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#1

Pat und Patachon des Finanzsystems

in Aus der Welt der Wissenschaft 10.02.2016 19:00
von franzpeter | 8.075 Beiträge

Schäuble/Rogoff: Pat und Patachon des Finanzsystems

10. Februar 2016 (von Jean Taulier) Am 21. 09.2013 berichtete der Spiegel, dass unser Bundesminister der Finanzen, Wolfgang Schäuble, sein Wissen über Staatsschulden, Sparpolitik und die Abschaffung des Bargeldes von Kenneth Rogoff, einem amerikanischen Volkswirt, bezieht. Im Folgenden sind zwei verheerende Tatsachen zu attestieren. Erstens, der von Finanzsystemen ahnungslose Jurist Schäuble hat die Weisheiten Rogoffs eins zu eins umgesetzt. Zweitens, Rogoffs wissenschaftliche Ergebnisse beruhen auf elementaren Rechenfehlern. Ein Student konnte dem "exzellenten Wissenschaftler und Schachprofi" glasklar nachweisen, dass seine Studienergebnisse auf Annahmen beruhen, die allesamt haltlos sind.

Diese grundlegenden Fehler in seinen Excel-Tabellen musste Rogoff zwar einräumen, was aber keineswegs dazu führte, dass er seine These überprüfte oder revidierte, doch dazu mehr im Weiteren.

Alldessen vollkommen ungeachtet stellte Schäuble den Haushalt des Deutschen Bundestages ausdrücklich auf Grund dieser nachweislich unhaltbaren Behauptungen von Rogoff völlig falsch und zum Nachteil des Volkes auf. Das so geschaffene Steuersystem sieht die übermäßige Belastung der unteren Einkommen zugunsten der oberen Einkommen vor. Auch die Kosten der illegalen Einwanderung werden so auf die Schultern der unteren Einkommen gelegt.

Totalversagen auch bei der erzwungenen Sparpolitik Griechenlands, die zum Ausverkauf des Tafelsilbers des Staates Griechenland führte und die Bevölkerung Griechenlands in die Verarmung trieb.
Gelernt hat Schäuble nichts. Er will nun die zweite Wahnidee Rogoffs umsetzen, nämlich die Abschaffung des Bargeldes. Er übernimmt die Argumentation Rogoffs, dass Steuerflucht und Geldwäsche unmöglich gemacht werden.

Das ist natürlich Unfug.

Die Bargeldabschaffung und die Begrenzung der Barzahlungsobergrenze auf zukünftig 5000 Euro findet ihren Grund in dem beklagenswerten Zustand des Finanzsystems, das nur noch durch immer niedrigere Zinsen und immer mehr billiges Luftgeld daran gehindert werden kann zusammenzubrechen. Die ersten Banken führen schon Negativzinsen ein. In der Schweiz sind Negativzinsen bereits Usus. Das Resultat liess nicht auf sich warten. Pensionsfonds und grosse Firmen haben ihr gesamtes Kapital in Bar von den Banken abgehoben, um die Kosten der Negativzinsen zu vermeiden und riesige Bargeldbestände in ihren Tresoren eingelagert. Der Zahlungsverkehr unter diesen großen Fonds und Firmen findet zum Teil über Geldboten statt.
Die Privatkunden der Banken mit Negativzinsen gehen ebenfalls dazu über, ihre Vermögen in bar abzuheben und zu Hause zu lagern. Dies ist fraglos ein gravierendes Problem für die Banken. Nicht nur, dass sie das Kapital ihrer Einleger nicht mehr zur Verfügung haben, sie erleiden dadurch auch eine drastische Kürzung ihrer Kreditvergabemöglichkeiten.


Mit der Bargeldabschaffung und der Barzahlungsobergrenze geht es also lediglich darum, dass die Banken gerettet werden, die über maximal 6 % Eigenkapital (bisher) verfügen. Heben die Kunden das Bargeld ab, wird die Eigenkapitaldecke der Banken papierdünn, was die Insolvenz nach den geltenden Bilanzrichtlinien zur Folge haben wird.
Darum geht es, sonst nichts.


Betrachten wir einmal den "brillanten Wissenschaftler" Rogoff, dessen Thesen und Behauptungen Grundlage dieser Finanzpolitik sind.


