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#1

ARD steht offenbar vor radikalem Umbau

in Aus der Welt der Wissenschaft 25.11.2016 09:34
von franzpeter | 9.008 Beiträge

ARD steht offenbar vor radikalem Umbau
Gibt es bald nur noch vier statt neun Landesrundfunkanstalten? Die ARD-Chefin spricht von tiefgreifenden Reformen. Dabei geht es auch um die Kosten des öffentlich-rechtlichen Systems.
25.11.2016


Bald „Wir sind vier“ statt „Wir sind neun“? Die derzeitige ARD-Vorsitzende, MDR-Intendantin Karola Wille.
Die ARD erwägt nach Informationen der „Bild“-Zeitung einen tiefgreifenden Umbau und die Zusammenlegung mehrerer Rundfunkanstalten. Eine von den Ministerpräsidenten eingesetzte Arbeitsgruppe befürworte die Bündelung der bisherigen ARD-Sender zu vier größeren Anstalten, berichtete die Zeitung. Den Plänen zufolge könnte es dann jeweils eine Anstalt Süd, Nord, West und Ost geben.


Wer mit wem im einzelnen fusioniert werden solle, sei noch offen, berichtete „Bild“. Sicher wäre nur, dass Radio Bremen einer ARD-Nord mit dem NDR zugeschlagen würde; der RBB aus Berlin und Brandenburg würde Teil einer ARD Ost mit dem MDR werden.

ARD-Vorsitzende bestätigt Reformpläne
„Wir stehen vor einem tiefgreifenden Reformprozess“, sagte die amtierende ARD-Chefin und MDR-Intendantin Karola Wille. „Wir müssen sehen, wie der ARD-Verbund weiter zusammen wachsen kann.“ Wille sprach vom „größten Reformprogramm“ in der Geschichte der ARD. Die Sendergruppe werde sich verändern, weil sie sich verändern müsse.

Wille sagte laut „Bild“, dass es für den Reformprozess entsprechende rundfunkrechtliche und kartellrechtliche Regelungen geben müsse und die Unterstützung der Politik brauche.
Sparpotenzial in der Verwaltung
In einem ersten Reformschritt müssten vor allem Kosten gespart werden, weil die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - mit zur Zeit mehr als acht Milliarden Euro jährlich - immer teurer werde. Experten sähen vor allem in den Bereichen Technik und Verwaltung großes Einsparpotenzial.
Nach Informationen des Blattes beschloss die ARD-Hauptversammlung in München, den „Fusions-Experten“ Reinhard Binder als Leiter einer Projektgruppe „Strukturen und Prozesse“ einzusetzen. Binder hatte vor 13 Jahren die Fusion der beiden Sender ORB und SFB zum Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) gemanagt. Erste Ergebnisse der Projektgruppe sollten bis September 2017 vorgestellt werden.
ARD-Mitglieder
Derzeit besteht die ARD aus neun Landesrundfunkanstalten. In der Vergangenheit kam es bereits zu Zusammenschlüssen:
Bayerischer Rundfunk
Hessischer Rundfunk
Mitteldeutscher Rundfunk
Norddeutscher Rundfunk
Radio Bremen
Rundfunk Berlin-Brandenburg (entstanden 2003 aus der Fusion von SFB und ORB)
Saarländischer Rundfunk
Südwestrundfunk (entstanden 1998 aus der Fusion von SDR und SWF)
Westdeutscher Rundfunk
Mitglied der ARD ist außerdem der aus Steuergeldern finanzierte Auslandssender Deutsche Welle.


Zur Homepage
Quelle: bard./AFP/KNA

Kommentar

Zitat
In einem ersten Reformschritt müssten vor allem Kosten gespart werden, weil die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - mit zur Zeit mehr als acht Milliarden Euro jährlich - immer teurer werde. Experten sähen vor allem in den Bereichen Technik und Verwaltung großes Einsparpotenzial.



