GKR-Forum

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#1

Dem Türken wird hier nichts verziehen

in Aus der Welt der Wissenschaft 24.07.2018 14:57
von franzpeter | 8.857 Beiträge

Wahlkämpferin Angela Merkel

Was macht ein Fußballer, wenn Frau Merkel im Wahlkampf uneingeladen die
Umkleide stürmt ? Auf´s Klo verschwinden ? ....!



http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...n-a-724182.html




NDS 24.07.2018

1. Auszug aus einem Leserbrief an die FR zu einem Artikel
http://www.fr.de/politik/meinung/komment...oezil-a-1549158
vom 22.07.18:

".... Wie hätte er sich nach der Einladung verhalten sollen ? Hätte er sie
annehmen, dann aber das Foto ablehnen sollen ? Oder hätte er den Kontakt mit
Erdogan komplett vermeiden sollen ? Wie hätte das geschehen sollen ?

Kann man von Fußballern überhaupt erwarten, dass sie die Politiker, denen sie
begegnen, vorher auf ihre politische Correctness prüfen ?

Und das in der Situation Özils, dessen Eltern aus der Türkei stammen und der
noch Familie in der Türkei hat. Welche Reaktion wäre seitens der türkischen
Regierung und der dortigen Öffentlichkeit auf einen derartigen Affront zu
erwarten gewesen ? Vor allem, wenn die Ablehnung in Deutschland bekannt geworden
wäre und Özil hier in der Presse als Verfechter der Menschenrechte in der
Türkei gefeiert worden wäre. Die Folgen wären, gerade in einem so
autoritären System, unabsehbar. Erwarten Sie, dass er sich diesem Risiko
aussetzt ?


Hinzu kommt, dass ich Ihre Meinung für ziemlich bigott halte. Wie kann man bei
einem Fußballer Maßstäbe anlegen, wie man es bei Politikern nie tun würde.

Kennen Sie einen deutschen Politiker, der sich geweigert hätte, sich mit Erdogan
fotografieren zu lassen oder der den Handschlag verweigert hätte. Ich nicht. Ich
kenne auch zumindest keinen Politiker unserer Regierung, der sich für ein
Waffenembargo für die Türkei eingesetzt hätte.


Wir sind einfach moralisch gar nicht in der Position, Özil Vorwürfe zu machen,
da wir selbst zutiefst unmoralisch handeln, wenn wir Erdogan weiter mit Waffen
beliefern und er damit Krieg in Syrien führen kann. Die Geschäfte scheinen bei
uns grundsätzlich moralische Bedenken wegzuwischen.


Auch unsere Proteste gegen diesen Krieg sind doch sehr zurückhaltend bis gar
nicht vorhanden. Ich frage mich auch, ob Journalisten wie Sie auch aufgeschrien
hätten (oder haben), wenn sich deutsche Fußballer mit Politikern wie Clinton,
Bush, Obama oder Blair hätten ablichten lassen ?


Was macht ein Fußballer, wenn Frau Merkel uneingeladen die Umkleide stürmt und
er sich mit ihr (im Wahlkampf !) nicht ablichten lassen will ? Auf´s Klo
verschwinden ? ....!



2. Der Kommentar von Jens Berger:

".... Wir sind ja aufgeklärt und haben nichts gegen Ausländer. Unser
Gemüsehändler darf ruhig gen Mekka beten, unsere Putzfrau ihr Kopftuch tragen.
Solange diese Einwanderer in niederen Jobs tätig sind und uns dienlich sind,
ist uns das alles egal....


Wäre Deutschland in Russland Weltmeister geworden, wäre aber wohl auch das nur
eine skurrile Fußnote.

Die Nationalmannschaft schied jedoch sang- und klanglos in der Vorrunde aus und
keiner der Verantwortlichen dachte auch nur im Traum daran, Verantwortung zu
übernehmen. Man hatte ja den türkischen Prügelknaben, den ohnehin halb
Deutschland nicht mag und es ist ja auch so herrlich einfach, sich als
Trittbrettfahrer von AfD und BILD
am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.


Was für eine erbärmliche Versagenskultur. So wurde das Sag mir, wie Du es mit
Erdogan hältst doch tatsächlich zur Gretchenfrage der jüngeren deutschen
Fußballgeschichte. Absurd.


