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#1

USA drohen erneut mit Truppenabzug aus Deutschland

in Aus der Welt der Wissenschaft 09.08.2019 06:23
von franzpeter | 9.562 Beiträge

USA drohen erneut mit Truppenabzug aus Deutschland



Ein Teil der US-Truppen arbeitet auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein.
• Der US-Botschafter in Deutschland hat die Drohung erneuert, Truppen aus Deutschland abzuziehen, sollten die Verteidigungsausgaben nicht erhöht werden.
• Ein Teil der in Deutschland stationierten Soldaten soll nach Polen verlegt werden.
• Die Bundesregierung hatte versprochen, den Etat zu erhöhen, zuletzt wurden 1,36 Prozent des Bruttoinlandsproduktes dafür investiert.
Kurz vor den geplanten Europa-Reisen von US-Präsident Donald Trump verschärfen die USA ihre Drohungen mit einem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland. "Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50 000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden", sagte der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte die US-Botschafterin in Polen, Georgette Mosbacher, getwittert: "Polen erfüllt seine Zahlungsverpflichtung von zwei Prozent des BIP gegenüber der Nato. Deutschland tut das nicht. Wir würden es begrüßen, wenn die amerikanischen Truppen in Deutschland nach Polen kämen." Trump hatte eine Truppenverlegung von Deutschland nach Polen bereits im Juni bei einem Besuch des polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington ins Spiel gebracht.

Grenell pflichtete den beiden bei. "Präsident Trump hat Recht und Georgette Mosbacher hat Recht", sagte er. "Zahlreiche Präsidenten haben die größte Volkswirtschaft Europas gebeten, für ihre eigene Verteidigung zu zahlen. Das ist eine Bitte, die sich über viele Jahre und viele Regierungen hingezogen hat." Nun sei man an dem Punkt angelangt, an dem die Amerikaner und der US-Präsident reagieren müssten.

Deutschland liegt bei den Verteidigungsausgaben mit angestrebten 1,36 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr weit unter dem Nato-Ziel von zwei Prozent und wird dafür von Trump regelmäßig scharf kritisiert. Außenminister Maas hatte vor den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen der Nato versprochen, das Ziel wieder anzupeilen. Die Bundesrepublik ist das Land, in dem die meisten US-Truppen in Europa stationiert sind: Insgesamt sind es 35 000 Soldaten. Hinzu kommen 17 000 amerikanische und 12 000 deutsche Zivilisten, die von den US-Truppen beschäftigt werden.
US-Präsident Trump reist am 24. August zunächst zum G7-Gipfel ins französische Biarritz, wo er auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen wird. Vom 31. Juli bis zum 3. August besucht er dann Deutschlands, Dänemark und Polen. Am 1. September nimmt er in Warschau zusammen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an dem Gedenken zum 80. Jahrestag des deutschen Angriffs auf Polen teil. Mit dem Angriff begann der Zweite Weltkrieg.
Quelle: msn

Anmerkung:
Freude! Liebe Amerikaner, ab nach Polen und vergesst nicht, eure hier lagernden Atomwaffen mitzunehmen.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

RE: USA drohen erneut mit Truppenabzug aus Deutschland

in Aus der Welt der Wissenschaft 09.08.2019 22:25
von franzpeter | 9.562 Beiträge

Zwei Fliegen mit einem Streich !

Jens Berger: "Diese Meldung scheint aus einer Parallelwelt zu kommen. Worin genau
besteht die Drohung? Würden die USA sagen, ihre Truppen verbleiben im Lande
solange Deutschland sich nicht an das Zwei-Prozent-Ziel hält, dann wäre dies
eine "Drohung". Aber so?


Wir bezahlen weniger Geld für das Militär und dann ziehen die US-Truppen ab?
Das wären ja zwei Fliegen mit einem Streich."

https://www.nachdenkseiten.de/?p=54049#h13
<https://www.nachdenkseiten.de/?p=54049#h13>



SZ 09.08.2019

USA drohen erneut mit Truppenabzug aus Deutschland

Der US-Botschafter in Deutschland hat die Drohung erneuert, Truppen aus
Deutschland abzuziehen, sollten die Verteidigungsausgaben nicht erhöht werden.

Ein Teil der US-Truppen arbeitet auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein. (Foto:
dpa)

- Ein Teil der in Deutschland stationierten Soldaten soll nach Polen verlegt
werden.

