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#1

„Die Grenzwerte sind sogar noch zu hoch“

in Aus der Welt der Wissenschaft 23.01.2019 13:52
von franzpeter | 9.443 Beiträge

„Die Grenzwerte sind sogar noch zu hoch“
Von Stefan Tomik
-Aktualisiert am 23.01.2019-12:01

In einer Stellungnahme halten mehr als hundert Lungenärzte die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid für zu niedrig. Sie argumentieren, dass dann ja alle Raucher tot umfallen müssten. Der Physiologe Holger Schulz hält dagegen: Das sei naiv.

Unter Ärzten wächst die Kritik an den Grenzwerten für Stickstoffdioxid und Feinstaub – und damit an den drohenden Fahrverboten für ältere Dieselfahrzeuge. Mehr als 100 Lungenärzte haben ein Positionspapier unterzeichnet, das die Gesundheitsgefahren anzweifelt und fordert, die geltenden Grenzwerte zu überprüfen. In dem Papier kritisiert der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) Dieter Köhler einen Großteil der vorhandenen Studien zu Gesundheitsgefahren durch Dieselabgase als methodisch fragwürdig.

Stefan Tomik
Redakteur in der Politik.
F.A.Z.
Damit wendet sich Köhler gegen die bisherige Position des aktuellen DGP-Vorstands. Dieser hatte Ende November in einer Studie ausführlich auf Gesundheitsrisiken durch Luftschadstoffe hingewiesen und sich dabei die Studienergebnisse des renommierten Münchner Helmholtz Zentrums für Umweltmedizin zu Eigen gemacht. Die Münchner Forscher sehen Gesundheitsgefahren durch Stickstoffdioxid und Feinstaub auch schon in niedrigen Konzentrationen wie den derzeit gültigen Grenzwerten.
Im Gespräch mit FAZ.NET weist der Mediziner und Physiologe Holger Schulz, stellvertretender Direktor des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, Köhlers Vorwürfe zurück.

Holger Schulz ist stellvertretender Leiter des Zentrums für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München
:

Herr Schulz, laut wissenschaftlichen Untersuchungen gehen jährlich Tausende vorzeitige Todesfälle auf die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden zurück. Nun sagen etwa hundert Ärzte um den Pneumologen Dieter Köhler, sie hätten in ihren Praxen und Kliniken noch nie einen Toten durch Feinstaub gesehen. Wie passt das zusammen?

Das mag ja stimmen, aber schauen Sie doch mal auf Zigarettenraucher. Haben Sie schon mal einen Raucher gesehen, der beim Ziehen an seiner Zigarette tot umgefallen ist? Zigarettenrauch und Feinstaub haben ähnliche Auswirkungen auf den Körper. Auch ein Raucher stirbt nicht am Rauch selbst, er stirbt am Herzinfarkt, am Schlaganfall oder an Lungenkrebs, und genau diese Erkrankungen sind auch mit der Feinstaubbelastung assoziiert, wenn auch in deutlich geringerem Maße. Aber dem Feinstaub sind alle ausgesetzt, das potenziert das Problem. Mit dem Rauchen kann man aufhören, mit dem Atmen nicht.


Wie kommt man denn auf diese erschreckende Zahlen von Tausenden Toten?
Wenn Wissenschaftler verschiedene Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Alkohol abschätzen und miteinander vergleichen wollen, brauchen Sie eine Maßzahl. Dazu kann man in Modellen die Zahl der vorzeitigen Todesfälle oder die verkürzte Lebenserwartung ausrechnen. Beim Feinstaub kommt die EU-Umweltagentur dabei auf sechs Monate bis ein Jahr.

Nun sagen die Ärzte: Raucher inhalieren eine Feinstaub-Dosis, die millionenfach über dem Grenzwert liegt, und eine Stickoxid-Dosis, die tausendfach darüber liegt. Und sie fragen: Warum sind dann nicht alle Raucher nach wenigen Monaten tot?

Das ist ein sehr naiver Ansatz, dass man nur die Masse berücksichtigt, nicht die Expositionszeit. Hier wird eine kurze Spitzenbelastung, von der man sich gleich darauf wieder erholen kann, mit einer Langzeitbelastung verglichen. Der Ansatz leuchtet nur auf den ersten Blick ein, aber so funktioniert es in der Toxikologie nicht. Was alle Ärzte auch wissen müssten: Selbst wenn Sie einen gesunden jungen Raucher nehmen, der fit ist, der keine Symptome und keine Beschwerden und eine gesunde Lungenfunktion hat, und bei ihm eine Lungenspülung machen, werden Sie dort Entzündungszeichen finden. Und im Blut finden Sie auch Veränderungen, etwa bei der Blutgerinnung. Rauchen macht schon nach wenigen Zigaretten etwas mit Ihnen, auch wenn die Todesfälle erst nach Jahrzehnten eintreten. Ähnliche Mechanismen sehen wir in geringerem Umfang bei der Feinstaubbelastung.

Verwechseln die Studien wie behauptet Korrelation, also einen bloßen statistischen Zusammenhang, mit Kausalität, also einem Wirkungszusammenhang?
Über bloße Korrelationen ist die Wissenschaft längst hinaus. Neben den vielen epidemiologischen Studien schauen wir auch, ob sich die Effekte kontrolliert reproduzieren lassen. Für solche Experimente, bei denen Menschen Schadstoffen ausgesetzt werden, gibt es eine hohe ethische Schwelle. Wenn etwa leichte Asthmatiker über zwei Stunden eine niedrige Dosis Feinstaub einatmen, können wir schon sehen, wie die Lunge darauf reagiert. Hinzu kommt eine große Zahl von kontrollierten Tierversuchen, in denen wir noch viel genauer hinsehen können und biologische Mechanismen der Schadstoffwirkung herausfinden. Wir können sogar einzelne Zellen gezielt Schadstoffen aussetzen. Zudem haben wir „Interventionsstudien“ wie beispielsweise aus China. Dort wurde während der Olympischen Spiele die Luftverschmutzung heruntergefahren, indem zum Beispiel Industrieanlagen abgeschaltet wurden, und man sah, dass sogar in dieser kurzen Zeit die Sterblichkeitsrate sank, danach aber wieder stieg. Auf lange Zeit angelegte Reihenuntersuchungen belegen, dass sich die Lungenfunktion von Kindern wieder verbessert, wenn sie von hoch belasteten in niedrig belastete Gebiete umziehen. Alle diese Studien muss man, ähnlich wie bei einem Puzzle, zusammennehmen, wenn man sich ein Gesamtbild machen will.
Sie vergleichen also nicht, wie Herr Köhler behauptet, vor allem Menschen vom Land mit Städtern?
Der Stadt-Land-Vergleich ist längst überholt. Man vergleicht heute verschiedene Städte oder verschieden belastete Stadtregionen miteinander, etwa Stockholm, wo es im Jahresmittel weniger als 10 Mikrogramm Feinstaub gibt, und Budapest mit der höchsten Belastung von 35 Mikrogramm. Wenn wir 30 Städte untersuchen, haben wir ein Panel mit sehr unterschiedlichen Belastungen.

