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#1

Die Propaganda-Matrix

in Aus der Welt der Wissenschaft 08.09.2017 13:57
von franzpeter | 9.156 Beiträge

Eine Studie von Swiss Propaganda Research, September 2017

Die Propaganda-Matrix

Ob Russland, Syrien oder Donald Trump: Um die geopolitische Berichterstattung
westlicher Medien zu verstehen, muss man die Schlüsselrolle des amerikanischen
Council on Foreign Relations (CFR) kennen.

Im folgenden Beitrag wird erstmals dargestellt, wie das Netzwerk des Councils
einen in sich weitgehend geschlossenen, transatlantischen Informationskreislauf
schuf, in dem nahezu alle relevanten Quellen und Bezugspunkte von Mitgliedern
des CFR und seiner Partnerkontrolliert werden.



»Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, so erschaffen wir unsere
eigene Realität.« - Karl Rove, ehemaliger Leiter des Büros für Strategische
Initiativen der US-Regierung




Download der Studie von Swiss Propaganda Research:
https://swprs.files.wordpress.com/2017/0...trix-spr-ws.pdf
<https://swprs.files.wordpress.com/2017/09/die-propaganda-matrix-spr-ws.pdf>



Auszug:

Journalisten in der Matrix


Ein entscheidender Aspekt der CFR-Matrix besteht darin, dass auch gewöhnliche
Journalisten in sie eingeschlossen sind.

Viele Journalisten dürften mithin selbst an die ihnen vorgesetzten Narrative
glauben, während andere wie PR-Profis arbeiten und ihre Beiträge einfach mit
dem gewünschten Spin abliefern. Wieder andere mögen in der Konformität gar
eine Karrierechance für sich erblicken.


Ein entscheidender Aspekt der CFR-Matrix besteht darin, dass auch gewöhnliche
Journalisten in sie eingeschlossen sind.

Viele Journalisten dürften mithin selbst an die ihnen vorgesetzten Narrative
glauben, während andere wie PR-Profis arbeiten und ihre Beiträge einfach mit
dem gewünschten Spin abliefern. Wieder andere mögen in der Konformität gar
eine Karrierechance für sich erblicken.


Doch vorselektierte Quellen, Gruppendruck und die Abhängigkeit von Vorgesetzten
und Auftraggebern sorgen dafür, dass es selbst für aufrichtige und
intelligente Journalisten schwierig bis unmöglich ist, die Informationsmatrix
von innen heraus zu durchbrechen und abweichende Standpunkte einzubringen,
sofern imperiale Angelegenheiten tangiert sind.



So haben Mitarbeiter der ARD gemäß internen Memos die Vorgabe, bei
geopolitischen Konflikten »westliche Positionen zu verteidigen«, vertrauliche
Sprachregelungen zu beachten und ausschließlich konforme Quellen zu verwenden
.


Der ehemalige Chefredakteur des ZDF machte zudem publik, dass Beiträge zu
US-Kriegen politisch beeinflusst werden. Nahost-Korrespondent Ulrich Tilgner
beklagte redaktionelle Eingriffe aufgrund von »Bündnisrücksichten«, und der
vormalige Leiter des ZDF-Studios Bonn bestätigte »Anweisungen von oben« und
eine »freiwillige Gleichschaltung« der Journalisten.


Redaktionelle Eingriffe aufgrund von "Bündnisrücksichten":
Nahost-Korrespondent Tilgner


Abweichler werden entsprechend sanktioniert: In der Schweiz wurde etwa der
langjährige SRF-Korrespondent Helmut Scheben als »Putin-Troll« und »Teil der
russischen Propaganda-Maschinerie« beschimpft, als er es wagte, die
Syrienberichterstattung westlicher Medien kritisch zu hinterfragen. Auch ein
NZZ-Autor, der sich anmerken ließ, dass er noch offene Fragen zu den Ereignissen
vom 11. September 2001 hat, wurde von seinem Chef umgehend öffentlich
zurechtgewiesen.



Nun könnte man annehmen, dass in solch offensichtlichen Missbrauchsfällen das
amerikanische Committee to Protect Journalists (CPJ), das sich für die Rechte
der Journalisten einsetzt, intervenieren würde. Dem ist jedoch nicht so - denn
die Direktoren sowie fast der gesamte Vorstand des CPJ sind selbst Mitglieder
des Council on Foreign Relations.

Immerhin könnten solch mutige Journalisten eine Auszeichnung erhalten,
beispielsweise den renommierten Pulitzer-Preis. Auch hier wartet man jedoch
vergeblich, denn der Präsident des Pulitzer-Komitees (aktuell ein
Washington-Post-Redakteur) sowie diverse Vorstandsmitglieder entstammen ebenso
dem Council. Generell ist die Vergabe von Preisen und Auszeichnungen ein
wirksames Mittel, um festzulegen, was "guter" Journalismus und wer
"renommierter" Journalist ist.



Der deutsche Investigativ-Journalist und Dokumentarfilmer Dirk Pohlmann
beschrieb die Situation mit den folgenden Worten, nachdem eines seiner
geopolitisch brisanten Filmprojekte vom ZDF auf höchster Ebene gestoppt wurde:

"Das war eben ein Thema, bei dem man an die Grenzen dessen kommt, worüber man
berichten darf. Diese Grenzen gibt es, auch in unserem sogenannten »Freien
Westen«.[/
b]

Das merkt man, wenn man sie betritt: Dann gehen auf einmal die Scheinwerfer an,
die Hunde fangen an zu bellen und man hört, wie die Leute näher kommen. Und
dann weiß man, ok, jetzt bin ich in dem Territorium, von dem vorher behauptet
wurde, dass es das gar nicht gibt:[b] nämlich das verminte Territorium der Grenzen
der Informationsfreiheit."


Bedeutet dies, dass kritischer Journalismus in CFR-konformen Medien nicht
erwünscht ist?

Im Gegenteil: Seriöser Journalismus bildet überhaupt erst die Grundlage für
die Glaubwürdigkeit der traditionellen Medien, auf deren Basis dann gezielt und
wirkungsvoll geopolitische (und andere) Propaganda lanciert werden kann.

Denn der arglose Leser und Zuschauer hat kaum eine Chance, zwischen zwei
ehrlichen Beiträgen die geschickte Manipulation zu erkennen oder auch nur zu
erahnen.


Von allen Propaganda-Prinzipien ist dieses - langfristig gesehen - vielleicht
sogar das wichtigste: Nur Medien, die vertrauenswürdig erscheinen, können
dieses Vertrauen auch missbrauchen.




Mehr: https://swprs.org/die-propaganda-matrix/
<https://swprs.org/die-propaganda-matrix/>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

RE: Die Propaganda-Matrix

in Aus der Welt der Wissenschaft 09.09.2017 09:25
von BeKo | 18 Beiträge

Geschichte ist und wird nicht das sein, was geschehen ist, sondern das, was über das Ereignis aufgeschrieben wird.

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