GKR-Forum

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#1

Russland verlegt Kriegsgerät an die Grenze zu Nordkorea

in Aus der Welt der Wissenschaft 21.04.2017 17:56
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Warum verlegt Russland Kriegsgerät in den Osten des Landes?

Moskau verschiebt offenbar Truppen in den äußersten Südosten des Riesenreichs. Kremlsprecher Peskow hüllt sich in Schweigen. Ein Militärsprecher weist einen Zusammenhang mit der Entwicklung in Nordkorea zurück.

Russland verlegt Berichten zufolge möglicherweise Kriegsgerät an die Grenze zu Nordkorea. Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte dies am Freitag in Moskau weder bestätigen noch klar dementieren. Die Frage von Truppenverschiebungen innerhalb Russlands werde nicht öffentlich diskutiert, sagte er Agenturen zufolge.

Medien in Russlands Fernem Osten hatten mögliche Truppenverlegungen in den äußersten Südosten des Riesenreichs mit dem schwelenden Konflikt zwischen Nordkorea und den USA um neue Raketentests in Verbindung gebracht. Russland hat eine knapp 20 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit Nordkorea.
Im Internet war ein Video von einem Güterzug aufgetaucht, der gepanzerte Fahrzeuge transportierte. Ein Onlineportal im Gebiet Chabarowsk zitierte Anwohner, die in den vergangenen Tagen mehrere solcher Transporte beobachtet haben wollen.


Ein Militärsprecher wies einen Zusammenhang mit der Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel zurück. Es handle sich lediglich um eine reguläre, jährlich stattfindende Übung der Streitkräfte in der Region, sagte Sprecher Alexander Gordejew der Agentur Interfax. Dies habe nichts mit der politischen Lage zu tun, betonte er.

Nordkorea hatte am Sonntagmorgen eine ballistischeRakete zu Testzwecken abgeschossen. Nach Angaben der USA und Südkoreas explodierte die Rakete aber unmittelbar nach dem Start.
Entgegen mehrerer UN-Resolutionen treibt die kommunistische Führung in Pjöngjang das Atomprogramm des Landes voran und entwickelt Raketen, die nicht nur Südkorea und Japan, sondern auch die US-Küste erreichen können sollen. Nach Einschätzung von Experten bereitet das Land derzeit einen weiteren Atomtest vor, es wäre der sechste.
Quelle:msn


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

RE: Russland verlegt Kriegsgerät an die Grenze zu Nordkorea

in Aus der Welt der Wissenschaft 21.04.2017 18:42
von franzpeter | 9.008 Beiträge


US-Flugzeugträger USS Carl Vinson
Die „USS Carl Vinson“ ist offenbar bis heute nicht in Gewässer vor Korea aufgetaucht - die Ankunft ist laut US-Medien nun erst in der kommenden Woche geplant.

Wann sie wohl ankommt?


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#3

RE: Russland verlegt Kriegsgerät an die Grenze zu Nordkorea

in Aus der Welt der Wissenschaft 22.04.2017 12:36
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Mächtige Armada" wird in wenigen Tagen vor Nordkorea sein
1/25

DIE WELT
vor 4 Std.

US-Vizepräsident Mike Pence kündigte an, dass der Flugzeugträger "USS Carl Vinson" und seine Begleitschiffe doch noch diesen Monat vor der koreanischen Halbinsel eintreffen werden – und er schickte eine Warnung.

© Getty Images/Getty Images North America Der Flugzeugträger USS Carl Vinson ist auf dem Weg vor die Küste Koreas
Der US-Flugzeugträger "USS Carl Vinson" wird nach den Worten von US-Vizepräsident Mike Pence in wenigen Tagen in den Gewässern vor der koreanischen Halbinsel eintreffen. "Nach unserer Erwartung werden sie binnen Tagen im Japanischen Meer in Position sein, vor dem Ende des Monats", sagte Pence in Sydney.

Zuletzt hatte die US-Regierung für Verwirrung über die Entsendung des Verbandes um die "Vinson" gesorgt, die im Konflikt mit Nordkorea die Führung in Pjöngjang einschüchtern soll. Der Verband würde "innerhalb der nächsten 24 Stunden" Kurs auf die koreanische Halbinsel nehmen, hatte das Pentagon vor rund zwei Wochen erklärt. Doch am Dienstag war er dann noch Tausende Kilometer weit von seinem Ziel entfernt.

Das US-Verteidigungsministerium gab zu, dass sich der Flugzeugträger, den die US-Regierung vermeintlich bereits vor einer Woche zur koreanischen Halbinsel entsandt hatte, derzeit noch vor der Nordwestküste von Australien befinde.