Kenneth Rogoff

Rogoff erhielt seinen Bachelor und Master an der Yale University summa cum laude und der Auszeichnung Honors in Economics. 1980 verlieh ihm das Massachusetts Institute of Technology den Grad eines Ph.D. Sein Dissertationsthema lautete "Essays on Expectations and Exchange Rate Volatility".

Von 1980 bis 1983 arbeitete er als Volkswirt beim Board of Governors des Federal Reserve System.
Von 1982 bis 1983 war er im Research Department des Internationalen Währungsfonds.
Von 1985 bis 1988 war er Associate Professor an der University of Wisconsin–Madison.
Seine erste Professur erhielt er 1989 an der University of California at Berkeley.
1992 wechselte er an die Princeton University, an der er für sieben Jahre den Lehrstuhl für Außenwirtschaft leitete.
1999 wechselte Rogoff an die Harvard University, an der er seitdem eine Professur für Public Policy innehat.
2001 bis 2003 war er zusätzlich Chefökonom und Wissenschaftlicher Direktor des IWF.

Rogoff gilt als Ökonom mit einer marktfreundlichen Denkrichtung. Er publiziert seit Anfang der 1980er Jahre in großem Umfang zu Fragen der Wirtschaftspolitik und des internationalen Finanzwesens. Seine Schwerpunkte hierbei sind Wechselkurse, internationale Verschuldung und internationale Geldpolitik. Sein 1983 herausgegebene Schrift zu Wechselkursen, in der er nachwies, dass Ökonomische Modelle nicht fähig sind, den Wechselkurs genauer als das Random Walk Modell nachzubilden, gilt bis heute als bahnbrechend.

2001/2002 geriet Rogoff in eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz, einem früheren Chefökonom der Weltbank. Die Auseinandersetzung wurde getragen von Stiglitz' Kritik an der Politik des IWF. Als Antwort auf die Vorwürfe Stiglitz' schrieb Rogoff einen offenen Brief.

Rogoff beurteilt die Erholung der US-Wirtschaft kritisch, so prognostizierte er im August 2008 zur Entwicklung "das Schlimmste kommt noch" und den Kollaps großer US-Banken. Er hat zudem die Geschichte von Finanzkrisen untersucht und über sie ein Buch geschrieben.

Kontrovers diskutiert wird seit 2013 sein zusammen mit Carmen Reinhart veröffentlichter Essay "Growth in a Time of Debt". Dieser im Mai 2010 erschienene Beitrag kommt zu dem Schluss, dass das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft sich dann stark verringere, wenn die Verschuldung auf mehr als 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steige. Rogoff war zu dieser Aussage gekommen, nachdem er Wirtschaftsdaten der vergangenen 800 Jahre aus insgesamt 66 Ländern analysiert hatte.
Dieser Beitrag wurde von vielen Politikern aufgegriffen, um Austeritätsmaßnahmen zu begründen.


Thomas Herndon, Volkswirtschaftler und Doktorand an der Universität Massachusetts, analysierte die mit Microsoft Excel verarbeiteten Daten und kam zu dem Ergebnis, dass die Excel-Tabelle von Rogoff und Reinhart Fehler enthielt. So bemerkte er, dass Rogoff und Reinhart einige Daten in ihrer Studie sehr merkwürdig gewichtet und einzelne Länder, die trotz hoher Schulden kräftig gewachsen waren (v.a. Neuseeland), ausgeklammert hatten. Auch wurden aufgrund eines Fehlers in den Excel-Formeln einige Daten in der Berechnung nicht berücksichtigt. Nach der Berechnung von Herndon brach das Wirtschaftswachstum auch bei einer Verschuldung ab 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes nicht ein.

Kritik an der Arbeit von Rogoff kam unter anderem vom Nobelpreisträger Paul Krugman. Es wurde u.a. angemerkt, dass die Kausalität umgekehrt sei, Länder hätten deshalb eine hohe Staatsverschuldung, weil sie ernsthafte wirtschaftliche Probleme haben. Rogoff wurde vorgehalten, dass er mit seinen Excel-Fehlern Austeritätspolitik unterstützt und so hohe Arbeitslosigkeit verursacht
habe.


