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Wolfgang Bittner: Der neue West-Ost-Konflikt: Inszenierung einer Krise

in Aus der Welt der Wissenschaft 06.10.2019 13:45
von franzpeter | 9.650 Beiträge

Anm. FS: Siehe in diesem Zusammenhang dazu auch ein interessantes Interview von
Ken FM mit Wolfgang Bittner:

Video: "Die Eroberung Europas durch die USA" -
https://www.youtube.com/embed/K8QhIR9sYqA
<https://www.youtube.com/embed/K8QhIR9sYqA>


Buchtipp:

Bittner, Wolfgang

Der neue West-Ost-Konflikt: Inszenierung einer Krise


Verlag Zeitgeist Print & Online. September 2019. 320 Seiten. 19,90 Euro.

https://zeitgeist-online.de/2013-11-30-0...t-konflikt.html
<https://zeitgeist-online.de/2013-11-30-00-57-32/1080-wolfgang-bittner-der-neue-west-ost-konflikt.html>


Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, hat sich nach Ende des Kalten Krieges
ein neuer West-Ost-Konflikt herausgebildet - die NATO gegen Russland -, der nun
zu eskalieren droht.

Von westlichen Politikern gibt es kaum Bemühungen, zu dessen Entschärfung
beizutragen, im Gegenteil. Der Konflikt ist so gewollt, meint Wolfgang Bittner
und belegt dies anhand vieler Beispiele auch ganz aktueller.


Der Nordatlantikpakt hat seine Bestimmung als Verteidigungsbündnis längst
eingebüßt, so der Autor, und tritt heute als Aggressor auf:

NATO-Osterweiterung, der Krieg gegen Jugoslawien, Anti-Russland-Propaganda,
wirtschaftliche Sanktionen oder auch die drastische Erhöhung des
Militärhaushalts.

Das vorliegende Werk liefert eine Chronologie des Geschehens über mehr als ein
Jahrhundert, analysiert die Hintergründe und zeigt auf, wie es zu dieser
unheilvollen Entwicklung kommen konnte.

Bereits 1961 warnte der US-Präsident und ehemalige Generalstabschef Eisenhower
vor den verhängnisvollen Verflechtungen des "militärisch-industriellen
Komplexes" mit der Politik der USA. "Wir dürfen", so Eisenhower, "es nie
zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere
demokratischen Prozesse gefährdet."


Wenn wir uns die gegenwärtige politische Weltlage ansehen, wird deutlich, was
Eisenhower meinte.

Doch Wolfgang Bittner beschränkt sich nicht auf die jüngere Zeit, vielmehr geht
er zurück auf eine mehr als ein Jahrhundert währende britisch-amerikanische und
französische Imperialpolitik, der das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn zum
Opfer gefallen sind, und die nach wie vor - ausgehend von Interessengruppen in
den USA - Deutschland im Fadenkreuz hat.

Sein Buch bietet eine Gesamtschau der globalen politischen Entwicklung im 20.
Jahrhundert bis zur Gegenwart, von Europa über Nord- und Südamerika bis nach
Asien.

Bittner deckt die Hintergründe der Aggressions- und Interventionspolitik einer
gewissenlosen Allianz unter Führung der USA mit der von ihr dominierten NATO
auf.
Der Autor stellt damit auch eine faktenreiche Argumentationshilfe in der
längst fälligen Auseinandersetzung mit der akut drohenden Kriegsgefahr zur
Verfügung.


Wolfgang Bittner lebt als Schriftsteller und Publizist in Göttingen. Der
promovierte Jurist
schreibt Bücher für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Er
erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen und ist Mitglied im PEN.

Von 1996 bis 1998 gehörte er dem Rundfunkrat des WDR an, von 1997 bis 2001 dem
Bundesvorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller. Ausgedehnte Reisen
führten ihn nach Vorderasien, Mexiko, Kanada und Neuseeland, Gastprofessuren
2004 und 2006 nach Polen. Wolfgang Bittner war freier Mitarbeiter bei Zeitungen,
Zeitschriften, Hörfunk und Fernsehen und hat mehr als 60 Bücher
veröffentlicht, zuletzt das Sachbuch "Die Eroberung Europas durch die USA" und
den Roman "Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen".