Übersehen Sie dabei andere Faktoren des Lebenswandels wie Alkoholkonsum, körperliche Aktivität und Vorerkrankungen?
Nein. In den Studien werden solche Faktoren kontrolliert, dazu auch der soziale Status, Alter, Geschlecht, Ernährung und weitere Faktoren wie sogar das Klima. Da wird eine Unmenge an Informationen in komplexe Modelle eingespeist. Man muss offen sagen, dass natürlich nicht alle Faktoren immer in allen Studien kontrolliert werden können. Das ist auch logisch, denn so umfassend kann keine Erhebung sein.

Wie entstehen die Grenzwerte? Warum kommen die Amerikaner auf 100 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft und die Europäer auf 40? Wird da gewürfelt?
Einerseits will man die Bevölkerung umfassend vor Gefahren schützen, das ist der medizinische Aspekt, dem auch die Weltgesundheitsorganisation verpflichtet ist. Andererseits gilt natürlich auch: Es muss realistisch sein, umsetzbar und finanzierbar. Das sind die beiden Eckpunkte, und der Grenzwert entsteht aus einem politischen Kompromiss. Der kann in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich ausfallen.
Und was ist mit dem Einwand, in der Natur werde eine teils viel höhere Feinstaubbelastung erreicht?
Nur auf die Masse zu schauen, wäre viel zu simpel. Die Weltgesundheitsorganisation hat bunte Landkarten erstellt über die Feinstaubbelastung der Welt. Auf denen ist die Sahara – wo es kaum Industrie und Autos gibt – ein Gebiet mit einer sehr hohen Feinstaubkonzentration. Aber das ist ganz natürlicher Staub, der durch die vielen Sandstürme aufgewirbelt wird. Wenn Sie ein Gramm davon inhalieren, ist das nicht gefährlich, aber ein Gramm Feinstaub aus Auspuffgasen hat eine viel höhere toxische Wirkung. Unsere Stadtluft enthält einen ganzen Cocktail von Schadstoffen. Im Feinstaub sind auch Metalle vom Abrieb der Bremsbeläge und Gummi vom Reifenabrieb. Und der Ultrafeinstaub macht zwar nur fünf bis zehn Prozent dieser Masse aus, aber genau diese winzigsten Teilchen, die tief in die Lunge eindringen, kommen aus den Kraftfahrzeugen.
Gibt es in der Toxikologie Probleme mit den wissenschaftlichen Standards?
Wenn Sie einen Beitrag in einer internationalen Fachzeitschrift einreichen, wird er von drei bis vier Wissenschaftlern gegengelesen und genau unter die Lupe genommen. Man kann es wirklich so sagen: Da wird ein Text „auseinander genommen“, und oft werden andere Erklärungsmöglichkeiten der Ergebnisse oder sogar Nachberechnungen eingefordert. Dieser Prozess ist eine wichtige Basis der evidenzbasierten Medizin. Was der Leser am Ende zu sehen bekommt, erfüllt bei renommierten wissenschaftlichen Journals einen hohen Standard, und deshalb finde ich es irritierend und leichtfertig, das so einfach vom Tisch zu wischen.


Ist die Wissenschaft „ideologisiert“? Werden Ergebnisse zurechtgebogen, um eine vorgefertigte Weltsicht zu bestätigen?
Wissenschaft will nach klaren, weltweit anerkannten Regeln Zusammenhängen auf den Grund gehen und ein objektives Bild vermitteln. Wissenschaft ist damit das Gegenteil von Ideologie. Wenn es einzelne Studien gibt, die keinen Gesundheitseffekt für Feinstaub oder Stickoxide finden können, gehört auch das zum Gesamtbild. Es geht darum, der Wahrheit möglichst nahe zu kommen, auch wenn die unbequem ist und womöglich bedeutet, dass wir Mobilität in unseren Städten ganz anders organisieren müssen als bislang.

Halten Sie die geltenden Grenzwerte gar für zu hoch?
Definitiv ja. Neuere Studien aus Amerika haben Daten von Millionen Menschen ausgewertet und Effekte schon weit unterhalb des Feinstaub-Grenzwertes nachgewiesen. Auch in der Weltgesundheitsorganisation gibt es Bestrebungen, die Empfehlungen für Luftschadstoffe weiter nach unten zu korrigieren. Und man darf nicht denselben Fehler machen wie beim Stickoxid und erst nach vielen Jahren der Grenzwertüberschreitung handeln. Für mich ist die Frage, auf die letztlich alles hinausläuft: Würde ich meine Eltern oder meine Kinder jahrelang an einer hoch belasteten Straße wohnen lassen? Bestimmt nicht. Und muss ich mich als Arzt, selbst wenn die Evidenz nicht bei 100 Prozent liegt, sondern bei 95, nicht vor die sozial Schwachen stellen und fordern, dass man diese Menschen schützt? Denn sie sind die wirklich Betroffenen. Doch über die Bewohner der hoch belasteten Gebiete wird in der aktuellen Diskussion kaum noch gesprochen. Das ist ein Armutszeugnis.


Quelle: FAZ.NET

Anmerkung:

Zitat
In einer Stellungnahme halten mehr als hundert Lungenärzte die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid für zu niedrig.[/b] Sie argumentieren, dass dann ja alle Raucher tot umfallen müssten.


Man könnte meinen, die haben Angst um zu wenig Kunden (Patienten)
Oder sie fahren in der Mehrzahl alte Diesel.

Zitat
Nun sagen etwa hundert Ärzte um den Pneumologen Dieter Köhler, sie hätten in ihren Praxen und Kliniken noch nie einen Toten durch Feinstaub gesehen.


Nein, die kommen in der Regel bevor sie tot sind!

Zitat
Der kann in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich ausfallen


Zum Beispiel, wenn man angesiedelte Automobil-Industrien als Parameter hernimmt


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 23.01.2019 13:57 | nach oben springen

#2

Wissenschaftlich abgedriftet : Was treibt die Lungenärzte an?

in Aus der Welt der Wissenschaft 24.01.2019 16:26
von franzpeter | 9.443 Beiträge

Wissenschaftlich abgedriftet
:
Was treibt die Lungenärzte an?
Von Joachim Müller-Jung
-Aktualisiert am 24.01.2019-11:18

Bildbeschreibung einblenden
Eine Schadstoff-Messstation in Darmstadt Bild: dpa
Ärzte als Aktivisten, warum nicht? Aber eine Unterschriftenliste gegen die Gesundheitsvorsorge, die noch dazu das Vertrauen in die Forschung untergraben soll – das wirft Fragen nach der Wissenschaftlichkeit des Vorstoßes auf.


