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#1

Das Versagen der Politik bei Quecksilberemissionen

in Aus der Welt der Wissenschaft 03.01.2016 17:43
von franzpeter | 9.085 Beiträge

Das Versagen der Politik bei einem der giftigsten Stoffe überhaupt

Mit moderner Filtertechnik - die Technik stammt aus Deutschland - ließen sich 85 Prozent der Quecksilberemissionen leicht vermeiden. Bislang haben die Energieversorger keinen Anlass, ihre Kraftwerke nachzurüsten.

Das deutsche Gesetz (BImSchG) definiert den Stand der Technik wie folgt: "Stand der Technik ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zur Begrenzung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, zur Gewährleistung der Anlagensicherheit, zur Gewährleistung einer umweltverträglichen Abfallentsorgung oder sonst zur Vermeidung oder Verminderung von Auswirkungen auf die Umwelt zur Erreichung eines allgemein hohen Schutzniveaus für die Umwelt insgesamt gesichert erscheinen lässt.


Frontal21 berichtete am 16.06.2015 über das Versagen der Politik bei einem der giftigsten Stoffe überhaupt:

"Technisch machbar sind weniger als ein Mikrogramm", sagt Christian Schaible vom Europäischen Umweltbüro. Das zeigten große US-Kraftwerke, die eine eigene Quecksilber-Abscheidetechnik installiert hätten - die Technik stammt aus Deutschland.

So bietet etwa der deutsche Kraftwerksbetreiber Steag günstige Technik zur Quecksilberabscheidung an. Gleich mehrere Dutzend US-Kraftwerke bedienen sich eines Verfahrens, das von dem deutschen Ingenieur Professor Bernhard Vosteen erfunden und patentiert wurde: Auf die Kohle werden vor der Verbrennung kleinste Mengen Bromid gesprüht - dadurch lässt sich das Quecksilber aus dem Rauchgas abtrennen. "Die Kosten sind gering - ein sehr großes US-Kraftwerk in Alabama hat dafür weniger als eine Million Dollar bezahlt", erklärt Professor Vosteen gegenüber dem ZDF.

Quelle: http://www.zdf.de/frontal-21/quecksilber...s-38873430.html

FS


spiegel.de 03. Januar 2016

Grenzwerte zu hoch

Deutsche Kohlemeiler stoßen tonnenweise Quecksilber aus

Deutschlands Kohlekraftwerke belasten nicht nur das Klima, sie stoßen auch gesundheitsschädliche Gifte aus. Laut einem Gutachten blasen sie pro Jahr rund sieben Tonnen Quecksilber in die Luft - eine Gefahr für Schwangere und Säuglinge.

Von Stefan Schultz

Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde: Gesundheitsschädliche Gifte - DPA

Deutschlands Kohlekraftwerke stoßen jedes Jahr gut sieben Tonnen Quecksilber aus. Das geht aus einem Gutachten des Hamburger Instituts für Ökologie und Politik im Auftrag der Grünen-Bundesfraktion hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Quecksilber kann bei Ungeborenen und Kleinkindern zu Schäden bei der Gehirnausbildung führen. Bei Erwachsenen besteht die Gefahr von Nervenschäden. Das Schwermetall ist zudem womöglich krebserzeugend. Kohlemeiler produzieren in Deutschland noch immer die größte Menge Strom; derzeit liegt ihr Anteil an der Elektrizitätsversorgung bei mehr als 40 Prozent.


Das Institut für Ökologie und Politik, bei dem Chemiker, Physiker, Geowissenschaftler, Biologen und Wirtschaftswissenschaftler mitwirken, hatte bereits im vergangenen Jahr auf die hohen Emissionen hingewiesen.

Nun fordern die Forscher, die Kraftwerke mit moderner Filtertechnik auszustatten: Bis zu 85 Prozent der Quecksilberemissionen ließen sich so relativ leicht vermeiden, schreiben sie.

Die Kosten für die Unternehmen würden laut einer Kurzstudie der Forscherin Barbara Zeschmar-Lahl je nach Kraftwerksgröße und gewählter Technologie im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Bislang aber haben die Energieversorger keinen Anlass, ihre Kraftwerke nachzurüsten.


"Armutszeugnis für die Bundesregierung"

Der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer fordert die Bundesregierung deshalb zum Handeln auf. "Wir brauchen in Deutschland rasch strenge Grenzwerte für Quecksilberemissionen", fordert er.

Vorbild könnten die USA sein. Dort gelten seit April 2015 sehr strenge Quecksilbergrenzwerte für Kohlekraftwerke. In Deutschland ist eine Senkung der Grenzwerte erst für 2019 vorgesehen. Und selbst dann wird Deutschland im Vergleich zu den USA noch eine 2,5- bis 6,7-fach höhere Quecksilberemission erlauben.