Die "USS Carl Vinson" ist mit einem Kampfflugzeuggeschwader ausgerüstet und wird von zwei Lenkwaffenzerstörern und einem Kreuzer begleitet. Eine Aufnahme der US-Marine zeigt den Verband am vergangenen Wochenende vor der indonesischen Insel Java.
Trump sagte vor Wochen: "Wir schicken eine Armada. Sehr mächtig"
Der Verband werde sich "innerhalb der nächsten 24 Stunden" in Richtung der koreanischen Halbinsel in Bewegung setzen, sagte ein Pentagon-Mitarbeiter. Die US-Marine hatte hingegen schon zehn Tage zuvor angekündigt, sie schicke die "USS Carl Vinson" als abschreckende Maßnahme gegen Nordkorea in diese Richtung.
Nur zwei Tage nach der ersten Ankündigung, dass die "Vinson" in Richtung Nordkorea aufbreche, sagte Verteidigungsminister James Mattis, der Flugzeugträgerverband sei "auf seinem Weg hoch" zu der Halbinsel. Und US-Präsident Donald Trump erklärte am Tag darauf: "Wir schicken eine Armada. Sehr mächtig."
Diese Ankündigungen nährten weltweit die Sorgen, dass der Konflikt über das nordkoreanische Atomprogramm in eine militärische Konfrontation münden könnte. Die Regierung in Pjöngjang reagierte auf die US-Drohungen bislang unnachgiebig. Der nordkoreanische Vizebotschafter bei den UN sagte zu Wochenbeginn, sein Land sei bereit, auf "jegliche Art von Krieg" seitens der USA zu reagieren.
Pence schickte erneut Warnung an Pjöngjang
Pence warnte Pjöngjang am Samstag erneut: Die nordkoreanische Führung müsse wissen, dass die USA die "Ressourcen, das Personal und die Präsenz in dieser Weltregion hat", die eigenen Interessen und die Sicherheit ihrer Verbündeten zu wahren.
Nordkorea hatte am Sonntag wenige Stunden vor Beginn der Asien-Reise des US-Vizepräsidenten in Südkorea erneut eine Rakete abgeschossen, die nach Angaben der USA und Japans aber unmittelbar nach dem Start explodierte. Trotz internationaler Warnungen drohte Nordkorea mit weiteren Raketentests.
Der Konflikt über das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. Trump drohte mit einem Alleingang gegen Nordkorea, sollte China nicht Druck auf seinen Verbündeten ausüben.
Nordkorea hat seit 2006 nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. AFP/dma
Quelle: msn


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#4

Warum Nordkorea noch eine offene Rechnung mit den USA hat

in Aus der Welt der Wissenschaft 22.04.2017 13:27
von franzpeter | 9.008 Beiträge

http://quer-denken.tv/warum-nordkorea-no...it-den-usa-hat/

21. April 2017 Dies ist eine Filmdoku über eine fast vergessene und kaum bekannte Geschichte, die wir vielleicht in Ansätzen aus dem Geschichts-Unterricht kennen: Der Korea-Krieg. Das Video zeigt die Kriegsverbrechen der USA im Korea-Krieg 1950. Diese historischen Aufnahmen und Interviews sind kein nordkoreanisches Material, sondern wurden von Kameramännern der US-Streitkräfte aufgenommen. Ein Film von Jeremy Williams und einem amerikanisch-koreanischen Team.

Anmerkung
Wer ist gut und wer böse?
Wer gab Befehle?


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#5

Amerika stationiert Raketenabwehr in Südkorea

in Aus der Welt der Wissenschaft 26.04.2017 09:20
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Nordkorea-Konflikt
Amerika stationiert Raketenabwehr in Südkorea
Im Nordkorea-Konflikt hat Amerika mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems begonnen. Ein atomgetriebenes Raketen-U-Boot legte bereits in Südkorea an.
26.04.2017

Angesichts der wachsenden Spannungen im Konflikt mit Nordkorea demonstrieren die Vereinigten Staaten militärische Stärke. Das amerikanische Militär begann mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems in Südkorea. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, wurden am Mittwochmorgen (Ortszeit) die ersten Container mit Bauteilen des Systems Thaad (Terminal High Altitude Area Defense) auf ein Gelände in der Provinz Gyeongsang gebracht.

Ein Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums in Washington sagte auf dpa-Anfrage, die Vereinigten Staaten arbeiteten mit Südkorea zusammen, um die Aufstellung des „defensiven“ Thaad-Systems so schnell wie möglich abzuschließen. Der Einsatz des Systems diene dazu, Südkorea vor Bedrohungen durch nordkoreanische Raketen zu verteidigen.
Die Vereinigten Staaten hatten die geplante Stationierung des Thaad-Systems bereits angekündigt. Im März hatte das Kommando der Streitkräfte im Pazifik mitgeteilt, die ersten Elemente seien in Südkorea eingetroffen.


Amerika startet den Aufbau einer Raketenabwehr in Südkorea
Nach zwei Atomversuchen und etlichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr ist die Lage in der Region sehr angespannt. Südkorea und die Vereinigten Staaten gehen davon aus, dass die kommunistische Regierung in Pjöngjang derzeit einen weiteren Atomtest vorbereitet und abermals ballistische Raketen testet.

