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#1

Grün gewaschen - Was Elektroautos für Umwelt und Beschäftigte bedeuten

in Aus der Welt der Wissenschaft 15.03.2019 15:03
von franzpeter | 9.364 Beiträge

unsere zeit 15.03.2019

Hintergrund

Grün gewaschen

Was Elektroautos für Umwelt und Beschäftigte bedeuten - und warum die
Profitlogik eine Lösung verhindert

Von Stefan Kühner


Eine Null-CO2-Bilanz käme nur dann zustande, wenn die gesamte Energie dafür aus
Ökostrom stammen würde.
(Hubert Perschke, r-mediabase.eu)


"Die Branche setzt auf Elektromobilität, verkündete die Tagesschau zur
Eröffnung des "Genfer Auto-Salon",
einer Fachmesse der internationalen
Autoindustrie, die in dieser Woche stattfindet. "Auch VW will mit der
Elektromobilität punkten und den Dieselskandal vergessen."

Den Skandal vergessen heißt aus Manager-Sicht, neue Kunden und Märkte zu
gewinnen - die Tagesschau: "VW wirbt in Genf mit einem Elektrofahrzeug für viel
Fahrspaß in tollem Design sowie der Zusammenarbeit mit einem jungen
Start-up-Unternehmen, das aus der Uni Aachen hervorgegangen ist."

Die Botschaft: Junge technikaffine Käufer, die voll Ideen- und Tatendrang
stecken, sollen das kleine knuffige Fahrzeug kaufen.
Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft, darf noch hinzufügen, dass
VW das richtige Konzept hat und das Fahrzeug zu einem attraktiven Preis auf den
Markt bringen kann.


Damit spricht er eines der Hauptprobleme an, warum das Elektromobilitätsgesetz
(EmoG) der Bundesregierung krachend gescheitert ist. Die Elektrofahrzeuge sind
den Konsumenten einfach zu teuer, trotz eines Zuschusses aus der Steuerschatulle
von bis zu 4 000 Euro pro Fahrzeug und einer zehnjährigen Befreiung von der
Kraftfahrzeugsteuer.


Eigentlich wollte Bundeskanzlerin Merkel, dass bis 2020 eine Million Elektroautos
auf deutschen Straßen rollen. 2018 waren es laut "statista" gerade mal 53 861.
Die FAZ weiß warum: "Bei den Gründen, die Verbraucher vom Kauf eines
Elektroautos abhalten, steht der Kaufpreis ganz vorne."



Das Märchen von der CO2-Bilanz

Die Bundesregierung preist das Elektroauto als Wunderwaffe an, um den Ausstoß
von CO2 und Stickoxiden zu senken. Der Hintergrund für diese Kampagne ist, dass
die Weltklimakonferenz Druck erzeugt hat. Die Behauptung vom sauberen E-Auto ist
allerdings nur auf den ersten Blick schlüssig - es ist nicht das Auto, dass die
Schadstoffe beim Fahren absondert.


Nur: Für die Klimabilanz kommt es nicht allein darauf an. Wie es mit dem
angeblichen Klimaretter E-Mobilität tatsächlich aussieht,
rechnet Klaus Wagener
in den "Marxistischen Blättern" (Ausgabe 12019) vor:

"Die Klimabilanz eines KFZ über den Lebenszyklus hinweg richtet sich zunächst
einmal nach der Energiemenge, die während der Produktion eines Fahrzeugs, beim
Elektroauto insbesondere der Produktion der Batterie, aufgewendet werden muss.


Laut einer Studie des Swedish Environment Research Institut wird, die gängige
Lithium-Ionen-Technologie vorausgesetzt, pro Kilowattstunde Speicherkapazität
eine Energie von 97-180 Kilowattstunden (kWh) benötigt. Dabei wird je nach
Energiemix eine CO2-Menge von 150180 kg ausgestoßen.


Die Produktion einer 100-kg-Batterie setzt demnach bis zu 20 Tonnen CO2 frei.
Verglichen mit einem Mittelklassewagen (8,5 Liter Benzin/100 km) bedeutet dies
eine Strecke von ca. 100000 Kilometern, welche das Elektroauto in der Klimabilanz
beim Start hinterherhinkt.
"


Bestätigt wird dies in einer kleinen Broschüre des Volkswagenkonzerns. Sie
verbannt die Story von der guten CO2-Bilanz des Elektroautos ins Märchenbuch.
Die Produktion eines Elektro-Golf verschlingt demnach etwa doppelt so viel CO2
wie die Produktion eines konventionellen Golf.


