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Krim, Krim und nochmals Krim - dort fiel aber kein einziger Schuss

in Aus der Welt der Wissenschaft 13.07.2018 11:51
von franzpeter | 8.947 Beiträge

Krim, Krim und nochmals Krim - dort fiel aber kein einziger Schuss

Überall da, wo westliche Staatenbündnisse, mit oder ohne Nato-Beteiligung, in
den letzten Jahren militärisch interveniert haben, haben sie politische
Instabilität, millionenfachen Tod und immer mehr Fluchtursachen hinterlassen
.


Oskar Lafontaine, der Spielverderber
<https://www.ksta.de/kultur/-das-ist-alles-wahnsinn--oscar-lafontaine-wird-bei-maybrit-illner-zum-spielverderber-30952850>
, erinnerte bei Maybritt Illner gestern daran, dass auch die Übernahme der Krim
eine Vorgeschichte habe, die in den Medien nicht gern genannt werde.

Die Zahlen - so Lafontaine - seien doch eindeutig.

Die Nato gebe 900 Milliarden Euro für Rüstung aus, Russland dagegen nur etwa 60
Milliarden: "Das ist alles Wahnsinn." Die zwei Prozent solle man statt für
Rüstung für Entwicklungshilfe investieren. Die USA seien weit davon entfernt,
die vereinbarten 0,7 Prozent für Entwicklungshilfe je zu erreichen.

Von "Verteidigung" zu sprechen, ist längst ein Euphemismus, der nur der
Rüstungsindustrie dient.


Der amerikanische Präsident forderte in seiner alleinigen PK in Brüssel die
Natorländer unverhohlen dazu auf die amerikansiche Rüstungsindustrie zu
unterstützen und das "beste" Equipment der Welt nur in Amerika zu kaufen.

Diese minutenlange Aufforderung Trumps an die Natomitglieder (bei Phoenix zu
sehen) wurde in den TV-Ausschnitten danach bewußt herausgeschnitten. Sie war
abends in den TV-Berichten bereits nicht mehr zu sehen.


Oskar Lafontaines appellierte, dass man zehn Prozent der Rüstungsausgaben
aufwenden solle, um Hunger und Krankheit in der Welt zu bekämpfen. Und endete
seinen Appell mit der Frage, warum das eigentlich nicht als normal betrachtet,
sondern als linke Weltfremdheit abgetan wird.

FS


taz 13.07.2018

Kommentar zum Gipfel in Brüssel

Die Nato sollte sich auflösen

Es kann mehrere Interpretationen dessen geben, was beim Nato-Gipfel passiert
ist. Aber keine davon stimmt zuversichtlich.

Bernd Pickert


Dieser Nato-Gipfel war ein Schauspiel der besonderen Art. Es kann mehrere
Interpretationen dessen geben, was da gerade in Brüssel passiert ist. Aber keine
davon stimmt zuversichtlich.

Die eine: US-Präsident Donald Trump hat wieder den Rüpel gespielt, die anderen
haben das geschehen und ihn im Anschluss behaupten lassen, sein deutliches
Auftreten habe sie alle umgestimmt.


Dabei ist in Wirklichkeit überhaupt nichts passiert. Die Gipfelerklärung war
schon vorher fertig. In der steht in Sachen Militärfinanzierung nichts Neues.
Trump lügt sich selbst und seiner Basis eine Erfolgsmeldung zusammen.


Die andere Interpretation: Was da in Brüssel passiert ist, wird als Wendepunkt
der Nato in Richtung ihrer Auflösung in die Geschichte eingehen. Denn es ist
deutlich geworden, dass die Führungsmacht nicht nur mit den europäischen
Alliierten in essenziellen Fragen und Überzeugungen nicht mehr an einem Strang
zieht, sondern sie im Gegenteil direkt bekämpft.

Beide Interpretationen schließen sich nicht aus. Sie können sich wunderbar
ergänzen und führen zu dem einfachen Schluss: Ja, die Nato sollte sich
auflösen. Ein Schritt, den sie schon nach dem Ende des Kalten Krieges hätte
gehen sollen.

Fast 30 Jahre danach ist klarer denn je, dass den Bedrohungen des Weltfriedens
schlicht nicht militärisch beizukommen ist. Im Gegenteil: Die schon 2014 beim
Waliser Nato-Gipfel beschlossenen militärischen Ausgabensteigerungen gehen in
die falsche Richtung.


Es heißt Abschied nehmen

Man kann nicht einerseits davon sprechen, Fluchtursachen bekämpfen zu wollen,
und zugleich immer mehr Geld in Aufrüstung stecken. Die USA geben zu viel Geld
für das Militär aus, beklagte Trump in Brüssel. Da hat er Recht - aber es hat
ihn niemand darum gebeten.


Wer seine außenpolitischen Initiativen nicht im Zweifel auch durch
militärische Stärke oder die Drohung damit unterlegen könne, so eine
Binsenweisheit, werde auf der Weltbühne nicht ernst genommen. Andersherum gilt
allerdings auch: Wer außenpolitische Intervention stets ärisch denkt, wird die
Welt nicht weiter- bringen.


Überall da, wo westliche Staatenbündnisse, mit oder ohne Nato-Beteiligung, in
den letzten Jahren militärisch interveniert haben, haben sie politische
Instabilität, millionenfachen Tod und immer mehr Fluchtursachen hinterlassen
.


Wenn dann noch eine Regierung die anderen Mitgliedsländer in Geiselhaft nimmt,
die sich von multilateraler Zusammenarbeit bei globalen Schicksalsfragen
zurückzieht, heißt es Abschied nehmen von diesem Bündnis.



Quelle:
http://www.taz.de/Kommentar-zum-Gipfel-in-Bruessel/!5517381/
<http://www.taz.de/Kommentar-zum-Gipfel-in-Bruessel/%215517381/>

Anmerkung:
Was zum Teufel heißt ärisch?
Wikipedia und Duden kennen aerisch (an der freien Luft [Geologiebegriff]; arisch kennt wohl jeder), aber ärisch?


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 13.07.2018 11:52 | nach oben springen


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