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#1

Fusionen

in Aus der Welt der Wissenschaft 23.03.2019 22:30
von franzpeter | 9.395 Beiträge

WDR2 21.03.2019

Fritz Eckenga erklärt:

Fusionen

Im Augenblick ganz hoch im Kurs: Fusionen. Da wird alles zusammengelegt was
irgendwie nicht zusammengehört.

<https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/188/1880653/wdr2kabarett_2019-03-20_fritzeckengafusion_wdr2.mp3>
Audio:
https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/po...fusion_wdr2.mp3
<https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/188/1880653/wdr2kabarett_2019-03-20_fritzeckengafusion_wdr2.mp3>



Autor/-en: Fritz Eckenga

Quelle:
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2...fusion-100.html
<https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/wdr2-kabarett/audio-fritz-eckenga-fusion-100.html>

Anmerkung:
Siehe auch http://www.taz.de/Fusion-Deutsche-Bank-u...zbank/!5578607/ und
"Scholz begeht Analysefehler" vom 22.3.19


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 23.03.2019 22:36 | nach oben springen

#2

Die Hans-guck-in-die-Luft-SPD

in Aus der Welt der Wissenschaft 05.04.2019 13:23
von franzpeter | 9.395 Beiträge

Die Hans-guck-in-die-Luft-SPD

Die massive Vernichtung von Arbeitsplätzen findet nicht nur in der Bankenbranche
statt. Richtig ist jedoch, dass die SPD erneut bereit ist, die Banken durch
Fusionen vorrangig zu retten. Da braucht keiner beim Arbeitsamt vorzusprechen.
Versicherungen in den Verträgen sichern zudem den Statuserhalt und die Boni ab.


Ein gesichertes Plätzchen für Olaf wird da garantiert für alle Fälle
bereitgehalten. Peer läßt schön grüßen.


FS


SZ 5. April 2019

Bankenfusion

Scholz sitzt in der Falle

Der Sozialdemokrat würde für den Verlust Zehntausender Arbeitsplätze
verantwortlich gemacht, wenn die Deutsche Bank und die Commerzbank fusionieren
sollten.


Kommentar von Cerstin Gammelin, Berlin


Die Arbeitsplätze bei Deutscher Bank und Commerzbank würden wohl sowieso
verloren gehen. Die Frage ist aber: Wer wird dafür verantwortlich gemacht?



Zugegeben: Finanzminister Olaf Scholz steht vor keiner leichten Entscheidung bei
den Fusionsgesprächen von Deutscher Bank und Commerzbank.

Es passt schlecht zum Image vom gerechten Sozialdemokraten, erneut Banken zu
retten.

Scholz wäre nun nicht Scholz, würde er diese Sicht auf die Fusion nicht
vehement bestreiten. Trotzdem ist es so, dass er den Steuerzahler wieder stärker
ins Risiko nimmt, wenn die Banken fusionieren - und der Staat in der Megabank
bleibt. Noch desaströser aber wird der Umstand sein, dass der Verlust
Zehntausender Arbeitsplätze in den Augen der Bürger mit der SPD nach Hause
gehen wird. Und das in Zeiten von 17 Prozent.


Es ist abenteuerlich, wie die gesamte SPD-Spitze bei der Fusion den
Hans-guck-in-die-Luft spielt.


Scholz gibt vor, die ganze Sache den Vorstandschefs zu überlassen. Erst wenn die
ein Konzept vorlegen, will er sich dazu äußern. Das ist, vorsichtig gesagt,
grob fahrlässig.


Denn wenn Scholz wartet, bis die beiden Bankenchefs verkünden, dass sie
zusammengehen und dabei leider Hunderte Filialen schließen und Zehntausende
Mitarbeiter entlassen müssen, sitzt der Sozialdemokrat in der Falle. Er wird in
der öffentlichen Meinung für den Jobabbau verantwortlich sein. Die politische
Konkurrenz wird sich schweigend die Hände reiben und der Wähler woanders sein
Kreuzchen machen.



Die Digitalisierung wird sowieso sehr viele Jobs in der Branche vernichten

Man fragt sich verwundert, wie es passieren kann, dass jemand, der stets
vorgibt, ausschließlich kluge Entscheidungen zu treffen, sich ausgerechnet bei
diesem sozialdemokratischen Kernthema so fahrlässig verhält.


Fakt ist nämlich, dass sowohl Deutsche Bank als auch Commerzbank schon lange
angekündigt haben, Tausende Beschäftigte zu entlassen.


John Cryan, der vorherige Chef der Deutschen Bank, kündigte vor zwei Jahren an,
die Belegschaft halbieren zu wollen.
Weil immer mehr Leute ihre Geschäfte im
Internet machen und nicht mehr in die Filialen gehen. Weil das Bankgeschäft
digital wird. Weil Algorithmen übernehmen.

Dazu passt, dass der Arbeitsplatzabbau, der den deutschen Banken bevorsteht, bei
der europäischen Konkurrenz längst stattgefunden hat.
Seit der Finanzkrise des
Jahres 2009 haben europaweit 600 000 Banker ihren Job verloren. In Spanien war es
ein Drittel aller Bankbeschäftigten, die gehen mussten, in Irland 30 Prozent, in
Italien noch 14 Prozent. In Deutschland verloren nur sieben Prozent der
Angestellten den Job. Die Deutsche Bank beschäftigt hierzulande noch 42 000
Angestellte, es gibt 1400 Filialen. Die Commerzbank betreibt noch 1000
Zweigstellen, hat 36 000 Angestellte.

Dass die Gewerkschaften gegen die Fusion protestieren, ist angesichts des
kalkulierten Verlustes von 30 000 Arbeitsplätzen völlig logisch. Mehr als ein
Viertel der Jobs gingen verloren. Das Problem ist nur: Die Rechnung stimmt so
nicht. Die Arbeitsplätze würden absehbar sowieso verloren gehen, auch ohne
Fusion. Sondern schlicht, weil Blockchain, Start-ups und Onlinebanking
übernehmen.


Was nun, Herr Scholz, werden Bürger nach der Fusion fragen. 30 000
Arbeitsplätze sind kein Pappenstiel, die kann man nicht einfach abschreiben.


Erschwerend kommt für Scholz hinzu, dass die bewährte Idee, notfalls eine
Auffanggesellschaft zu gründen, um die Menschen sozial abzufedern, auch keine
Lösung ist. Zu Recht müsste sich die SPD den Vorwurf gefallen lassen, schon
wieder Banken zu päppeln
.


Weil sie zuließe, dass der Steuerzahler an der fusionierten Mega-Bank beteiligt
wäre. Und zweitens, weil sie Massenentlassungen staatlich subventionierte, um
der Bank einträgliche Gewinne zu ermöglichen
.


Ein paar Tage hat Scholz noch, um die SPD vor enormen Schaden zu bewahren. Alles
spricht dafür, den Bankchefs mal einen Kontakt in die Arbeitsagenturen zu
vermitteln, statt als Olaf-guck-in-die-Luft eine riskante Fusion durchzuwinken,
die wieder Verluste sozialisiert, während die Manager ihre Millionen-Boni wie eh
und je kassieren
.



Quelle:
https://www.sueddeutsche.de/meinung/deut...cholz-1.4396410
<https://www.sueddeutsche.de/meinung/deutsche-bank-commerzbank-scholz-1.4396410>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 06.04.2019 08:40 | nach oben springen


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