Ich sehe vor allem ein Sparpotential in unnötigen und wahnsinnig überteuerten Sportprogrammen.
Das ist nicht Aufgabe von öffentlich-rechtlichen Sendern (hier reichte die zusammengefasste Berichterstattung).
Für Sport gibt es extra Sender.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

ARD-Chefin Karola Will: Geheimpläne von Fusione blanker Unsinn

in Aus der Welt der Wissenschaft 25.11.2016 13:08
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Bericht über ARD-Zusammenlegungen
"Das ist wirklich starker Tobak"
Laut "Bild"-Zeitung erwägt die ARD, ihre neun Rundfunkanstalten auf vier zu reduzieren. Gegenüber dem SPIEGEL bezeichnet ARD-Chefin Karola Wille den Bericht als "blanken Unsinn".




Die ARD hat angebliche Pläne zur Fusion von Sendeanstalten entschieden zurückgewiesen. "Die Berichterstattung über angebliche Geheimpläne von Fusionen der Landesrundfunkanstalten ist blanker Unsinn. Diese Spekulationen sind frei erfunden. Das ist wirklich starker Tobak", sagte ARD-Chefin Karola Wille gegenüber dem SPIEGEL.


Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, Mitglieder einer von den Ministerpräsidenten eingesetzten Arbeitsgruppe befürworteten eine Bündelung der aktuell neun Rundfunkanstalten in vier großen Anstalten.
Die ARD-Intendanten haben sich in dieser Woche zu ihrer Hauptversammlung in München getroffen und auch über Reformen im Senderverbund gesprochen. Wille sagte, es sei "ein tiefgreifender Reformprozess, vor dem wir stehen". Ergebnisse sollen im September 2017 bekanntgegeben werden.
Laut Wille geht es bei dem ARD-Reformprozess darum, die Vielfalt des Senders zu erhalten. Reinhart Binder vom RBB sei verantwortlich für die Reform. Binder hat vor 13 Jahren die Fusion der beiden Sender ORB und SFB zum Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) geleitet.

Bei der Reform geht es vor allem um Zusammenarbeit bei Technik, Personal und IT. Allein eine gemeinsame Cloud aller ARD-Anstalten, so ein Medienpolitiker gegenüber dem SPIEGEL, würde 800 Millionen Euro sparen. Auch soll die Parallelberichterstattung bei Großereignissen reduziert werden.

mka/bra/dpa/AFP

Quelle: s.o.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#3

Keine Übertragung der kommenden Olympischen Spiele in ARD und ZDF

in Aus der Welt der Wissenschaft 28.11.2016 15:54
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Keine Übertragung in ARD und ZDF
Wo kann ich jetzt noch Olympia gucken? 
Die vier kommenden Olympischen Spiele werden nicht von ARD und ZDF übertragen, die Rechte waren zu teuer. Wo Olympia jetzt läuft - und warum das ein Problem für den deutschen Sport ist.

Von Benjamin Knaack



Montag, 28.11.2016   15:07 Uhr
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Was ist passiert?
Die Verhandlungen zwischen dem US-amerikanischen Medienkonzern Discovery Communications, der Mutter des Sportsenders Eurosport, und den deutschen TV-Sendern ARD und ZDF über die Zweitrechte für Olympia-Livebilder sind gescheitert. Die Konsequenz: Die vier Olympischen Spiele zwischen den Jahren 2018 und 2024 werden nicht live in den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen sein.
Wie konnte es dazu kommen?


