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das größte Teleskop der Welt

in Aus der Welt der Wissenschaft 27.05.2017 07:52
von franzpeter | 9.009 Beiträge

Problem beim Startschuss für das größte Teleskop der Welt

In Chile beginnt der Bau des größten Teleskops der Welt. Es soll neue Erkenntnisse über Dunkle Materie bringen und möglicherweise auch Leben im All finden. Das Ziel könnte binnen eines Jahrzehnts erreicht werden.

Der Startschuss zum Bau des größten optischen Teleskops der Welt ist gefallen: In der Atacama-Wüste in Chile nahmen Vertreter der Europäischen Südsternwarte (ESO) und der chilenischen Regierung an einer Zeremonie zum Baubeginn teil. Nach der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2024 soll das Riesenteleskop das größte Auge sein, das die Menschheit auf den Himmel richtet.

ESO-Chef Tim de Zeeuw sprach bei der Feierstunde von einem "riesigen Sprung", der mit dem neuen Teleskop gelingen könne. Mit dem Riesenteleskop werde womöglich auch Leben im All entdeckt. Mit dem Teleskop soll es auch neue Erkenntnisse über Dunkle Materie geben. De Zeeuw verglich die historische Bedeutung des Projekts mit dem Fernrohr, das Galileo Galilei vor gut 400 Jahren gen Himmel richtete.
Die Feierstunde wurde durch ein kleines Problem überschattet. Die eigentlich geplante symbolische Grundsteinlegung durch die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet musste ausfallen, denn die in 3000 Metern Höhe herrschenden Winde waren so stark, dass dies nicht möglich war. Den Baubeginn des Teleskops wird das aber nicht verzögern.

An dem Projekt des europäischen Forschungsinstituts ESO beteiligen sich 16 Länder, darunter auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Das "Extremely Large Telescope" (ELT) verfügt über einen Spiegel von 39 Metern Durchmesser. Die derzeit größten Teleskope haben maximal Zehn-Meter-Spiegel. Für die erste Bauphase ist eine Milliarde Euro veranschlagt.


Idealer Standort in der Atacama-Wüste
Das ESO-Projekt hat in der Wüste einen idealen Standort gefunden. Dank der sogenannten Humboldt-Strömung ist die Region fast ständig wolkenfrei. Die Wolken bleiben entweder über dem Pazifischen Ozean oder auf der argentinischen Seite der Anden. In rund 90 Prozent der Nächte ist der Sternenhimmel in der äußerst sauberen und trockenen Wüstenatmosphäre zur Beobachtung frei.

"Der Sprung von den gegenwärtigen Teleskopen zum ELT ist etwa so groß wie der Sprung von Galileos Auge zu seinem Teleskop", erklärt Tim de Zeeuw, Generaldirektor der ESO. Der Hauptspiegel des ELT wird fünf Mal größer sein als bei den heute stärksten Teleskopen. Zudem wird er 13 Mal mehr Licht einfangen können, was viel schärfere Bilder ermöglicht.
Eines der Hauptziele des Projektes ist die Erkundung von Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems, in denen es Leben geben könnte. Erst kürzlich machten Entdeckungen bei dem Roten Zwergstern Trappist-1 und bei dem Stern Proxima Centauri Schlagzeilen. Es findet zur Zeit ein Astronomen-Rennen statt, um den ersten bewohnbaren Exoplaneten zu finden.
De Zeeuw ist der Ansicht, dass dieses Ziel im nächsten Jahrzehnt erreicht werden kann. "Es ist schon kurios, dass dieses Teleskop in einem der unbelebtesten Ecken der Welt, der Atacama-Wüste, uns dabei helfen kann, Lebenszeichen woanders zu finden", sagt der ESO-Generaldirektor.
Die ESO, die von 15 europäischen Staaten und Brasilien gegründet wurde und den Hauptsitz in Garching bei München hat, verfügt bereits über drei weitere Beobachtungsstandorte in der Atacama-Wüste. Unter anderem betreibt sie hier das Very Large Telescope (VLT), das leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts.
Das Teleskop kostet 1,1 Milliarden Euro

Das ELT wird mit fünf riesigen Spiegeln ausgestattet sein. Der größte, mit 39 Metern Durchmesser, wird aus rund 800 hexagonalen Teilstücken mit 1,4 Metern Durchmesser bestehen. Sie müssen perfekt zusammenpassen. Der niederländische Astronom De Zeeuw hat mit seinen Kollegen in jahrelanger Überzeugungsarbeit bei Politikern die 1,1 Milliarden Euro eingeworben, die zur Finanzierung notwendig sind.
Das ELT-Projekt entstand Ende der 90er-Jahre, als man sich in der Europäischen Südsternwarte fragte, ob es möglich sei, ein 100-Meter Teleskop zu bauen. Das würde aber drei bis vier Milliarden Euro kosten. Nun begnügt man sich mit 39 Metern Durchmesser.
Das ELT ist aber nicht das einzige Projekt, um den Himmel besser zu erkunden. In den USA werden zwei Initiativen vorangetrieben, um öffentliche Gelder zum Bau von einem Riesenteleskop zu bekommen. Eine ist die des 30-Meter-Teleskops vom California Institute of Technology (Caltech), für das Hawaii als Standort ausgewählt worden ist. Das zweite Projekt ist das des Magellan-Riesenteleskops (GMT) der Carnegie Institution for Science, das mit seinem Spiegel von 24,5 Metern Durchmesser auch in Nordchile eingerichtet werden soll.

De Zeeuw glaubt, dass es für die Forschung durchaus nützlich sein kann, mehrere Riesen-Teleskope gleichzeitig zu haben. "Es handelt sich um eine freundliche Konkurrenz. Man arbeitet schneller und besser, wenn man mit jemandem konkurrieren muss. Das ist vorteilhaft für alle", betont er. Zwar wird es noch sieben Jahr bis zu den ersten Bildern des ELT dauern, aber nach Jahren des Bangens beginnt nun die entscheidende Etappe dieses Rekordprojekts

Quelle: msn


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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