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#1

Streit um Exportüberschuss

in Aus der Welt der Wissenschaft 07.03.2017 13:27
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Streit um Exportüberschuss
Deutschland lehnt Vorschlag von Trump-Berater ab
Die hohen Ausfuhren Deutschlands stören einige Mitglieder der Regierung Trumps. Das Ansinnen eines wichtigen Handelsberaters wies das Wirtschaftsministerium in Berlin nun zurück.
07.03.2017


Der Ökonom Peter Navarro leitet ein neu geschaffenes Gremium im Weißen Haus, das sich mit Handelsfragen beschäftigen soll.
Die Bundesregierung lehnt den amerikanischen Vorschlag nach einer bilateralen Lösung für den großen deutschen Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten ab. „Die Handelspolitik liegt in der Zuständigkeit der Europäischen Union“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums an diesem Dienstag.

Überschüsse in der Leistungsbilanz ließen sich auch nicht wirtschaftspolitisch steuern, sondern seien „Ergebnis von marktbestimmten Angebots- und Nachfrage-Entwicklungen“ und „Ausdruck der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.“ Maßnahmen wie der gesetzliche Mindestlohn und höhere Investitionen dürften zu einem nachhaltigen Abbau der Überschüsse beitragen.


Peter Navarro, ein wichtiger Wirtschaftsberater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, hatte den deutschen Handelsüberschuss am Montag als „ernste Sache“ bezeichnet. Er sei eines der schwierigsten Probleme im Handel, mit denen sein Land konfrontiert sei.

„Ich denke, es wäre nützlich, mit Deutschland offen über Wege zu sprechen, wie wir diese Überschüsse reduzieren können, und zwar außerhalb der Grenzen und Beschränkungen, die die Deutschen für sich geltend machen.“ Die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten übertrafen im vergangenen Jahr 2016 die Einführung von dort um 49 Milliarden Euro. Nur im Handel mit Großbritannien ist der deutsche Überschuss noch größer. Hier beträgt er ungefähr 50 Milliarden Euro.

Quelle: ala./Reuters

Anmerkung:

Zitat
„Ich denke, es wäre nützlich, mit Deutschland offen über Wege zu sprechen, wie wir diese Überschüsse reduzieren können, und zwar außerhalb der Grenzen und Beschränkungen, die die Deutschen für sich geltend machen.“


Das Schlitzohr!


Unter Nettoexporten (NX) bzw. Außenbeitrag (engl.: net exports) versteht man die Differenz zwischen Exporten bzw. Ausfuhren und Importen bzw. Einfuhren einer Volkswirtschaft. Dabei wird gemäß Statistischem Bundesamt unter Ausfuhr beziehungsweise Export der Verkauf von Waren und Dienstleistungen an Abnehmer mit Wohnsitz im Ausland bezeichnet.

Ein anhaltender Exportüberschuss führt also zu einem Anstieg der Forderungen an das Ausland bzw. des Auslandsvermögens, wenn auch nicht notwendigerweise im Verhältnis zum BIP.

Die starke Exportorientierung hat für die deutsche Volkswirtschaft auch Nachteile:
Deutschland ist besonders anfällig für Konjunkturschwankungen.

Die Erzielung von dauerhaften Leistungsbilanzüberschüssen (= die deutsche Wirtschaft exportiert mehr Waren und Dienstleistungen an das Ausland als sie vom Ausland importiert) hat für die deutsche Wirtschaft folgende Nachteile:
In einer Volkswirtschaft die dauerhaft mehr produziert als konsumiert leben die Menschen ökonomisch eingeschränkter als sie müssten, „sie leben unter ihrem Niveau“.
Permanente Exportüberschüsse stellen sich in der Kapitalbilanz als permanenten Kapitalexport dar. Diese Kapitalexporte kommen den „Konkurrenzvolkswirtschaften“ in Form von Krediten oder Direktinvestitionen zugute. Die deutsche Volkswirtschaft fördert so ihre ausländische Konkurrenz, während für die deutsche Volkswirtschaft die Investitionsmittel verloren gehen.