Rogoff entgegnete, dass sein Fehler zwar peinlich sei, an den zentralen Forschungsergebnissen allerdings nichts ändere. Eine hohe Staatsverschuldung könne sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Problematisch an der Diskussion sei auch, dass die Studie von einigen Politikern und politischen Aktivisten verschiedener Lager übertrieben dargestellt worden sei. So sei der Eindruck entstanden, als hätten sie einen einfachen Zusammenhang zwischen Staatsschulden und Wirtschaftswachstum behauptet und sich generell und undifferenziert für Austeritätsmaßnahmen ausgesprochen. Die Frage, ob hohe Staatsverschuldung von geringeren Steuereinnahmen und langsameren Wirtschaftswachstum herrührt, oder ob hohe Staatsverschuldung Wirtschaftswachstum verlangsamt könne nicht pauschal beantwortet werden. Er glaubt, dass die Kausalität grundsätzlich in beide Richtungen gehen kann, ohne dass man da eine allgemeingültige Aussage treffen könne.

Barry Eichengreen ist der Ansicht, dass Reinhart und Rogoff in ihrer ursprünglichen Analyse nuanciert und vorsichtig gewesen seien. Die daraus abgeleiteten politischen Schlüsse von Olli Rehn und Paul Ryan seien aber fahrlässig gewesen, hier hätten Reinhart und Rogoff widersprechen müssen.


2014 schlug Rogoff die Abschaffung des Bargeldes vor und pries die Vorteile einer bargeldlosen Wirtschaft an.
Bargeld, so Rogoff, würde die Kriminalität begünstigen. Zentralbanken könnten leichter negative Zinsen durchsetzen, Steuerflüchtige und andere Kriminelle hätten es bei bargeldlosem Geldverkehr schwerer. Dieser Vorschlag wird neuerdings auch in Deutschland diskutiert – v.a. Landes-Datenschutzbeauftragte und Verbraucherschützer beginnen sich seither mit dem Thema zu befassen.


Sehr interessant ist auch ein Beleuchten des Hintergrundes von Herrn Professor Rogoff, seinen Förderern und Auftraggebern.
Darüber werde ich den geneigten Leser in folgenden Artikel informieren.



Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kenneth_S._Rogoff

Growth in a time of debt[Bearbeiten]

Kontrovers diskutiert wird seit 2013 sein zusammen mit Carmen Reinhart veröffentlichter Essay Growth in a time of debt. Dieser im Mai 2010 erschienene Beitrag kommt zu dem Schluss, dass das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft sich dann stark verringere, wenn die Verschuldung auf mehr als 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steige. Rogoff war zu dieser Aussage gekommen, nachdem er Wirtschaftsdaten der vergangenen 800 Jahre aus insgesamt 66 Ländern analysiert hatte. Dieser Beitrag wurde von vielen Politikern aufgegriffen, um Austeritätsmaßnahmen zu begründen.

Thomas Herndon, Volkswirtschaftler und Doktorand an der Universität Massachusetts, analysierte die mit Microsoft Excel verarbeiteten Daten und kam zu dem Ergebnis, dass die Excel-Tabelle von Rogoff und Reinhart Fehler enthielt. So bemerkte er, dass Rogoff und Reinhart einige Daten in ihrer Studie sehr merkwürdig gewichtet und einzelne Länder, die trotz hoher Schulden kräftig gewachsen waren (v.a. Neuseeland), ausgeklammert hatten. Auch wurden aufgrund eines Fehlers in den Excel-Formeln einige Daten in der Berechnung nicht berücksichtigt. Nach der Berechnung von Herndon brach das Wirtschaftswachstum auch bei einer Verschuldung ab 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes nicht ein.[5] Kritik an der Arbeit von Rogoff kam unter anderem vom Nobelpreisträger Paul Krugman.[6] Es wurde u.a. angemerkt, dass die Kausalität umgekehrt sei, Länder hätten deshalb eine hohe Staatsverschuldung, weil sie ernsthafte wirtschaftliche Probleme haben. Rogoff wurde vorgehalten, dass er mit seinen Excel-Fehlern Austeritätspolitik unterstützt und so hohe Arbeitslosigkeit verursacht habe.[7]

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-113750764.html

Quelle: querdenken tv

http://quer-denken.tv/index.php/2100-sch...s-finanzsystems


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 10.02.2016 19:01 | nach oben springen