Das Thaad-System dient der Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen. Es zielt auf die Bedrohung durch Nordkorea. China sieht durch Thaad seine Sicherheitsinteressen bedroht, weil das weitreichende Frühwarnsystem auch Pekings Raketenpotenzial erfassen und seine Strategie beeinträchtigen könnte, Militärschläge gegen amerikanische Streitkräfte im Pazifik auszuführen.
Am Mittwoch will sich Amerikas Präsident Donald Trump in Washington mit Senatoren und wichtigen Ministern zum Thema Nordkorea beraten. An dem Treffen nehmen unter anderem Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis teil.
Trump hatte bereits mehrfach mit Alleingängen im Nordkorea-Konflikt gedroht, setzt aber auf eine Zusammenarbeit mit China. Er hat China wiederholt aufgefordert, seinen Einfluss auf Nordkorea geltend zu machen. Trump will China dafür auch in Handelsfragen entgegenkommen.

Die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hatte in einem Interview des Fernsehsenders NBC am Montag (Ortszeit) gewarnt, Washington könnte zu militärischen Aktionen greifen, sollte Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un von seinem Konfrontationskurs im Streit um das Atomprogramm des Landes nicht einlenken.


Bereits am Dienstag legte das atomgetriebene Raketen-U-Boot „USS Michigan“ in der südkoreanischen Küstenstadt Busan an, während Nordkorea offiziell den 85. Gründungstag der Streitkräfte mit massiven Schießübungen beging und mit „atomaren Erstschlägen“ drohte.
Auch die südkoreanischen und amerikanischen Seestreitkräfte hielten gemeinsam Schießübungen ab.


Das Einlaufen der „USS Michigan“ in Busan bezeichnete die amerikanische Marine als Hafenbesuch. Das mit Tomahawk- Marschflugkörpern ausgerüstete U-Boot habe nicht an den gemeinsamen Seemanövern mit Südkorea am Dienstag vor der West- und Ostküste teilgenommen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul.
Die Vereinigten Staaten schicken derzeit auch einen Flottenverband um den Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ in die Nähe der koreanischen Halbinsel, um den Druck auf Pjöngjang zu erhöhen.
Dem Fernsehsender Fox hatte Trump mit Blick auf Nordkorea gesagt: „Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig.“

Nordkoreas Volksarmee nahm ihren Gründungstag ebenfalls zum Anlass, Stärke zu zeigen und den Ton zu verschärfen. Das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte Medienberichte, wonach Nordkorea an der Ostküste nahe Wonsan umfangreiche Schießübungen mit Artilleriegeschützen abhielt. Bei einem „nationalen Treffen“ am Vorabend des Armee-Jubiläums warnte der nordkoreanische Streitkräfteminister Pak Yong-sik nach Berichten der Staatsmedien, dass Nordkorea auf militärische Aktionen der Vereinigten Staaten vorbereitet sei.

Quelle: faz


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#6

Trump bittet im Korea-Konflikt zu unüblicher Lagebesprechung

in Aus der Welt der Wissenschaft 27.04.2017 08:56
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Trump bittet im Korea-Konflikt zu unüblicher Lagebesprechung
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DIE WELT

Immer müde und nervös? Daran kann es liegen
Der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm spitzt sich zu. In Washington gibt es ein unübliches Treffen mit den Senatoren. In Sicherheitskreisen heißt es, die USA erwägten auch eine militärische Antwort.

Die US-Regierung ergreift ungewöhnliche Schritte: Mit Autobussen werden fast alle 100 Senatoren vom Kapitol aus auf Washingtons Pennsylvania Avenue hinunter chauffiert, zum Weißen Haus. Dort wartet schon ein exklusives Quintett: Präsident Donald Trump, Außenminister Rex Tillerson, Verteidigungsminister James Mattis Generalstabschef Joe Dunford und Geheimdienstdirektor Dan Coats. Es geht um Nordkorea. Und es ist dringend. Möglicherweise, so wurde in Washington spekuliert, gibt es neue Geheimdiensterkenntnisse.


An die Öffentlichkeit dringt nicht viel Neues. Die USA wollen mit Wirtschaftssanktionen und diplomatischen Bemühungen weiter Druck auf Pjöngjang machen und deutlich aufzeigen, dass sie es ernst meinen mit ihrer Ansage: "Die Zeit der strategischen Geduld ist vorbei." Ziel sei weiterhin eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel. Washington ruft seine Verbündeten und die Nachbarn Nordkoreas auf, sich anzuschließen. Das ist die übliche Offerte an China. Am Freitag kommen die Außenminister des UN-Sicherheitsrates in New York zusammen.
Trump macht Druck. Doch die Druckmittel sind begrenzt. Neue Sanktionen im Sicherheitsrat sind gegen den Willen Chinas kaum durchzudrücken. Es muss sich zeigen, ob Trumps Buhlen um die Gunst von Präsident Xi Jinping da Wirkung zeigt – es dürfte einer seiner wenigen diplomatischen Trümpfe sein. Das Außenministerium spricht derweil von einer "gewissen Dringlichkeit".
Trump hatte nicht nur seine Enkelkinder für Xi singen lassen, sondern auch Konzessionen bei der Handelspolitik angedeutet, falls China die Daumenschrauben für die Führung um Kim Jong-un weiter anzieht. "Wenn auf der koreanischen Halbinsel wirklich Krieg ausbricht, dann haben wir schwerwiegende und unvorstellbare Konsequenzen", sagte Chinas Außenminister Wang Yi in Berlin. Der erhobene Zeigefinger war wohl nicht nur in Richtung Osten gestreckt.

