GKR-Forum

a_6.jpg a_6.jpg

#1

Deutsche Nachrichtendienste sprechen Russland von Einmischung frei

in Aus der Welt der Wissenschaft 13.03.2017 22:03
von franzpeter | 9.008 Beiträge

German Intel Clears Russia on Interference

Exclusive: Mainstream U.S. media only wants stories of Russian perfidy, so when
German intelligence cleared Moscow of suspected subversion of German democracy,
the silence was deafening, says ex-CIA analyst Ray McGovern.

Quellen:

https://consortiumnews.com/2017/02/15/ge...n-interference/
<https://consortiumnews.com/2017/02/15/german-intel-clears-russia-on-interference/>


http://www.sueddeutsche.de/politik/gehei...utins-1.3365839
<http://www.sueddeutsche.de/politik/geheimdienste-bnd-keine-beweise-fuer-desinformations-kampagne-putins-1.3365839>



NDS 13. März 2017

Deutsche Nachrichtendienste sprechen Russland von Einmischung frei

Exklusiv: US-amerikanische Massenmedien sind nur an Geschichten über russische
Niedertracht interessiert. Als deutsche Nachrichtendienste Russland vom Verdacht
der Unterwanderung der deutschen Demokratie freisprachen, herrschte daher
eisiges Schweigen, sagt der frühere CIA-Analyst Ray McGovern.

Von Ray McGovern

Der Artikel wurde im englischen Original auf Consortiumnews veröffentlicht. Die
deutsche Übersetzung enthält geringfügige Änderungen gegenüber dem
Original.

Nach einer mehrere Monate andauernden, politisch aufgeladenen Untersuchung
konnten die deutschen Nachrichtendienste keine schlüssigen Beweise dafür
finden, dass Moskau Cyberangriffe oder eine Desinformationskampagne mit dem Ziel
geführt habe, den demokratischen Prozess in Deutschland zu unterwandern.


Davon unbeeindruckt, gab Kanzlerin Angela Merkel eine neue Untersuchung in
Auftrag.

Im letzten Jahr führten die beiden wichtigsten deutschen Nachrichtendienste,
der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV)
- die Pendants zu CIA und FBI - gemeinsame Ermittlungen durch, um Behauptungen
zu belegen, dass Russland sich in die deutsche Politik einmische und versuche,
das Ergebnis der Bundestagswahl im September diesen Jahres zu beeinflussen.

Wie die große Mehrheit der Amerikaner wurden die meisten Deutschen durch die
"Mainstream-Medien" schlecht informiert und dazu gebracht zu glauben, dass der
Kreml über Hacking und "Propaganda" in die jüngsten US-Wahlen eingegriffen und
Donald Trump geholfen habe, Präsident zu werden.



Die deutschen Nachrichtendienste beißen selten die Hand, die sie füttert, und
verstehen, dass der am besten gefüllte Teil des Futtertrogs der CIA-Stützpunkt
in Berlin ist, wobei die grundsätzliche Führung beim CIA-Hauptsitz in Langley,
Virginia liegt.


Diesmal beschlossen die Analysten im BND und im BfV jedoch, anders als sonst
üblich, wie verantwortungsbewusste Erwachsene zu handeln.



Während der ehemalige CIA-Direktor John Brennan seine Analysten dazu brachte,
auf eine dünne, schwach belegte Argumentation zurückzugreifen und
"einzuschätzen", dass Russland versucht habe, die amerikanischen Wahlen zu
Donald Trumps Gunsten zu beeinflussen, kamen die Nachrichtendienste in Berlin zu
dem Schluss, dass Beweise dafür fehlten. Sie haben ihre Untersuchungen nun
abgeschlossen.


Außerdem wurde sogar über die Schlussfolgerungen in der Süddeutschen Zeitung,
die zum deutschen Mainstream gehört, berichtet
<http://www.sueddeutsche.de/politik/geheimdienste-bnd-keine-beweise-fuer-desinformations-kampagne-putins-1.3365839>
<http://www.sueddeutsche.de/politik/geheimdienste-bnd-keine-beweise-fuer-desinformations-kampagne-putins-1.3365839>
- offenbar weil ein patriotischer Insider meinte, dass die Bevölkerung
Deutschlands ebenfalls davon erfahren solle.



Nicht mehr länger Lemminge?

Wenn BND-Präsident Bruno Kahl gedacht haben sollte, er könne sich darauf
verlassen, dass seine eigenen Analysten ihren amerikanischen Kollegen wie die
Lemminge folgen und Beweise à la Curveball finden würden, um die
amerikanischen Behauptungen zu stützen, dann war das jetzt ein böses Erwachen.