Eine Unterschriftenliste von Fachärzten ist generell ein Vorgehen, das außerhalb des wissenschaftlichen Prozesses steht – gleich, ob sie sich damit wie im vorliegenden Fall explizit gegen die Expertise ihrer Fachgesellschaft stellen oder nicht. Zugleich sind Lungenärzte als Mediziner nicht zwangsläufig wissenschaftlich berufen oder kompetent, die Abschätzung von Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung epidemiologisch zu bewerten.

Joachim Müller-Jung
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

Das Hauptargument, das vorgetragen wird – „Grenzwerte ohne wissenschaftliche Grundlage“ –, zeigt, dass die Lungenärzte die reiche (und auch jüngere) wissenschaftliche und politische Literatur entweder nicht gelesen haben oder nicht zu würdigen bereit sind. Um eine wissenschaftliche Infragestellung geht es den Ärzten offenbar gar nicht. Es geht um eine Art politisches Wiederaufnahmeverfahren eines allerdings schon vor mehr als zehn Jahren abgeschlossenen Verfahrens der Grenzwertfestsetzung. Das ist ihr gutes Recht, auch wenn gefragt werden darf: Warum erst jetzt?

Berlin hat EU-Grenzwerte mitgetragen
Grundsätzlich sind Grenzwerte zur Luftreinhaltung nicht das Ergebnis eines wissenschaftlichen, sondern eines politischen Prozesses. Leitend in Europa ist traditionell das Vorsorgeprinzip. Im konkreten Fall gibt es seit den neunziger Jahren mehrere EU-Entscheidungen und verbindliche Richtlinien, denen alle europäischen Länder zugestimmt und die zu zahlreichen Grenzwerten für Luftschadstoffe geführt haben. Die Wissenschaft hat lediglich das verfügbare Wissen zur Bewertung der Gesundheitsrisiken und damit zur – politischen – Festsetzung eines Vorsorgegrenzwertes bereitgestellt. Dieser Prozess läuft weiter. In der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bei europäischen Stellen und auch von deutschen Bundesbehörden werden die von Umweltschadstoffen ausgehenden Risiken immer wieder nach wissenschaftlichen Studien überprüft.



An der wissenschaftlichen Einschätzung, dass es sich bei Stickoxiden und Feinstaub toxikologisch um gesundheitsgefährdende Substanzen handelt, hat sich keineswegs etwas geändert. Mehr noch als bei Stickoxiden liegen zu Feinstaubpartikeln tierexperimentelle Daten, Zellkulturstudien, Beobachtungsstudien im „Freiland“ und Expositionsstudien im Labor – also mit Menschen und Tieren, die unter kontrollierten Bedingungen die Schadstoffe eingeatmet haben – vor. Lückenlos sind diese methodisch und finanziell sehr aufwendigen Studien allerdings bis heute nicht, die Bewertung ist fortlaufend auch bei hierzulande weiter sinkenden Schadstoffkonzentrationen. Momentan stehen etwa besonders lungengängige ultrafeine Feinstaubpartikel im wissenschaftlichen Fokus.

Keine neuen Hinweise, dass Luftschadstoffe weniger gefährlich sein sollen
Bei Stickoxiden, die hauptsächlich (aber nicht nur) aus dem Verkehr stammen, geben weder die WHO noch die damit befassten Experten unabhängiger Institute Entwarnung. Das liegt weniger an der akuten Gefährlichkeit für gesunde Menschen (die von den Lungenärzten in Abrede gestellt wird), sondern an dem nachgewiesenermaßen erhöhten Risiko für Asthmatiker und kleine Kinder. Zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen im Land leiden unter Asthma, Tendenz weiter steigend. Auch deshalb war ein so vergleichsweise niedriger Vorsorgegrenzwert für den Verkehr – anders als etwa für belastete Arbeitsplätze – vereinbart worden.




FAZ Plus Artikel:
Debatte über Fahrverbote

Es hat aber auch damit zu tun, dass Stickoxide als Leitsubstanz für die Luftverunreinigung gelten, denn Luftschadstoffe treten nie einzeln auf. Stickoxide beispielsweise sind Vorläufersubstanzen für die Bildung von Ozon und Smog. Anders als die Ärzte insinuieren, gibt es international keinerlei Tendenzen (und epidemiologische oder physiologische Gründe) in der Wissenschaft, die durch Luftschadstoffe verursachten Gesundheitsrisiken kleinzureden.

Dass ausgerechnet Ärzte, die die Gesundheit auch der Schwächsten im Blick haben sollen, diese Entwicklung in ihrem ureigenen Zuständigkeitsbereich verkennen, genügt als Ausweis für den wissenschaftlichen Stellenwert der Unterschriftenaktion.
Quelle: F.A.Z.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 24.01.2019 16:27 | nach oben springen

#3

Was Forscher über Feinstaub und Stickoxid wissen

in Aus der Welt der Wissenschaft 25.01.2019 13:15
von franzpeter | 9.443 Beiträge

SZ 24. Januar 2019

Streit um Schadstoffe

Was Forscher über Feinstaub und Stickoxid wissen

Wie gefährlich sind Luftschadstoffe, wo kommen sie her, wer legt die Grenzwerte
fest? Fragen und Antworten zum Abgas-Streit.

Von Hanno Charisius und Marlene Weiß

Demonstration gegen das Fahrverbot für Dieselautos in Stuttgart. (Foto: dpa)

Gut hundert Lungenärzte, die den Nutzen von Grenzwerten für Feinstaub und
Stickoxide anzweifeln, haben deutschlandweit eine emotionale Debatte ausgelöst.
Schließlich sind die Grenzwerte die Grundlage für Dieselfahrverbote in einigen
deutschen Städten. Wie gefährlich sind die Abgase wirklich? Antworten auf die
wichtigsten Fragen.



Wie gefährlich ist Stickstoffdioxid?

NO2 wird oft als Reizgas bezeichnet, das in großen Mengen giftig ist. Es kann
Menschen mit Atemwegserkrankungen zusätzlich belasten, doch die Gefährlichkeit
für Gesunde ist schwieriger abzuschätzen.


Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA fasst den Kenntnisstand in etwa so
zusammen: Langfristig könne NO2 bei Kindern Asthma hervorrufen, zu den
kurzfristigen Effekten zählen Schäden am Herz-Kreislauf-System und erhöhte
Sterblichkeit.

Andauernde NO2-Exposition könne zu Diabetes, Krebs und vermehrten Fehlgeburten
führen
, wobei diese Effekte nicht klar von der Wirkung anderer Luftschadstoffe
aus dem Verkehr zu trennen seien. Es gibt also noch offene Fragen zu den
gesundheitlichen Gefahren.

Sicher ist jedoch, dass aus Stickoxiden gesundheitsschädlicher Feinstaub und
aggressives Ozon entsteht. Die Gesundheitsgefahren durch diese beiden Schadstoffe
gehen also auch auf Stickoxide zurück.


Stickoxide Wie sich Stickoxide auf den Körper auswirken Video
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/d...irken-1.3614096



Wie gefährlich ist Feinstaub?

