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#1

Mir geht es gut, sonst ist mir alles scheißegal - Glückwunsch! Sie wählen die Merkel.

in Aus der Welt der Wissenschaft 06.09.2017 16:42
von franzpeter | 9.009 Beiträge

NachDenkSeiten 6. September 2017

Mir geht es gut, sonst ist mir alles scheißegal - Glückwunsch! Sie wählen die
Merkel. Oder doch nicht?

Das ist der Titel einer schwungvollen, von Sachkenntnis geprägten Polemik von
Werner Rügemer. Da wird so richtig klar, warum man Merkel bei klarem Verstand
kaum wählen kann. Nicht wegen Rügemers Polemik, sondern wegen der von ihm
angeführten Fakten!

Fakten sprechen gegen die Wiederwahl dieser Bundeskanzlerin. - Sicher gibt es
auch in Ihrem Umkreis Menschen, die einen solchen Text mal lesen sollten, und
sogar davon berührt sein könnten. Dann schicken Sie diesen Artikel per E-Mail
bitte weiter oder drucken Sie ihn aus. Albrecht Müller.


Von Werner Rügemer

Ich kenne Sie: Sie sind Vermieter oder Vermieterin. Sie müssten sich an das von
der Merkel-Regierung gemachte Gesetz zur Mietpreisbremse halten.

Sie lieben solche Gesetze, die man nicht einhalten muss. So haben Sie und
Ihresgleichen seit Inkrafttreten des Gesetzes ungefähr 300 Millionen Euro
zuviel eingenommen, jährlich, das sind 1,5 Milliarden. Zusatzprofit durch
Gesetzesbruch: Glückwunsch - wieder die Merkel wählen!


Ach so, Sie sind kein Vermieter, sondern Reinigungsunternehmer, ja pardon, auch
Reinigungsunternehmerin. Sie schließen mit Ihren Putzkräften Arbeitsverträge
für 20 Wochenstunden.

Aber um im Nobelhotel die Zimmer auf die geforderte strahlende Schönheit zu
bringen, müssen Ihre Putzkräfte 30 und 35 Stunden arbeiten. Denen zahlen Sie
aber nur 20 Stunden. Damit unterlaufen Sie zielgenau den vertraglich
vereinbarten Mindestlohn.

Die Merkel-Mehrheit im Bundestag hat kein Personal für die Kontrolle des
Mindestlohn-Gesetzes beschlossen, genau wie bei der Mietpreisbremse. Sowas
lieben Sie über alles - Glückwunsch! Die Merkel ist schon immer ihre Wahl -
und jedes Mal wieder, weil es so schön ist!


Ach so, Sie sind kein Vermieter und kein Reinigungsunternehmer. Sie sind einer
von den zweihunderttausend Arbeitsvergebern, ja pardon, auch Arbeitsvergeberin,
die täglich das Arbeitszeit- und Befristungsgesetz verletzen und Ihren
Beschäftigten ohne Einhaltung der Frist die Arbeitsstunden zuteilen, wie es
Ihnen gerade passt.

So ein Gesetz ist Scheiße, blöde Bürokratie, sagen Sie. Die Beschäftigten
sollen doch froh sein, dass ich Ihnen die Arbeit zuteile, sagen Sie, sonst
hätten die gar nix.

Die Merkel stellt sich dumm und erzählt "Es geht uns allen gut". Glückwunsch,
jedenfalls Ihnen geht es sogar sehr gut - die Dummstellerin Merkel ist Ihre
Wahl!


Ach so, Sie gibt es ja auch noch. Sie sind einer oder eine von unseren 120.000
Leistungsträgern und Leistungsträgerinnen, die sich in den letzten Jahren wegen
fortgesetzter Steuerhinterziehung selbst angezeigt haben.

Sie hatten die Hosen voll, weil es in Ihren Schweizer und Luxemburger und
Panama-Banken immer mehr undichte Stellen gibt. Sie zahlen diesmal schnell und
heimlich ein bisschen Strafe und lassen Ihren Wirtschaftsprüfer oder
Wirtschaftsprüferin eine neue Finanzoase suchen.

Sie können auf die unschuldige Wegschauerin Merkel hoffen und auf der Merkel
ihren Schäuble im Rücken - Ihre Wahl steht auch diesmal fest.


Sie sind ein Bonus-Banker oder eine Bonus-Bankerin. Ihre Boni steigen mit der
Höhe des Verlustes.

"Ich will nie mehr in die Lage kommen, mich von Banken erpressen zu lassen",
gestand in einem halblichten Moment die Merkel. Die Bonus-Banker und die
Bonus-Bankerin schicken die Banken in den Bankrott, und der Merkel-Staat zahlt.

Die Merkel will sich nie mehr erpressen lassen und macht doch genauso weiter,
nämlich freiwillig. Eine solche freiwillig erpressbare Politikerin - wunderbar.
Glückwunsch - die Merkel ist wieder Ihre Traumwahl!


Und Sie, ja genau Sie meine ich. Hören Sie auf mit Ihrem salbungsvollen Grinsen.
Sie sind Militärbischof. Auf Ihrem Bauch baumelt das goldene Christuskreuz.

Sie segnen jeden Spähpanzer, der zum Hindukusch geflogen wird und Sie lassen
Ihre Feldgeistlichen mit den wüstentauglichen Feldaltärchen unsere toten
Soldaten segnen für den Dienst, den sie für Muttis und Obamas und Trumpels
Leitkultur geleistet haben.

Sie werden als Militärbischof bezahlt wie die richtigen Generäle der
Bundeswehr, denn Sie sind ja Muttis christliche Heimat-Generäle - Glückwunsch!
Christsein kann so schön sein - Sie und Ihre Wahlschafe wählen die Chefin
Ihres christlich-tödlichen Arbeitgebers natürlich wieder!


Ach so, fast hätte ich Sie vergessen. Sie sind ja besonders wichtig und brauchen
die Mutti-Hilfe ganz besonders.

Die Autokanzlerin hat jahrzehntelang in Deutschland und in der Europäischen
Union ihre schützende Hand über Ihre Betrügereien gehalten. Sie haben den
Staat und die Bürger und die Autokäufer belogen und die Luft vergiftet.


Das tut Ihnen jetzt leid, sagen Sie. Aber wir müssen mit neuer Software die Luft
weiter vergiften. Weiter so mit Deutschland.

