GKR-Forum

a_6.jpg a_6.jpg

#1

Forscher wollen kältesten Punkt des Alls auf der ISS erzeugen

in Aus der Welt der Wissenschaft 18.05.2018 18:16
von franzpeter | 9.719 Beiträge

Nasa-Mission
Forscher wollen kältesten Punkt des Alls auf der ISS erzeugen
Erstmals wollen Forscher auf der ISS ein Bose-Einstein-Kondensat erzeugen. Dazu transportieren sie ein Hightech-Labor ins All, das Atome auf ein milliardstel Grad über dem absoluten Nullpunkt herunterkühlen soll.

Freitag, 18.05.2018 11:18 Uhr


Das "CAL"-Labor ist nur etwa so groß wie ein Kühlschrank, doch es kostet rund 70 Millionen Dollar: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will mit dem "Cold Atom Laboratory" auf der Internationalen Raumstation ISS den kältesten Punkt des Universums schaffen.


Am Sonntag soll der Versuchsaufbau an Bord des privaten Raumfrachters "Cygnus" vom US-Bundesstaat Virginia starten und am Donnerstag auf der ISS ankommen, teilte die Nasa mit.
In dem vom Nasa-Team im kalifornischen Pasadena entwickelten Labor befinden sich Laser, eine Vakuum-Kammer und eine Art elektromagnetisches Messer. Damit sollen Gas-Partikel auf ein milliardstel Grad über dem absoluten Nullpunkt bei rund -273 Grad Celsius heruntergefroren werden. Das ist kälter als in den Tiefen des Universums.


Wenn Atome so weit heruntergekühlt werden, können sie einen extremen Aggregatzustand annehmen - das sogenannte Bose-Einstein-Kondensat. Sie benehmen sich dann weniger wie Partikel, sondern eher wie Wellen. Der absolute Nullpunkt, null Kelvin, liegt bei minus 273,15 Grad Celsius.

Die Erdanziehungskraft zieht die Partikel herunter, so dass Forscher sie auf der Erde bislang immer nur für Bruchteile von Sekunden beobachten konnten. Auf der ISS könnten extrem kalte Atome ihre Wellenform der Nasa zufolge bis zu zehn Sekunden lang beibehalten.

"Diese extrem kalten Atome zu erkunden könnte unser Verständnis von Materie und der fundamentalen Natur der Erdanziehung verändern", sagte Nasa-Projektmanager Robert Thompson.

Fünf Teams von Wissenschaftlern haben Forschungen mit dem "CAL" angekündigt. Darunter ist auch der Physiknobelpreisträger Eric Cornell, der die Auszeichnung 2001 für frühe Forschungen zum Bose-Einstein-Kondensat erhalten hatte. Die "CAL"-Mission ist zunächst auf ein Jahr angelegt, könnte aber auf bis zu fünf Jahre ausgeweitet werden.

Ein Bose-Einstein-Kondensat wird dabei allerdings nicht das erste Mal im All erzeugt. Im vergangenen Jahr hatten Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Wolke aus Rubidium-Atomen mit einer Rakete ins All geschossen. In der sechsminütigen Phase der Schwerelosigkeit kühlten sie die Teilchen mithilfe von Lasern auf nahezu minus 273 Grad ab.

Das DLR will 2018 und 2019 neben Rubidium-Atomen auch ultrakalte Kalium-Atome herstellen und die Fallgeschwindigkeit beider Bose-Einstein-Kondensate vergleichen. Das Experiment soll zeigen, ob Albert Einstein auch im Fall der ultrakalten Teilchen recht hatte mit seiner Theorie, dass im Vakuum alle Massen gleich schnell fallen.

joe/dpa
Quelle: spiegel online


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 9 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: max mill
Forum Statistiken
Das Forum hat 2612 Themen und 13354 Beiträge.

Heute waren 3 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 71 Benutzer (12.03.2015 19:47).

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de