Feinstaub ist nach Ansicht vieler Experten ein deutlich größeres Problem als
die Stickoxide. Je nach Größe der Partikel wirkt Feinstaub unterschiedlich auf
den menschlichen Körper. Besonders gefährlich sind kleine Partikel mit einem
Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (PM2,5). Diese gelangen beim Einatmen
tief in die Lungenbläschen und sogar in den Blutkreislauf.


Die Effekte reichen laut Umweltbundesamt von Schleimhautreizungen und lokalen
Entzündungen in Rachen, Luftröhre und Bronchien bis zu verstärkter
Plaquebildung in den Blutgefäßen, einer erhöhten Thromboseneigung und
Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems.


Der Grenzwert für diese Partikel liegt in der EU bei 25 Mikrogramm pro
Kubikmeter Luft im Jahresmittel, was nach Ansicht vieler Experten zu lax ist. In
den USA gilt ein Grenzwert von zehn Mikrogramm, den auch die WHO empfiehlt. Gäbe
es diesen Grenzwert in Deutschland, würde man hier über Fahrverbote wegen
Feinstaub diskutieren
.



Wie werden Grenzwerte festgelegt?

Grenzwerte sind keine Naturkonstanten, die man einfach messen kann. Man kann
daher nicht Angaben machen wie: Inhaliert ein Mensch fünf Milligramm Feinstaub,
fällt er tot um. Grenzwerte sind vielmehr das Ergebnis eines politischen
Entscheidungsprozesses, der sich auf möglichst viele, mit wissenschaftlichen
Methoden belegbare Fakten stützen sollte.



Worauf beruht der derzeit gültige Grenzwert für Stickstoffdioxid?

Der aktuell in der EU zulässige Jahresmittelwert für NO2 liegt bei 40
Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und wurde 1999 von den Mitgliedsstaaten
beschlossen. Seit 2008 ist er in Kraft. Seither gilt auch, dass höchstens
18-mal pro Jahr an einer Messstation der Stundenmittelwert von 200 Mikrogramm
pro Kubikmeter überschritten werden darf.

Wie auch bei vielen anderen Grenzwerten stützte sich die EU-Kommission bei
ihrem Vorschlag damals auf die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO.
Der maximale Stundenmittelwert basiert auf der Beobachtung, dass Asthmatiker bei
höheren Konzentrationen schnell gesundheitliche Probleme bekommen.

Was den Jahresmittelwert angeht, ist die Studienlage nicht so eindeutig. Die
ursprüngliche Empfehlung der WHO basierte im Wesentlichen auf einer Untersuchung
aus den 1990er-Jahren an Kindern, die in Wohnungen mit Gasöfen lebten.


Die Forscher beobachteten damals deutlich mehr Atemwegserkrankungen unter
Kindern, die über zwei Wochen hinweg mehr als 30 Mikrogramm NO2 ausgesetzt
waren. Im Jahr 2005 bekräftigte die WHO nochmals die Empfehlungen, betonte
jedoch auch, dass es schwierig sei, die Wirkungen des NO2 von denen anderer
Luftschadstoffe zu trennen.

Die WHO-Experten halten die 40 Mikrogramm dennoch für richtig, weil der Wert
geeignet sei, auch empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Kranke und Kinder zu
schützen. Zudem sei NO2 ein Indikator für weitere Schadstoffe, die nicht
überwacht werden.



Sind Schadstoffmengen unterhalb des Grenzwertes unbedenklich?

Nein, die negativen Effekte setzen wahrscheinlich nicht erst oberhalb der
gesetzlich festgelegten Schwelle ein.



Lässt sich die Beeinträchtigung der Bevölkerung messen?

Das versuchen sogenannte epidemiologische Studien. Diese können jedoch nur
statistische Zusammenhänge zwischen Schadstoffmengen und Krankheitsbildern
beobachten und keine individuellen Wirkungsmechanismen aufklären.


Die Wirkung von Luftschadstoffen auf den menschlichen Körper ist generell nicht
so eindeutig wie etwa Verletzungen bei einem Verkehrsunfall. Man kann sie daher
nicht messen, man muss sie berechnen.

Damit das nicht schiefgeht, ist große Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit der
Forscher notwendig - und außerdem Daten von sehr vielen Menschen. Weil diese Art
von Studien äußerst komplex ist, gilt die Faustregel, dass ein Befund zunächst
durch weitere Studien, die die Fragestellung anders bearbeiten, bestätigt werden
muss, bevor man ihn anerkennt und an einen ursächlichen Zusammenhang glaubt.



Wie sinnvoll ist der Vergleich mit Kerzen oder Zigarettenrauch?

Kerzen wie Zigaretten sind NO2- und Feinstaubquellen, die in geschlossenen
Räumen weitaus höhere Schadstoffmengen erzeugen, als es die Grenzwerte
gestatten. Dass Raucher und Kerzenliebhaber trotzdem nicht nach wenigen Monaten
sterben, wird mitunter als Beleg dafür herangezogen, dass diese Schadstoffe
nicht so gefährlich sein können.


In vielerlei Hinsicht sind dies Vergleiche jedoch nutzlos und irreführend.
Kerzen können in einem geschlossenen Raum die NO2-Konzentration kurzzeitig weit
über den für Außenluft zulässigen Jahresdurchschnittswert steigern, und
Ärzte können tatsächlich messen, wie der Körper darauf reagiert.


Doch der Kerze, dem Gasherd oder der laufenden Gastherme in der Wohnung ist man
immer nur kurzfristig ausgesetzt und nicht dauerhaft. Und ein Raucher trifft für
sich die Entscheidung, wann er Schadstoffe einatmet. Schmutzige Luft hingegen
atmen alle ein, auch jene, die besonders empfindlich sind: Alte, Schwangere,
Neugeborene, Kinder und Kranke - rund um die Uhr, jeden Tag
.



Wie und wo wird gemessen?

Wie an "verkehrsnahen" Stationen gemessen werden soll, legt die
Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) fest: Nicht höher als vier Meter,
nicht niedriger als 1,50 Meter, höchstens zehn Meter vom Fahrbahnrand entfernt,
aber nicht näher als 25 Meter an einer verkehrsreichen Kreuzung, und vieles
mehr.


Das ist allerdings nicht überall möglich. Manche Messstationen, etwa jene am
Münchner Stachus, wurden schon vor Jahrzehnten aufgestellt, lange vor dieser
Regelung, und werden nicht umplatziert, damit die Werte mit früheren Messungen
vergleichbar bleiben.

An anderen Orten findet sich kein perfekter Standort, schließlich soll der
Verkehr nicht behindert werden. Aber selbst bei BImSchV-konformen Messungen sind
beträchtliche Schwankungen möglich. Das gilt vor allem für Stickstoffdioxid:
So lag das Jahresmittel der NO2-Konzentration an der Berliner Karl-Marx-Straße
2010 laut Daten des Umweltbundesamtes teils bei rund 60 Mikrogramm pro Kubikmeter
- und nur wenige Meter entfernt fiel die Konzentration auf 40 Mikrogramm.
Darum
sind einzelne Stationen teils schlecht vergleichbar. Trotzdem zeigt das in
Deutschland vergleichsweise dichte Messnetz relativ gut, wo die größten
Probleme liegen - und vor allem, wie sich die Werte mit der Zeit entwickeln.