Die Spenden für den Merkel-Wahlkampf sind auch dieses Jahr schon längst wieder
überwiesen. Glückwunsch - die Schutzherrin der Gift- und Lügenindustrie ist
Ihre Wahl!


Ach so, fast hätte ich gerade Sie vergessen! Die Merkel hat ja noch nie Ihren
Namen in ihr kummervolles Mündchen genommen. Obwohl Sie, Sie großer
Unbekannter, fast täglich im Bundeskanzleramt ein- und ausgehen.

Man sieht Sie gar nicht, nie in der Tagesschau und im heute journal, obwohl Sie
überall sind, jedenfalls im Bundeskanzleramt und in den Aufsichtsräten unserer
DAX-Konzerne. "Unserer" sage ich dummerweise, obwohl "unsere" Wirtschaft ja
Ihnen gehört.

Sie heißen Blackrock und Blackstone und Capital Group und Wellington und
Templeton und Vanguard und Fidelity und State Street und Sun Life und Katar
Investment und sind Miteigentümer aller deutschen Autolügner und
Kohleverbrenner und Atommüll-Verstecker und von noch viel mehr und Sie haben
als Deutschland-Chef den Friedrich Merz, der ist auch Vorsitzender der
Geheimschleimer von der Atlantikbrücke und er ist Miteigentümer der
US-Wirtschaftskanzlei Mayer Brown und er ist seit knapp nach der Geburt im
heimischen Sauerland Mitglied der Merkel-Partei

- Glückwunsch! Die Merkel gehorcht Ihnen aufs unausgesprochene Wort! Da sind
nichtmal Parteispenden nötig!


Ihr lieben deutschen Steuerzahler und Steuerzahlerinnen! Die Merkel hat ihren von
Kohl geerbten christdemokratischen Bauchredner aus der größten europäischen
Finanzoase zum Präsidenten der Europäischen Kommission hinbugsiert. Der
kumpelhafte Biedermann Juncker beklaut seit Jahrzehnten mit den Banken und
US-Beratern in seinem kleinen Großherzogtum Luxemburg die anderen EU-Staaten
jährlich um Milliarden Euro Steuergelder.

Davon haben Sie, liebe deutschen Steuerzahler und Steuerzahlerinnen schon mal
gehört, oder auch nicht. Ist ja egal, ob in Merkel-Land ihre Regierung dann die
Renten kürzt und die Schulen verkommen lässt.

Die Schul-Klos sind kaputt, und Ihre Kinder können doch in der Merkelschen
"Bildungsrepublik Deutschland" hinter die Wand scheißen und in die Büsche im
Schulhof pinkeln. Glückwunsch - die Merkel ist natürlich wieder Ihre bewährte
Wahl!


Sie sind ein friedlicher und freundlicher Mensch. Sie sind selbstbewusst. Sie
lassen sich von niemandem hereinreden. Sie sind ein Deutscher und eine Deutschin.
Da gefällt Ihnen die Merkel. "Wir Europäer nehmen unser Schicksal selbst in der
Hand" - plustert sich die Merkel gegen den Trumpel auf.

Aber von den US-Atombomben in Deutschland undsoweiter weiß sie nichts, lässt
sie ihren Sprecher erklären, Seibert heißt er, den sie vom Staatssender ZDF
gemietet hat.


Bei allen offenen und verdeckten Kriegszügen der US-Supermacht gegen Russland,
Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen undsoweiter macht die Merkel-EU mit
oder tut so, als würde sie keine Panzer nach Saudi-Arabien liefern lassen.


Von Wilhelmshaven aus lässt sie die US-Militärkonvois durch Deutschland zum
Aufmarsch gegen Russland rollen. In keinem Land der Erde, das sowieso schon
NATO-Mitglied ist, gibt es zusätzlich soviele US-Militärstützpunkte wie in
Deutschland.

Das wissen Sie nicht, Sie Merkel-Bürger und Merkel-Bürgerin. Vielleicht wissen
Sie es, aber es ist Ihnen egal. Vielleicht ist es Ihnen nicht egal. Vielleicht
lassen Sie sich gern verblöden, vielleicht aber doch nicht so gern.

Aber die Merkel sagt: Wir gehen mit unserem amerikanischen Schutzherrn durch
dick und dünn!
"Nicht automatisch", tut sie das, hat sie jetzt eingeschränkt.
Nein, sie macht es nicht automatisch. Aber sie macht es fast automatisch.

Den bösen Trumpel hat sie kritisiert, aber dann hat sie ihm in Washington brav
versprochen: Ja, zwei Prozent des Bruttosozialprodukts für die Rüstung so bald
wie möglich!

Glückwunsch - diese halbautomatische Aufrüstungs-Schleicherin ist Ihre Wahl,
jetzt erst recht!


Sie sind ein guter Deutscher und eine gute Deutschin. Sie fanden den netten Obama
gut. Der war viel besser als der böse Trumpel.

Der Obama hat nämlich den Abbau aller Atombomben versprochen. Das fanden Sie
gut.

Dann hat der nette Obama so viele neue Atombomben bauen und stationieren lassen
wie noch kein US-Präsident zuvor, in Südkorea zum Beispiel. Das wissen Sie
nicht, oder vielleicht wissen Sie es. Ist auch egal.

Und was macht die Merkel? Sie macht nicht den Obama, sondern sie macht den
Trumpel. Sie wollte die Abstimmung in der UNO zum Verbot der Atomwaffen
verhindern. Als die große Mehrheit der Staaten der Erde trotzdem darüber
abgestimmt hat, hat sich die Merkel-Vertretung feige aus der Versammlung
gestohlen. Glückwunsch - die verdrückte Diskussions-Flüchterin Merkel ist Ihre
Wahl.

"Wir Europäer nehmen unser Schicksal selbst in der Hand". In diesem
Merkel-Europa nehmen die US-Militärs in Ramstein und Stuttgart im
AFRICOM-Sperrgebiet ganz selbständig die kleinen Hebelchen in die Hand und
ermorden mit ihren Drohnen Menschen ohne Anklage und Urteil in fernen Ländern.