NDS 05. Oktober 2019

"Der neue West-Ost-Konflikt ist inszeniert"

Die Spannungen zwischen den NATO-Mitgliedsstaaten und Russland sind
beträchtlich. Über die Ursachen hat sich der Schriftsteller Wolfgang Bittner
in seinem neuen Buch Gedanken gemacht. Mit klarem Blick und Analysekraft
durchdringt Bittner das Dickicht eines Konfliktes, dessen Ursachen in der
Medienberichterstattung häufig nur sehr einseitig dargestellt werden.

Von Marcus Klöckner


Im NachDenkSeiten-Interview schildert Bittner, der vielfach mit Literaturpreisen
ausgezeichnet ist, warum er davon ausgeht, dass es sich bei der
Auseinandersetzung mit Russland um eine "inszenierte Krise" handelt.



Herr Bittner, Sie sprechen in Ihrem soeben erschienenen Buch "Der neue
West-Ost-Konflikt" im Hinblick auf die Spannungen zwischen den NATO-Staaten und
Russland von der "Inszenierung einer Krise". Wer "inszeniert" hier?

Es sind fraglos die USA, die den neuen West-Ost-Konflikt inszeniert haben und
weiter befeuern. Denn Russland kann überhaupt nicht an einer womöglich
militärischen Auseinandersetzung mit den hochgerüsteten USA und der von ihr
gesteuerten NATO interessiert sein
. Die Russen brauchen Frieden, um ihre
Wirtschaft zu entwickeln und ihre Gesellschaft voranzubringen, wie Wladimir Putin
immer wieder betont hat.


Nach der Wiedervereinigung hatten sich die Beziehungen zwischen Westeuropa und
Russland entspannt.

Ja, insbesondere zwischen Deutschland und Russland. Die Beziehungen hatten sich
weitgehend normalisiert. 2001 sprach Wladimir Putin im Deutschen Bundestag und
warb für Abrüstung und einen gemeinsamen Wirtschafts- und Kulturraum von
Wladiwostok bis Lissabon.


Auch in der Folgezeit sagte Putin mehrmals, dass er sich ein besseres Verhältnis
zu Westeuropa und den USA wünsche und dass Russland nicht die Absicht habe, die
Sowjetunion wiederherzustellen. 2015 hat er in einem Fernsehinterview mit dem
US-Sender CBS noch einmal betont, Russland wolle Frieden und habe nicht den
Anspruch, eine Supermacht zu sein.


Demgegenüber erklärte US-Präsident Barack Obama 2014 in einer Rede vor der
Militärakademie Westpoint, die USA seien der Dreh- und Angelpunkt aller
Allianzen in der Welt, unübertroffen in der Geschichte der Nationen, sie seien
die einzige unverzichtbare Nation.


Diesen Anspruch auf globale Vorherrschaft bekräftigte er 2019 in seiner letzten
Rede vor der UN-Vollversammlung in New York, wo er die wirtschaftliche und
militärische Macht der USA hervorhob und Wladimir Putin beschuldigte, ständig
das Völkerrecht zu brechen.



Zurück zur "Inszenierung einer Krise". Warum meinen Sie, gibt es diese
Spannungen zwischen den Nato-Ländern und Russland?

Der ehemalige Direktor des einflussreichen Thinktanks Stratfor, George Friedman,
hat dafür eine beeindruckende Erklärung gegeben. Er sagte, das Hauptinteresse
der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und Zweiten
Weltkrieg und im Kalten Krieg, seien die Beziehungen zwischen Deutschland und
Russland gewesen. Es sei darum gegangen, eine Kooperation zwischen Deutschland
und Russland zu verhindern. Denn wenn sich deutsches Kapital und deutsche
Technologie mit russischen Rohstoff-Ressourcen und russischer Arbeitskraft
verbänden, dann entstünde wirtschaftlich wie militärisch eine nicht
hinnehmbare Konkurrenz für die USA.


Sie wissen, dass die großen Medien, dass der "Mainstream" die Sache völlig
anders sieht. Russland ist der Aggressor, Russland ist "böse". Der Westen ist
"gut", reagiert nur. Da ist also nicht davon die Rede, dass hier eine Krise
inszeniert wird.