"Ohne die Unterstützung Chinas wäre Nordkorea in einer ganz anderen Position", sagt der demokratische US-Senator Chris Coons. Deshalb solle China von seiner Stellung gegenüber Pjöngjang Gebrauch machen. Ein hoher US-Sicherheitsbeamter machte am Mittwoch durchaus auch seinem Unmut Luft, über die Unterstützung, die die kommunistische Führung in Nordkorea noch immer aus dem Ausland erfährt. "Wir haben einige Schritte gesehen, wir wollen mehr sehen", heißt es aus Washington.
"Nicht einmal die Reifen kommen aus Nordkorea", sagte der Sicherheitsbeamte über das Arsenal, das Pjöngjang bei einer der jüngsten Militärparaden der Welt vorgeführt hat. "Wir haben alle noch eine Menge zu tun, um das Regime zu isolieren." Die bestehenden Sanktionen seien noch nicht einmal in vollem Maße ausgeschöpft. US-Außenminister Tillerson will, dass jedes Land in diesem Bereich nachlegt. "Bevor wir hier nicht bei 100 Prozent sind, haben wir nicht alles getan", sagt sein Sprecher Mark Toner.
Die USA lassen sich bewusst die militärische Option offen – ein Spiel mit dem Feuer. Der Council on Foreign Relations warnt, Trump könnte dank seiner Persönlichkeit dafür geschaffen sein, die falsche Entscheidung zur falschen Zeit zu treffen – und so in einen ernsten Konflikt zu stolpern.
Früher als erwartet wurde nun damit begonnen, das neue Raketenabwehrsystem THAAD in Südkorea zu stationieren. Die Marine übt mit den südkoreanischen Streitkräften, ein Atom-U-Boot wurde in die Gewässer in der Region verlegt, ein Flugzeugträger ist nun endlich auf dem Weg. Von der kalifornischen Luftwaffenbasis Vandenberg aus wurde am Mittwoch eine Interkontinentalrakete des Typs Minuteman getestet – dieses Waffensystem kann mit Atomsprengköpfen bestückt werden.
Echte militärische Absichten scheint es aber in Washington bisher nicht zu geben. Bei den Gesprächen mit den Senatoren sei es nicht darum gegangen, ob es eine parlamentarische Unterstützung für einen Militärschlag geben könnte, sagte Senator Coons.
Der Kommandeur der US-Streitkräfte in der Pazifik-Region, General Harry Harris, machte aber deutlich, dass die Bedrohung durch Nordkorea in vielen Teilen der Welt groß sei. Vergangene Woche sei die Drohung eines Atomschlages gegen Australien gerichtet worden, sagte er
. Nordkorea habe in den vergangenen Jahren 60 Raketentests durchgeführt und sei das einzige Land, das in diesem Jahrhundert Atomversuche unternommen habe.
Quelle:msn


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#7

Japan hat sein größtes Kriegsschiff entsandt

in Aus der Welt der Wissenschaft 01.05.2017 13:56
von franzpeter | 9.008 Beiträge

© AFP Das derzeit größte Kriegsschiff der Japaner: Die Izumo
• Japan hat sein größtes Kriegsschiff entsandt, um seinen Verbündeten USA im Pazifik zu schützen und Nordkorea abzuschrecken.
• Der Einsatz des Kriegschiffs ist der erste dieser Art, seit Japan im März 2015 die Rolle seines Militärs gesetzlich ausgeweitet hatte.

Im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm hat Japan erstmals ein Kriegsschiff zum Schutz seines Verbündeten USA entsandt. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, schloss sich der Hubschrauber-Träger Izumo einem Versorgungsschiff der US-Marine im Pazifik an. Laut Japan Times handelt es sich bei der 249 Meter langen Izumo um das größte Schiff des japanischen Militärs.

Die Entsendung des Kriegsschiffes soll laut Beobachtern das enge Bündnis mit den USA demonstrieren und Nordkorea abschrecken, weitere Atom- und Raketentests zu unternehmen. Der Einsatz des Kriegschiffs ist der erste dieser Art, seit Japan im März 2015 die Rolle seines Militärs gesetzlich ausgeweitet hatte. Nach dem Prinzip der "kollektiven Selbstverteidigung" darf das Land nun in Konflikten an der Seite von Verbündeten kämpfen, selbst wenn es nicht direkt angegriffen wird.

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hat sich verschärft

Das von Japan geschützte US-Versorgungsschiff soll den Berichten zufolge andere zum Schutz gegen Nordkorea eingesetzte US-Kriegsschiffe mit Treibstoff versorgen. Dazu gehöre auch ein Flottenverband um den Flugzeugträger USS Carl Vinsson, den Washington als Demonstration militärischer Stärke in Marsch gesetzt hatte. Die Ankunft des Flugzeugträgers hatte sich zuunächst verzögert, er erreichte am Samstag schließlich die Gewässer in der Nähe der koreanischen Halbinsel. Dort nimmt der amerikanische Flottenverband an Seeübungen mit der südkoreanischen und der japanischen Marine teil.