Derweil spuckten BILD und Co. Gift und Galle, während der noble DFB-Sponsor
Mercedes - richtig, das waren die Moralapostel mit den vergasten Affen

https://www.welt.de/wirtschaft/article17...on-Daimler.html
<https://www.welt.de/wirtschaft/article173108860/Affen-Tierversuche-ueberschatten-Rekordbilanz-von-Daimler.html>
- Mesut Özil aus seinen Werbespots herausschnitt und die DFB-Spitze sich nicht
etwa hinter ihren fünfmaligen Nationalspieler des Jahres stellte, sondern ganz
im Gegenteil selbst zur Hexenjagd auf Özil blies.
Oh, welch Niedertracht.

Das Signal an Einwandererkinder könnte schlimmer nicht sein. Jahrzehnte der
Integrationsarbeit des DFB wurden von feigen Funktionären, die vor allem sich
selbst und ihre gut dotierten Verträge
retten wollten, ohne ein Wimperzucken
zunichte gemacht. ....
"


Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=45117#more-45117
<https://www.nachdenkseiten.de/?p=45117#more-45117>

Anmerkung:
Eigentlich halte ich Fußballspieler für mit Euros zu Unrecht genudelte Sportganter an denen sich noch ganz andere mästen, die dann ihre Euros in die Schweiz bringen und ungeachtet von verdientem Knast noch das Maul aufreißen.
Während bei anderen Sportarten die Armut durch die Rippen schimmert und die Sportler/innen sich trotzdem voll ins Zeug legen.
Aber sei es drum. Hier geht es um Medien und Mercedes.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 24.07.2018 15:07 | nach oben springen

#2

"Einfach unerträglich": Schröder kritisiert Maas im Fall Özil

in Aus der Welt der Wissenschaft 25.07.2018 18:33
von franzpeter | 8.857 Beiträge

25. Juli 2018, 13:53 Uhr
Ex-Bundeskanzler gegen Außenminister
"Einfach unerträglich": Schröder kritisiert Maas im Fall Özil scharf

Altkanzler Schröder nennt Äußerungen von Außenminister Maas im Fall Özil "schlicht und einfach unerträglich".
Maas hatte unter anderem gesagt, er glaube nicht, "dass der Fall eines in England lebenden und arbeitenden Multimillionärs Auskunft gibt über Integrationsfähigkeit in Deutschland".

Mesut Özil hatte am Sonntag seinen Austritt aus der Nationalmannschaft erklärt und das unter anderem mit Rassismus gegen ihn begründet.

Von Ferdos Forudastan

Der frühere Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende Gerhard Schröder hat Außenminister Heiko Maas (SPD) für Äußerungen zum Fall Mesut Özil scharf kritisiert. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung sagte Schröder, dass sich ein Außenminister im Rahmen der Debatte über einen deutschen Fußballspieler mit türkischen Wurzeln so einlasse, wie Maas das getan habe, sei "schlicht und einfach unerträglich".


Maas' "dumpfe Kommentare" zu Özil hätten auch mit sozialdemokratischen Vorstellungen von Integration "absolut nichts zu tun". Der Außenminister mache dem Fußballspieler nicht nur indirekt zum Vorwurf, dass er viel Geld verdiene und seinen Lebensmittelpunkt derzeit nicht in Deutschland habe. Er zweifle in gewisser Weise auch an, "dass Özil hier so richtig dazugehört". Mit seinen Aussagen spiele er denen in die Hände, die Mesut Özil wegen der türkischen Herkunft seiner Familie ablehnten.
Maas hatte am Montag unter anderem gesagt, er glaube nicht, "dass der Fall eines in England lebenden und arbeitenden Multimillionärs Auskunft gibt über Integrationsfähigkeit in Deutschland". Der Außenminister hatte für diesen Satz von verschiedenen Seiten Kritik einstecken müssen. Er fügte seiner Äußerung dann an anderer Stelle Aussagen wie "ein Rücktritt wegen rassistischer Anfeindungen ist ein Armutszeugnis für alle" hinzu.
Mesut Özil hatte am Sonntag seinen Austritt aus der Nationalmannschaft erklärt und das unter anderem mit der von ihm als rassistisch empfundenen Debatte über sein Bild mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan und dem Umgang des Deutschen Fußball-Bundes mit seiner Person begründet.
Quelle: sz

Anmerkung:

Zitat
Maas hatte am Montag unter anderem gesagt, er glaube nicht, "dass der Fall eines in England lebenden und arbeitenden Multimillionärs Auskunft gibt über Integrationsfähigkeit in Deutschland".



