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Astronomen erstellen geografische Karte der nächsten Erde

in Aus der Welt der Wissenschaft 15.02.2014 14:36
von franzpeter | 8.079 Beiträge

Samstag, 15. Februar 2014
Jupitermond Ganymed: Astronomen erstellen geografische Karte der nächsten Erde


Ansichten der neuen geologischen Karte des Jupitermondes Ganymed. | Copyright: USGS Astrogeology Science Center/Wheaton/NASA/JPL-Caltech


Pasadena (USA) - Aufgrund der Ausdehnung der Sonne, wird unsere Erde wahrscheinlich schon in rund zwei Milliarden Jahren - ähnlich wie die heutige Venus - zumindest nach heutigen und irdischen Maßstäben zu heiß und nicht mehr lebensfreundlich sein. Sollte es die Menschheit dann noch geben, so müssten wir uns spätestens dann nach einer neuen Heimat umschauen. Mit seiner teilweise felsigen Oberfläche und einem unterirdischen Wasserozean wäre der Jupitertrabant und zugleich größte Mond im Sonnensystem dann wahrscheinlich die erste Wahl. US-Forscher haben jetzt erstmals eine geologische Karte dieser "nächsten Erde" erstellt.

Die Karte basiert auf den Daten und besten Aufnahmen von Ganymed durch die NASA-Sonden Voyager 1 und 2 von 1979, und Galileo, die das Jupitersystem von 1995 bis 2003 erforschte. Wie das Team um Geoffrey Collins vom Wheaton College zur von der U.S. Geological Survey berichtet, handelt es sich um die erste globale geologische Karte dieses Eismondes und eines Mondes im äußeren Sonnensystem überhaupt.



Die Karte illustriert den geologisch vielfältigen Charakter von Ganymeds Oberfläche und soll Forschern dabei behilflich sein, Ordnung in das vermeintlich komplex-chaotische Terrain des dritten Jupitermondes zu bringen. "Diese Karte hilft zudem dabei, die Evolution dieser frostigen Welt besser zu verstehen und zukünftige Erkundungen noch besser planen zu können", kommentiert Robert Pappalardo vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA die Karte. 2032 plant die Europäischen Raumfahrtagentur ESA mit dem "Jupiter Icy Moon Explorer" (JUICE), an der auch die NASA mit Komponenten beteiligt sein wird, das Jupitersystem genauer zu erkunden (...wir berichteten)

Der im Januar 1610 von Galileo Galilei entdeckte Mond wurde seither immer wieder von Astronomen von der Erde aus und später auch mittels Raumsonden direkt untersucht. Die Ergebnisse dieser Erkundungen zeichnen das Bild einer komplexen Eiswelt, deren Oberfläche durch scharfe Kontraste zwischen zwei Hauptregionen gekennzeichnet ist: Während die dunklen und sehr kalten Regionen von zahlreichen Einschlagskratern vernarbt sind, sind die helleren und zugleich etwas jüngeren aber dennoch vergleichsweise alten Regionen von einem umfangreichen Netzwerk aus Furchen und Graten überzogen.



Laut den Autoren der aktuellen Karte, konnten bislang drei geologische Hauptperioden Ganymeds ausgemacht werden: Während in einer Phase der Mond stark von Einschlägen getroffen wurde, zeichnet sich die zweite Phase durch tektonische Geländeanhebungen aus - geologische Aktivität also, wie sie in der dritten Phase wieder zurückging.

Während die neue Karte zahlreiche wissenschaftliche Hypothesen belegen könne, widerlege sie aber zugleich auch andere: "So zeigen die detaillierten Aufnahmen von Ganymed durch die Galileo-Sonde, dass es auf dem Jupitermond deutlich seltener zu Eisvulkanen, sogenanntem Kryovulkanismus, kommt, als bislang angenommen", erläutert Baerbel Lucchitta, Wissenschaftlerin des U.S. Geological Survey in Flagstaff.

Jetzt wollen Wissenschaftler anhand der Karte den geologischen Charakter Ganymeds mit dem anderer Eismonde im äußeren Sonnensystem vergleichen, da nahezu jedes Merkmale anderer Eismonde auch auf Ganymed zu finden ist.

"Ganymeds Oberfläche ist etwa halb so große wie die Landmasse der Erde", so Collins abschließend. "Es gibt also eine große Auswahl an Geländemerkmalen aus denen man wählen kann. Ganymed weist zudem zugleich alte und jüngere Merkmale auf und spiegelt so eine große geologische Vielfalt wieder.

Quelle: grenz|wissenschaft-aktuell

Anmerkung:

Kommt in die Hufe, die Zeit drängt, vielleicht schaffen wir das schon im nächsten Jahrhundert mit der globalen Erwärmung !


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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