Im Grundgesetz wurde die Todesstrafe abgeschafft, davon haben Sie schon mal
gehört oder auch nicht. Die Merkel sagt dazu nichts und bricht mit leichter
Hand das Grundgesetz und das Völkerrecht. Rechtsstaat? Scheißegal!
Auch davon
brauchen Sie nichts zu wissen. Oder vielleicht wissen Sie es, egal. Aber das
Wichtigste ist: Für das ruhige Gewissen wieder Mutti Merkel wählen, oder doch
nicht?


Als selbstbewusster Deutscher und selbstbewusste Deutschin wollen Sie nicht von
fremden Mächten ausspioniert werden. Gut so.

Aber der Merkel ist es egal, ob ihr Handy und die Telefone ihrer Minister von
den US-Geheimdienstenausspioniert werden. Sie erklärt pflichtgemäß und
unbewegt: Unter Freunden darf das nicht sein!

Und dann lässt sie sich und ihre Minister und ihre Bürger weiter ausspionieren.
Wir haben ja die "Man kann ja doch nichts ändern"-Merkel-Demokratie.
Glückwunsch - die Merkel ist wieder Ihre Wahl, oder doch nicht?


Sie sind Feministin oder Feminist und finden die Merkel gut. Weil sie als Frau
aufgestiegen ist nach oben. Aber bevor sie zunächst in der CDU aufgestiegen ist
als Vorsitzende, wurde sie vom Kölner Erzbischof Meisner, ihrem ostdeutschen
Mitbruder in Christi, aufgefordert, erstmal kirchlich zu heiraten.

Sie schlich mit ihrem Mann heimlich zum Altar: Glückwunsch - Feminismus pur,
oder doch nicht?



Bevor die Aufsteigerin weiter aufsteigen durfte, vom Osten in den Westen, von der
angepassten FDJ-Sekretärin zur führenden Politchristin, bekam sie noch weitere
Aufsichten verpasst. Zuerst die FAZ aus Frankfurt, wo die deutscheste aller
Banken in so mancher Hinsicht was zu sagen hat, bekam sie eine Seite für die
Kritik an ihrem sowieso schon unmöglich gewordenen korrupten Lehrmeister Kohl.

Und dann bei ihrem Wahl-Parteitag musste schnell noch ein gewisser Dr.
Cartellieri in die CDU aufgenommen werden. Er war Vorstandsmitglied der
Deutschen Bank. Die CDU brauchte wegen Kohls schwarzer Kassen einen neuen
Schatzmeister.

Jetzt musste der wichtigste Dauersponsor der christlich lackierten Partei dieses
wahlentscheidende Amt selbst in die Hand nehmen. Dann durfte die Merkel endlich
aufsteigen. Sie wurde zur CDU-Vorsitzenden gewählt. Sie strahlte. Glückwunsch -
eine so gut betreute Aufsteigerin gefällt Ihnen, oder doch nicht?


Als Feministin und Feminist haben Sie noch andere Gründe für die Merkel. Sie
hat bewiesen, dass sie noch asozialer sein kann als ein Mann, ihr Vorgänger
Schröder von der Konkurrenzpartei zum Beispiel.

Der hatte bei dem Hartz IV-Gesetz den Arbeitslosen wenigstens noch den vom
Jobcenter gezahlten Rentenbeitrag gelassen, so klein der auch war.

Aber für die von der Merkel dann geführte Regierung war das zuviel, sie hat den
Rentenbeitrag gestrichen.
Wenn Arbeitslose in der Rente sowieso verhungern, dann
brauchen die vorher auch keinen Rentenbeitrag mehr zu kriegen - das finden Sie
logisch. Glückwunsch und Merkel wählen! Oder doch nicht mehr?


Sie sind eine gute deutsche Katholikin, oder Protestantin, egal, jedenfalls
christlich.

Deshalb mochten Sie damals die Bildungsministerin in der Merkel-Regierung, die
hieß Annette Schavan. Schon vergessen? Die tiefgläubige Katholikin hatte ihre
Doktorarbeit gefälscht und glaubte tiefgläubig, dass das nie rauskommt
.

Sowas kommt in Merkel-geführten Regierungen öfter vor, ok, das sind lässliche
Sünden im freien Merkel-Land. Der Hüterin guter deutscher Bildung wurde der
Doktortitel aberkannt. Sie wurde zurückgetreten.

Die Merkel ernannte die Schavan zur Botschafterin Deutschlands beim Vatikan.
Dort wird sie, weil für den christlich lackierten Merkel-Staat der winzige
Vatikanstaat so wichtig ist, genauso hoch bezahlt wie unsere Botschafter in
Washington und Moskau. Grundgehalt 11.241,02 Euro monatlich, mit ein paar
Tausendern an Zulagen, freie Zweitwohnung und Spesen.


Dafür muss die staatlich subventionierte Fälscherin für die Merkel jedes Jahr
mal einen Besuch mit Foto beim Papst im Petersdom organisieren. Mehr braucht die
nicht zu tun.


Mit einer sündigen Schwester in Christi muss eine protestantische
Bundeskanzlerin barmherzig sein, das gefällt Ihnen als ökumenischer
Christenmenschin - Glückwunsch! Ihre Wahl steht fest, oder doch nicht?


Sie finden auch, dass wir christlichen deutschen Abendländer uns
Abendländerinnen mit den vielen Flüchtlingen ein Problem haben: Schwierig, sehr
schwierig.

Die von der Image-Pflegerin der "Willkommenskultur" geführte Bundesregierung
hat Afghanistan zum sicheren Herkunftsland erklärt.


Dort haben Terroristen unter den wachen Augen unserer teuren Bundeswehr allein
seit Beginn dieses Jahres 1.700 Menschen ermordet. Dorthin lässt die
Merkel-Regierung Flüchtlinge gnadenlos abschieben.


Die Merkel pflegt ihr Willkommens-Image und lässt ihren kaltschnäuzigen
Innenminister machen und ihren bayerischen Kläffer arbeitsteilig die harten
Grenzkontrollen fordern. Glückwunsch - Sie waschen auch hier mit der Merkel Ihre
Hände in Unschuld und wählen sie wieder, oder doch nicht?



Die CDU, wo die Merkel die Vorsitzende spielt, behauptet in ihrem Wahlprogramm:
"In Deutschland gibt es mehr Beschäftigung denn je."

