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Diese Aufnahme ist beunruhigend

in Aus der Welt der Wissenschaft 23.03.2017 20:07
von franzpeter | 9.685 Beiträge

Diese Aufnahme ist beunruhigend

Was sich unter der sibirischen Erde abspielt, klingt gefährlich. Rund 7000 Methan-Blasen wabern unter der Oberfläche und könnten in einer Kettenreaktion explodieren und die Landschaft gravierend verändern.
Unter der Erdoberfläche Sibiriens brodelt es. Jeden Moment könnte es zu einer Explosion kommen. Bizarre Gasblasen verschieben die Oberfläche des Bodens in alle Richtungen, sodass sich die Erde wie ein Wasserbett bewegt. Wie eine Gummifläche wabert der Boden auf und nieder und bäumt sich auf.


© Yamal Region/The Siberian Times Der Permafrost-Boden in Sibirien wölbt sich und bricht auf. Wenn sich darunter Methan-Blasen befinden, kann es zu Explosionen kommen

Schon im vergangenen Jahr gingen Bilder von der Insel Bely im Nordwesten Sibiriens um die Welt, die zeigten, wie Menschen versuchten, über die wackelige Erdoberfläche zu laufen. Die sibirischen Behörden hatten damals 15 unterirdische Methanblasen als Ursache für diese spektakulären Erdbewegungen ausgemacht.
Doch nun machten Forscher eine Entdeckung von deutlich größerem Ausmaß. Auf der südlich von Bely gelegenen Jamal-Halbinsel sowie der benachbarten Gydan-Halbinsel liegen mehr als 7000 solcher Gasblasen unter der Erde. Darüber berichtete zunächst die Zeitung "Siberian Times". Es handelt sich um Ansammlungen von Methan, die Hohlräume der Erde füllen. Wenn eine explodiert, könnte dies eine Kettenreaktion auslösen, durch die zunächst unterirdische Tunnel und dann Krater in der Erde entstehen.
Einerseits könnte eine solche Explosion Folgen für Menschen und Landschaft haben. Andererseits belastet Methan, das in die Atmosphäre gelangt, in großen Mengen das Klima.
Methan ist ein äußerst umweltschädliches Gas, das nach Einschätzung von Wissenschaftlern das Klima deutlich stärker beeinflusst als Kohlenstoffdioxid. Zwar gibt es derzeit deutlich mehr Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre als Methan, doch Letzteres hat gravierendere Folgen für das Klima. Ein Methanmolekül kann Hitze viel besser einschließen als Kohlendioxid und damit den Treibhauseffekt verstärken.
Dünner Boden trifft auf Methan
Doch die unterirdischen Methanblasen in Sibirien sind nach Ansicht von Wissenschaftlern nicht das eigentliche Problem. Es handle sich hier häufig um Gasvorräte, die sich über viele Millionen Jahre natürlicherweise unterhalb der Erdoberfläche gebildet hätten, erklärt Torsten Sachs, Atmosphärenforscher und Professor am Helmholtz-Zentrum in Potsdam, im Gespräch mit der "Welt". Erst wenn die darüberliegende Bodenschicht zu dünn werde, bestehe die Gefahr, dass sie explodierten. Die Kombination von flach unter der Erde liegenden Methankammern unter dünnem Permafrostboden ist also das Problem.
Methan spielt wiederum auch für die Erdoberfläche eine Rolle. Der typische sibirische Permafrostboden enthält Gas, Laub und Überreste von Tieren. Wenn er auftaut und zersetzt wird, verarbeiten Mikroorganismen die organischen Substanzen. Dabei setzen sie Gase frei – wenn Sauerstoff im Spiel ist, entsteht Kohlendioxid, andernfalls Methan. Beides gerät ebenfalls in die Atmosphäre und trägt zur Klimaveränderung bei. Außerdem gefährdet es die Methanblasen im Boden: "Das Problem ist also die Schwächung des Permafrostdeckels", erklärt Sachs.

Es ist noch nicht abschließend geklärt, ob wetterbedingte Erwärmungen oder Klimaveränderungen dafür verantwortlich sind, dass der Permafrostboden taut. Doch ein erhöhter Methanausstoß führt dazu, dass das Klima noch stärker belastet wird und die Temperaturen weiter steigen.
Das Phänomen der wabernden Erdoberfläche und Krater zieht verschiedene Forschungsteams nach Sibirien, die dort Erkenntnisse für den Klimawandel gewinnen wollen. Denn es ist noch nicht geklärt, wie groß die einzelnen Blasen sind und wie wahrscheinlich eine Explosion durch schmelzenden Boden tatsächlich ist. Auch kann man nicht einschätzen, wie groß das Gesamtvolumen des Methans ist, das in die Atmosphäre gelangen könnte und welche Auswirkungen dies auf das Klima hätte.

Den sibirischen Behörden geht es zunächst darum, die Situation in den Griff zu bekommen und zu verhindern, dass durch Explosionen Menschen und Umgebung gefährdet werden.
Sie wollen eine Karte erstellen mit sogenannten Hotspots, kündigt Alexey Titovsky vom Wissenschaftsministeriums Jamal im Gespräch mit der "Siberian Times" an. "Als Erstes müssen wir herausfinden, welche Blasen gefährlich sind und welche nicht", erklärt Titovsky. Es gelte einzuschätzen, wie hoch der maximale Druck ist, der von einer Blase ausgeht – um damit einordnen zu können, ob die Erde diesem widerstehen kann.

Quelle: MSN


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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