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#1

Die neoliberale Invasion

in Aus der Welt der Wissenschaft 17.12.2016 16:47
von franzpeter | 9.167 Beiträge

Sebastian Müller

Der Anbruch des Neoliberalismus

Westdeutschlands wirtschaftspolitischer Wandel in den 1970er-Jahren

ISBN: 978-3-85371-416-4

Kategorie: Edition Kritische Forschung.

Promedia 2016. 200 S.
Eur 20,00. ISBN: 978-3-85371-416-4

http://mediashop.at/buecher/der-anbruch-des-neoliberalismus/
<http://mediashop.at/buecher/der-anbruch-des-neoliberalismus/>

Sebastian Müller schildert die Geschichte einer Konterrevolution, die für den
Großteil der deutschen Bundesbürger unbemerkt vonstattenging: Es ist die Rede
vom Aufstieg des Neoliberalismus im Westdeutschland der 1970er-Jahre.

Dieser ökonomische Umbruch, vom Liberalen Ralf Dahrendorf 1983 als "Ende des
sozialdemokratischen Jahrhunderts" beschrieben, blieb den meisten Zeitgenossen
verborgen. Erst ab den 2000er-Jahren wurden die Konsequenzen unmittelbar
deutlich und wirken bis heute nach.

Die Wurzeln des kontroversen und mystifizierten Kampfbegriffes "Neoliberalismus"
reichen weit in die 1940er-Jahre zurück. Aus Sicht seiner geistigen Väter war
die Welt seit dem "New Deal" Roosevelts
<https://de.wikipedia.org/wiki/New_Deal> aus den Fugen geraten.
In der Nachkriegszeit hatten sich keynesianistische Wohlfahrtstaaten etabliert,
ein Teil der Welt war realsozialistisch geprägt und in Westeuropa erstarkte
nicht nur die Sozialdemokratie, sondern im Zuge der 1968er-Bewegungen auch der
Neomarxismus.

Mit der ersten Ölpreiskrise 1973 sollte sich das Blatt wenden. Eine nach
wirtschaftstheoretischer und gesellschaftspolitischer Vorherrschaft strebende
Ideologie erhielt ihr realpolitisches Antlitz, international geprägt durch die
radikalen "Reformen" der Ära ReaganThatcher.

Vor diesem Hintergrund blickt Sebastian Müller auf die bislang wenig
untersuchten Entwicklungen in der BRD.

Der Autor widmet sich der Frage, warum der Keynesianismus und mit ihm eine
sozialliberale Wirtschaftspolitik an Boden verlor. Er spürt den Gründen nach,
die in den 1990er-Jahren zu einem Konsens führten, wonach ein ökonomisches
Modell aus Planung, Nachfragesteuerung und Wohlfahrtsstaat nicht mehr
zeitgemäß sei.

Müller widerspricht dieser Darstellung und zeigt, wie sie einem neoliberalen
Verständnis politischer Ökonomie entnommen ist, das keine alternativen
Deutungen zulässt. Er hält dem Abgesang auf einen sozialen und regulierten
Kapitalismus ein differenziertes Bild entgegen, das für die Analyse der
jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise eine bedeutende Rolle spielt.


Der Autor

Sebastian Müller, geboren 1980 in Darmstadt, studierte Geschichte,
Politikwissenschaft und Germanistik an der TU Darmstadt. Als freier Autor und
Blogger beschäftigt er sich insbesondere mit den Wechselwirkungen von Ökonomie
und Gesellschaft sowie Wirtschaftsgeschichte. Seit 2009 betreibt er den
Mehrautorenblog "le Bohémien <https://le-bohemien.net/> "
(le-bohemien.net).


NDS 16. Dezember 2016

Die neoliberale Invasion



Wieso ist der Neoliberalismus
<http://www.nachdenkseiten.de/?p=30286> seit fast 50 Jahren so
wirkmächtig? Eine mögliche Antwort auf diese Frage hat Edward L. Bernays
bereits vor fast einem Jahrhundert formuliert
<https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda_%28Buch%29> :

"Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und
Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer
Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die
gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem
Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben.
Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken. Doch das
ist nicht überraschend, dieser Zustand ist nur eine logische Folge der Struktur
unserer Demokratie."


Lässt sich mit dieser Sicht aus der Perspektive der PR die Wirkweise des
Neoliberalismus und seines Netzwerkes erklären? Welche Ziele hat der
Neoliberalismus, wer unterstützt ihn und wie wurde die politische Landschaft
geprägt?

Zu diesen Fragen sprach Jens Wernicke mit Sebastian Müller, Herausgeber des
Mehrautorenblogs le Bohémien <https://le-bohemien.net/> , der die
neoliberale Invasion seit Langem kritisch begleitet und analytisch seziert.
<https://le-bohemien.net/>


Jens Wernicke: Herr Müller, gerade erschien Ihr Buch "Der Anbruch des
Neoliberalismus. Westdeutschlands wirtschaftspolitischer Wandel in den
1970er-Jahren", mit dem Sie die Ursprünge einer inzwischen hegemonialen
Gesellschaftsideologie beleuchten. Warum dieses Buch? Was ist Ihre Intention?

Sebastian Müller: Die Idee zu diesem Buch entstand damals im Rahmen meiner
Magisterarbeit. Dort setzte ich mich mit der Geschichte des Neoliberalismus, die
mich seit den Agenda-Reformen durch Rot-Grün ohnehin schon immer interessierte,
intensiv auseinander.

Meine Motivation war es, zu verstehen, wie und warum es passieren konnte, dass
eine sozialdemokratische Partei sich derart selbst verrät. Mich interessierten
die Ursprünge des Ganzen.


Da ich mich insbesondere auf die Entwicklungen in der BRD der 1970er Jahre
fokussierte, fiel mir auf, wie vergleichsweise wenig hierzulande die sogenannte
neoliberale "Konterrevolution", gemessen am angelsächsischen Raum, beleuchtet
ist. Das ist aber relevant, um etwa die dogmatische Wirtschaftspolitik
Deutschlands, gerade in Hinblick auf die Eurokrise, begreifen zu können.


weiterlesen auf:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=36299#more-36299


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 17.12.2016 16:49 | nach oben springen


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