- Die Bundesregierung hatte versprochen, den Etat zu erhöhen, zuletzt wurden
1,36 Prozent des Bruttoinlandsproduktes dafür investiert.

Kurz vor den geplanten Europa-Reisen von US-Präsident Donald Trump verschärfen
die USA ihre Drohungen mit einem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland. Es ist
wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50
000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren
Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden, sagte der US-Botschafter in
Deutschland, Richard Grenell, der Deutschen Presse-Agentur.


Zuvor hatte die US-Botschafterin in Polen, Georgette Mosbacher, getwittert: Polen
erfüllt seine Zahlungsverpflichtung von zwei Prozent des BIP gegenüber der
Nato. Deutschland tut das nicht. Wir würden es begrüßen, wenn die
amerikanischen Truppen in Deutschland nach Polen kämen.
Trump hatte eine
Truppenverlegung von Deutschland nach Polen bereits im Juni bei einem Besuch des
polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington ins Spiel gebracht.

Quelle:
https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-...abzug-1.4558294
<https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-truppen-deutschland-abzug-1.4558294>




telepolis 09.08.2019

Feldherrenpose oder doch nur Krachmacher?

Trumps Lieblingsbotschafter Grenell droht Deutschland mit Truppenabzug und
provoziert scharfe Reaktionen


Thomas Pany

Richard Grenell. Bild: Amerikanisches Verteidigungsministerium/gemeinfrei

US-Botschafter Richard Grenell wird in Berlin, wie es exklusive Einsichten des
Hamburger Investigativmagazins nahelegen, regierungsintern wie eine Nervensäge
behandelt.
Man ignoriert dort seine Äußerungen, so gut es geht. Zumindest nach
außen hin will sich die Bundesregierung nicht mehr ärgern lassen, hat der
Spiegel erfahren [1].

Die wichtigsten Ministerien hätten sich untereinander abgesprochen, die
Grenellschen Attacken nicht mehr öffentlich zu kommentieren: Es gebe keine
Stellungnahmen mehr, stattdessen rede man lieber mit "Washington". Der Trick
scheint aber nicht wirklich zu funktionieren: "Das allerdings macht seine
Attacken nicht weniger ärgerlich."


Am heutigen Freitag startete Richard Grenell über dpa einen neuen Angriff [2]
auf, die auf moralische Verpflichtungen losstachelt, Schutz und Sicherheit in
Frage stellt und deutschem Geld Vorwürfe macht - eine wirkungsvolle Mischung, um
in Deutschland Verärgerung auszulösen.

Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der amerikanische Steuerzahler
weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen
ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden.
Richard Grenell, US-Botschafter in Deutschland

Grenell, so der Rahmen, in den die Äußerung gestellt wird, hat laut der
Nachrichtenagentur auf einen Tweet der US-Botschafterin in Polen, Georgette
Mosbacher, reagiert. Mosbacher stellte die polnische Pflichterfüllung als
Exempel heraus und regte an, dass die US-Truppen Deutschland verlassen, um in
Polen stationiert zu werden:


Polen erfüllt seine Zahlungsverpflichtung von zwei Prozent des BIP gegenüber
der Nato. Deutschland tut das nicht. Wir würden es begrüßen, wenn die
amerikanischen Truppen in Deutschland nach Polen kämen.+
Georgette Mosbacher


US-Präsident Trump soll eine solche Truppenverlegung gegenüber seinem
polnischen Amtspräsidenten Andrzej Duda im Juni ins Spiel gebracht haben,
heißt es weiter in der Meldung, woran dann Grenell anknüpfte:

Präsident Trump hat Recht und Georgette Mosbacher hat Recht. (…) Zahlreiche
Präsidenten haben die größte Volkswirtschaft Europas gebeten, für ihre
eigene Verteidigung zu zahlen. Das ist eine Bitte, die sich über viele Jahre
und viele Regierungen hingezogen hat.
Richard Grenell [3]

Einer aus der Regierung hat sich tatsächlich geärgert: Casten Schneider von
der SPD. Der erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion
sagte dem Spiegel, dass die Äußerungen unter Verbündeten "unangemessen"
seien. Deutschland lasse sich nicht erpressen und außerdem: "Die Feldherrenpose
nutzt sich ab."

Das ist keine angemessene Replik. Denn Richard Grenell ist nicht vom Fach, kein
Feldherr, er kennt sich auf dem militärischen Gebiet nicht aus, er belehrt ohne
Sachverstand.