Derzeit würde nur eins der 53 Kohlekraftwerke in Deutschland den US-Grenzwert zum Quecksilberausstoß einhalten, schreiben die Forscher vom Institut für Ökologie und Politik. Es handle sich dabei um das mittlerweile stillgelegte Kraftwerk Datteln. Peter Meiwald, der umweltpolitische Sprecher der Grünen, bezeichnet dies als "Armutszeugnis für die Bundesregierung".



Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unterne...-a-1069875.html


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Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

RE: Das Versagen der Politik bei Quecksilberemissionen

in Aus der Welt der Wissenschaft 04.01.2016 16:49
von franzpeter | 9.085 Beiträge

Die NRW-Kohlekraftwerke stießen im Jahr 2013 mehr als 2.160 Kilogramm des Nervengiftes Quecksilber aus. Das sind mehr als 40 Prozent der bundesweiten Quecksilberemissionen durch Kraftwerke.

BUND NRW 04.01.2016

+++ PRESSEinformation +++

Quecksilber aus Kohlekraftwerken: BUND fordert Genehmigungs-Stopp für Datteln und Lünen

Düsseldorf, 04.01.2016 | Anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Ökopol-Quecksilber-Studie durch die Grüne Bundestagsfraktion fordert der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Behörden auf, keine neuen Kohlekraftwerke mehr zu genehmigen.


Dies gelte insbesondere auch für das Eon/Uniper-Steinkohlekraftwerk Datteln 4. "Der aufgrund der BUND-Klagen von den Gerichten gestoppte Neubau Datteln 4 würde keineswegs die strengeren US-amerikanischen Grenzwerte für Quecksilberemissionen einhalten", sagte der stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Thomas Krämerkämper. "Der Neubau würde gegenüber den Altkraftwerken sogar deutlich mehr Quecksilber ausstoßen."


An dem Beispiel des Quecksilbers wird nach Ansicht des BUND somit deutlich, dass der mittels Klagen aufgehaltene Neubau Datteln 4 weitaus dreckiger ist, als das abgeschaltete Alt-Kraftwerk Datteln 1-3, das es angeblich bloß ersetzen sollte. Das "Märchen von der Umweltentlastung durch den Ersatz von Alt-Kraftwerken" könne damit nicht mehr aufrechterhalten werden.In der Ökopol-Studie war das inzwischen abgeschaltete Altkraftwerk Datteln 1-3 als einziges Steinkohlekraftwerk in Deutschland genannt, welches laut Angaben des damaligen Betreibers Eon in 2013 die weitaus strengeren US-amerikanischen Quecksilbergrenzwerte einhielt.

Auch durch weitere technische Minimierungsmaßnahmen können nach BUND-Auffassung die europarechtlichen Vorgaben zur Einstellung von Quecksilbereinträgen in die Gewässer bis 2028 nicht erfüllt werden. "Hier hilft nur, keine Neu-Kraftwerke mehr zu genehmigen und die dreckigsten existierenden Kohlemeiler abzuschalten", so der BUND-Experte Krämerkämper. Dies gelte zum Beispiel auch für das Trianel-Kohlekraftwerk Lünen, gegen das der BUND ebenfalls prozessiert. Trotz Verbesserungen gegenüber anderen Projekten, führe auch dieses Kraftwerk zu weiteren zusätzlichen Quecksilbereinträgen in die Umwelt.


Die NRW-Kohlekraftwerke stießen im Jahr 2013 mehr als 2.160 Kilogramm des Nervengiftes Quecksilber aus. Das sind mehr als 40 Prozent der bundesweiten Quecksilberemissionen durch Kraftwerke.


Pressekontakt: Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter, T. 0211 / 30 200 522


Info 03.01.2016

Das Versagen der Politik bei einem der giftigsten Stoffe überhaupt

Mit moderner Filtertechnik - die Technik stammt aus Deutschland - ließen sich 85 Prozent der Quecksilberemissionen leicht vermeiden. Bislang haben die Energieversorger keinen Anlass, ihre Kraftwerke nachzurüsten.

Das deutsche Gesetz (BImSchG) definiert den Stand der Technik wie folgt: "Stand der Technik ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zur Begrenzung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, zur Gewährleistung der Anlagensicherheit, zur Gewährleistung einer umweltverträglichen Abfallentsorgung oder sonst zur Vermeidung oder Verminderung von Auswirkungen auf die Umwelt zur Erreichung eines allgemein hohen Schutzniveaus für die Umwelt insgesamt gesichert erscheinen lässt.