#2

Der Zauberlehrling von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhard

in Aus der Welt der Wissenschaft 12.02.2016 19:04
von franzpeter | 8.075 Beiträge

Bargeldabschaffung: Wolfgang Schäuble der Zauberlehrling von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhard

11. Februar 2016 (von Jean Taulier) Wie bereits im letzten Artikel berichtet, ist Kenneth Rogoff der wissenschaftliche Wegbereiter der Idee der Bargeldabschaffung. Grundlage dieser Theorien ist das Gemeinschaftswerk mit Carmen Reinhart „ Growth in a time of Debt“, welches, nachgewiesen durch Thomas Herndon, auf manipulierten Daten beruht, und deshalb als unseriös in die Kritik kam. Das Werk wurde 2010 veröffentlich und dient unserem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als Richtschnur seiner Politik, wie ich bereit im letzten Artikel zu Herrn Schäubles Finanzpolitik ausgeführt habe.
Nun könnte man sagen, dass Fehler menschlich sind, jeder sich mal irren kann, auch ein Harvard Professor vom Kaliber eines Kenneth Rogoff.


Daran habe ich begründeten Zweifel. Es gibt Hinweise, dass es sich nicht um eine wissenschaftliche Schlamperei handeln könnte, sondern um eine gewollte politische Manipulation.


Die Kubanerin Carmen Reinhart, die Co-Autorin Rogoffs, wechselte 1988 von ihrem Stiftungslehrstuhl der Maryland University zum IWF. Der Lehrstuhl von Reinhart wurde von der Peter G. Peterson Foundation finanziell ausgestattet. Seit 1999 arbeitete Rogoff für den IWF als Chef Ökonom und wissenschaftlicher Direktor.


Im Jahr 2011 wechselte Reinhart zum Peterson Institute for International Economics.


http://irregulartimes.com/wp-content/upl...ergpeterson.jpg

Was ist daran so spannend? Vielleicht die Person des Gründers Peter G. Peterson.
Peterson wurde 1926 geboren und gilt als der reichste Grieche überhaupt. Aber das ist bei weitem nicht alles. Zur Person Peterson sollte der Leser erfahren, dass er ein Wallstreet-Milliardär ist, welcher Gründer der Black Stone Group ist, Vorstand der Pleitebank Lehman Brothers war, ferner Vorstand der Federal Reserve Bank New York und aufs engste mit dem Spekulanten George Soros geschäftlich verbunden ist. Erwähnt sei auch, dass Peterson unter Nixon Berater für internationale Finanzfragen war.


Die Peter G. Peterson Foundation steckt auch hinter dem rechten Flügel des Think Tanks „ The Heritage Foundation“, auf welchen ich in einem gesonderten Artikel zurückkommen werde.


Zusammenfassend ist zu bemerken, dass Schäuble auf den Rat von Professoren hört, deren beruflicher Werdegang über den IWF und der Peterson G. Peterson Foundation führte. Außerdem wurde deren wissenschaftliche Reputation über ein Standardwerk begründet, welches auf falschen Erhebungen beruht. Dass die Stiftungslehrstühle beider neben der Peterson Stiftung auch von der Deutschen Bank Stiftung finanziert werden, die von Josef Ackermann gegründet wurde, gibt der Angelegenheit noch ein besonders Momentum.


Dies vorausgeschickt, komme ich zum eigentlichen Thema der Abschaffung des Bargeldes.

Auf französischen Druck hin erwägt Deutschland, die Bargeldzahlungen von mehr als 5000 Euro zu verbieten. Gleichzeitig erwägt die Europäische Zentralbank, die 500-Euro-Scheine abzuschaffen. Als Begründung wird in den Medien berichtet, dass die EZB die Kriminalität einschränken will. Aber der EZB-Präsident selbst sagt, die EZB überlege noch, wie sie ihre Absicht am besten kommunizieren solle. Das macht stutzig. Macht die EZB neuerdings neben der ihr verbotenen Fiskalpolitik auch noch Justizpolitik? Was geht hier vor?