Beispielsweise sieht Hans-Werner Sinn die deutsche Exportorientierung als überholt an. Die alte Strategie, Maschinen gegen Lehman-Brothers-Zertifikate zu verkaufen, habe nicht funktioniert. Auch der amerikanische Ökonom Adam Posen ist der Ansicht, dass eine ausgewogenere Struktur mehr Wohlfahrtsgewinne bringe als eine reine Exportorientierung.[5] Nach Ansicht von Marcel Fratzscher ist eine starke Exportorientierung nicht per se schlecht, so wie sie in Deutschland seit dem Jahr 2000 betrieben wird, funktioniere sie aber nicht gut. Das Potential einer Volkswirtschaft, Wirtschaftswachstum und Wohlstand zu erzeugen, hängt eng mit dem Produktivitätszuwachs zusammen, der wiederum stark mit der Investitionsquote zusammenhängt. Weil Deutschland seit 2000 eine sinkende Investitionsquote aufweist (2014 betrug sie 17 %, so gering wie in kaum einem anderen Industrieland), war das Wirtschaftswachstum und das Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens in Deutschland sehr gering und wird bis auf weiteres auch sehr gering bleiben. Statt zu investieren sparen die Deutschen sehr viel und recht schlecht. Seit 2000 ist deutsches Vermögen in Höhe von 15 % der jährlichen Wirtschaftsleistung im Ausland verloren gegangen. wikipedia


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 07.03.2017 13:36 | nach oben springen

#2

Außenhandelsdefizit Amerikas so hoch wie seit Jahren nicht

in Aus der Welt der Wissenschaft 07.03.2017 17:51
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Mehr Importe als Exporte
Außenhandelsdefizit Amerikas so hoch wie seit Jahren nicht
Das dürfte Trump nicht gefallen: 48,5 Milliarden Dollar haben Amerika im Januar für eine ausgeglichene Handelsbilanz gefehlt. So hoch war der Wert seit März 2012 nicht mehr.
07.03.2017

Ein Großteil des Welthandels findet über Container-Schiffe statt. Hier zu sehen der Hafen in Oakland, Kalifornien.



Mit Amtsantritt von Donald Trump hat sich das Handelsdefizit des Landes so stark ausgeweitet wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Die Differenz von Exporten und Importen lag im Januar bei 48,5 (Dezember: 44,3) Milliarden Dollar, wie das amerikanische Handelsministerium am Dienstag mitteilte. Experten hatten genau mit diesem Wert gerechnet. Grund für die Entwicklung war, dass die Importe mit 2,3 Prozent stärker zulegten als die Exporte mit 0,6 Prozent. Dies hängt auch mit dem höheren Ölpreis zusammen, der die Importe verteuert. Die Ein- und Ausfuhren kletterten jeweils auf den höchsten Stand seit Dezember 2014.
Trump hat Importzölle auf Waren bestimmter Handelspartner angedroht und angekündigt, aus verschiedenen Freihandelsabkommen auszusteigen. Das größte Außenhandelsdefizit von 31 Milliarden Dollar haben die Vereinigten Staaten im Geschäft mit China. Dieses Minus vergrößerte sich im Januar um etwa 13 Prozent. Das Defizit mit Deutschland fiel um acht Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Die Vereinigten Staaten waren 2016 der größte Absatzmarkt für Produkte „Made in Germany“.

Der Wirtschaftsberater von Trump, Peter Navarro, hatte den deutschen Handelsüberschuss am Montag als „ernste Sache“ bezeichnet. Er sei eines der schwierigsten Probleme im Handel, mit denen sein Land konfrontiert sei. „Ich denke, es wäre nützlich, mit Deutschland offen über Wege zu sprechen, wie wir diese Überschüsse reduzieren können, und zwar außerhalb der Grenzen und Beschränkungen, die die Deutschen für sich geltend machen.“ Die Bundesregierung lehnt Vorschläge nach einer bilateralen Lösung allerdings ab. „Die Handelspolitik liegt in der Zuständigkeit der Europäischen Union“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums zu Reuters.


Quelle: jufr./Reuters
Quelle: FAZ


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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