Anlage Kurzstudie: http://oliver-krischer.eu/fileadmin/user...hland_final.pdf


Frontal21 berichtete am 16.06.2015 über das Versagen der Politik bei einem der giftigsten Stoffe überhaupt:

"Technisch machbar sind weniger als ein Mikrogramm", sagt Christian Schaible vom Europäischen Umweltbüro. Das zeigten große US-Kraftwerke, die eine eigene Quecksilber-Abscheidetechnik installiert hätten - die Technik stammt aus Deutschland.

So bietet etwa der deutsche Kraftwerksbetreiber Steag günstige Technik zur Quecksilberabscheidung an. Gleich mehrere Dutzend US-Kraftwerke bedienen sich eines Verfahrens, das von dem deutschen Ingenieur Professor Bernhard Vosteen erfunden und patentiert wurde: Auf die Kohle werden vor der Verbrennung kleinste Mengen Bromid gesprüht - dadurch lässt sich das Quecksilber aus dem Rauchgas abtrennen. "Die Kosten sind gering - ein sehr großes US-Kraftwerk in Alabama hat dafür weniger als eine Million Dollar bezahlt", erklärt Professor Vosteen gegenüber dem ZDF.

Quelle: http://www.zdf.de/frontal-21/quecksilber...s-38873430.html

FS



spiegel.de 03. Januar 2016

Grenzwerte zu hoch

Deutsche Kohlemeiler stoßen tonnenweise Quecksilber aus

Deutschlands Kohlekraftwerke belasten nicht nur das Klima, sie stoßen auch gesundheitsschädliche Gifte aus. Laut einem Gutachten blasen sie pro Jahr rund sieben Tonnen Quecksilber in die Luft - eine Gefahr für Schwangere und Säuglinge.

Von Stefan Schultz

Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde: Gesundheitsschädliche Gifte - DPA

Deutschlands Kohlekraftwerke stoßen jedes Jahr gut sieben Tonnen Quecksilber aus. Das geht aus einem Gutachten des Hamburger Instituts für Ökologie und Politik im Auftrag der Grünen-Bundesfraktion hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Quecksilber kann bei Ungeborenen und Kleinkindern zu Schäden bei der Gehirnausbildung führen. Bei Erwachsenen besteht die Gefahr von Nervenschäden. Das Schwermetall ist zudem womöglich krebserzeugend. Kohlemeiler produzieren in Deutschland noch immer die größte Menge Strom; derzeit liegt ihr Anteil an der Elektrizitätsversorgung bei mehr als 40 Prozent.

Das Institut für Ökologie und Politik, bei dem Chemiker, Physiker, Geowissenschaftler, Biologen und Wirtschaftswissenschaftler mitwirken, hatte bereits im vergangenen Jahr auf die hohen Emissionen hingewiesen.

Nun fordern die Forscher, die Kraftwerke mit moderner Filtertechnik auszustatten: Bis zu 85 Prozent der Quecksilberemissionen ließen sich so relativ leicht vermeiden, schreiben sie.

Die Kosten für die Unternehmen würden laut einer Kurzstudie der Forscherin Barbara Zeschmar-Lahl je nach Kraftwerksgröße und gewählter Technologie im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Bislang aber haben die Energieversorger keinen Anlass, ihre Kraftwerke nachzurüsten.


"Armutszeugnis für die Bundesregierung"

Der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer fordert die Bundesregierung deshalb zum Handeln auf. "Wir brauchen in Deutschland rasch strenge Grenzwerte für Quecksilberemissionen", fordert er.

Vorbild könnten die USA sein. Dort gelten seit April 2015 sehr strenge Quecksilbergrenzwerte für Kohlekraftwerke. In Deutschland ist eine Senkung der Grenzwerte erst für 2019 vorgesehen. Und selbst dann wird Deutschland im Vergleich zu den USA noch eine 2,5- bis 6,7-fach höhere Quecksilberemission erlauben.

Derzeit würde nur eins der 53 Kohlekraftwerke in Deutschland den US-Grenzwert zum Quecksilberausstoß einhalten, schreiben die Forscher vom Institut für Ökologie und Politik. Es handle sich dabei um das mittlerweile stillgelegte Kraftwerk Datteln. Peter Meiwald, der umweltpolitische Sprecher der Grünen, bezeichnet dies als "Armutszeugnis für die Bundesregierung".



Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unterne...-a-1069875.html

Anmerkung:

Zitat
In der Ökopol-Studie war das inzwischen abgeschaltete Altkraftwerk Datteln 1-3 als einziges Steinkohlekraftwerk in Deutschland genannt, welches laut Angaben des damaligen Betreibers Eon in 2013 die weitaus strengeren US-amerikanischen Quecksilbergrenzwerte einhielt.



Sollte das Ironie sein?


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 04.01.2016 16:51 | nach oben springen


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