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hat sich zuletzt deutlich verschärft. US-Präsident Donald Trump kündigte mehrfach an, härter gegen das Land vorgehen zu wollen als seine Vorgänger. Auch einen Militärschlag schließt er nicht aus. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters deutete er vergangene Woche an, dass der Konflikt womöglich eskalieren könne. "Am liebsten würden wir diese Dinge diplomatisch lösen, aber das ist sehr schwierig", sagte Trump. "Es besteht die Möglichkeit, dass wir am Ende einen großen, großen Konflikt mit Nordkorea haben. Absolut."

Quelle: msn


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 01.05.2017 13:59 | nach oben springen

#8

Ein Scheitern der Hit-to-kill-Technik wäre für die USA fatal

in Aus der Welt der Wissenschaft 29.05.2017 19:50
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Ein Scheitern der Hit-to-kill-Technik wäre für die USA fatal
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Das Raketenabwehrsystem der USA soll künftig auch Interkontinentalraketen aus Nordkorea abwehren können. Jetzt wird das Verfahren zum ersten Mal getestet. Ein Fehlschlag wäre eine gefährliche Blamage.

Der Versuch ist den USA knapp 75 Millionen Dollar wert. Klappt er nicht, haben die Amerikaner nicht nur jede Menge Geld vernichtet, sondern auch ein gewaltiges Sicherheitsproblem bestätigt. Geübt wird an diesem Dienstag über dem Pazifik der Angriff durch eine Interkontinentalrakete und die gleichzeitige Abwehr. Wie ein Sprecher der US-Raketenabwehr auf Anfrage der WELT erklärte, ist es der erste Test einer modernisierten Abwehrrakete sowie der erste Test gegen eine ballistische Interkontinentalrakete (ICBM).

Was nicht offiziell gesagt wird, aber im Hintergrund steht: Die USA erproben mit dem Versuch, ob ihre Abwehr gegen eine hoch fliegende, weitreichende Rakete Nordkoreas funktionieren würde. Es ist zudem ein Test, ob Amerikas Abwehrsystem am Boden (GMD) überhaupt gegen eine Interkontinentalrakete funktioniert, von wo auch immer sie anfliegt. Nach Angaben der US-Fachzeitschrift "The National Interest" wurden bislang 41 Milliarden Dollar in das Abwehrsystem investiert. Aber niemand weiß sicher, wie zuverlässig das Abwehrschild im Ernstfall arbeiten würde.
Zwar gab es seit 1996, also seit gut zwei Jahrzehnten, 17 Praxistests mit den Abwehrraketen. Davon waren aber nur neun erfolgreich, also nur gut die Hälfte. Dabei kamen aber noch nie Interkontinentalraketen als Ziel zum Einsatz, sondern bislang nur kleinere Raketen. Für Versuche wurden auch schon Simulationsziele aus C-17-Transportflugzeugen abgefeuert. In der letzten Testreihe zwischen 2010 und 2014 gingen sogar drei von vier Tests schief. Ein Versuch im Juni 2014 klappte. Ein weiterer Test im Januar 2016 war teilweise ein Fehlschlag. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von mechanischen Pannen bis zu Software-Problemen.

Hit-to-kill-Technik ist unglaublich komplex
Die hohe Fehlerrate ist nicht verwunderlich, denn es ist eine extrem komplexe Technik. Branchenkenner ziehen dafür einen Vergleich heran. Das Verfahren ähnele dem Versuch, eine Gewehrkugel beim Flug durch eine andere zu zerstören. Diese sogenannte Hit-to-kill-Technik – angewandt bei Mehrfachschallgeschwindigkeit in der Exosphäre in über 500 Kilometer Höhe – setzt extrem genaue Radardaten der anfliegenden Interkontinentalrakete sowie eine exakt zu steuernde Abschussrakete voraus.
Bei dem jetzt anstehenden Versuch am 30. Mai soll zunächst vom Atoll Kwajalein im Südpazifik eine Interkontinentalrakete in Richtung USA abgefeuert werden. Knapp ein Dutzend der fast 100 Inseln des Atolls sind an die USA für deren Raketentests verpachtet.

Im Anflug auf die USA soll dann eine vom US-Luftwaffen-Stützpunkt Vandenberg zwischen Los Angeles und San Francisco abgefeuerte 18 Meter lange Abwehrrakete die anfliegende Rakete treffen. Die USA haben in Kalifornien und in Alaska ihre Abwehrraketen stationiert.