Strategisch wenig praktisch

Eine Verlegung der US-Truppen nach Polen würde bei hohem Aufwand und Kosten aus
militärischer Sicht "recht wenig bringen" und ist unpraktisch, so der
Verteidigungsexperte Thomas Wiegold,
der auf seinem Blog "Augen geradeaus" die
größeren Installationen der US-Streitkräfte in Deutschland auflistet [4] - in
der Hauptsache:

- Das U.S. European Command in Stuttgart

- Das U.S. Africa Command in Stuttgart

- Das Hauptquartier der U.S. Army Europe in Wiesbaden

- Die Ramstein Air Base der U.S. Air Force

- Die (offiziell nicht bestätigten) US-Atomwaffen in Büchel

- Das Krankenhaus der US-Streitkräfte in Landstuhl

Diese Einrichtungen haben weniger mit dem Schutzinteresse Deutschlands zu tun
als mit den weiter gefassten strategischen Interessen der USA. Das Aktionsgebiet
der hier installierten Kommandos und der stationierten Truppen" sei nicht
Deutschland, erklärt Wiegold, "sondern die von hier aus (im Vergleich zu den
USA) viel leichter erreichbaren Einsatzgebiete: In den vergangenen Jahren
Afghanistan und der Irak, und sowohl die Nordost- als auch die Südostflanke der
NATO sind ungefähr gleichermaßen gut erreichbar."


Eine Verlegung von US-Truppen nach Polen würde sehr teuer kommen und aufgrund
der Lage Polens mit sich bringen, dass mehr Aufwand betrieben werden muss, "um
Verkehrswege sicherzustellen". Der einzige Vorteil wäre, so Wiegold, dass
US-Truppen damit näher an der Nordostflanke der Nato wären.

Das würde aber aller Wahrscheinlichkeit nach, was Wiegold gar nicht erwähnt,
die Spannungen mit Russland grund- und sinnlos aufheizen. Wozu dieses Risiko
eingehen? Um Stärke zu demonstrieren, für die jeder Aufwand recht ist?

Wäre es nicht zu billig, könnte man die Pose Richard Grenells damit erklären,
dass der Botschafter einfach nur kindlich begeistert von der "Maximal
Pressure"-Idee seines Chefs ist und dies in der Provinz immer wieder neu
ausprobiert.


Was die deutschen Verteidigungsausgaben betrifft, so rennt Grenell in Deutschland
ohnehin viele offene Türen ein. Dazu reicht ein Blick in Medien wie die FAZ [5],
die in ihrem Bericht herausstellt, dass Deutschland bei den Verteidigungsausgaben
nach wie vor "weit unter dem Nato-Ziel von zwei Prozent liegt und dafür von
Trump regelmäßig scharf kritisiert" wird. Oder eben ins
Verteidigungsministerium, wo Kramp-Karrenbauer sich "besonders devot gegenüber
Trumps Forderungen und denen der Nato" zeigt (siehe: AKK: "Wir werden die
Sichtbarkeit der Bundeswehr in unserer Gesellschaft erhöhen"
[6]).


Quelle: http://www.heise.de/-4493312
<http://www.heise.de/-4493312>


Links in diesem Artikel:

[1]
https://www.spiegel.de/politik/deutschla...-a-1281207.html
<https://www.spiegel.de/politik/deutschland/richard-grenell-carsten-schneider-wirft-us-botschafter-feldherrenpose-vor-a-1281207.html>


[2]
https://www.t-online.de/nachrichten/ausl...opa-reise-.html
<https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_86239210/usa-drohen-deutschland-mit-truppenabzug-kurz-vor-trumps-europa-reise-.html>


[3]
https://www.t-online.de/nachrichten/ausl...opa-reise-.html
<https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_86239210/usa-drohen-deutschland-mit-truppenabzug-kurz-vor-trumps-europa-reise-.html>


[4]
https://augengeradeaus.net/2019/08/erneu...us-deutschland/
<https://augengeradeaus.net/2019/08/erneut-drohen-usa-mit-truppenabzug-aus-deutschland/>


[5]
https://www.faz.net/aktuell/politik/trum...d-16325042.html
<https://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/usa-verschaerfen-drohungen-mit-truppenabzug-aus-deutschland-16325042.html>


[6]
https://www.heise.de/tp/features/AKK-Wir...en-4478705.html
<https://www.heise.de/tp/features/AKK-Wir-werden-die-Sichtbarkeit-der-Bundeswehr-in-unserer-Gesellschaft-erhoehen-4478705.html>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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