Discovery wollte angeblich 150 Millionen Euro für die Übertragungsrechte der Spiele in Peyongchang (2018) und Tokio (2020), die deutschen TV-Sender waren jedoch nicht bereit, mehr als 100 Millionen Euro zu bezahlen. Eine offizielle Bestätigung dieser Summen gab es nicht. Allerdings teilte Ulrich Wilhelm, Sportrechte-Intendant der ARD, mit: "Wir müssen erkennen, dass die Forderungen von Discovery bei Weitem über dem liegen, was von uns verantwortet werden kann. Wir sind zu wirtschaftlichem Umgang mit Beitragsgeldern verpflichtet." Mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Österreichs und Großbritanniens (ORF und BBC) hatte sich Discovery hingegen einigen können.
Wieso kaufen ARD und ZDF die Olympia-Rechte nicht direkt beim IOC ein?
Weil sich Discovery die Lizenzen für den internationalen Markt im Sommer vergangenen Jahres gesichert hat. Für 1,3 Milliarden Euro kaufte der Konzern die Rechte an den Sommerspielen 2020 (Tokio) und 2024 (noch zu bestimmen), sowie an den Winterspielen in Pyeongchang (2018) und Peking (2022) vom Internationalen Olympischen Komitee. Damals waren die ARD/ZDF-Verantwortlichen ebenfalls leer ausgegangen - und mächtig angefressen. Schließlich sei man ein langjähriger Partner des IOC und hätte durch die Berichterstattung zwischen den Wettkämpfen "in wesentlichem Maße zur Popularisierung" der Olympischen Sportarten beigetragen, hieß es damals.
Kann ich Olympia jetzt nicht live im TV sehen?
Doch. Zur Discovery-Gruppe gehört der in Deutschland frei empfangbare Sender Eurosport. Hier wird ein Großteil der Olympischen Wettbewerbe live zu sehen sein - diese Zugänglichkeit schreibt das IOC vor. Bei Winterspielen sind das 100 Stunden, bei Sommerspielen 200, die frei empfangbar sein müssen. Eurosport will diese Vorgaben nach eigener Aussage sogar übertreffen, ein Teil der Übertragung findet demnach auf dem ebenfalls zu Discovery gehörenden Sender DMAX statt. Allerdings: Teile des olympischen Programms werden beim Bezahlsender Eurosport 2 oder über den Eurosport Player im Internet gezeigt.

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Was ist das?
"Das Programm, das aus Deutschland heraus entwickelt und produziert wird, stellt die nationalen Sportgrößen in den Fokus und setzt den Schwerpunkt auf die packenden Geschichten der Athleten, die die deutschen Fans am meisten interessieren", hieß es in einer Pressemitteilung. Eurosport-Geschäftsführer Peter Hutton kündigte "erhebliche Investitionen" an.
Kommt diese Entscheidung überraschend?
Sie war zumindest abzusehen. Die Verhandlungen zwischen ARD und ZDF und Discovery gestalteten sich in den vergangenen Monaten schwierig. Kein Wunder also, dass die umfangreiche Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen über die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (mehr als 300 Stunden) vom ARD-Teamchef Gerd Gottlob von einer kämpferischen Aussage begleitet war: "Wir reisen mit der klaren Haltung nach Rio, dort zu zeigen, was wir können und draufhaben." In den vergangenen Jahrzehnten hatten ARD und ZDF die Übertragungsrechte an zahlreichen Sport-Highlights zeitweilig oder endgültig verloren - vom Bundesligafußball über die Formel 1 bis zum Boxen. Die Olympia-Rechte hatten sie jedoch immer behalten. Diese Ära geht nun zu Ende.
Welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf den deutschen Spitzensport?
Vermutlich große - und die sind nicht unbedingt gut: Durch den Wegfall der ARD- und ZDF-Liveübertragungen erfahren die Olympischen Spiele in Deutschland zwangsläufig weniger Aufmerksamkeit. Diese zieht das Nachlassen des Sponsoreninteresses nach sich, das hat dann wiederum weniger Geld für die Verbände zur Folge. Diese Bedrohung ruft natürlich Ängste beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hervor.

DOSB-Vertreter wandten sich nach Informationen des "manager magazin" während der Verhandlungen an den deutschen IOC-Präsident Thomas Bach, damit dieser Druck auf Discovery mache. Doch Bach lehnte ab, schließlich spielt ihm das Vorgehen des US-Konzerns in die Karten. Er bastelt an seinem Olympia-TV-Kanal, der olympische Sportarten "24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr - auf allen Plattformen" zeigt. Eurosport könnte da ein willkommener Partner sein.

DOSB-Chef Alfons Hörmann bedauert den Ausgang der Verhandlungen, er gehe jedoch davon aus, "dass das Premiumprodukt Olympische Spiele und die Leistungen der deutschen Athleten auch in Zukunft bei Eurosport medial in gewohnter Professionalität, Reichweite und Sendezeit präsentiert werden".
Ganz aufgegeben haben ARD und ZDF die Hoffnung noch nicht. "Sollte Discovery seine Entscheidung nochmals überdenken und auf unser Angebot zurückkommen wollen, sind wir jederzeit bereit, die Gespräche fortzusetzen", sagt ZDF-Intendant Thomas Bellut.
Mit Material von sid und dpa
Quelle: s.o.