Die Merkel lässt lügen. Denn die Beschäftigten in Deutschland arbeiten jetzt
insgesamt weniger Stunden und es werden weniger Stunden bezahlt als nach der
Wiedervereinigung. Das wissen Sie nicht, oder Sie wissen es. Es ist Ihnen egal,
oder auch nicht. Sie lassen sich gern verblöden, oder auch ungern. Ihnen geht
es gut, oder Sie tun so. Glückwunsch - Sie werden auch beim nächsten Mal
wieder die Lügnerin Merkel wählen, oder doch nicht?


Sie als verbliebene Eingeborene in Ostdeutschland müssen länger arbeiten und
werden noch geringer bezahlt als in Westdeutschland.

Die ostdeutsche Merkel lässt Sie, ihre ostdeutschen Landsleute, noch
ungerechter behandeln als die westdeutschen Brüder und Betschwestern, bei denen
sie sich angedient hat. Sowas gefällt Ihnen oder auch gar nicht. Glückwunsch -
Sie haben die Merkel gewählt und tun es wieder, oder doch nicht?


Sie sind einer oder eine von den Millionen Beschäftigten, die sich von Ihren
Arbeitsvergebern oder Arbeitsvergeberinnen erpressen lassen.

Die erpressen mindestens eine Milliarde unbezahlte Überstunden pro Jahr.

Da gehören Sie zu denen, die den Arbeitserpressern jährlich ungefähr 40
Milliarden Euro schenken. Erpresser muss man beschenken, jedenfalls in
Merkel-Land. Glückwunsch, Sie bescheißen sich selbst.

Das ist blöd, finden Sie. Aber man kann ja doch nichts ändern, meinen Sie. Wir
leben ja leider in der "Wir können ja doch nichts ändern"- Demokratie.
Deshalb
wählen Sie wieder die Merkel - oder vielleicht endlich doch nicht?


In Merkel-Land schreiben Sie als junge, gut ausgebildete Menschen hunderte von
Bewerbungen. Sie werkeln fünf Stunden für Bewerbung, um bestenfalls mal eine
Stunde Arbeit zu kriegen. "Ich nehme jede Arbeit an", sagen Sie. Aber Sie kriegen
keine.

Das gefällt Ihnen nicht, aber was soll man machen? Vielleicht klappt es ja mal
nächstes Jahr? Und Sie können ja noch bei Ihrer Mutti wohnen. Glückwunsch -
Sie wählen die Übermutti Merkel, oder jetzt doch nicht mehr?


In der Merkel-EU verarmen Millionen Menschen in Spanien, Italien, Portugal und
in Griechenland sowieso. Wenn Alte dort keinen Arzt mehr bezahlen können und
früher sterben, ist doch egal.

Nicht nur aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland wandern hunderttausende
Menschen aus. Und noch viel mehr wandern hunderttausende Menschen aus Bulgarien
und Rumänien aus und schon länger flüchten sie vor der EU-produzierten Armut
aus dem Kosovo, aus Slowenien, Serbien, Kroatien, Mazedonien,
Bosnien-Herzegowina, Montenegro. Dafür werden diese Staaten immer schneller in
die EU und die NATO manövriert.


Kanonen und Armut in der Merkel-EU - "Uns geht es gut", sagt die deutsche
Nationalistin Merkel. Sie sagt es ein bisschen netter als die AfD.

Weil Sie ein gebildeter Nationalist oder eine gebildete Nationalistin sind,
wählen Sie die Merkel wieder - oder endlich doch nicht mehr?


Was die Kanzlerin sagt, ist Ihnen ziemlich egal. Irgendwie haben Sie sogar recht.
Aber Sie halten was auf gepflegtes Aussehen.

Die Merkel holt sich jeden Morgen bei ihrer persönlichen Visagistin das Gesicht
des Tages ab. "Sie legt ihre Maske auf", sagen die Sekretärinnen im Kanzleramt.
Dann kommt die Bekleidungsberaterin und legt die Farbe des Hosenanzugs oder des
Festkleids fest, je nach Publikum und Thema, für Wagner in Bayreuth oder für
die American Chamber of Commerce in Germany oder für das CSU-Bierzelt in
München.

Dann verpassen unsere privaten und öffentlichen Leitmedien zwischen New York
und Passau ihr die passende mediale Tagesmaske. So eine vielverwendbar
inszenierte Politikdarstellerin kann man wählen, sagen Sie - oder gerade
diesmal doch nicht mehr?


Ich kenne Sie: Sie haben Stil, Sie lieben gut verpackte Produkte. Die Merkel ist
Ihr Produkt. Aber das Wahlvolk in den weiten unteren Zonen ist unzuverlässig
geworden.

Diesmal soll es die PR-Agentur Jung von Matt richten. Sprüche wie "Bild dir
deine Meinung" hat sie hochbezahlt erfunden. Diese Agentur hat bisher nur
unpolitische Werbung gemacht, für die Autovermietung Sixt zum Beispiel.

Gerade deshalb haben die Merkel-Berater diese Agentur geholt. Es geht ja gerade
nicht um Politik. Für die Merkel soll nur die Verkaufs-Richtung geändert
werden, vorsichtig, ein bisschen: Mehr Emotion - jedenfalls ein bisschen. Nicht
übertreiben, sonst unglaubwürdig! Ein bisschen Selbstironie - kommt gut an bei
Jüngeren!

Vor allem:

Mehr "Deutschland"! Mehr Schwarz-Rot-Gold in die Plakate mit dem Merkel-Foto!
Noch n' bisschen mehr Nationalismus, seit Adenauer immer gut, um rechts was
abzufischen. Deutsche Staatsraison. Deutsche Leitkultur. "Für ein Deutschland,
in dem wir gut und gerne leben." Glückwunsch! Augen zu und durch, auch wenn es
Ihnen nicht so gut geht - Merkel wählen, oder jetzt doch nicht mehr?


Sie vergiften mit Ihrem Diesel-Auto Ihre eigene Luft und die Luft Ihrer
Mitmenschen. Sie sind einem Massenbetrug made in Germany aufgesessen.


Die Schutzpatronin des kriminellen Autokartells hat sich für den Diesel-Gipfel
weggestohlen und die gute Luft beim Urlaub in den Tiroler Bergen genossen.

Glückwunsch! - Sie haben bisher diese Verkriecherin gewählt und werden es
wieder tun, oder jetzt endlich doch nicht mehr?


Moment, fast hätte ich ausgerechnet Sie vergessen: Sie heißen Verband der
Metall- und Elektroindustrie, Merck-Chemie, United Internet, Oetker, Daimler AG,
Trumpf GmbH, VHB Grundstücks- und Beteiligungsverwaltung GmbH undsoweiter.