Der wesentliche Grund ist die Produktion der Batterie. Vor allem die
Aufbereitung der Rohstoffe für die Batterie und die Montage der Zellen sind
Energiefresser. Nur wenn die gesamte Fertigung der Batterien über erneuerbare
Energien erfolgen würde, würde sich die Bilanz verbessern. Davon kann heute
noch nicht die Rede sein.


Gleiches gilt für die Stromerzeugung zum Fahrbetrieb. Eine Null-CO2-Bilanz
käme nur dann zustande, wenn die gesamte Energie dafür aus Ökostrom stammen
würde. Auch hier lohnt sich der Blick in die VW-Broschüre: "Der e-Golf weist -
mit BluePower-Strom betrieben - über den gesamten Lebenszyklus hinsichtlich
CO2-Ausstoß mit 61 Prozent Reduktion und bei der lokalen Luftqualität mit 66
Prozent Verbesserung eine deutlich bessere Bilanz als die Vergleichsmodelle
auf."

Also: Vielleicht besser, aber eben nicht Null. Als "BluePower"-Strom bezeichnet
VW den Ladestrom, den der Konzern gleich mitliefert. Er stammt angeblich
ausschließlich aus Wasserkraftwerken in Deutschland, Österreich sowie der
Schweiz. Zahlenspiele und Green-Washing!



Ressourcenfresser

Wer beurteilen will, wie umweltverträglich E-Autos sind, darf nicht nur den
Ausstoß von CO2 und Stickoxiden betrachten.

Um leistungsfähige Batterien zu produzieren, sind unter anderem Kobalt, Nickel,
Lithium
und Grafit nötig. Letzteres kann auf Kohlenstoffbasis künstlich
erzeugt werden. Die drei anderen Metalle können nur als Bodenschätze gewonnen
werden, sie sind ebenso wie fossile Brennstoffe begrenzt vorhanden.


Sie werden heute nur an wenigen Stellen der Erde abgebaut. Der Abbau bringt
extreme Umweltbelastungen mit sich - und er findet unter ausbeuterischen
Bedingungen statt
.


Ein weiteres ökologisches Problem ist das Recycling der Batterien.

Grundsätzlich können die metallischen Ressourcen wiederverwendet werden. "Um
dies gewinnbringend umsetzen zu können sei die Zahl der Batterien aber noch zu
gering", meldet die Wochenzeitung "Die Zeit"."Nach 2020, wenn genügend
Fahrzeugbatterien das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben, wird die gesamte
Wertschöpfungskette im industriellen Maßstab zur Verfügung stehen", verspricht
Rockwood Lithium, ein privates US-Unternehmen.

Das von VW auf dem Genfer Auto-Salon propagierte "Entertainmentauto" ist ein
Ressourcenfresser sondergleichen.


Es ist nicht nur vollgepackt mit Dutzenden Elektromotoren, sondern vor allem mit
Fahr-Assistenzsystemen sowie mit Unterhaltungselekfür den Fahrer und die
Fahrerin und vor allem die Mitfahrenden - egal ob Kinder oder Erwachsene. Dies
sind alles Geräte, die einen hohen Materialaufwand mit sich bringen. Gewisse
Einspareffekte in Bezug auf die CO2-Emission werden durch dieses Plus
weggefressen. Auch die Verbindung eines Autos mit dem Internet gehört zu den
Stromfressern, nicht unbedingt im Auto selbst.


Der Betrieb des Internet für Navigationssysteme, schnelle Google-Abfragen und
vor allem das automatisch fahrende Auto erfordert riesige Rechnerfabriken mit
gigantischem Material- und Energieverbrauch.


Eingespart, abgeprallt

Von der Wirtschaft, sowohl der sogenannten "alten" als auch der "neuen", wird
gerne darauf verwiesen, dass durch eine bessere Technik der Energieverbrauch von
Geräten reduziert werde und der Verbraucher damit einen Beitrag zum Umweltschutz
leiste.