Es geht in Wahrheit um etwas ganz anderes als die Kriminalität von Kleinganoven. Es geht um den Wunsch der EZB, die Einlagenzinsen noch weiter in den negativen Bereich zu schieben. Derzeit verlangt die EZB einen Strafzins von 0,3 Prozent für das Geld, das Banken bei ihr einlegen. Am liebsten würde sie noch mehr verlangen, doch kann sie nicht weiter gehen, weil Banken dann lieber Bargeld horten. Das Einzige, was die Banken davon abhält, nur noch Bargeld zu halten, sind die Kosten der Aufbewahrung der Banknoten in den Tresoren. Die Tresorkosten implizieren eine natürliche Obergrenze für den Strafzins.



Ende Dezember wurden 307 Milliarden Euro, also 28 Prozent des Euro-Bargelds, in Form von 500-Euro-Scheinen gehalten. Von wem sie gehalten wurden, ist nicht klar. Dazu gehörten vermutlich auch Kriminelle, doch vor allen dürfte das Geld in Osteuropa und der Türkei als Wertaufbewahrungsmittel gedient haben, wie schon seinerzeit die 1000-D-Mark-Banknoten. Immerhin zirkulierte damals ein Drittel der D-Mark-Banknoten im Ausland. Außerdem halten die Banken aus den genannten Gründen nun auch selbst immer mehr Bargeld.


Geld ist geprägte Freiheit“, hat der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski im 19. Jahrhundert über seine Zeit im Straflager geschrieben. Er meinte Bargeld, moderne Zahlungsmittel gab es noch nicht. Doch nur die digitale Zahlung ermöglicht die totale Kontrolle durch Staaten, Finanzinstitute oder Internetanbieter.


Was damals galt, gilt heute erst recht. Im 21. Jahrhundert erfolgt der digitale Zugriff auf das Innere unserer Köpfe mit der Wucht einer Exponentialfunktion. In der digitalen Welt wird alles mit allem vernetzt sein, wird alles aufgezeichnet, augenblicklich verwertet, ist die Analyse von Unmengen Daten in Echtzeit das moderne Gold, ist Big Data für alle Geschäft und Schicksal zugleich. In einer Welt, in der alles, was man kauft und konsumiert, verfolgt wird, gibt es keine Privatheit mehr, zählt das Recht an den eigenen Daten nichts, herrscht die perfekte Kontrolle – mit allen denkbaren politischen, wirtschaftlichen oder kriminellen Konsequenzen.


In der digitalen Welt kann nur das Bargeld den Menschen vor einer grenzenlosen Verfolgung schützen. Deshalb ist Bargeld nicht nur Geld, sondern zugleich privates Vermögen und gelebte Freiheit. Weil die Leute das spüren, reagieren viele Deutsche empört auf den Angriff auf das Bargeld, den die große Koalition plant, indem das von der CDU geführte Finanzministerium eine Grenze für Bargeldzahlung einführen will und die SPD große Geldscheine gleich ganz verbieten möchte. Da ist es nicht mehr weit bis zur Abschaffung von Bargeld, wie das Nachbarland Dänemark zeigt, wo vom nächsten Jahr an die Notenbank keine Banknoten mehr drucken will.

Die Einschränkung des Bargeld-Verkehrs wird von Frankreich und Deutschland mit Hochdruck vorangetrieben. Offiziell geht es um den Kampf gegen den Terror und die Geldwäsche. Tatsächlich soll auf diesem Weg die Durchsetzung von Strafzinsen für Sparguthaben erzwungen werden.


Tatsächlich geht es natürlich nicht um die Geldwäsche, sondern darum, zu verhindern, dass die Kunden ihre Gelder von den Banken abziehen: Durch Negativzinsen sollen sie gezwungen werden, ihre Gelder in riskante Investments zu stecken. Im Fall von Banken-Pleiten müssen außerdem die Gläubiger – also die Kunden einer Bank – seit dem 1. Januar 2016 eine in Schieflage geratene Bank retten. Daher ist es für die Regierungen wichtig, dass die Kunden ihr Geld nicht außerhalb des Bank-Systems aufbewahren können.


Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält Beschränkungen von Bargeldzahlungen für verfassungswidrig. «Dies wären nicht gerechtfertigte Eingriffe in Freiheitsrechte, nämlich in die Vertragsfreiheit und Privatautonomie», sagte Papier der FAZ. Zudem habe das Verfassungsgericht immer wieder betont, «dass die Freiheitswahrnehmung der Bürger nicht total erfasst und registriert werden darf».