Hauptauftragnehmer sind die führenden Konzerne der Branche
Für die US-Rüstungsindustrie ist das Abwehrsystem eine gute Einnahmequelle. Hauptauftragnehmer sind die führenden Konzerne der Branche, die sich in Teams verbündet haben: Boeing mit Northrop Grumman sowie Lockheed Martin mit Raytheon. Hinzu kommen viele weitere Zulieferer. Erst vor wenigen Tagen hat Boeing einen Millionenauftrag zur Weiterentwicklung des Abwehrsystems erhalten.
Nach der US-Sprachregelung sollen die mehr als 30 Abwehrraketen anfliegende Bedrohungen "von Ländern wie Nordkorea und Iran" abwehren. Nordkorea arbeitet nach eigenen Angaben an der Entwicklung eigener Langstreckenraketen, die Atomsprengköpfe bis in die USA tragen sollen.
Die Regierung in Pjöngjang testete in den vergangenen Monaten immer wieder Raketen mit unterschiedlicher Reichweite. Zudem treibt das Land seine nukleare Aufrüstung voran. Seit 2006 führte es fünf Atomwaffentests durch, davon zwei im vorigen Jahr.

Quelle: msn


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#9

„Alles läuft auf den Kalten Krieg 2.0 hinaus“

in Aus der Welt der Wissenschaft 01.06.2017 17:41
von franzpeter | 9.008 Beiträge

Konflikt um Nordkorea
„Alles läuft auf den Kalten Krieg 2.0 hinaus“
Rüdiger Frank gilt als Deutschlands bester Nordkorea-Kenner. Im Interview mit FAZ.NET spricht er darüber, warum die Vereinigten Staaten sich nicht auf einen Friedensvertrag mit Nordkorea einlassen – und wie weit Korea von einer Wiedervereinigung entfernt ist.
01.06.2017, von Marie Illner


Das Atomprogramm erfüllt für Nordkorea offenbar gleich mehrere Funktionen. Es dient als Garantie, dass sich Amerika, China, Südkorea und Japan ein erneutes Ignorieren Nordkoreas nicht mehr leisten können. Was könnte Nordkorea ersatzweise diese Sicherheit geben?
Nordkorea würde im Austausch für die Atomwaffen ein umfassendes Sicherheitspaket benötigen. Das schließt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Vereinigten Staaten und den Abschluss eines Friedensvertrages zur Beendigung des Koreakrieges ein, was nicht einfach werden dürfte, weil Nordkorea umfangreiche Forderungen nach Reparationszahlungen damit verbinden wird.

Gleiches gilt für Japan, wo ebenfalls eine diplomatische Normalisierung und die Frage von Reparationen für die 35 Jahre Kolonialzeit anstehen. Hier haben wir auch schon eine inoffizielle Kostenschätzung, diese liegt bei etwa zwölf Milliarden Dollar. Da Verträge und Sicherheitsgarantien aufgekündigt werden können, wird sich Nordkorea auch die Option einer Reaktivierung des Atomwaffenprogramms im Krisenfall sichern wollen.

Das bedeutet, dass Pjöngjang einem Einfrieren samt regelmäßigen Inspektionen zustimmen könnte, aber keinem endgültigen Abbau. Das wiederum ist derzeit für die Vereinigten Staaten völlig inakzeptabel, deren erklärtes Ziel abgekürzt CVID lautet. Das steht für „kompletter, überprüfbarer und unumkehrbarer Abbau“. Wenn es überhaupt zu Verhandlungen kommen sollte, müssen wir uns also auf einen langen Weg einstellen.
Bei einem Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in den Vereinigten Staaten bei Donald Trump war es beiden Präsidenten nicht möglich, sich auf eine gemeinsame Linie im Konflikt mit Nordkorea zu einigen. Wo liegen die größten Meinungsverschiedenheiten?

China will keinen Ausbau des Machtbereiches der Vereinigten Staaten in Ostasien. Darum kommt für Peking keine Maßnahme in Frage, die innerhalb der nächsten zehn Jahre auf einen Kollaps Nordkoreas, einen Regimewechsel und die rasche Vereinigung mit Südkorea hinausläuft. Langfristig geht China davon aus, die koreanische Halbinsel dominieren zu können; der Trend bei den wirtschaftlichen Abhängigkeiten beider Koreas unterstützt diese Annahme. China muss also nur abwarten und inzwischen einen unplanmäßigen Zusammenbruch Nordkoreas verhindern. Die Interessen der Vereinigten Staaten  sind genau entgegengesetzt. Man weiß, dass Chinas militärische, wirtschaftliche und politische Macht wächst, und dass alles auf einen Kalten Krieg 2.0 hinausläuft. Dafür gilt es, sich eine möglichst vorteilhafte Ausgangsposition zu verschaffen.
Nordkorea fordert als Prämisse für die Aufgabe seines Nuklearprogramms einen Friedensvertrag mit Washington
. Warum lässt Amerika sich nicht darauf ein?
Dafür gibt es mindestens drei Gründe. Einer ist ideologisch; man sieht Nordkorea nicht als gesellschaftsfähig an, nach dem Motto „Wir verhandeln nicht mit dem Bösen, wir vernichten es“. Der zweite Grund ist strategisch; man will verhindern, dass auch andere Länder auf den Gedanken kommen, Atomwaffen zu entwickeln und damit „davonzukommen“. Drittens profitieren die Vereinigten Staaten vom Status quo: ihre Präsenz in Japan und Südkorea ist gerechtfertigt, und sie können trotz massiver Proteste Chinas ein Raketenabwehrsystem in Ostasien aufbauen.


