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Grafschafter Bürgerinitiative macht mobil gegen Güllebecken in der Eifel

in Aus der Welt der Wissenschaft 31.03.2016 23:42
von franzpeter | 9.085 Beiträge

Gülle-Becken: Ein erster Teilerfolg für die Initiative

Gemeinde Grafschaft. Gegen die Errichtung eines »Güllebeckens« zwischen Vettelhoven und Gelsdorf macht eine Bürgerinitiative mobil. Experten der Bürgerinitiative wiesen jetzt auf die Gefahren hin. Der Bauherr legt seinen Antrag auf Eis.


Wie bei der Veranstaltung deutlich wurde, bezeichnet auch die Mainzer Umweltministerin Ulrike Höfken Gülle aus Massentierhaltung als Sondermüll. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Reinhold Hermann, erläuterte, dass niederländische Bauern allein im letzten Jahr 1,4 Mio Tonnen Gülle ins benachbarte Nordrhein-Westfalen ausgeführt hätten: »Auch die Grafschafter Bürger registrieren seit Jahren die Ausbringung von Gülle aus Holland auf den Feldern«.

Gregor Rehatschek, Arzt an der Uni in Bonn und Leiter des Arbeitskreises Gesundheit der Bürgerinitiative, informierte über die Gesundheitsgefahren: »Massiver Einsatz von Gülle leistet einen Beitrag, um das Problem der Antibiotika-Resistenz in die Therapie von menschlichen Infektionserkrankungen zu übertragen«. Das Aufbringen von Gülle sei als potentieller Risikofaktor identifiziert worden.


Und Holger Bäsel, Leiter des Arbeitskreises Umwelt der Bürgerinitiative, zeigte die mutmaßlichen Umweltschäden auf. Wie er sagte, habe das Umweltbundesamt bereits auf die Umweltbelastung durch das Entweichen umweltschädlicher Gase aus der Gülle wie beispielsweise Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Methan und Lachgas hingewiesen. Die komplette Füllung des Güllelagers mit fünf Millionen Litern würde eine jährliche Verflüchtigung von 250 Tonnen umweltschädlicher Gase bedeuten.


Reinhold Hermann und sein Stellvertreter Heinz Weber wiesen darüber hinaus auf die Problematik der Trinkwasserverseuchung durch Überdüngung hin.

Die Gemeinde Grafschaft habe bereits Ende der 1990er Jahre die eigenen Brunnen aufgegeben und beziehe seitdem das Wasser von der Wahnbachtalsperrre. Neben den Instandhaltungskosten sei damals die hohe Nitratbelastung des Wassers der eigenen Brunnen ausschlaggebend gewesen.

Auf Nachfrage des Ahrtaler Wochenspiegels teilte die Kreisverwaltung Ahrweiler jetzt mit, dass das Antragsverfahren auf Wunsch des Antragstellers zurzeit ruht
. Diese neue Sachlage wertet Reinhold Hoffmann von der Bürgerinitiative durchaus als Teilerfolg.

Für ihn und seine Mitstreiter bleiben aber noch viele Fragen offen: Was bedeutet ruhen? Kann der Antrag jederzeit wieder aufleben? Geht der Import der gesundheitsgefährdenden und umweltschädlichen Gülle aus der Massentierhaltung weiter?


Die Bürgerinitiative will den Vorgang weiterhin aufmerksam verfolgen und sich bei drohenden Gefahren für Mensch und Umwelt deutlich zu Wort melden.

Quelle: Wochenspiegel


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 31.03.2016 23:42 | nach oben springen


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