Der SPD-Finanzexperte und stellvertretende Fraktionschef Carsten Schneider verteidigte das Vorhaben.
«In Deutschland werden jährlich circa 60 Milliarden Euro gewaschen und nur ein Prozent der kriminellen Gelder werden eingezogen. Das kann der Staat nicht akzeptieren», sagte Schneider der Saarbrücker Zeitung. Deutschland sei inzwischen europaweit ein «Eldorado» für Geldwäsche. Neben einer Bargeld-Obergrenze von 5000 Euro müsse auch der 500-Euro-Schein abgeschafft werden. «Das ist das Zahlungsmittel bei Schwarzgeld im großen Stil.»

Ich komme nicht umhin festzustellen, dass Schäuble und Merkel aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zurückschrecken werden, den nächsten Verfassungsbruch zu begehen, in dem beide unter Mitwirkung eines Volksschullehrers im Wirtschaftsministerium, entgegen des Artikel 14 Grundgesetz, das Bargeld ernsthaft zur Rettung der Banken abschaffen wollen.

http://www.csu.de/aktuell/meldungen/febr...eldabschaffung/
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/...d/12933920.html
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten....ld-abschaffung/
http://finanzmarktwelt.de/bundesbank-str...zenarien-20393/
http://www.pi-news.net/2016/02/hans-wern...ld-abschaffung/
http://www.sourcewatch.org/index.php/Peter_Peterson
https://de.wikipedia.org/wiki/Carmen_Reinhart
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eu...d-13681324.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Kenneth_S._Rogoff

Quelle: querdenken tv


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 12.02.2016 19:05 | nach oben springen

#3

EZB-Rat will offenbar 500-Euro-Schein abschaffen

in Aus der Welt der Wissenschaft 15.02.2016 16:21
von franzpeter | 8.075 Beiträge

Bargeld
EZB-Rat will offenbar 500-Euro-Schein abschaffen
Der EZB-Rat hat die Abschaffung der höchsten Euro-Banknote offenbar bereits schriftlich vereinbart. Nur die technischen Einzelheiten müssen noch geklärt werden.
15.02.2016


Einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge ist die Abschaffung des 500-Euro-Scheins im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits vereinbart worden. Das Ratsmitglieder des obersten Beschlussorgans der EZB hätten demnach vor Kurzem mit großer Mehrheit eine entsprechende Absichtserklärung getroffen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Notenbankkreise.

Diese schriftliche Willensbekundung wurde demnach vereinbart, nachdem der Banknotenausschuss beauftragt wurde, die technischen Details zu klären, die der 500-Euro-Schein aus dem Bargeldumlauf genommen werden kann. Innerhalb von zwei bis drei Monaten soll das Vorgehen klar sein. Danach treffe der EZB-Rat die endgültige Entscheidung. Nach Ausweisung der EZB sind momentan etwa 600 Millionen 500-Euro-Scheine mit einem Wert von rund 307 Milliarden Euro im Umlauf. Etwa ein Viertel der Banknoten soll nach Schätzungen der Zentralbank im Ausland liegen.

Abschaffung des #500Euro-Scheins ist offenbar beschlossene Sache. #EZB

Angesichts des mehrheitlich getroffenen Beschlusses und dem klaren Auftrag an den Banknotenausschuss gilt die für die endgültige Abschaffung notwendige einfach Mehrheit als sicher.


500-Euro-Schein wurde auf Druck Deutschlands geschaffen

Der 500-Euro-Schein war einst auf Druck Deutschlands und einiger anderer Länder geschaffen worden. In Deutschland hatte es vor der Euro-Einführung einen Schein mit einem Nennwert von 1000 Mark gegeben.

Die 500-Euro-Banknote macht nur drei Prozent der Euro-Geldscheine aus, steht laut EZB aber für 28 Prozent des Nennwerts des Euro-Bargelds. Der Schein gilt auch als das wichtigste Hilfsmittel, um illegale Einkünfte etwa vor dem Fiskus zu verschleiern und grenzüberschreitend Geldwäsche zu betreiben. Die Terrorfinanzierung war nach den Pariser Anschlägen im November wieder in den Fokus gerückt

Quelle: anst.
Quelle: FAZ


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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