stattdessen äußert er seine persönliche Meinung, nach der die gesamte Studie Unsinn ist. Tatsächlich würden auch wir darin mit ihm übereinstimmen, wenn man sich dem genetischen Code nur anhand der konventionellen Vorstellungen über seine Entstehung nähert.

3. Als Gegenargument zu unserer Studie und unseren Schlussfolgerungen, präsentiert Professor Myers ein fehlerhaftes Muster aus groben Übereinstimmungen als allgemein anerkannter Beweis dafür, dass die Verschlüsselung des genetischen Codes durch bestimmte evolutionäre Wege geformt wurde, obwohl dieses Muster selbst von zahlreichen Wissenschaftlern und Forschern innerhalb der traditionellen Modelle der Entwicklung des genetischen Codes ignoriert wird."
Allgemein stößt das Paper der beiden Wissenschaftler vornehmlich immer wieder auch abseits von Myers Kritik auf immer wieder auf die Frage, ob nicht in jeder Form von umfangreichen Daten intelligent erscheinende Muster gefunden werden können, wenn man nur lange genug danach sucht. Als Beispiel wird hier vornehmlich der ebenfalls kontrovers diskutierte und von Mathematikern als widerlegt bezeichnete "Bibel- oder auch Tora-Code" zitiert, nach dem es im Text der Bibel versteckte, aussagekräftige Textkonstellationen geben soll. Auch Andreas G. Szabó will in der Tora "mathematisch kodierte Bilder von Planetenkonstellationen und -zyklen, geometrische Verbindungen und mystische Symbole" entdeckt haben und erläutert sein System auf seiner Internetseite "torakosmos.de". Ohne nun die beiden zitierten Theorien um absichtlich in der Bibel/Tora verborgene Botschaften bewerten zu wollen, zeigen sie jedoch anschaulich auf, das man in entsprechenden Datengrundlagen aufgrund unterschiedlicher Grundvoraussetzungen gänzlich unterschiedliche "Botschaften" finden kann.


Auf die Frage also, ob also eine nur ausreichend intensive Suche irgendwann automatisch zu einem Ergebnis führt und dieser Umstand auch die von den Forschern beschriebene BioSETI-Botschaft im genetischen Code erklären könne, erklären ShCherbak und Makukov folgendes:

"Das mag auf die Analyse von großen Datengrundlagen zutreffen. Der genetische Code ist aber gar nicht so sehr groß. Zudem gilt: Wenn die Struktur des Musters im Sinne der Information mit den Daten selbst gleichgesetzt werden kann, so bedeutet dies, dass dieses Muster ein inhärentes Merkmal der Daten selbst und kein Artefakt ist, das durch die Suchmethode erzeugt wird.

Daneben gibt es einige bekannte Variationen des Standard-Gencodes in einigen Abstammungslinien von Mikroorganismen und Organellen. Wie von der vergleichenden Genetik nahe gelegt wird, do handelt es sich bei diesen Variationen um spätere Modifikationen des Standardcodes (ganz unabhängig davon, wie die Kodierung des Standardcodes einst zustanden kam). Gemeinsam mit seiner symmetrisierten Version zeigt dieser Standardcode nun aber eine ganze Reihe von gleichartigen Mustern auf, die sogar soweit gehen, dass sie sogar einen algebraisch definierten Satz (im Sinne des engl. "set") bilden. Wir haben uns alle Mühe gegeben, Ähnliches auch in anderen Variationen des genetischen Codes zu finden und nutzen verschiedene Anordnungen und Parameter (beispielsweise Ordnungszahlen statt der Nukleonenzahl), waren dabei aber nicht erfolgreich und konnten so noch nicht einmal einfache Muster finden - ganz zu schweigen von einem algebraisch definierten Satz, der als Kandidat für ein Signal in diesen Variationen angesehen werden könnte. Würde also das Argument der Beliebigkeit greifen, hätten wir solche Muster aber auch da finden müssen."

- Einen umfassendes Fragen-und-Antworten-Katalog haben ShCherbak und Makukov auf ihrer Internetseite zusammengetragen. Diese finden Sie HIER: http://gencodesignal.org/

Anmerkung:
Zumindest intelligent und logisch formulierte Antwort auf eine populistische Anfeindung.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#3

RE: außerirdisches Signal in irdischem Gencode

in Aus der Welt der Wissenschaft 21.04.2013 10:21
von franzpeter | 8.184 Beiträge

Hier die von den Autoren selbst vorgebrachten Wege,
um die Ergebnisse kritisch zu widerlegen.
Allerdings werden diese ad hoc von ihnen widerlegt.

I

The first method that could shoot the whole approach dead right away, is to show that the very prerequisites of the research are wrong. In other words, one needs to prove that it is impossible in principle to embed a message into the genetic code. Probably, this method could work quite well at the time when George Marx proposed his hypothesis. But unfortunately, arguments in favor of this way of disproving are getting weaker and weaker as success in synthetic biology shows that there seem to be no principal limitations to changing the code in any desired way (including introducing new amino acids even in eukaryotes, not to mention prokaryotes).

II

The second method is to show that our arguments on artificiality are wrong, and that some (probably deterministic, rather than stochastic) natural process could, at least in principle, arrange all of the precise balances taking into account the nucleon transfer in proline, make their nucleon sums look particular in the same numeral system, and organize the symmetries of the ideogram correctly placing the zero represented by stop-codons into its proper position preceding the sequence of increasing nucleon numbers. We ourselves spent years trying to find natural explanation and discussing the results with various experts. But we failed. Maybe someone else might succeed.

III

The third method is to show that all of the described patterns require neither artificial nor natural cause, but represent an artifact of data fishing, i.e. mere statistical noise. Though we prove in Appendix E that in informational sense the described self-consistent ensemble of patterns is equivalent to the code mapping itself, this might not sound convincing to certain people, who, probably, admit such possibility even for noise. Their argument goes as follows: there are almost infinitely many amino acid parameters that could be chosen instead of nucleon number, and there are almost infinitely many arrangements of the code, so combining both of that, one will get patterns of a certain kind almost in any version of the code with high probability. We by no means disagree with that. But, firstly, we are more cautious to say the same about self-consistent ensembles of same-style patterns, rather than just patterns of a certain kind. Secondly, if one approaches any object under investigation with infinitely many options, why then worry about any scientific hypotheses at all?


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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