Aus welchen Quellen stammen die Schadstoffe?

Wo die Schadstoffe herkommen, hängt logischerweise davon ab, wo man misst. Das
gilt vor allem für Stickstoffdioxid, das sich relativ schlecht in der Luft
verteilt.

Am notorischen Stuttgarter Neckartor etwa kommen nach Angaben der Landesanstalt
für Umwelt rund 70 Prozent der Belastung aus Kfz-Abgasen - großteils lokal
erzeugt. Nur rund ein Viertel davon schwappt aus anderen Straßen herüber.


13 Prozent NO2 kommen am Neckartor aus Heizungen und Öfen, der Rest entfällt
auf Industrie und kleinere Quellen.


Auch Feinstaub kommt an stark befahrenen Straßen größtenteils vom Verkehr.
Autos und Laster verursachen etwa an der Frankfurter Allee in Berlin rund die
Hälfte der PM10-Belastung, jeweils etwa zu gleichen Teilen durch ihre Abgase
sowie durch Aufwirbelung und Reifenabrieb.


Ein weiteres Viertel des Feinstaubs stammt von Industrie und Kraftwerken, rund
zehn Prozent aus Schwedenöfen und ähnlichen Anlagen, der Rest verteilt sich auf
Landwirtschaft und weitere, kleinere Quellen. Beim Feinstaub der kleineren
Kategorie (PM2,5) ist die Verteilung ähnlich, wobei der Anteil des Verkehrs
etwas geringer und jener der privaten Öfen etwas größer ist.

Allerdings ist Feinstaub ein weniger lokales Problem als Stickoxide: Selbst in
Großstädten stammt - je nach Messstelle - mindestens die Hälfte der Belastung
aus dem Umland, nur rund ein Viertel ist rein lokal erzeugt.



Stimmt es, dass die Luft früher viel schlechter war?

Ja. Das gilt vor allem für Schadstoffe wie Schwefeldioxid, womit die neuen
Bundesländer 1990 teils extrem stark belastet waren; inzwischen ist die
Konzentration von SO2 minimal und bleibt unter den Grenzwerten.


Auch die Feinstaub-Konzentration in der Luft ist stark rückläufig: Noch in den
1990er-Jahren lagen die städtischen PM10-Konzentrationen im Jahresmittel bei
bis zu 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, heute sind es - immerhin - weniger als 25
Mikrogramm. Der maximal erlaubte Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro
Kubikmeter wird seit 2012 überall eingehalten.


Beim Stickstoffdioxid ging das Jahresmittel weniger stark zurück, an
verkehrsnahen Stellen waren es in den 1990erJahren im Schnitt rund 50 Mikrogramm
pro Kubikmeter, heute liegt die mittlere Belastung knapp unter dem Grenzwert von
40 Mikrogramm - allerdings wird dieser Wert an fast der Hälfte aller
Messstationen überschritten.



Quelle:
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/d...abgas-1.4301212
<https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/diesel-stickoxid-gesundheit-luft-feinstaub-abgas-1.4301212>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#4

Internationale Forscher widersprechen deutschen Lungenärzten

in Aus der Welt der Wissenschaft 27.01.2019 16:51
von franzpeter | 9.443 Beiträge

Internationale Forscher widersprechen deutschen Lungenärzten
Von Joachim Müller-Jung
-Aktualisiert am 27.01.2019-14:58


Im deutschen Streit um Grenzwerte für die Luftreinhaltung beziehen jetzt Lungenmedizin-Verbände aus aller Welt Stellung. FAZ.NET dokumentiert exklusiv das gemeinsame Papier von vierzehn internationalen Fachleuten.


Der Bundesverkehrsminister freut sich und mit ihm die Autoindustrie und der ADAC: Eine kleine, aber laute Minderheit von Lungenärzten, hundert von viertausend Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, hat sich auf ihre Seite geschlagen und die wissenschaftlichen Grundlagen von lange bestehenden Grenzwerten für Stickoxide und Feinstaub infrage gestellt – nicht, weil bahnbrechende neue Ergebnisse zu den Gesundheitsgefahren von Luftschadstoffen vorliegen, sondern weil ihnen die drohenden Dieselfahrverbote nicht passen, die nach Nichteinhaltung der europäischen Standards von deutschen Richtern angeordnet wurden. Viele Menschen hat der Vorstoß der Lungenärzte verunsichert, Mediziner fürchten um ihre Glaubwürdigkeit, weil für sie der Gesundheitschutz an erster Stelle stehen sollte. Der klinische Lungenarzt Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover, derzeit Präsident der europäischen Pneumologen-Gesellschaft, hat mit 14 Repräsentanten des International Forum of Respiratory Societies FIRS, dem weltweiten Zusammenschluss der führenden Gesellschaften für Lungengesundheit mit mehr als 70.000 Mitgliedern, eine Stellungnahme ausgearbeitet, die wir hier dokumentieren:

Joachim Müller-Jung
Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

„Das Forum der Internationalen Lungengesellschaften, FIRS, stimmt den nationalen deutschen Standards, den europäischen Standards und denen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu und widerspricht damit der Gruppe der deutschen Lungenfachärzte, die sich für eine Aufweichung der Grenzwerte ausgesprochen hatten. Nach Angaben der WHO ist die Schadstoffbelastung der Luft für 4,2 Millionen jährliche Todesfälle verantwortlich. Obwohl die Lunge am stärksten von der Luftverschmutzung betroffen ist, werden durch diese auch andere Organsysteme geschädigt und chronische Erkrankungen verschlechtert. Akute Effekte zeigen den sichtbarsten Effekt, Langzeitexposition erzeugt hingegen chronische Veränderungen, die langfristig tödlich sein können: Krebs, Herzkrankheiten, Schädigungen des Neugeborenen und Demenz sind mit Luftverschmutzung assoziiert, dafür sind vor allem Partikel mit einem Durchmesser unter 2,5 Mikrometern (PM2,5) und andere Dieselabgase verantwortlich.
Die schädlichen Auswirkungen blieben lange unbemerkt, was die WHO veranlasst hat, die gesundheitlichen Effekte der Luftverschmutzung als „stille Epidemie“ zu bezeichnen. Je größer die Schadstoffbelastung und je geringer die Fähigkeit von Menschen, besonders von solchen mit chronischen Krankheiten oder sozialen Einschränkungen, damit umzugehen, desto größer sind die Folgen für die Gesundheit.
Schädliche Auswirkungen der Luftverschmutzung bestehen sogar unterhalb der internationalen Grenzwerte. So ist das Risiko für einen Schlaganfall durch PM2,5-Partikel innerhalb von 12 bis 14 Stunden nach Exposition am größten. Das gilt sogar bei PM2,5-Konzentrationem unterhalb der internationalen Standards. Die Standards wurden so gewählt, dass selbst für chronisch Kranke wesentliche negative Effekte auf die Gesundheit ausgeschlossen werden können. FIRS unterstützt deshalb nachdrücklich internationale Standards. Jede Aktivität für eine saubere Luft fördert die Gesundheit.