Als die gemeinsame Untersuchung noch lief und seine Analysten ihr Bestes taten,
um verlässliche Beweise für die Niedertracht der Russen zu finden, hatte Kahl
sich wie seine BND-Vorgänger verhalten und die Vorwürfe seines Amtskollegen bei
der CIA nachgeplappert,
Russland verbreite Unsicherheit und Instabilität in
Deutschland und anderswo in Europa.


In einem seltenen Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 28. November 2016
wähnte er sich wahrscheinlich auf festem Terrain, als er die subversiven
"Störversuche" der Russen rügte. Er war erst ein paar Monate im Amt und
vielleicht naiv genug zu denken, dass es sich bei den Aussagen von John Brennan
um die reine Wahrheit handelte (wenn er wirklich so leichtgläubig ist, hat Kahl
den falschen Job
.)

In dem Interview spielte Kahl die Marionette Charlie McCarthy, Brennan die Rolle
von Charlies Bauchredner Edgar Bergen. Kahl erzählte der Süddeutschen, dass er
mit der "Einschätzung" des amerikanischen Nachrichtendiensts übereinstimme, der
Kreml stecke hinter den Cyberangriffen, mit denen die amerikanischen Wahlen
beeinflusst werden sollten.

Er fügte hinzu: "Auch wir haben Erkenntnisse, dass Cyber-Angriffe stattfinden,
die keinen anderen Sinn haben, als politische Verunsicherung hervorzurufen.
(...) Nicht nur [mit dem Ziel, den Ausgang der Wahl zu beeinflussen]. Die Täter
haben ein Interesse, den demokratischen Prozess als solchen zu delegitimieren.
(…) Ich habe den Eindruck, dass der amerikanische Wahlausgang in Russland
bisher keine Trauer hervorruft."

"Europa ist im Fokus dieser Störversuche, und Deutschland ganz besonders. (...)
Hier wird eine Art von Druck auf den öffentlichen Diskurs und auf die
Demokratie ausgeübt, der nicht hinnehmbar ist." Kommt Ihnen das bekannt vor?

Man könnte den neuen BND-Präsidenten noch immer damit entschuldigen, dass er
davon ausging, seine Analysten würden sich an ihren Brötchengeber erinnern und
wie in der Vergangenheit zu den von ihren Herren in Berlin und bei der CIA
gewünschten Schlussfolgerungen kommen.

Daher muss es eine unliebsame Überraschung für Kahl gewesen sein, als er
herausfand, dass die Analysten des BND diesmal auf ihren Prinzipien beharren und
sich weigern würden, so gefügig wie ihre Kollegen in Washington zu sein. Seine
Analysten konnten keine Beweise dafür finden, dass der Kreml hart daran
arbeitet, den demokratischen Prozess in Deutschland zu delegitimieren, und taten
dies auch kund.

Noch schlimmer aus US-amerikanischer Sicht war, dass die beiden deutschen
Nachrichtendienste dem üblichen Druck einiger Führungskräfte in Berlin
(vielleicht sogar von Kahl selbst) standhielten, alle noch so unverfänglichen
Informationen, die sie finden konnten, zu dem antirussischen Mosaik
zusammenzufügen, das Washington konstruierte, eine Art kubistischer Version
einer verzerrten Realität.


Daher: zurück an die Arbeit

Was tun mächtige Beamte, wenn die Verwaltung zu „unrichtigen
Schlussfolgerungen kommt? Sie schicken die Analysten und Ermittler zurück an die
Arbeit, bis sie mit den „richtigen Antworten ankommen. Auch diesmal gab es
keine Ausnahme. Da es an Beweisen für ein vom Kreml geleitetes Hacking mangelte,
entschlossen sich die Deutschen nun für einen Ansatz, mit dem Informationen
leichter frisiert werden können.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung hat Kanzlerin Merkel nun neue
Ermittlungen einleiten lassen. Insbesondere wird eine gemeinsame "psychologische
Operationsgruppe" von BND und BfV sich speziell mit der Berichterstattung der
russischen Nachrichtenagenturen in Deutschland befassen.

Man kann davon ausgehen, dass alle Artikel, die Wladimir Putin nicht als Teufel
portraitieren, als "russische Propaganda" verurteilt werden.

Als Anleitung könnte Merkel den neuen "Ermittlern" gut ein Exemplar der
beweislosen "Einschätzung: Russlands Kampagne zur Beeinflussung der
amerikanischen Präsidentschaftswahl 2016" von CIA, FBI und NSA in die Hand
drücken.