Die Realität sieht anders aus. In seiner Studie "Der Rebound-Effekt"
(Rückschlag- oder Abprall-Effekt) hat der Wissenschaftler Tilman Santarius
erklärt, dass Einsparungen bei einem System, das Energie oder andere Ressourcen
verbraucht, durch neue gesteigerte Bedürfnisse schnell weggefressen werden. Er
verweist auf Untersuchungen aus Japan, dass Autofahrer, die sich nach eigener
Wahrnehmung ein "ökologisches Auto" zugelegt haben, ein Jahr nach dem Kauf 1,6
mal mehr Kilometer gefahren sind.



Der SUV-Wahn

Einen verhältnismäßig hohen Anteil bei der Elektromobilität haben Fahrzeuge
der Oberklasse. Unabhängig vom Antriebsprinzip ist der Anteil der großen und
schweren Fahrzeuge aber schlicht zu hoch. Es sind die Fahrzeuge, mit denen die
Autobauer die höchsten Profite erzielen und die sie besonders stark bewerben.

Sie erfreuen sich allerdings besonders großer Beliebtheit.

Von 2014 bis 2018 haben sich die Zulassungszahlen nach Angaben des
Kraftfahrzeugbundesamtes verdoppelt. 600000 dieser Fahrzeuge rollen auf
Deutschlands Straßen.


Elektrisch angetriebene SUVs brauchen, da sie besonders schwer sind, besonders
große und leistungsfähige Batterien. Diese erhöhen erstens wieder das Gewicht
des Fahrzeugs und sind zweitens in ihrer Herstellung besonders energieintensiv.



Profite oder Arbeitsplätze?

"Die Elektromobilität frisst Arbeitsplätze", ist der Tenor der
Mainstream-Medien in den letzten Jahren. Sie verdrehen eine einfache Tatsache:
Es ist nicht die Technik, die Beschäftigte zu Arbeitslosen macht, sondern die
Art und Weise, wie die Konzerne die Technik zur Rationalisierung nutzen, um ihre
Profite zu steigern.


In ihrem Beitrag zum Genfer Auto-Salon berichtet die Tagesschau: "Ähnlich wie
bei den Verbrennungsmotoren setzt VW auf ein Baukastensystem mit möglichst
hoher Teilewiederverwendung."

Das Prinzip ist alt und bedeutet, dass möglichst viele gleiche Teile und
Baugruppen in möglichst vielen Fahrzeugen verbaut werden. Das ermöglicht den
Automobilherstellern einen höheren Preisdruck auf die Lieferanten, weil höhere
Abnahmezahlen vorliegen.


Zusätzlich vereinfacht es die Montage der verschiedenen Fahrzeugtypen und den
Service. Der Vorteil dieses Konzeptes dient einzig und allein dem Profit von VW
und seinen Wettbewerbern, die ebenso arbeiten.

Der Kunde hat keine Vorteile. Der Autohändler und seine Werkstatt auch nicht -
eher im Gegenteil.
Die Fähigkeit der Mitarbeiter in den Autowerkstätten, bei
vielen unterschiedlichen Fahrzeugen kompetenten Service leisten zu können, wird
wertlos, da die Wiederverwendung der Komponenten zu einer größeren
Automatisierungsquote führt.


"Das Auto wird sich durch die Elektromobilität grundlegend ändern. Allein beim
Antriebsstrang für Automobile sind bundesweit etwa 40000 bis 50000
Arbeitsplätze direkt betroffen und in Gefahr. Insgesamt 125000 Arbeitsplätze
werden sich deutlich verändern"
, schätzte die Zweite Vorsitzende der IG
Metall, Christiane Benner, bei der Hannover Messe 2018 ein. Sie schlug dagegen
einen Fünf-Punkte-Plan vor:

Eine "Roadmap Digitalisierung" für jeden Betrieb, vorausschauende
Qualifizierungsmaßnahmen, Schutz der Beschäftigtendaten, Schutz vor physischer
und psychischer Belastung sowie die garantierte Beteiligung der Beschäftigten.
Ein sechster Punkt wird folgen müssen: Die Reduzierung der Arbeitszeit.


