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Risse in Atomreaktoren - Belgien warnt den Rest der Welt

in Aus der Welt der Wissenschaft 14.01.2016 17:28
von franzpeter | 8.184 Beiträge

Risse in Atomreaktoren

Belgien warnt den Rest der Welt

Die Schäden in den AKWs von Belgien sind größer als bisher bekannt. Die Atomaufsicht fürchtet ein "Problem für den ganzen Nuklearsektor".

http://www.taz.de/!5019845/


BUND NRW 14.01.2016

+++ PRESSEinformation +++


Belgische Atomkraftwerke Tihange und Doel

BUND fordert stärkeren Einsatz der Bundesregierung zum Abschalten der Pannenmeiler

Düsseldorf, 14.01.2016 | Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erwartet einen stärkeren Einsatz der Bundesregierung zum Schutz der Bevölkerung vor den unkalkulierbaren Risiken der belgischen Atomkraftwerke. In einem Schreiben an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bittet der Umweltverband darum, in den angekündigten Gesprächen mit der belgischen Regierung massiven Druck auszuüben, um ein sofortiges Abschalten der Atommeiler Tihange und Doel zu bewirken.


"Vorliegende Untersuchungen haben gezeigt, dass die belgischen Atomkraftwerke wesentliche Sicherheitsanforderungen hinsichtlich Erdbeben, Hochwasser und Notstromversorgung nicht erfüllen", schrieb der BUND-Bundesvorsitzende Hubert Weiger. "Der Schutz der Bevölkerung ist nur durch das sofortige Abschalten der Pannenmeiler zu gewährleisten."


So wiesen die zwei Reaktoren Doel-3 und Tihange-2 tausende, teils tiefe Rissbildungen im Reaktordruckbehälter auf. Dass die belgische Atomaufsicht diese für ungefährlich hält, sei kein Zeichen der Beruhigung sondern der Besorgnis. Man müsse sich fragen, ob hier noch eine Kontrolle stattfindet, die dem Schutz der Menschen oberste Priorität einräumt. Das Verteilen von Jod-Tabletten in der Region Aachen sei nichts als ein Placebo.


"Ein großer Unfall in einer oder mehrerer Anlagen würde sehr wahrscheinlich große Mengen von Radioaktivität auch nach Deutschland bringen", konstatierte der Vorsitzende des BUND in Nordrhein-Westfalen, Holger Sticht. "Ein Weiterbetrieb der Reaktoren wäre unverantwortlich."


Der BUND hat Hendricks ferner gebeten, die deutsche Bevölkerung umfassend über den Zustand der belgischen Reaktoren und die Risiken eines Störfalls mit Freisetzung von Radioaktivität zu informieren. Mit den Bundesländern müsse auch eine Verstärkung und räumliche Ausweitung des Notfallschutzes vereinbart werden.


Hinweis: Das BUND-Hintergrundpapier "Sicherheitsstatus belgischer Atomkraftwerke im Lichte des EU-Stresstests" finden Sie …hier (siehe Anlage)


Für Rückfragen: Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter, Tel. 0211 / 30 200 522 oder Claudia Baitinger, BUND-Atomexpertin, T. 02369 / 24296


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Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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