Der am 6. Januar veröffentlichte Bericht war eine Schande und Peinlichkeit für
seriöse Nachrichtendienstler. Die vorgelegten dürftigen "Beweise" füllten
zusammen mit allen "Einschätzungen", in denen die amerikanischen Analysten
schwelgten, nicht einmal fünf Seiten, es wurde Füllstoff benötigt - und zwar
vorzugsweise Füllstoff, den man wie eine Analyse aussehen lassen konnte.

Und so wurden der CIA/FBI/NSA-Einschätzung sieben weitere Seiten hinzugefügt,
wenngleich die darin enthaltenen Informationen nichts mit dem berühmten
russischen Hacking-Fall zu tun hatten. Kein Problem, denn die zusätzlichen
sieben Seiten trugen den ominösen Titel: "Anhang A: Russland - Kreml-Fernsehen
versucht, die Politik zu beeinflussen und Unzufriedenheit in den USA zu säen".


Die Extraseiten wurden wiederum dazu genutzt, die folgende Anklage zu begründen:
„Russlands staatliche Propagandamaschine hat zur Beeinflussungskampagne
beigetragen, indem sie als Plattform für Botschaften des Kreml an das russische
und internationale Publikum diente.


Ließ ein Insider Informationen durchsickern?

Es ist nicht klar, wie die Süddeutsche Zeitung an die Schlussfolgerungen der
gemeinsamen Untersuchung kam, oder ob sie sogar im Besitz einer vollständigen
Kopie des 50 Seiten langen Abschlussberichts ist. Die Zeitung machte jedoch
deutlich, dass sie jetzt erkannt hat, dass Kahl sie mit seinen nicht belegten
Anschuldigungen vom vergangenen November ausgespielt hat.

Nach dem, was der Zeitung berichtet wurde, scheinen die Analysten bereit gewesen
zu sein, ihrem Chef das zu liefern, was er schon zu seiner gewünschten
Schlussfolgerung erklärt hatte, aber es gab einfach keine Beweise dafür. In
dem Artikel wird ein Sicherheitsexperte zitiert, der sagte: "Wir hätten gerne
die gelbe Karte gezogen." Aus dem Kabinett wurde beklagt: "Wir haben keine
Smoking Gun gefunden."

Wie die Süddeutsche berichtete, planten BND und BfV ursprünglich, Auszüge aus
ihrer noch immer als vertraulich eingestuften Untersuchung zu veröffentlichen.
Nun ist jedoch nicht klar, wann und ob der ganze Bericht überhaupt freigegeben
wird.

Am Tag nach der Veröffentlichung des Artikels in der Süddeutschen berichteten
einige andere Zeitungen darüber - und zwar kurz. Newsweek und Politico widmeten
dem Knüller jeweils ganze drei Sätze.

Da sie nicht zur bevorzugten Russland ist an allem schuld-Erzählung passte,
geriet die Meldung schnell in Vergessenheit. Ich habe keine einzige Erwähnung
der Geschichte in den größeren US-amerikanischen Mainstream-Medien finden
können.


Wenn die Amerikaner Kenntnis von der Geschichte erhalten haben sollten, dann
wahrscheinlich über RT - das schwarze Schaf des oben erwähnten
CIA/FBI/NSA-Berichts, der die russische "Propaganda" verurteilte. Kann noch
deutlicher werden, weshalb RT America und RT International von der
amerikanischen Regierung und den Mainstream-Medien verachtet werden?

Vielen Amerikanern wird langsam bewusst, dass sie sich nicht darauf verlassen
können, vom amerikanischen Netz- und Kabelfernsehen korrekte Nachrichten zu
erhalten, und sie wenden sich an RT, um zumindest etwas über die andere Seite
dieser wichtigen Meldungen zu erfahren.

Von dem Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 7. Februar über Deutschlands
gescheiterte Jagd nach Beweisen für eine Einmischung Russlands in den Wahlkampf
erfuhr ich durch einen Anruf am frühen Morgen von RT International.


Ray McGovern arbeitet bei Tell the Word, dem Verlag der ökumenischen Church of
the Saviour in der Innenstadt Washingtons. In seinen dreißig Jahren als
CIA-Analyst war McGovern Ende der siebziger Jahre der ranghöchste Vertreter des
CIA gegenüber der Analyseabteilung des BND.

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=37371
<http://www.nachdenkseiten.de/?p=37371>




http://www.harmbengen.de/Zeitungscartoons.html
<http://www.harmbengen.de/Zeitungscartoons.html>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 5 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Susecumm
Forum Statistiken
Das Forum hat 2871 Themen und 13271 Beiträge.

Heute waren 0 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 71 Benutzer (12.03.2015 19:47).

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de