Stau bleibt Stau

Würden alle Autos mit Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ersetzt, würde
sich an den Staus auf den Autobahnen und in den Städten nichts ändern. Auch
die Parkplatzsucherei in den Wohngebieten bliebe wie sie ist. Die auf die
"Lebenszeit" eines Autos bezogene geringfügige Nutzung bliebe ebenso
unverändert - 95 Prozent der Nutzungsdauer steht ein Auto.
Gleiches gilt für
die geringe Auslastung des Autos bezogen auf die Anzahl der bei einer Fahrt
beförderten Personen. Die Raserei und die dadurch verursachten Unfälle wären
ebenfalls nicht beseitigt.



Was nötig wäre

Natürlich ist der Umstieg von Verbrennungsmotoren auf E-Mobilität notwendig -
schon deshalb, weil die gesamte Energieerzeugung weg muss von der Nutzung
fossiler Brennstoffe.


Nur: Was hilft das, solange wenige Konzerne kontrollieren, wie die Mobilität organisiert
ist und damit Profite machen? Um die Umweltschäden zu verringern und die
Mobilität zu verbessern wäre etwas anderes nötig: Die Ressourcen, die ein
Auto verbraucht, müssen verringert werden. Die Fahrzeuge müssen leichter und
kleiner werden. Die Übermotorisierung muss zurückgefahren werden.


Systeme zur Mitnahme anderer Fahrgäste müssen gefördert werden. Dies darf
aber nicht zu Lasten des ÖPNV gehen. Vor allem in den Städten ist ein
Umschwenken in öffentliche Verkehrssysteme notwendig. Diese dürfen nicht
privatisiert werden, sondern müssen in der öffentlichen Hand bleiben.

Mobilität über weite Strecken, vor allem wenn in einem Auto nur eine oder zwei
Personen unterwegs sind, gehören ebenfalls weg von der Straße und auf die Bahn.
Dort, wo in Gegenden mit geringer Bevölkerungsdichte ein Individualverkehr
notwendig ist, kann dies durch intelligente Konzepte, auch unter Nutzung von
künstlicher Intelligenz, organisiert werden. Natürlich erfordert das
individuelles Umdenken - aber kein Appell an das Umweltbewusstsein der Autofahrer
wird irgendein Problem lösen
. Das wäre nur möglich, wenn der Verkehr von der
Profitorientierung befreit wird und planmäßig nach den Bedürfnissen der
Gesellschaft, also auf sozialistische Weise, organisiert wird.


Quelle:
https://www.unsere-zeit.de/de/5111/hinte...n-gewaschen.htm
<https://www.unsere-zeit.de/de/5111/hintergrund/10788/Gr%C3%BCn-gewaschen.htm>

Zitat
Das von VW auf dem Genfer Auto-Salon propagierte "Entertainmentauto" ist ein
Ressourcenfresser sondergleichen
.


Und wieder wird der Gesellschaft etwas, na, sagen wir, vorgemacht!


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

Volkswagen könnte die Klimapolitik verändern

in Aus der Welt der Wissenschaft 23.03.2019 18:06
von franzpeter | 9.364 Beiträge

22. März 2019, 18:51 Uhr
Automobilindustrie
Volkswagen könnte die Klimapolitik verändern






Die Abgassünder versuchen neuerdings, sich als Öko-Unternehmen zu verkaufen. Diese rücksichtslose Taktik ist tatsächlich sinnvoll, sie deckt die Schwächen der Konkurrenten auf und setzt die Regierung unter Druck.

Kommentar von Max Hägler
Auch an diesem Freitag gab Herbert Diess den Klimaretter. "Ich habe viel Verständnis und Sympathie für streikende Schülerinnen und Schüler, die Angst um unseren Planeten haben", kommentierte er die Fridays-for-Future-Bewegung. Die jungen Leute seien unzufrieden mit der Politik und den Unternehmen, darauf müsse man Antworten finden, ließ der VW-Chef verbreiten. Was soll als nächstes kommen? Wird er am Montag vielleicht Greta Thunberg nach Wolfsburg einladen? Damit sie sagt: Volkswagen rettet die Welt. Um die Erzählung des schwerfälligen Kolosses neu zu schreiben, setzt Diess alles auf eine Karte: Weg mit allen Gewissheiten, Vollgas bei Stromautos.