Sie kalkulieren geizig mit jedem Cent, jedenfalls bei Ihren Beschäftigten.

Aber allein im jetzigen Wahljahr haben Sie der Merkel-Partei schon mehrere
Hunderttausender großzügig und steuermindernd rübergeschoben. Damit das
Agentur-Produkt besser verkauft werden kann. Schon bevor Ihre abhängig
Beschäftigten wählen können, haben Sie schon gewählt
- Glückwunsch! Sie
haben schon gewonnen - oder doch nicht?


Dr. Werner Rügemer ist Publizist und Autor mehrerer Bücher. Er lebt in Köln.
Seine aktuellste Veröffentlichung: Bis diese Freiheit die Welt
erleuchtet...Transatlantische Sittenbilder aus Politik und Wirtschaft, Kultur
und Religion
<http://shop.papyrossa.de/Ruegemer-Werner-Bis-diese-Freiheit-die-Welt-erleuchtet>
. Ausgewählte Veröffentlichungen aus drei Jahrzehnten, aufgedeckte und wieder
verdrängte Erfahrungen aus den USA, aus Deutschland, der Europäischen Union
und aus Köln. Papyrossa Verlag, Köln 2016, 220 Seiten. 2. Auflage Februar
2017.
<http://shop.papyrossa.de/Ruegemer-Werner-Bis-diese-Freiheit-die-Welt-erleuchtet>




Hauptadresse: http://www.nachdenkseiten.de/
<http://www.nachdenkseiten.de/>

Artikel-Adresse: http://www.nachdenkseiten.de/?p=39942
<http://www.nachdenkseiten.de/?p=39942>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

Das Merkel-Gesetz

in Aus der Welt der Wissenschaft 06.09.2017 22:01
von franzpeter | 9.009 Beiträge

Das Merkel-Gesetz

Alles richtig, schön und gut. In NRW wird die CDU und FDP in den nächsten 5
Jahren nichts dergleichen tun, da ist man sich sogar mit der SPD - derzeit in
der Opposition - völlig einig. Und im Bund wird unter Merkel "mit
Kleinstpartner" SPD eine Energiewende im Sinne des Artikels auch nicht vorzeitig
stattfinden. Mit der FDP - siehe NRW.


Selbst dann nicht, sollten sogar die Grünen eine Regierungsbeteiligung
erreichen. Dann gilt auch hier das Merkel-Gesetz:

"Gegen meinen Willen
<https://www.welt.de/politik/deutschland/article168351986/Gegen-meinen-Willen-konnten-Sie-echt-nichts-durchsetzen.html>
und den der Unionsfraktion "können" Sie in diesem Parlament echt nichts
durchsetzen." Warum? Jeder von ihr zugestandene Ministerposten ist in der
Koalitionsfrage dann vorrangig.

Maßgebend aber sind doch vielmehr - so Werner Rügemer
<http://www.nachdenkseiten.de/?p=39942> - folgende unbekannte,
namenslose Regierungsmitglieder:

"Die Merkel hat ja noch nie Ihren Namen in ihr kummervolles Mündchen genommen.
Obwohl Sie, Sie großer Unbekannter, fast täglich im Bundeskanzleramt ein- und
ausgehen.

Man sieht Sie gar nicht, nie in der Tagesschau und im heute journal, obwohl Sie
überall sind, jedenfalls im Bundeskanzleramt und in den Aufsichtsräten unserer
DAX-Konzerne. "Unserer" sage ich dummerweise, obwohl "unsere" Wirtschaft ja Ihnen
gehört.

Sie heißen Blackrock und Blackstone und Capital Group und Wellington und
Templeton und Vanguard und Fidelity und State Street und Sun Life und Katar
Investment und sind Miteigentümer aller deutschen Autolügner und
Kohleverbrenner und Atommüll-Verstecker und von noch viel mehr und Sie haben
als Deutschland-Chef den Friedrich Merz, der ist auch Vorsitzender der
Geheimschleimer von der Atlantikbrücke und er ist Miteigentümer der
US-Wirtschaftskanzlei Mayer Brown und er ist seit knapp nach der Geburt im
heimischen Sauerland Mitglied der Merkel-Partei.


Die Merkel gehorcht Ihnen aufs unausgesprochene Wort! Da sind nichtmal
Parteispenden nötig!"

FS



der Freitag - Ausgabe 35/2017

Falsche Stromrechnung

Energiewende - Der Ausstieg aus der Braunkohle ist sofort möglich, aber
politisch nicht gewollt


von Anika Limbach

Umweltaktivisten demonstrieren im Rheinland gegen den Klimakiller Braunkohle -
Foto: Tim Wagner/Imago

Die Klima-Aktionstage im Rheinland sind vorbei, doch sie wirken nach. Etwa 6.000
Menschen aus unterschiedlichen Ländern beteiligten sich am Protest und konnten
Erfolge verbuchen. Wegen der Gleisblockaden von "Ende Gelände" mussten vier
Meiler des Kraftwerks Neurath, des weltweit dreckigsten Kohlekraftwerks, 20
Stunden lang auf 40 Prozent der Betriebsleistung gedrosselt werden.

"Es ist bewundernswert, dass sich auch unerfahrene Leute nicht haben provozieren
lassen, egal wie brutal die Polizei vorging", sagt Christopher Laumanns,
Pressesprecher des Klimacamps. Die Zahl der Verletzten, so schätzt er, liege im
dreistelligen Bereich.


Alle Versuche, die Aktivisten als Gewalttäter hinzustellen, sind damit
gescheitert. Es wird deutlich, dass ziviler Ungehorsam nichts mit den Krawallen
beim G20-Gipfel zu tun hat, sondern eine lang erprobte friedliche Aktionsform in
sozialen Bewegungen ist.


Geringfügige Straftaten wie Hausfriedensbruch werden bewusst begangen, um
tatsächliches Unrecht sichtbarer zu machen. Industrieländer wie Deutschland
stoßen extrem viel Treibhausgase aus in keiner Region der Welt wird so viel
emittiert wie im rheinischen Braunkohlerevier. Unter den Folgen des Klimawandels
leiden aber vor allem Menschen im globalen Süden.