Das ist ein großes Problem. Die deutschen Medien kommen schon lange nicht mehr
ihrer eigentlichen Aufgabe als Vierte Gewalt im Staate nach. In den Redaktionen
sitzen in leitender Position Journalisten, die US-Netzwerken wie
Atlantik-Brücke, European Council on Foreign Relations, Aspen Institut,
American Interest, Münchner Sicherheitskonferenz usw. angehören oder
nahestehen.


Sie berichten und agieren im Sinne der von den USA und der NATO vertretenen
Politik. Das trifft ebenso auf führende Politiker zu, und das ist keine
Verschwörungstheorie, das lässt sich nachweisen, darüber gibt es mittlerweile
seriöse Untersuchungen.


Auf diese Weise wird Meinung gemacht und die Bevölkerung indoktriniert. So
entsteht dann der Mainstream, wonach Russland aggressiv und der Westen
friedensorientiert ist.



Schildern Sie doch bitte mal genauer, was Sie dazu bewegt, davon auszugehen,
dass hier vonseiten "des Westens" ein Konflikt mit Russland heraufbeschworen
werden soll.

Es ging und geht darum, Russland als Machtfaktor und Regulativ in der
internationalen Politik auszuschalten und das Land den westlichen
Kapitalinteressen zu öffnen. Darüber wurde ja offen gesprochen.

Der damalige Vizepräsident Joe Biden prahlte damit, dass man Russland ruinieren
wolle, wenn es sich nicht unterwerfe. Präsident Obama habe die europäischen
Politiker mit Nachdruck dazu gebracht, an den Sanktionen der USA gegen Russland
teilzunehmen, obwohl dadurch wirtschaftliche Nachteile für ihre Länder
entstanden.


Die Finanz- und Wirtschaftseliten in den USA wollen sich die Ressourcen
Russlands erschließen.
Hinzu kommen geostrategische Ziele, wobei in letzter
Zeit die zunehmende weltpolitische Bedeutung Chinas eine Rolle spielt.

Die USA halten den Konflikt mit Russland am Kochen und betreiben entsprechende
Propaganda, um jederzeit einen Vorwand zu haben, gegen Russland vorzugehen - ein
Spiel mit dem Feuer.


Dieser neue, bisher noch Kalte Krieg begann nach längeren Vorbereitungen durch
die CIA, westliche Geheimdienste und Nichtregierungsorganisationen mit dem
Umsturz in Kiew. Dass dies schwerwiegende Folgen haben würde, war
vorherzusehen.


Damit ließen die USA den schon überwunden geglaubten West-Ost-Konflikt wieder
aufleben, um die gigantische Aufrüstung und ihre Aggressionspolitik zu
rechtfertigen.
Das nächste Hauptziel ist - falls es nicht zum "großen Krieg"
kommt, vor dem auch Michail Gorbatschow warnte - der Regime Change in Moskau.


Was ist aus Ihrer Sicht in der Ukraine abgelaufen?

In der Berichterstattung über die Ereignisse in der Ukraine, wird von den
Politikern und Medien immer die Vorgeschichte unterdrückt ...

Wie meinen Sie das?

Es begann damit, dass der damalige ukrainische Präsident Janukowytsch 2013 die
Ratifizierung des Assoziierungsabkommens mit der EU verweigerte, weil das den
bedingungslosen Anschluss an die Europäische Union unter Zurückweisung
Russlands und Missachtung der von Moskau initiierten Zollunion bedeutet hätte.


Daraufhin kam es zu Einmischungen in die innerstaatlichen Angelegenheiten des
Landes und in Kiew zu Protesten westlich orientierter Bürger. Das war der
Anfang der sogenannten Maidan-Revolte, an der von Anfang an nicht nur
demokratisch-oppositionelle Kräfte beteiligt waren, sondern maßgeblich auch
russlandfeindliche Nationalisten und ausländische Geheimdienste.


Aus einem Anfang Februar 2014 abgehörten Telefonat der EU-Beauftragten des
US-Außenministeriums, Victoria Nuland, mit dem US-Botschafter in Kiew, Geoffrey
Pyatt, ging hervor, dass Washington bereits das Szenario für die Zeit nach dem
lange vorbereiteten Staatsstreich plante und seinen Günstling, den Oligarchen
Arsenij Jazenjuk, favorisierte .
..