Seit Monaten treibt er diese Geschichte voran und hat viele Milliarden Euro dafür verplant. Seine Ungeduld dabei bringt alles in Aufruhr, führt zu massivem Ärger mit den eigenen Leuten, mit der Branche, mit der Politik. Das ist nicht immer geschickt. Aber der Druck aus Wolfsburg kann der guten Sache helfen, dem Klima. Obwohl das Drängen mitnichten im Umweltschutz begründet ist.

Elektroautos
Vorstoß von VW spaltet Politik und Autobranche
Volkswagen fordert von der Bundesregierung neue Subventionen für E-Autos. Doch der Widerstand wächst.  
Von Markus Balser und Michael Bauchmüller, Berlin
Diess und Volkswagen geht es um Gewinn.
Am aussichtsreichsten ist es für den Konzern gerade, sich den politischen Forderungen zu beugen: Weniger Sprit und damit weniger CO₂-Ausstoß, weil dazu gerade die passende Technik - neue E-Autos - im Haus sind. Am höchsten könnte der Gewinn ausfallen, wenn die tatsächlich gewaltigen Investitionen von einer Klimarettungs-Story begleitet werden, die gleich auch noch das Dieselsünder-Image abräumt. Insofern wäre Diess für Thunberg zwar kein Kampfpartner auf ideologischer Augenhöhe. Das macht das mögliche Ergebnis aber nicht schlechter und seine mitunter rücksichtslose Taktik deckt auch noch Schwächen anderer gnadenlos auf.

Die Idee in den Konzernzentralen von BMW und Daimler, auch mit anderen Technologien das Klima zu schonen, mit Mischantrieben oder synthetischen Treibstoffen etwa, kann ebenfalls aufgehen. Aber das reicht nicht. Im Zuge der Alles-auf-Strom-Strategie setzt VW auf kleine Wagen. Der Ruf nach entsprechender Verkaufsförderung zielt aufs eigene Programm ab, macht jedoch eine offene Flanke der beiden anderen großen deutschen Hersteller deutlich: BMW und Daimler setzen auf immer größere Wagen. Gerade bringt BMW ein SUV namens X7 auf den Markt, so groß, dass es kaum mehr durch enge Innenstadtgassen kommt. Und vor allem verbraucht es verrückt viel Energie, weil da quasi eine Wand gegen den Fahrtwind kämpft.




Es wäre peinlich, wenn sich die Bundesregierung vom Abgassünder überholen ließe
Das Produkt ist gewinnbringend, aber das Falsche in Zeiten des Klimawandels. Die Premiumautobauer sollten sich ebenfalls mäßigen in den Dimensionen ihrer Wagen. Sie sollten energiesparende Eleganz bewerben statt stählerne Kolosse. Das wäre in Zukunft ein Weg, der beim Bewältigen der Verbrauchsziele helfen würde. Was wiederum mögliche CO2-Strafen erspart und dem Klima hilft.
Dass ausgerechnet der Dieselsünder den Takt vorgibt? Mit der verständlichen Irritation darüber sollten sich die anderen Führungsmenschen nicht aufhalten. Das gilt auch für die Politik. Seit Jahren laviert die Bundesregierung ohne Plan dahin: Klimaschutz ja, Verkehrswende vielleicht. Unklar ist, wo die Prioritäten liegen, wie das Zusammenspiel funktionieren soll, das auch die Gesellschaft verändern wird: Die Art und Weise, wie sich Menschen fortbewegen, wie sie arbeiten. Ja, ausgerechnet VW legt den Finger in die Wunde. Aber die Forderung nach einem Masterplan ist richtig. Erneuerbare Energien, die Stromnetze und die Verkehrspolitik müssen gemeinsam geplant werden - schnell und konsequent. Es wäre peinlich, wenn sich die Regierung vom früheren Sünder überholen ließe.

Anmerkung:

Zitat
Aber der Druck aus Wolfsburg kann der guten Sache helfen, dem Klima.


Das E-Autos dem Klima ( und der dritten Welt) nicht helfen ist eigentlich sonnenklar.
Statt aus dem Auspuff kommt das CO² und der Feinstaub dann aus den Fertigungs-Fabriken. Und das Material für die Akkus verschlechtert die Gesellschaften der dritten Welt.
Kein Gewinn für das Klima, sondern nur für VW.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 23.03.2019 18:07 | nach oben springen


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