Der notwendige gesellschaftliche Diskurs um den Kohleausstieg, der in der
Politik nicht stattfindet, wurde durch die Proteste angestoßen.

Tadzio Müller, Klimareferent der Rosa-Luxemburg-Stiftung, sagt: "Die
Klimagerechtigkeitsbewegung ist momentan in Deutschland die einzige soziale
Bewegung, die das Potenzial hat, die entscheidenden Fragen aufzuwerfen und so
einen tiefgreifenden Wandel herbeizuführen."


Zunächst einmal erhöht sie den Druck auf die Parteien. Beobachten konnte man
das am Beispiel der Linken. Als das Klimacamp im Rheinland bereits tagte, wollten
sich die in Brandenburg mitregierenden Linken aus Rücksicht auf die
Braunkohlesparte von ihren Klimazielen verabschieden. Ihr Vorstoß war schnell
vom Tisch. Die Bundesvorsitzende Katja Kipping setzte sich durch und stellte
klar, es gebe kein Zurück beim Klimaschutz.


Für einen schnellen Kohleausstieg sprechen sich die Grünen am deutlichsten
aus. Als Teil der früheren nordrhein-westfälischen Landesregierung
korrigierten sie allerdings nur geringfügig den kohlefreundlichen Kurs der SPD.
Unter Schwarz-Gelb in Nordrhein-Westfalen rückt der Braunkohleausstieg in noch
weitere Ferne.



Propaganda der Kohlelobby

Trotz gradueller Unterschiede scheint jede Regierung der Braunkohle-Länder NRW
und Brandenburg in den Verflechtungen gefangen zu sein, die über Jahrzehnte
zwischen Politik und Energiewirtschaft entstanden sind.


Der Weg für einen schnellen Kohleausstieg scheint lang zu sein, die Propaganda
der Kohlelobby gehört beinahe schon zum festen Bestandteil der öffentlichen
Meinung. Wenn Vertreter von Energiekonzernen und Gewerkschaften behaupten, dass
Braunkohlestrom noch lange gebraucht würde, dann bleibt das oft
unwidersprochen.


De facto gab es nie zuvor in Deutschland einen solchen Stromüberschuss. Noch
nie waren so viele Großkraftwerke für die Stromversorgung so überflüssig wie
heute. Während der Netto-Stromexport im Jahr 2010 noch 15 Terawattstunden (TWh)
betrug, überschritt er 2016 die Grenze von gigantischen 50 TWh
!


Noch deutlicher wird das Bild, wenn man alle stromerzeugenden Kraftwerke in
Betracht zieht.

Laut aktueller Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur summieren sich die
Leistungen bestehender Anlagen auf knapp 206 Gigawatt (GW). Zum Vergleich: Der
gesamte Stromverbrauch in Deutschland steigt im Höchstfall und einschließlich
der Reserveleistung auf etwa 88 GW.


Da wetterabhängige Kraftwerke wie Fotovoltaik- und Windkraftanlagen nicht
jederzeit Strom liefern können, werden sie in einer sogenannten Leistungsbilanz
nicht mitgezählt. Abzüglich aller Atom- und Braunkohlemeiler würden die
übrigen Kraftwerke dennoch den Strombedarf decken.


Anders ausgedrückt: Selbst im Extremfall, der im Grunde nur theoretisch
auftritt - wenn beim denkbar höchsten Stromverbrauch in Deutschland die Sonne
nicht scheint, der Wind nicht weht und die gesamte Reserveleistung gebraucht
wird -, ist Strom aus Braunkohle- und Atomkraftwerken gänzlich überflüssig
.


Die Rechnung ist so einfach wie verblüffend
<http://www.antiatombonn.de/index.php/sofortausstieg> . Sie
scheint dem zu widersprechen, was einer oft herangezogenen Statistik, dem
"Strommix", zu entnehmen ist.


Demnach trug die Braunkohle im Jahr 2016 noch knapp 24 Prozent zur gesamten
Stromerzeugung bei, der Anteil des Atomstroms betrug 13 Prozent. Wie soll es
möglich sein, diesen Anteil sofort zu ersetzen, fragt man sich.


Die Antwort ist einfacher, als man ahnt: Die Betreiber lassen ihre Braunkohle-
und Atommeiler fast durchgehend Strom produzieren. Pumpspeicher- und
Gaskraftwerke dagegen kommen oft nur zum Einsatz, um mögliche Lücken zwischen
Stromverbrauch und -erzeugung zu füllen, das heißt, über lange Strecken
stehen sie still.


Durch den Kapazitätsüberschuss fallen die Preise an der Strombörse seit
Jahren kontinuierlich. Nur für die Endverbraucher wurde Strom immer teurer,
wofür die erneuerbaren Energien allerdings am wenigsten verantwortlich sind
.


Im Energiebereich hat besonders in den vergangenen Jahren eine riesige
Umverteilung zulasten der Normalverbraucher und zugunsten von Konzernen und
Industrie stattgefunden. Hauptverursacher der stetigen Preiserhöhungen sind die
Stromversorger selbst, die den niedrigeren Börsenstrompreis nicht an die
Endkunden weitergeben
.


Hinzu kommen die ungerechten gesetzlichen Regelungen, die stromintensive
Unternehmen entlasten, und die hohen Netzentgelte. Darüber wird nicht nur die
Instandhaltung der Netze bezahlt, sondern auch unnötige Reservekraftwerke oder
der Bau neuer Stromautobahnen.


Für die Energiewende sind Letztere nicht notwendig. Mit dem Abschalten von
Atom- und Braunkohlekraftwerken gäbe es im Netz wieder mehr Platz für die
erneuerbaren Energien. Absurditäten wie das Abregeln von Windkrafträdern
wären dann passé.


Marode Meiler

Die Zukunft liegt in regionalen, intelligenten Netzen und dezentralen Speichern.


Je mehr diese zum Zuge kommen, desto überflüssiger werden geplante
Stromtrassen. Atomkraft-Länder wie Frankreich haben nicht trotz, sondern wegen
ihrer AKW mit Versorgungsengpässen zu kämpfen. Viele der immer älter werdenden
Meiler sind marode, störanfällig und unzuverlässig.


Das Problem ist ein grundsätzliches, mit Stromimporten aus Deutschland lässt
es sich nicht lösen. Notwendig ist eine konsequente Kehrtwende in der
Energiepolitik, wodurch erneuerbare Energien schneller an Bedeutung gewinnen
könnten.