* * * Die englischsprachige Fassung * * *
The Forum of International Respiratory Societies (FIRS) disagrees with the group of about 100 pulmonologists and agrees with the German national standards, the European standards, and the World Health Organization (WHO) standards.
According to the World Health Organization, outdoor fine particle pollution, also called “soot” or PM2.5, accounts for 4.2 million deaths per year. Although the lung is the organ most injured by air pollution, pollution can cause or complicate many conditions outside the respiratory system. The acute effects of air pollution are the most noticeable, but the chronic effects are the most deadly. Cancers, heart disease, birth defects, and even dementia have been linked to air pollution, with fine inhalable particles having diameters generally 2.5 micrometers and smaller, called PM2.5, and diesel exhaust often being the culprits.
That the harmful effects go unnoticed has prompted WHO to term the health effects of air pollution the “silent epidemic.” The greater the exposure and the less one’s ability to cope with air pollution, because of illness or social vulnerability, the greater the harm done. Harmful effects of air pollution have also been found at exposure levels below international standards. For example, an increased risk of stroke is greatest within 12 to 14 hours of exposure to PM2.5 and the relation holds up even with PM2.5 levels below international standards. International standards protect health.

FIRS therefore strongly supports international stardards. Promoting clean air promotes health.
Quelle: spiegel online


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#5

Keine Bühne für Scharlatane

in Aus der Welt der Wissenschaft 14.02.2019 12:48
von franzpeter | 9.443 Beiträge

Falsche Zahlen und keine journalistische Gegenrecherche

Die Stellungnahme der 107 LungenärztInnen, die im Januar so viel Aufsehen
erregt hat, ist ein Musterbeispiel dafür, was schiefläuft im Spiel zwischen
Medien, Wissenschaft und Politik. Wenn das keiner der 107 ÄrztInnen gemerkt
hat, die das Dokument unterzeichnet haben, kann man das auch von JournalistInnen
nicht ohne Weiteres erwarten.

Dass sich Politiker wie CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer, dessen
Pressesprecher übrigens vorher bei der Bild gearbeitet hat,
auf angebliche
Fakten stürzen, die ihnen politisch ins Programm passen,
können Medien
natürlich nicht verhindern.

JournalistInnen sollten in Zukunft durch sorgfältige Gegenrecherche zumindest
stärker dazu beitragen, dass Scharlatane nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen,
als angemessen ist.



taz 14.02.2019

Lungenarzt-Rechenfehler

Keine Bühne für Scharlatane

Eine Einzelmeinung ohne Expertise, die zudem Rechenfehler enthält: Lungenarzt
Köhler so viel Raum zu geben, war ein Fehler.


Kommentar Malte Kreutzfeldt


Die Stellungnahme der 107 LungenärztInnen, die im Januar so viel Aufsehen
erregt hat, ist ein Musterbeispiel dafür, was schiefläuft im Spiel zwischen
Medien, Wissenschaft und Politik.


Problematisch ist dabei nicht so sehr, dass bis heute niemandem die Rechenfehler
aufgefallen sind, die das Dokument enthält.
Wenn das keiner der 107 ÄrztInnen
gemerkt hat, die das Dokument unterzeichnet haben, kann man das auch von
JournalistInnen nicht ohne Weiteres erwarten.

Die falschen Zahlen und Rechnungen verstärken nur die Zweifel an der Kompetenz
des Hauptautors Dr. Dieter Köhler, die ohnehin offensichtlich waren.


Der pensionierte Lungenfacharzt hat nie wissenschaftlich zum Thema Stickoxid
publiziert und ignoriert den aktuellen Stand der Forschung. Darauf haben
WissenschaftlerInnen, die tatsächlich zu diesem Thema arbeiten, von Anfang an
hingewiesen.


Trotzdem hat Köhler eine große Bühne bekommen, dominierte Titelseiten und
Talkshows gleichermaßen.


In Bild und Welt durfte er seine Thesen anfangs ohne jede Einordnung oder
Zweitmeinung äußern, was eindeutig nach einer gezielten Kampagne aussieht.

Andere Medien arbeiteten sorgfältiger und kontrastierten Köhlers Darstellung
mit der Fachwelt - doch auch hier musste bei vielen LeserInnen oder
ZuschauerInnen die Meinung entstehen, dass sich die „ExpertInnen nicht einig
sind und unterschiedliche Einschätzungen gleichberechtigt gegeneinander stehen.


In Wahrheit steht die Meinung eines einzelnen Arztes, der selbst nicht forscht,
aber allen WissenschaftlerInnen, die Stickoxid und Feinstaub für gefährlich
halten, Datenmanipulation vorwirft, gegen die gesammelte Meinung der weltweiten
Gesundheitsforscher.


Verstärkt wurde das Problem, das viele Medien nicht korrekt dargestellt haben,
dadurch, dass es in der Öffentlichkeit wie in der Politik viele Akteure gibt,
die die Grenzwerte nur zu gern infrage stellen möchten und denen dazu jeder
noch so dubiose Kronzeuge recht ist
.


Dass sich Politiker wie CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer, dessen
Pressesprecher übrigens vorher bei der Bild gearbeitet hat, auf angebliche
Fakten stürzen, die ihnen politisch ins Programm passen, können Medien
natürlich nicht verhindern.


Ebenso wenig die Tatsache, dass sich durch Köhler viele Menschen in ihrer
Meinung bestärkt sehen, dass die geltenden Grenzwerte eine einzige große
Verschwörung finsterer Mächte sind. Aber JournalistInnen sollten in Zukunft
durch sorgfältige Gegenrecherche zumindest stärker dazu beitragen, dass
Scharlatane nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen, als angemessen ist.



Quelle:
http://www.taz.de/Kommentar-Lungenarzt-R...ehler/!5570138/
<http://www.taz.de/Kommentar-Lungenarzt-Rechenfehler/!5570138/>

Anmerkung:

Zitat
Die Stellungnahme der 107 LungenärztInnen, die im Januar so viel Aufsehen
erregt hat, ist ein Musterbeispiel dafür, was schiefläuft im Spiel zwischen
Medien, Wissenschaft und Politik. Wenn das keiner der 107 ÄrztInnen gemerkt
hat, die das Dokument unterzeichnet haben, kann man das auch von JournalistInnen
nicht ohne Weiteres erwarten.



Ehrlich?