In Nordkorea herrscht nach wie vor eine chronische Nahrungsknappheit, während die Führung ihre strikte politische und ideologische Kontrolle aufrechthält und das Land damit abschottet. Der UN-Sicherheitsrat hat eine Reihe an wirtschaftlichen Sanktionen gegen Nordkorea verhängt.
Was wird das Land tun, wenn es Geld braucht, aber auf legalem Wege keines mehr verdienen kann?
Die Antwort liegt auf der Hand. Nordkorea wird seine schon vorhandenen Bemühungen, auf nicht-legalem Wege Geld zu beschaffen, verstärken. Die Alternativlosigkeit rechtfertigt solche Maßnahmen nicht, aber der Sicherheitsrat muss sich trotzdem eine gewisse Mitverantwortung vorwerfen lassen.
Wie weit ist Nordkorea von einer Wiedervereinigung mit dem Süden entfernt? Und wäre die Vereinigung angesichts der prekären wirtschaftlichen Situation im Norden für Südkorea überhaupt finanziell tragbar?
Hätten Sie mich im Sommer 1989 gefragt, wie weit die DDR von einer Vereinigung mit Westdeutschland entfernt sei, hätte ich von Jahrzehnten gesprochen – und ein Jahr später war schon alles vorbei. Mit solchen Vorhersagen muss man also vorsichtig sein. Morgen oder in 20 Jahren – alles ist möglich. Was die finanzielle Seite angeht, so überschätzt man in Südkorea die Kosten ganz gewaltig. Das Sozialsystem hat in Deutschland die meisten Ausgaben nötig gemacht.
Eine Angleichung wäre im Falle Koreas deutlich günstiger, weil in Südkorea die Sozialleistungen viel niedriger sind, als seinerzeit in der Bundesrepublik. Auch würden in Nordkorea schnell viele Arbeitsplätze entstehen, da das Land wegen seiner Rohstoffe und der geographischen Nähe zu China über echte Standortvorteile verfügt.
So etwas hatte die DDR nicht. Dadurch wird die Arbeitslosigkeit niedrig bleiben und Steuereinnahmen werden fließen. Die Investitionen in die Infrastruktur werden massiv sein müssen, aber das wird auch eine großartige Fördermaßnahme für die südkoreanische Bauwirtschaft. Allerdings wird sich Südkorea selbst auf einen erheblichen Strukturwandel einstellen müssen. Wenn die Unternehmen in den Norden gehen, wird der Süden ärmer.
Haben die vom Sicherheitsrat verhängten Strafen - etwa das Exportverbot für Metallrohstoffe wie Kupfer und Silber und die Obergrenze für Kohleexporte – wirklich die beabsichtigte Wirkung? Hätte der Sicherheitsrat andere sinnvolle Handlungsoptionen?
Ohne Zweifel schaden die Sanktionen der Wirtschaft Nordkoreas, wobei sie sowohl die staatliche Seite treffen als auch die in den letzten Jahren entstandene Marktwirtschaft, die wir eigentlich im eigenen Interesse fördern sollten, anstatt sie abzuwürgen. Sanktionen wirken, aber nicht immer wie wir es wollen, und meistens treffen sie die Falschen. Ich halte diese Maßnahmen auch völkerrechtlich für sehr fragwürdig. Das Verbot der Lieferung von Technologien und speziellen militärisch relevanten Komponenten ist eine Sache; ein genereller ökonomischer Boykott ist Krieg mit anderen Mitteln.


Woher aber nehmen wir das Recht für eine Kriegserklärung? Stellen Sie sich einmal vor, wir würden in Deutschland anfangen, Menschen für Verbrechen zu bestrafen, die sie nicht begangen haben, aber eines Tages begehen könnten. Ich verstehe die Frustration angesichts der beharrlichen nordkoreanischen Weigerung, sich dem Willen der fünf Siegermächte des 2. Weltkrieges zu beugen. Aber wenn wir tatsächlich die „Guten“ sind, also moralisch überlegen, dann stehen uns bestimmte Mittel einfach nicht zur Verfügung. Auch müssen wir mit unserer eigenen Propaganda aufpassen, dass Nordkorea nicht in die Rolle des David im Kampf gegen Goliath gerät. So viel Sympathie hätte das Regime wahrlich nicht verdient.

Bislang gab es noch keine offiziellen Besuche einer deutschen Delegation auf Ministerebene in Nordkorea. Was müsste passieren, damit dies geschieht?
Dazu müsste Deutschland genügend Interessen in Nordkorea haben, um – wie jahrelang im Falle Chinas – nach ein paar politisch korrekten Kommentaren zu Menschenrechten, Falun Gong oder der Lage Tibets zur dollarschweren Tagesordnung überzugehen. Auch eine größere Selbständigkeit Deutschlands beziehungsweise Europas in der Außenpolitik könnte nicht schaden. Hier machen uns die Franzosen etwas vor.
Vor diesem Hintergrund haben die derzeitigen fatalen Bemühungen von Donald Trump, die enge transatlantische Allianz zu demolieren, sogar eine potentiell positive Seite.