Auch mit Stilllegung der Atom- und Braunkohlekraftwerke wäre die Energiewende
höchstens zur Hälfte vollzogen.

Würden wir konsequent und systematisch Strom einsparen sowie verstärkt
Speicher, Smart Grids und Lastmanagement einsetzen, könnte man recht schnell auf
alle restlichen konventionellen Kraftwerke verzichten.

Eine vollständige Energiewende muss aber auch den Wärme- und Verkehrssektor
erfassen und von einer Agrarwende begleitet werden. So sehr die politisch
Verantwortlichen dabei gefordert sind - ohne einen Wandel unserer aller
Gewohnheit, Ressourcen zu verschwenden, wird es nicht gehen
.


Quelle:
https://www.freitag.de/autoren/der-freit...e-stromrechnung
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franzpeter
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Angela Merkel - oberste Praktikantin der Amerikanisierung der Berliner Republik

in Aus der Welt der Wissenschaft 10.09.2017 14:13
von franzpeter | 9.009 Beiträge

Angela Merkel - oberste Praktikantin der Amerikanisierung der Berliner Republik

Stephan Richter: "Die "Amerikanisierung" manifestiert sich in zweierlei Weise:
erstens im systematischen Aushebeln des Gemeinwohls im politischen
Alltagsgeschäft durch industrielle Partikularinteressen.
Und zweitens im
permanenten Bestreben der Berliner Galionsfiguren, diese unschöne Entwicklung
durch Gefühlsduselei und pure Ankündigungspolitik zu übertünchen.

Die Fakten belegen, dass der Deutsche Bundestag - im Unterschied zum
Europäischen Parlament - unmutige Einheitssoße verbreiter und dem im
gemeinsamen Interesse der Großkoalitionäre betriebenen, einlullenden Gehabe der
Bundeskanzlerin
nichts entgegensetzen will.

Die Art und Weise, in der wir Bürger uns so abspeisen lassen, reflektiert
leider auch eine anhaltende Form obrigkeitsstaatlichen Denkens. Die Merkel'sche
Art des gefühlsduseligen Schönredens ist aber auch ein weiterer Beleg der
Amerikanisierung der Berliner Republik."




spiegel.de - 10. September 2017

Lobbyismus

Die Amerikanisierung der Berliner Republik

Übel, diese konzernabhängigen Amis! Schlimm, diese lobbyzerfressenen
EU-Bürokraten! Diese herablassenden Klagen hört man gerne in Deutschland - und
vergisst dabei, wie traurig es mittlerweile hierzulande um die Unabhängigkeit
der Politik steht.


Ein Gastbeitrag von Stephan Richter, Herausgeber und Chefredakteur von "The
Globalist <http://www.stephan-g-richter.de/> "

Angela Merkel - AFP

Bei aller Entrüstung, die wir Deutschen zu Recht über die Undurchdachtheiten,
Torheiten und Fiesheiten empfinden, die Donald Trump tagtäglich auf die
Weltbühne zaubert, müssen wir uns unbedingt vor einem Übermaß an
Selbstgerechtigkeit hüten.

Denn der dank Trump naheliegende Gedanke der Überlegenheit des deutschen Modells
lässt sich mit einer unangenehmen Tatsache nicht in Einklang bringen: der
zunehmenden Amerikanisierung des Politikbetriebes in der Berliner Republik.

Diese "Amerikanisierung" manifestiert sich in zweierlei Weise: erstens im
systematischen Aushebeln des Gemeinwohls im politischen Alltagsgeschäft durch
industrielle Partikularinteressen.
Und zweitens im permanenten Bestreben der
Berliner Galionsfiguren, diese unschöne Entwicklung durch Gefühlsduselei und
pure Ankündigungspolitik zu übertünchen.

Was die Amerikanisierung der Berliner Republik dabei umso beklagenswerter macht,
ist, dass die deutschen Politiker und Parteien dabei keinen der beiden
wichtigsten Rechtfertigungsgründe heranziehen können, auf die sich ihre
amerikanischen Widerparte stützen können. Denn in den USA gibt es
bekanntermaßen nicht nur keine öffentliche Parteien- und
Wahlkampffinanzierung, sondern auch der Wahlkampf an sich ist dort selbst für
einzelne Abgeordnete sehr teuer.


Daher müssen sich amerikanische Politiker und Parteien auf permanente Geldsuche
zur Selbstfinanzierung begeben. Das schafft Abhängigkeiten. Kein Wunder, dass
sich die Spendenempfänger vor allem in parlamentarischen Ausschusssitzungen dann
damit revanchieren, dass sie bestimmte Gesetzgebungsvorhaben entweder
vorantreiben oder blockieren - je nachdem, was ihre Geldgeber sehen wollen.

Denn selbstverständlich agieren US-Wirtschaftsverbände smart. Sie vergeben
Spenden vor allem an Abgeordnete, die in den Ausschüssen sitzen, in denen über
Regulierungsmaßnahmen verhandelt wird, die die jeweilige Industrie betreffen.

Das besondere "Wunder" der Berliner Republik besteht demgegenüber darin, dass
dort auf Ausschussebene oftmals dieselben Verhinderungsmanöver stattfinden -
allerdings ohne dass die jeweilige Industrie vorher dafür "bezahlt" hat.


Während es sich in den USA um eine söldnerische Transaktion handelt, die nicht
nur aus demokratietheoretischen Gesichtspunkten - wegen effektiver Befangenheit
und immanenten Interessenskonflikten - höchst bedenklich ist, kann die Berliner
Republik zum Selbstschutz von sich behaupten, dass sie nach der reinen Lehre
verfährt.



Die Zersetzung einer am öffentlichen Wohl orientierten Demokratie

Im Sinn des Gebens und Nehmens fließt bei uns ja aktuell kein Geld. Das erfolgt
meistens erst später, wenn Abgeordnete nach ihrer Mandatszeit dann in sehr viel
lukrativere Verbandstätigkeiten wechseln.
Mit diesen werden sie dann für
mitunter lange Jahre des vorauseilenden parlamentarischen Gehorsams gegenüber
bestimmten Verbandsinteressen belohnt.

