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Tor zur Unterwelt von Teotihuacán

in Aus der Welt der Wissenschaft 30.10.2014 17:11
von franzpeter | 8.075 Beiträge

Mexiko: Forscher finden Tor zur Unterwelt von Teotihuacán

In 18 Metern Tiefe liegt der Tunnel, ist 138 Meter lang: Archäologen wollen den Eingang in die mystische Unterwelt der Tempelanlage von Teotihuacán gefunden haben, Zehntausende Opfergaben wurden entdeckt.


Mexiko - Wissenschaftler wollen in einer historischen Tempelanlage im Zentrum von Mexiko den Eingang zur mystischen Unterwelt der Teotihuacán-Kultur entdeckt haben. In dem Tunnel zwischen der Sonnenpyramide und dem Tempel der gefiederten Schlange seien rund 50.000 Opfergaben gefunden worden, sagte Ausgrabungsleiter Sergio Gómez am Mittwoch. Darunter seien Statuen, Weihrauchbehälter, Edelsteine und Muscheln.




http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...-a-1000184.html


"Für die Menschen von Teotihuacán symbolisierte der Tunnel den Eingang in die Unterwelt", sagte Gómez. Wahrscheinlich bestatteten sie dort auch ihre Herrscher. Der Tunnel ist 138 Meter lang und liegt in etwa 18 Meter Tiefe unter der Erdoberfläche. Die Archäologen forschen bereits seit elf Jahren an der Stelle. Die Kultgegenstände - Edelsteine, Statuen, Riesenmuscheln vom Golf und aus der Karibik, Knochen von Raubkatzen und Holzgegenstände - seien seit 1800 Jahren verschüttet gewesen, sagte Gómez bei der Präsentation der Schätze.


Die berühmte Ruinenanlage der prähispanischen Teotihuacán-Kultur liegt im Zentrum Mexikos nordöstlich von Mexiko-Stadt. Elf Jahre lang untersuchten Archäologen den Tunnel. Neben den Zehntausenden Kultgegenständen, die 103 Meter hinter dem Eingang vergraben waren, entdeckten die Forscher auch eine spektakuläre Dekoration der "Zwischenwelt": Mauern und Gewölbe des Tunnels, der diese Welt symbolisierte, seien mit einem metallischen Puder überzogen gewesen. Sobald Menschen mit Fackeln in den Tunnel gegangenen seien, sei alles "wie ein glitzernder Sternenhimmel erstrahlt", sagte Gómez.

Die Funde ließen die Geschichte der Hochkultur noch einmal in einem neuen Licht erscheinen, sagte die Direktorin des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte, María Teresa Franco.

Zur Blütezeit im 5. und 6. Jahrhundert war Teotihuacán die wichtigste Metropole Mesoamerikas und eine der größten Städte der Welt. Im 14. Jahrhundert fanden die Azteken sie verlassen vor. Was zum Niedergang der Kultur führte, ist bislang unklar. Die Anlage wurde 1987 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt und zählt zu den wichtigsten Touristenattraktionen Mexikos.

mbe/dpa/AFP


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 30.10.2014 17:12 | nach oben springen


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