Kommentar:

Zitat
Die Verhandlungen zwischen dem US-amerikanischen Medienkonzern Discovery Communications, der Mutter des Sportsenders Eurosport, und den deutschen TV-Sendern ARD und ZDF über die Zweitrechte für Olympia-Livebilder sind gescheitert. Die Konsequenz: Die vier Olympischen Spiele zwischen den Jahren 2018 und 2024 werden nicht live in den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen sein.



So ist's richig. Die Öffentlich-Rechtlichen sollten Nachrichten bringen und ansonsten wesentlich billiger sein.
Krimis und Sportübertragungen dienen bei ihnen lediglich zur Erhöhung der Einschaltquote und damit der Daseinsberechtigung bei überfülltem großkopferten Personal.
Ihre Aufgabe ist die Berichterstattung im weitesten Sinne (und die bitte korrekt recherchiert). Also Ausschnitte von Sportsendungen.
Alles andere machen Sportsender und für Krimis haben wir Unterhaltungssender.
Was ärgere ich mich oftmals, wenn drei Sender gleichzeitig zur gleichen Zeit einen Krimi anbieten und davon zwei Sender öffentlich-rechtlich sind !
Reiner Kampf um Einschaltquoten!


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#4

Dabei sein ist nicht alles Olympia ohne ARD und ZDF

in Aus der Welt der Wissenschaft 29.11.2016 12:48
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Olympia ohne ARD und ZDF
Dabei sein ist nicht alles
Olympia ohne ARD und ZDF, na und? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss sich auf seinen Auftrag besinnen und darf Wettbewerbern nicht das Wasser abgraben.
28.11.2016, von Reinhard Müller
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Dabei sein ist alles. Das ist zwar kein antikes olympisches Motto (auch damals zählte vor allem der Sieg), aber es ist der traditionelle Anspruch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Oder besser: Was ARD und ZDF nicht übertragen, findet eigentlich nicht statt. Die Anstalten fassen ihren Auftrag breit wie das olympische Programm. Ob es um Krönungszeremonien lustiger Monarchien oder um König Fußball geht – stets wird sogleich ein gemeinsames Bataillon beider Sender auf dem Luftweg verlegt. Da kann sich die Bundeswehr mit ihren in die Jahre gekommenen Transportkapazitäten eine Scheibe abschneiden.

Autor: Reinhard Müller, In der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“ und für „Staat und Recht“.
Folgen:

Nun also der Schock: Olympia findet von 2018 bis 2024 nicht im „Ersten“ oder „Zweiten“ statt, sondern in einem privaten Spartensender. Die Begründung ist löblich: Mehr als die von ARD und ZDF gebotenen sage und schreibe hundert Millionen Euro seien nicht zu verantworten. In der Tat haben die Sender eine Verantwortung gegenüber den Gebührenzahlern. Jeder Haushalt in Deutschland leistet eine Abgabe – aber wofür?


Eigentlich für eine Grundversorgung, zu der man gern auch Fußball und Olympia zählen kann. Aber wenn über diese Großereignisse auch von Privaten im wesentlichen frei berichtet wird, dann gibt es keinen Grund für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dafür Hunderte Millionen Euro auszugeben. Dass in ARD und ZDF exzellente journalistische Arbeit geleistet wird, ist offensichtlich; aber offensichtlich sind auch das Fehlen von Transparenz der Anstalten und Grenzüberschreitungen, die nicht dem Auftrag der Sender entsprechen.

Gerade in Zeiten, in denen Medien und Demokratie in einer schweren Krise stecken, spricht einiges für ein duales System aus öffentlichen und privaten Medien – aber alles gegen ein übermächtiges staatliches Konglomerat
, das insbesondere im Internet den Wettbewerbern mit seinen Gebührenmilliarden das Wasser abgräbt.


Wenn nun der Deutsche Olympische Sportbund bedauert, dass ARD und ZDF das Nachsehen haben, dann zeigt auch das: Die Zeit ist reif für einen Wechsel. Erbhöfe gibt es nicht. Der Zuschauer wird sich ein Bild machen; ganz im Sinne der „Demokratie-Abgabe“, wie die Zwangsgebühr von den Öffentlich-Rechtlichen gern genannt wird. Zur Volksherrschaft gehört Wettbewerb. Und, dass das Volk überhaupt gefragt wird.

Quelle: F.A.Z.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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