Das prägnanteste Beispiel für diese Zersetzung einer am öffentlichen Wohl
orientierten Demokratie bleibt hierfür der Verband deutscher
Automobilhersteller (VDA).
Dabei geht es nicht einmal so sehr um das Wirken von
dessen Präsidenten und Paradelobbyisten Matthias Wissmann, der ja in letzter
Zeit gegenüber seinen Industriebossen sogar Züge der Wahrhaftigkeit an den Tag
gelegt hat.

Sehr viel irritierender ist das Verhalten der Bundeskanzlerin. Sie agiert mit
Blick auf die Automobilindustrie im Moment so, dass man fast den Eindruck haben
könnte, sie bewerbe sich für Wissmanns Nachfolge.


Von ihr kommt so gut wie kein Wort zu den Interessen der betrogenen Verbraucher,
außer dass sie davon spricht, dass es seitens der Industrie "unverzeihliche
Fehler" gegeben habe.


In Wirklichkeit verzeiht sie aber enorm: Mit aller Kraft verhindert sie das, was
im Interesse der gesamten Nation liegt (und auch die gerichtlich drohenden
Fahrverbote abwenden könnte) - nämlich die Verpflichtung der Konzerne zur
kostenfreien Hardware-Nachrüstung der Dieselfahrzeuge
.


Ein solcher Schritt, der trotz Merkels hinhaltenden Widerstands letztlich doch
kommen mag, würde das Image und den Selbstanspruch Deutschlands, eine führende
Umweltnation zu sein, endlich wieder in Einklang bringen. Stattdessen vertraut
Merkel "Softwareupdates" und stellt die Interessen der Beschäftigten der
Automobilindustrie über alles.


Die Gefahr der lobbyzerfressenen Berliner Republik

Auch Merkels immer wieder vorgebrachte These, dass eine echte Umrüstung zu
teuer sei und die Fähigkeit der Industrie für Zukunftsinvestitionen
untergrabe, verfängt nicht.


Denn die Autokonzerne verdienen ja aktuell nicht nur prächtig, sondern können
in Zeiten, in denen enorm viel Geld nach attraktiven Anlagemöglichkeiten sucht,
gewiss auch am Kapitalmarkt gegebenenfalls erforderliche Mittel leicht
einsammeln.


Was an der ganzen Entwicklung - weit jenseits des aktuellen Falls der
Automobilindustrie - besonders verstört, ist ein äußerst bedenkliches
Ablenkungsmanöver. In Deutschland (und Europa) machen wir uns große Sorgen
darüber, dass eine sich in Brüssel ausbreitende Lobby-Krake amerikanischen
Stils das politische Geschäft auf europäischer Ebene untergräbt.


Diese Gefahr besteht in der Tat. Dabei unterschlagen wir allerdings eine aus
deutscher Sicht sehr viel bedenklichere Tatsache - dass nämlich die Berliner
Republik sehr viel mehr lobbyzerfressen ist, als dies in Brüssel zu beobachten
ist.

Der Grund für diese Tatsache ist beschämend: Es ist seit Jahren à la mode, zu
sagen, dass das Europäische Parlament ein Papiertiger ist und die EU-Kommission
nur die Interessen der Großindustrie im Auge hat. In Wirklichkeit schaffen das
EU-Parlament und die Kommission eine ganze Menge an Vorlagen, die die legitimen
Interessen der Bürger voranbringen.

Im Gegensatz dazu ist es aber häufig die deutsche Bundesregierung, die sich
diesbezüglich im Ministerrat und auf der nationalen Verwaltungsebene in
Blockademanövern übt.

So ist zu erklären, dass ausgerechnet das vermeintlich immer so rechtsstaatlich
orientierte Deutschland seitens der EU-Kommission immer öfter vor dem EuGH
wegen Vertragsverletzungsverfahren verklagt wird (wie dies etwa bei wegen der
steigenden Nitratbelastung des Grundwassers im Landwirtschaftsbereich
<http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/nitrat-im-grundwasser-eu-reicht-klage-gegen-deutschland-ein-a-1120036.html>
der Fall ist).

Ebenso droht ein solches Verfahren wegen Luftverschmutzung durch
Stickstoffdioxid.

Diese Fakten belegen, dass der Deutsche Bundestag - im Unterschied zum
Europäischen Parlament - unmutige Einheitssoße verbreitet und dem im
gemeinsamen Interesse der Großkoalitionäre betriebenen, einlullenden Gehabe
der Bundeskanzlerin nichts entgegensetzen will.

Es ist bezeichnend, dass unsere oberste Naturwissenschaftlerin nun zum vierten
Mal im Wahlkampf Aufbruchsgeist zum Thema Digitalisierung verbreitet. Dabei
stellt ihr so gut wie niemand ernsthaft die Frage, wer denn wohl in den
vergangenen zwölf Jahren die Regierungsgeschäfte geführt hat.


Duckmäuserische Abgeordnete und Visionsredner

Die Art und Weise, in der wir Bürger uns so abspeisen lassen, reflektiert
leider auch eine anhaltende Form obrigkeitsstaatlichen Denkens.
Die Merkel'sche
Art des gefühlsduseligen Schönredens ist aber auch ein weiterer Beleg der
Amerikanisierung der Berliner Republik.

Bill Clinton hat dies mit seinem - häufig bei reinen Visionen gebliebenen -
Gerechtigkeits- und Modernisierungsdenken während seiner Regierungsjahre und
auch danach immer wieder bestens vorexerziert. Das Volk hat's ihm ob der Macht
der wohlfeilen Worte gedankt.

Solche Taschenspielertricks duckmäuserischer Abgeordneter und weltlenkender
Visionsredner bleiben aber nicht ohne Konsequenzen. Die Amerikaner haben am
eigenen Leib erfahren, wohin die modernisierungsfeindliche Lähmung des
Politikbetriebes durch die Status-quo-Interessen führt: Sie zieht einen Verlust
der Wettbewerbsfähigkeit und, damit unmittelbar verbunden, den Verlust von
Arbeitsplätzen nach sich.

Beides, so bekennt die Bundeskanzlerin (und zugleich die oberste Praktikantin
der Amerikanisierung der Berliner Republik) unablässig mit ihren Worten, will
sie unbedingt verhindern. Ihre Taten sprechen eine andere Sprache.



Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...-a-1166454.html
<http://www.spiegel.de/politik/deutschland/lobbyismus-wie-deutschland-amerikanisiert-wird-gastbeitrag-a-1166454.html>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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