... der dann auch Ministerpräsident wurde.

Und Präsident wurde ein Profiteur des neoliberalen Umschwungs in der Ukraine,
der Oligarch Petro Poroschenko. Er und Jazenjuk begannen den Bürgerkrieg mit
den Ostukrainern, denen es aufgrund des Regimewechsels seinerzeit lediglich um
eine größere Autonomie ging, zumal im Kiewer Parlament Nationalisten und
Faschisten das große Wort führten.



Ein innerstaatlicher Konflikt, der militärisch gelöst werden sollte?

Richtig, dabei stärkten die USA der neuen Kiewer Regierung den Rücken, und
Russland unterstützte die Ostukrainer und auch die Krimbewohner.


Die russischsprachige Bevölkerung dieser Gebiete befürchtete ernsthafte
Repressalien, nachdem Russisch als Zweitsprache verboten werden sollte und die
ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko gedroht hatte, sie wolle Putin,
den sie als "Drecksack" bezeichnete, in die Stirn schießen und die Russen mit
Atomwaffen vernichten.


Der Vorsitzende der rechtsextremen Swoboda-Partei, Oleg Tjahnybok, hatte zuvor
schon dazu aufgerufen, "Russensäue, Judenschweine und anderes Gesindel" - wie er
sich ausdrückte - zu bekämpfen. Ihm hatte der 2018 verstorbene
ultrakonservative US-Senator John McCain seine Unterstützung im Kampf gegen die
legitime ukrainische Regierung zugesagt. Auch US-Vizepräsident Joe Biden,
Außenminister John Kerry und CIA-Direktor John Brennan gaben sich in Kiew die
Klinke in die Hand.



Nach westlicher Auffassung wurde die Krim dann von Russland "annektiert". Wie
sehen Sie das?

Diese angebliche Annexion der Krim, die nach dem Völkerrecht eine Sezession
war, wird ja als Begründung für die Sanktionen gegen Russland und die
Aufrüstung benutzt. Aber die Separation der Krim ist friedlich ohne einen
einzigen Schuss verlaufen.


Nach völkerrechtlicher Definition ist eine Sezession die Abspaltung eines
Landesteils von einem Staat mit dem Ziel, einen neuen souveränen Staat zu bilden
oder sich einem anderen Staat anzuschließen.


Das ist auf der Krim nach dem blutigen Putsch in Kiew geschehen. Eine Annexion
ist dagegen die gewaltsame Aneignung des Gebietes eines Staates durch einen
anderen Staat, und sie erfolgt grundsätzlich mit kriegerischen Mitteln.


Davon kann hier nicht ausgegangen werden. Unter den gegebenen Umständen und
aufgrund der akuten Gefährdung war es verständlich, dass es in der Ostukraine
zu Autonomiebestrebungen und auf der Krim zu einer Sezession kam.


Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Krim ohnehin 171 Jahre zu Russland
gehört hatte und 1954 von Chruschtschow - wie es heißt, in einer Wodkalaune -
unter Verstoß gegen die Verfassung der UdSSR an die Ukraine "verschenkt" wurde,
was seinerzeit jedoch nicht mehr bedeutete, als dass sie von einer Sowjetrepublik
zu einer anderen kam.



Aus Ihrer Sicht wurde die Krim also nicht "annektiert"? Es gab keine gewaltsame
oder kriegerische Aneignung der Krim?

Korrekt, es war eine Sezession, die meines Erachtens wegen der seinerzeit
desolaten Situation in der Ukraine völkerrechtlich nicht zu beanstanden ist.

Nach dem Kiewer Staatsstreich fand ein von Russland abgesichertes Referendum
statt, bei dem die Wahlbeteiligung 83 Prozent betrug und sich etwa 80 Prozent
der Abstimmungsberechtigten für einen Anschluss an Russland aussprachen.


Dem Referendum folgte die Erklärung der staatlichen Unabhängigkeit, und erst
danach stellte die Autonome Republik Krim den Antrag auf Aufnahme in die
Russische Föderation, dem stattgegeben wurde.


