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Edward Snowden greift Union und SPD scharf an, bezichtigt sie der Lüge.

in Aus der Welt der Wissenschaft 09.09.2017 08:27
von franzpeter | 9.009 Beiträge

Das üble Spiel mit öffentlicher Denunziation


Edward Snowden: Statt aufzuklären und die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes
strenger zu regulieren, hätten die Deutschen einfach das Gesetz so gelockert,
"dass es nicht mehr gebrochen wird".


Es sei den Regierungsparteien darum gegangen, "allzu beschämende Enthüllungen"
zu unterbinden, so Snowden. "Versprechen ans Weiße Haus haben für die
Bundesregierung wohl Gesetzescharakter."

Um seine Aussage vor dem Ausschuss zu verhindern, hätten die Regierungsparteien
behauptet, er sei nur gegen die Zusicherung von Asyl bereit zur Auskunft
gewesen. "Das ist eine Lüge", beteuert Snowden.



spiegel.de 08.09.2017

Snowden im SPIEGEL

"Ich bin kein russischer Spion"

Edward Snowden greift Union und SPD im SPIEGEL scharf an, bezichtigt sie der
Lüge. Zudem vermutet er, die NSA verschweige Informationen zu Hackerangriffen
im US-Wahlkampf.

Edward Snowden

Der von Union und SPD verfasste Teil im Abschlussbericht des
NSA-Untersuchungsausschusses
<http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsa-ausschuss-nobert-lammert-will-schiedsstelle-fuer-einstufung-von-geheimpapieren-a-1154939.html>
lese sich wie eine "Übung im kreativen Schreiben", sagt Edward Snowden in der
aktuellen Ausgabe des SPIEGEL
.

Statt aufzuklären und die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes strenger zu
regulieren, hätten die Deutschen einfach das Gesetz so gelockert, "dass es
nicht mehr gebrochen wird". Es sei den Regierungsparteien darum gegangen, "allzu
beschämende Enthüllungen" zu unterbinden, so Snowden. "Versprechen ans Weiße
Haus haben für die Bundesregierung wohl Gesetzescharakter."


Um seine Aussage vor dem Ausschuss zu verhindern, hätten die Regierungsparteien
behauptet, er sei nur gegen die Zusicherung von Asyl bereit zur Auskunft
gewesen. "Das ist eine Lüge", beteuert Snowden.

Der Whistleblower, der seit vier Jahren im Exil in Moskau lebt, wehrt sich in dem
Interview gegen Verdächtigungen, er arbeite für die Geheimdienste seines
Gastlandes. "Nein, ich bin kein russischer Spion", sagt der 34-Jährige.

So hatte zum Beispiel Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamts für
Verfassungsschutz, von einer hohen "Plausibilität" dieser Annahme gesprochen.
"Er hatte ja nicht mal den Mumm zu behaupten, ich sei ein Spion", so Snowden
über Maaßen. "Ich hoffte, dass wir als offene Gesellschaften die Tage hinter
uns gelassen haben, in denen Geheimagenten ihre Kritiker einfach denunzieren
konnten."

In dem Gespräch bezweifelte Snowden auch, dass Russland allein für die
Hackerangriffe auf die Demokratische Partei in den USA vor den
Präsidentschaftswahlen verantwortlich war. Das FBI habe keine Beweise vorgelegt,
obwohl er vermute, dass es sie gebe, sagt der Whistleblower.

"Die NSA weiß wohl ziemlich genau, wer bei Clinton die Eindringlinge waren. Aber
ich vermute, dass sie in den Systemen noch andere Angreifer entdeckt hat, da
waren vielleicht sechs oder sieben Gruppen am Werk." Er glaube, dass eine "ganz
bestimmte Geschichte" über Russland erzählt werden sollte.



Quelle:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolit...-a-1166721.html
<http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/edward-snowden-ich-bin-kein-russischer-spion-a-1166721.html>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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