Falls Özil privat und arbeitsmäßig in England lebt, ist an der Äußerung von Maas logisch nichts auszusetzen (es sei denn , man legt es unzulässig darauf an!).

Zitat
Der frühere Bundeskanzler und SPD-Vorsitzende Gerhard Schröder hat Außenminister Heiko Maas (SPD) für Äußerungen zum Fall Mesut Özil scharf kritisiert.



Also, da fällt mir ein Bild dazu ein: Schröder rüttelt am Zaun des Parlaments und ruft: "Ich will da rein!!"
Nun war er ja drin und ist wieder draußen.

Und - hat er seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland? Und wo verdient er sein Geld?

(begreift er tiefenpsychologisch die Maas'sche Aussage als Kritik an sich?)


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 25.07.2018 18:41 | nach oben springen

#3

Zehnkampf-Europameister Abele

in Aus der Welt der Wissenschaft 09.08.2018 08:31
von franzpeter | 8.857 Beiträge

Zehnkampf-Europameister Abele
Auf dem Thron
Arthur Abele hat mit seinem Zehnkampf-Erfolg der deutschen Mannschaft das erste Gold der Leichtathletik-EM beschert. Es war vor allem ein Sieg über ihn selbst.

Von Peter Ahrens, Berlin
Donnerstag, 09.08.2018 06:45 Uhr


Die Karrieren von Arthur Abele und Robert Harting haben ungefähr gleichzeitig angefangen. 2007 hatten sie als junge Kerle ihre ersten großen Erfolge in der Leichtathletik, Harting wurde Vizeweltmeister im Diskuswurf, Abele gewann das renommierte Zehnkampf-Meeting von Ratingen. Beiden schien die Tür zur großen Sportwelt offen zu stehen.


Hindurch gegangen durch die Tür ist zunächst nur Harting, 2009, als der Diskushüne in Berlin zu ersten Mal Weltmeister wurde, plagte sich Abele schon mit Verletzungen herum. Die zwei Karrieren sind weit auseinander gegangen. Um sich an diesem besonderen Mittwochabend im Olympiastadion wieder zu kreuzen.
An dem Abend, an dem der 33-jährige Harting in seiner Stadt Berlin seinen Abschied vom großen Wettkampfsport nahm und der 32-jährige Arthur Abele diese immer wieder von Verletzungsrückschlägen unterbrochene Sportlerlaufbahn endlich krönen durfte. Mit dem Europameistertitel im Zehnkampf.
Mit der Pappkrone auf dem Kopf
Da stand dieser Arthur Abele nun auf der blauen Laufbahn, besser er lag mehr, als er stand nach diesen kräftezehrenden zwei Tagen im Glutofen des Olympiastadions. Das allgegenwärtige Maskottchen Berlino hatte ihm eine Pappkrone auf den Kopf gesetzt, schließlich ist Abele jetzt der König der Athleten. Das ist der inoffizielle Titel der Zehnkampfsieger, und Abele, der ewige Kronprinz, hat jetzt den Thron bestiegen. König Arthur, und die Mit-Zehnkämpfer, diese unter Leistungssportlern ungewöhnlich verschworene Truppe, sind seine Tafelrunde.

"Es hat diesmal einfach alles gepasst, am Ende sind alle Emotionen, die sich über die Jahre bei mir aufgestaut haben, rausgekommen"; sagte Abele anschließend, noch sichtlich angefasst. Man traut sich nicht, das Wort Stehaufmännchen bei ihm zu verwenden, bei diesem Topsportler, der von oben bis unten aus Muskeln zu bestehen scheint, bei dem man Angst haben muss, dass Stab und Speer, die er anfasst, unter seiner Kraft zerbrechen. Aber ein Stehaufmann ist er in jedem Fall.
Die gesamte Leidensgeschichte erzählt
Die Achillessehne ist ihm gerissen, er hatte einen Leistenbruch, einen Nabelbruch, das Schambein hatte sich entzündet, den Bänderriss im Fuß muss man fast gar nicht erwähnen, eher den dann folgenden Ermüdungsbruch. Im Dezember wachte er auf und litt plötzlich unter einer Gesichtslähmung. Abele hat alles mitgenommen, was man in eine Leidensgeschichte eines Sportlers hineinschreiben kann. Man muss sich das vorstellen: Zwischen seinem ersten Sieg in Ratingen 2007 und seinem zweiten Erfolg 2016 hat Abele nur acht Wettkämpfe bestreiten können.