Zitat
JournalistInnen sollten in Zukunft durch sorgfältige Gegenrecherche zumindest
stärker dazu beitragen, dass Scharlatane nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen,
als angemessen ist


Wie, nur Journalistinnen? Auch die taz sollte Schreibfehler korrigieren.
Journalisten/innen sollte es wohl heißen.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 14.02.2019 12:55 | nach oben springen

#6

Scheuer und die Stickoxide

in Aus der Welt der Wissenschaft 15.02.2019 13:12
von franzpeter | 9.443 Beiträge

Scheuer und die Stickoxide
Grenzwertige Folgefehler
Die lautstarken Zweifel des Lungenarztes Köhler an den Abgasgrenzwerten kamen Verkehrsminister Scheuer gerade recht. Leider benutzte der Professor falsche Zahlen - aber auch Scheuer selbst hat sich verrechnet.

Ein Kommentar von Gerald Traufetter

Freitag, 15.02.2019 08:13 Uhr
Kommentar
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist in akademischen Fragen nicht über alle Zweifel erhaben. Seine Promotion, die er an einer Prager Universität erworben hat, war nur ein sogenanntes "kleines Doktorat". Den Doktortitel durfte er in Deutschland nicht führen, trotzdem tat er es jahrelang. Dennoch darf man unterstellen, dass der Unionsmann eine geübte Praxis in der Wissenschaft kennt, die sich Peer Review nennt: Forschungsergebnisse jedweder Art durchlaufen die Kontrolle von Fachkollegen, bevor sie in Wissenschaftsmagazinen veröffentlicht werden.



Das gilt für die Erkenntnisse, die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grundlage für den Grenzwert für Stickoxide von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft dienten. Ein Wert, der in Deutschland in vielen Städten überschritten wird.
Eine solche wissenschaftliche Begutachtung seiner Thesen kann der Lungenarzt Dieter Köhler allerdings nicht vorweisen. Er behauptete vergangenen Monat, dass "höchste wissenschaftliche Unsachlichkeit" zu dem Stickoxid-Grenzwert geführt habe. Genau diese Unsachlichkeit konnte ihm jetzt die "taz" in einer exzellenten Recherche nachweisen.
Scheuer hat jetzt ein Problem

Der emeritierte Professor aus dem Sauerland musste zugeben, falsche Berechnungen für seine harten Vorwürfe gegen die wissenschaftliche Grundlage für die Dieselfahrverbote angestellt zu haben. Das ruiniert seine Glaubwürdigkeit und blamiert auch die über 100 Unterstützer seines Aufrufes, den sie in Funk und Fernsehen großflächig verbreitet haben. Vor allem aber hat Verkehrsminister Scheuer jetzt ein Problem. Denn der hat sich diese Aussagen ohne kritische Prüfung ihrer Validität zu eigen gemacht und gefordert: "Der Aufruf der Lungenärzte muss dazu führen, dass die Umsetzung der Grenzwerte hinterfragt und gegebenenfalls verändert wird." Das sagte der Bayer auf Anfrage der "Bild"-Zeitung, die mit der Aussage Scheuers, einem Mitglied der Bundesregierung, ihre Kampagne gegen die Fahrverbotsklagen der Deutschen Umwelthilfe weiter befeuern konnte.

Scheuer wollte so offenbar auf der Empörungswelle reiten, die gerade gegen Dieselfahrverbote durch das Land schwappt. Es funktioniert allerdings nicht, in der Regierung zu sitzen und gleichzeitig die AfD rechts überholen zu wollen. Und schon erst recht nicht, wenn man sich dafür einen unzuverlässigen Kronzeugen aussucht, der emeritierter Lungenarzt mit akuter Dyskalkulie ist. Scheuer hat damit die Bürger gegen die Wissenschaft als Autorität aufgescheucht, aber letztlich auch gegen sich selbst: Denn seine Aufgabe ist es, dreieinhalb Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals dieses Gesundheitsproblem in Deutschland zu lösen.

Statt Nebelkerzen zu werfen, hätten Scheuer und sein Vorgänger im Amt des Verkehrsministers, Alexander Dobrindt, die Autoindustrie zu Hardware-Nachrüstungen an Dieselfahrzeugen zwingen müssen, damit die Luft in den Städten sauberer wird. Dazu hätten sie die Manipulationen und Trickserein an der Software der Dieselfahrzeuge nicht nur bei VW, sondern auch bei den anderen Herstellern als illegal einstufen müssen. Das wäre bei mutiger Auslegung der europäischen Abgasgesetzgebung möglich gewesen, und ein wirksamer Hebel, die Autoindustrie zu technischen Nachrüstungen zu zwingen.
Die Bürger sind zu Recht wütend
Doch Dobrindt und Scheuer wollten die Autoindustrie nicht zu hart rannehmen. Mit dem Resultat, dass die Stickoxid-Werte in den deutschen Innenstädten nicht so schnell sinken, um Fahrverbote zu verhindern. Die Bürger sind zu Recht wütend darüber, dass die Politik erst dabei versagt hat, die Einhaltung von Abgaswerten zu kontrollieren, und dann dabei, das Problem zu lösen.

Von diesem Versagen wollte Scheuer mit dem Lungenarzt aus dem Sauerland und seinen kruden Thesen ablenken. Jetzt müsste er erkennen, dass er auf den falschen Wissenschaftler gesetzt hat - zeigt sich aber nicht einsichtig, sondern lässt ausrichten, Köhlers Aufruf habe "einen Impuls zur Debatte" gesetzt. Dass es sich dabei um einen unsinnigen und schädlichen Impuls handelte, scheint Scheuer nicht zu stören.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, eine promovierte Physikerin, hätte das Treiben ihres Ministers schneller unterbinden müssen. Jetzt ist es ihre Pflicht, das schwelende Dieselproblem selbst zu lösen.

Quelle: spiegel online


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#7

Grenzwerte für Luftschadstoffe - Die Anstalt vom 12.03.2019

in Aus der Welt der Wissenschaft 13.03.2019 15:35
von franzpeter | 9.443 Beiträge

Auf weitere gute Zusammenarbeit

Nähere Informationen über Auftraggeber des Fachministers Andreas Scheuer finden
sie hier:
https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/di...clip-1-152.html
<https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-clip-1-152.html>
.

FS


taz 13.03.2019

Streit um Grenzwerte für Luftschadstoffe

EU spottet über Scheuers Experten

Der Verkehrsminister hatte mit Verweis auf Lungenärzte schwächere Grenzwerte
gefordert. Die Kommission denkt eher über eine Verschärfung nach.

Malte Kreutzfeldt

Ist mit seiner Begeisterung für den Pneumologen Dieter Köhler inzwischen
ziemlich allein: CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer
- Foto: reuters

BERLIN taz/dpa | Die Europäische Kommission hat die Forderung von
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zurückgewiesen, die geltenden
Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub anzuheben.