Das war 2014 eine friedlich verlaufene Abspaltung von der Kiewer Ukraine, in
deren Parlament bis heute Faschisten sitzen.


Hinzu kam, dass es die USA mit der NATO auf den russischen Flottenstützpunkt in
Sewastopol abgesehen hatten
- eine ernsthafte Provokation der russischen
Regierung. Wenn Politiker und Journalisten ständig von "Annexion" sprechen,
verdrehen sie die Tatsachen und benutzen einen offensichtlich vom CIA geprägten
Kampfbegriff, um Russland als Aggressor hinzustellen, die Sanktionen zu
rechtfertigen und die Militarisierung Westeuropas voranzutreiben
.


Gibt es Beweise dafür, dass der Putsch in der Ukraine von den USA vorbereitet
wurde?

Die gibt es. Die EU-Beauftragte des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, hat
schon im Dezember 2013 erklärt, die USA hätten fünf Milliarden Dollar in den
Regime Change in Kiew investiert. Dass Arsenij Jazenjuk, einer der militanten
Anführer auf dem Maidan, dann Ministerpräsident werden würde, stand bereits
vor dem Staatsstreich fest, wie aus dem abgehörten Telefonat hervorgeht.


Und Barack Obama hat in einem CNN-Interview sogar zugegeben, dass die USA hinter
dem Putsch in Kiew steckten.
Ich möchte das mal aus meinem Buch zitieren, weil
es sehr wichtig ist.

Obama sagte: "Putin traf die Entscheidung in Bezug auf die Krim nicht etwa aus
einer großen Strategie heraus, sondern einfach, weil er von den Protesten des
Maidan und der Flucht von Janukowytsch überrascht wurde, nachdem wir einen Deal
zur Machtübergabe ausgehandelt hatten."


Damit ist erwiesen, dass der neue West-Ost-Konflikt von den USA zu verantworten
ist, die durch dessen Eskalation bestimmte, bereits genannte Ziele verfolgen.
Inzwischen wird ja in den alternativen Medien auch darüber berichtet, dass der
CIA sogenannte Blümchenrevolutionen initiiert, bei Demonstrationen Stoßtrupps
losschickt oder Ethnien gegeneinander aufhetzt, um unliebsame Regierungen zu
stürzen.


In Ihrem Buch kritisieren Sie mehrfach die Medien, und sie schreiben auch von
"NATO-Propaganda" der Öffentlich-Rechtlichen. Wie kommen Sie zu diesen
Aussagen?

Ein Beispiel für NATO-Propaganda und für eine unglaublich dreiste,
unverantwortliche antirussische Hetze im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
passierte im April 2019 in dem viel gesehenen ZDF-heute-journal:


Da begann der Moderator Claus Kleber, Kuratoriumsmitglied der Atlantik-Brücke,
aus Anlass des 70. Jahrestages der NATO-Gründung die Sendung mit den Worten, die
ich immer noch aus dem Gedächtnis wiedergeben kann:

"Guten Abend. Zu Wasser und zu Luft sind heute Nacht amerikanische, deutsche und
andere europäische Verbündete unterwegs nach Estland, um die russischen
Verbände zurückzuschlagen, die sich dort, wie vor einigen Jahren auf der Krim,
festgesetzt haben."


Kleber korrigierte seine Meldung zwar kurz darauf mit den Worten: Keine Sorge,
das ist nicht so. Und er fuhr fort, das sei nur eine Vision, allerdings eine
realistische. Denn so etwa müsste im Ernstfall die Antwort der NATO auf einen
Angriff auf das Territorium eines ihrer Mitgliedsstaaten aussehen.

Aber eine 95-jährige Verwandte, die Klebers Ankündigung gehört hatte, sagte
mir, dass ihr einen Moment lang das Herz stillstand. Und das ist nur eines von
zahlreichen Beispielen für die Kriegspropaganda, die von nicht wenigen Medien
und Politikern nun schon seit mehreren Jahren betrieben wird. Ich weiß nicht,
ob diesen Leuten bewusst ist, was sie da anstellen.


Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=55373
<https://www.nachdenkseiten.de/?p=55373>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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