"Ich habe mir verboten, aufzugeben. Ich habe immer gedacht, in mir ist noch etwas, das darauf wartet, herauszukommen", sagte er am späten Mittwochabend. Das, was wartete, das waren die 8431 Punkte von Berlin, die ihm zur Goldmedaille vor dem Russen Ilja Schkurenkow und dem Weißrussen Vitali Schuk reichten.
So punktete der Europameister in den zehn Disziplinen

DPA
Tag 1, 100 Meter: 10,86 Sekunden (892 Punkte)

SRDJAN SUKI/EPA-EFE/REX/Shutterstock
Tag 1, Weitsprung: 7,42 Meter, Saisonbestleistung (915 Punkte, gesamt: 1807)

Getty Images
Tag 2, 1500 Meter: 4:30.84 Minuten (739 Punkte, gesamt: 8431)

Zum Vergleich: Ashton Eaton beendete seinen Weltrekord-Zehnkampf 2015 in Peking mit 9045 Punkten.

Als der Deutsche, die Arme hochreißend, über die Ziellinie mehr stolperte als lief, da schrie das Olympiastadion so auf, als wenn ein Stadion schreien könnte. Ein spezieller Moment, an dem sogar mal die Mallorca-Partymusik, die ansonsten den ganzen Wettkampftag über die Arena beschallte, kurz still war. Keine Hermes House Band, nur ein euphorisches Berliner Fachpublikum, das diese Leistung des Arthur Abele feierte.

Zehnkampf: man scheut sich, ihn eine Sportart zu nennen. Er besteht aus so vielen Sportarten, aus so vielen unterschiedlichen Fertig- und Fähigkeiten, eigentlich braucht der Zehnkämpfer jeden Muskel, jede Sehne des Körpers, irgendwann in diesen zwei Wettkampftagen wird auch die entlegenste Nervenbahn benötigt. Das macht die Zehnkämpfer auch so anfällig, ihre Körper zu so sensiblen Gebilden. Rico Freimuth und Kai Kazmirek, eigentlich die Besten ihres Fachs in Deutschland, konnten in Berlin nicht antreten. Kazmirek hatte eine Medaille fest im Blick, eine Woche vor den Titelkämpfen streikte die Physis.
Und als Weltmeister und Topfavorit Kevin Mayer aus Frankreich sich dann noch im Wettkampf den Lapsus erlaubte, im Weitsprung drei ungültige Versuche hinzulegen, da war der Weg plötzlich frei für Abele. Und diesmal konnte er auch zugreifen. Er hat es getan.
Silber kann unterschiedlich glänzen
Es war ohnehin ein heißer Abend in Berlin, in jeder Beziehung. Wie in einer Konferenzschaltung im Fußball hatten sich die Ereignisse am Abend parallelgeschaltet.
Nur ein paar Meter im Stadion voneinander entfernt bewiesen Weitspringer Fabian Heinle und Kugelstoßerin Christina Schwanitz zeitgleich, wie verschiedenartig eine Silbermedaille glänzen kann. Für Heinle waren die 8,13 Meter ein Sprung ins Glück. Für Schwanitz, die größte deutsche Goldfavoritin, waren die 19,19 Meter eine Enttäuschung, weil sie, zuvor von Anfang an in Führung liegend, noch im letzten Durchgang von der Polin Paulina Guba übertrumpft wurde. Silber gab es für beide Deutschen, beide werden in der Nacht aus unterschiedlichen Gründen nicht viel geschlafen haben.

In einer anderen Ecke des Stadions zelebrierte Harting derweil seinen Abend mit Platz sechs im Diskusring. Mehr war einfach nicht drin mit diesem über die Jahre geschundenen Leistungssportkörper. Der in jeder Beziehung große Robert Harting, der Olympiasieger, dreifache Weltmeister, der Europameister, er hatte sich diesen Abschied in Berlin gewünscht. Zeitweilig lag er sogar auf Platz zwei, aber die Anderen waren einfach besser.

Dieses eine Mal nur stahl Arthur Abele Harting die Show. Er hat mehr als zehn Jahre dafür gebraucht.

Quelle: spiegel online

Anmerkung:
Und was verdienen solche Leute im Vergleich zu einigen hochgelobten Fußballern?


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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