"Der überwiegende Teil der im letzten Jahrzehnt gesammelten, fachlich
überprüften wissenschaftlichen Erkenntnisse weist immer wieder auf negative
Erkenntnisse hin, selbst bei Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Partikel,
die unter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganistaion aus dem Jahr 2005
liegen", heißt es in einem Schreiben an Scheuer, das der taz vorliegt.
Unterzeichnet wurde es von Umwelt-Kommissar Karmenu Vella, Verkehrskommissarin
Violeta Bulc und Binnenmarkt-Kommissarin Elzbieta Bienkowska. Zuerst hatte die
Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.

Scheuer hatte sich Ende Januar hinter die von Dieter Köhler und 107 weiteren
deutschen Lungenärzten geäußerte Kritik an den Grenzwerten gestellt und von
der EU-Kommission in einem Brief gefordert, dass sich diese "mit den
vorgebrachten Zweifeln auseinandersetzt und eine Neubewertung der Grenzwerte
prüft". Nachdem diese Stellungnahme in der Fachwelt auf breiten Widerspruch
gestoßen war und die taz über diverse Rechenfehler berichtet hatte, reagieren
nun auch die EU-Kommissare eher spöttisch auf Scheuers Experten.

"Diesbezüglich möchten wir Ihnen zwar dafür danken, dass Sie uns als Anlage zu
Ihrem Schreiben eine Darstellung der Kritkpunkte mehrerer Mediziner in
Deutschland zugeschickt haben", schreiben die KommissarInnen. "Wir haben jedoch
auch zur Kenntnis genommen, dass wichtige Berechnungen im Zusammenhang mit diesen
Behauptungen in der Zwischenzeit als fehlerhaft erkannt worden sind.
"


Zudem wird im Schreiben mehrfach auf "wissenschaftlich fundierte und geprüfte
(peer reviewed) Analysen" verwiesen, was ebenfalls als Spitze gegen Köhler
verstanden werden kann, weil dieser seine Kritik nie in wissenschaftlichen
Magazinen veröffentlicht hat.


Statt über die von Scheuer geforderte Aufweichung der Grenzwerte denkt die EU
eher über eine Verschärfung nach, deuten die KommissarInnen an. Derzeit werde
"überprüft, ob die derzeitigen EU-Grenzwerte ausreichend streng sind, um die
Gesundheits- und Umweltziele unserer Politik zu erreichen", schreiben Vella,
Bulc und Bienkowska.


Scheuer sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, er werde nicht
nachlassen, die Debatte um die Grenzwerte auf europäischer Ebene zu führen.
"Denn wenn es zu Einschränkungen für Europäerinnen und Europäer im Alltag
kommt, sollte die Europäische Kommission die Anliegen eines Mitgliedstaates
ernst nehmen",
forderte er und verwies auf zwei Milliarden Euro, die der Bund in
die Verbesserung der Luftqualität in Städten investiere.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Cem Özdemir (Grüne),
schrieb auf Twitter, es sei ihm "einfach nur noch peinlich", dass ein
Bundesminister von mehreren EU-Kommissaren auf grundlegende Rechenfehler
hingewiesen werden müsse. "Wer schützt Andreas Scheuer demnächst davor,
vorschnell Briefe an Leute zu verschicken, die es besser wissen?"



Quelle:
http://www.taz.de/Streit-um-Grenzwerte-f...toffe/!5580421/
<http://www.taz.de/Streit-um-Grenzwerte-fuer-Luftschadstoffe/!5580421/>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#8

Grenzwerte für Luftschadstoffe - DUH veröffentlicht die von der Bundesregierung bisher

in Aus der Welt der Wissenschaft 14.03.2019 23:42
von franzpeter | 9.443 Beiträge

DUH 12.03.2019

Pressemitteilung

Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes:

Deutsche Umwelthilfe begrüßt Klarstellung der EU-Kommission, wonach der für
Fahrverbote geltende Grenzwert weiterhin 40 µg NO2/m³ beträgt


Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht von der Bundesregierung bisher unter
Verschluss gehaltene Stellungnahme der EU-Kommission

https://www.duh.de/fileadmin/user_upload..._Kommission.pdf
zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes - Einzig wirksame Maßnahme
um Fahrverbote für die saubere Luft auszuschließen, sind
Hardware-Nachrüstungen für dreckige Diesel-Pkw


Die Koalitionsparteien haben heute in einer Ausschusssondersitzung die geplante
Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) beschlossen.

Durch die Novelle sollte ursprünglich der Grenzwert für Dieselfahrverbote von
40 auf 50 µg NO2/m³ erhöht werden. Dem entgegen, hat die EU-Kommission der
Bundesregierung in einer bislang nicht veröffentlichten Stellungnahme die
Auflage gemacht, die schnellstmögliche Einhaltung des NO2-Grenzwerts durch
Dieselfahrverbote weiter zu ermöglichen, da dieser EU-weit bei 40 µg NO2/m³
liegt.


Den Beschluss der von CDU/CSU und SPD kommentiert Jürgen Resch,
Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH):

"Mit der heute auf den Weg gebrachten Änderung des Luftreinhaltegesetzes soll
der Eindruck erweckt werden, als seien Dieselfahrverbote nur noch in Städten
möglich, in denen ein erhöhter NO2-Wert von 50 µg/m³ ermittelt wird.

Die bisher unter Verschluss gehaltene Stellungnahme der EU-Kommission vom 13.
Februar 2019 zum BImSchG ist eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung.

Die EU hat nochmalige Änderungen des Gesetzestextes bewirkt und stellt
unmissverständlich klar, dass der NO2-Grenzwert europaweit bei 40 µg NO2/m³
liegt und ohne Wenn und Aber schnellstmöglich einzuhalten ist, dort wo notwendig
ausdrücklich auch durch Dieselfahrverbote
.


Eine Aufweichung des Grenzwerts wäre gar verfassungswidrig. Dieselfahrverbote
bleiben weiterhin die letzte mögliche und auch verhältnismäßige Maßnahme
für die saubere Luft, auch in Städten, die eine Belastung mit bis zu 50 µg
NO2/m³ aufweisen. So sehr sich die Bundesregierung auch sträubt - das
Unionsrecht hat Vorrang und die Verhältnismäßigkeit von Dieselfahrverboten hat
das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil im Februar 2018 eindeutig
klargestellt.



Downloads:

Schreiben der EU-Kommission:

https://www.duh.de/fileadmin/user_upload..._Kommission.pdf
<https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Pressemitteilungen/Verkehr/Schreiben_EU_Kommission.pdf>


Rechtsgutachten von Prof. Remo Klinger zur Rechtswidrigkeit der BImSchG:

https://www.duh.de/fileadmin/user_upload...ung_BImSchG.pdf
<https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Pressemitteilungen/Verkehr/Rechtsgutachten_Klinger_13_%C3%84nderung_BImSchG.pdf>



Quelle:
https://www.duh.de/presse/pressemitteilu...g-der-eu-kommi/
<https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/aenderung-des-bundes-immissionsschutzgesetzes-deutsche-umwelthilfe-begruesst-klarstellung-der-eu-kommi/>


Mit freundlichen Grüßen
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