Welche Bedeutung haben Cyberattacken im Konflikt um Nordkorea?
Diebstahl ist Diebstahl, und Einbruch ist Einbruch, ob nun in der realen Welt oder im Netz. Wenn Nordkorea so etwas tut, dann muss man entsprechend damit umgehen. Mit der Beweislage ist das aber so eine Sache. Wenn Sie einmal mit Software-Experten sprechen, dann ergibt sich ein kompliziertes Bild. Es ist kaum möglich, den Ursprung einer Cyberattacke genau zu bestimmen. Außerdem befinden wir uns mitten in der psychologischen Kriegsführung. Man muss davon ausgehen, dass uns nicht immer die Wahrheit erzählt wird.
Mit Verschwörungstheorien muss man vorsichtig sein, aber die „false-flag-attack“ ist nun einmal eine uralte Strategie. So hat sogar der zweite Weltkrieg in Europa begonnen.Dass die Amerikaner ihrerseits versuchen, die nordkoreanische Raketensoftware zu sabotieren, ist denkbar. Einfach ist es allerdings nicht, weil man dafür Zugang zum stark abgeschotteten Intranet braucht. Nordkorea kommt hier seine technische Isolation zugute.
Die Politik von Kim Jong Un wird auch mit dem Begriff „Byongjin“-Linie beschrieben, welcher den Aufbau einer Atomstreitmacht und die parallele Belebung der Wirtschaft bezeichnet. Nordkorea beginnt sich vorsichtig zu modernisieren. Wie schätzen Sie die Reformfähigkeit des Landes ein?
Das sind bis zu einem gewissen Punkt erst einmal nur Losungen, also Worte. Man sollte allerdings wissen, dass Byongjin die bis dahin geltende Songun-Linie abgelöst hat. Songun bedeutete „Militär-Zuerst“, und zwar allein und uneingeschränkt. Gemäß Byongjin muss sich das Militär diese vorderste Priorität nun mit der Wirtschaft teilen, immerhin. Nordkorea ist schon lange mitten drin in der Reform, es geht aber nicht so recht voran. Das liegt einerseits an der Unentschlossenheit der Pyongyanger Führung, die sich vor einem Verlust der Kontrolle über diesen Prozess und dem Ende ihrer Macht fürchtet; die Folgen konnte man im Ostblock ja gut beobachten. Es liegt aber auch an der Blockadepolitik des Westens. Die Reformen in China nach 1978 hätten ohne massive Unterstützung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten nie funktioniert. Doch damals gab es noch die Sowjetunion, die man mit einer Reform Chinas schwächen wollte. Wer aber hat heute ein Interesse an einem sich erfolgreich reformierenden, also nicht selbst zerstörenden Nordkorea?
Wieso funktioniert es im Fall Nordkorea nicht - wie es etwa im Ostblock gelang - den westlichen Lebensstil so attraktiv zu machen, dass sich die Menschen selbst von dem System abkehren?
Wer sagt denn, dass es nicht funktioniert. Wer wie ich regelmäßig nach Nordkorea reist, der sieht so etwas an jeder Ecke. Doch noch funktionieren die alten Werte, allen voran der koreanische Ultranationalismus. Das offizielle Motto lautet: „Die Füße fest auf dem eigenen Boden, lasst uns in die Welt schauen“. In anderen Worten, Wohlstand und Lebensqualität ja, aber zu Hause und unter Wahrung der Eigenständigkeit. Die koreanische Geschichte und eine starke Ideologie haben dazu geführt, dass sich die Nordkoreaner heute viel mehr mit ihrem Land identifizieren, als seinerzeit die völlig desillusionierten DDR-Bürger, denen der Staat jeden Stolz auf die nationale Identität mit Hinweis auf die Nazi-Vergangenheit rigoros verboten hat. Abgesehen von relativ wenigen Ausnahmen ist Ostalgie ein Phänomen, das erst nach der Wende entstanden ist.
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Der 1969 in Leipzig geborene Rüdiger Frank wuchs in der DDR und in der Sowjetunion auf. Als Sprachstudent verbrachte er 1990/91 ein Semester an der Kim-Il-sung-Universität in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. Der promovierte Wissenschaftler studierte Koreanistik, sowie Ökonomie und Internationale Beziehungen an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2007 wurde er zum Professor für „East Asian Economy and Society“ an der Universität Wien berufen. Seit 2012 ist er ferner Vorstand des Instituts für Ostasienwissenschaften in Wien. Als außerplanmäßiger Professor ist Frank an der südkoreanischen Universität Korea sowie an der University of North Korean Studies (Kyungnam University) in Seoul tätig. Er besucht beide koreanischen Staaten regelmäßig und war Mitglied von EU-Delegationen. Franks Forschungsschwerpunkte liegen in der Transformation sozialistischer Systeme in Ostasien und Europa (mit Schwerpunkt Nordkorea), den Beziehungen und Interdependenzen von Staat und Unternehmen im ostasiatischen Raum, und auf der Analyse regionaler Integration in Ostasien. 2014 erschien sein Buch „Nordkorea: Innenansichten eines totalen Staates“.

Quelle: FAZ.NET


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 01.06.2017 18:12 | nach oben springen


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