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Die Milliardenschwere Mogelpackung der Klimakanzlerin Angela Merkel

in Aus der Welt der Wissenschaft 09.11.2019 16:16
von franzpeter | 9.689 Beiträge

Plug-in-Hybriden: Es locken massive Steuervergünstigungen - ohne irgendetwas
für das Klima zu tun


"Der klimapolitische Nutzen in der Praxis ist praktisch nicht existent, weil in
der Realität die Verbräuche von diesen großen, schweren Fahrzeugen um das 2-
oder 3-fach über diesen niedrigen Normverbräuchen
liegen, entsprechend hat die
Umwelt von dieser Hybridisierung nichts.


Aber vielleicht geht es dabei, gar nicht um Klimaschutz. Denn die europäischen
Autohersteller müssen den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagen massiv reduzieren, im
Durchschnitt auf 95 g/km. Umgerechnet 4,1 l Super. Andernfalls drohen
empfindliche Strafzahlungen. Angenommen, ein konventioneller SUV verbraucht laut
Herstellerangaben 6,5 l Super, dann liegt das weit über dem Grenzwert. Um

Strafzahlungen zu vermeiden, muss der Hersteller das ausgleichen.

Da hilft ein Plug-in-Hybrid. Da verbraucht das gleiche Modell nur 1,7 l und so
wird im Durchschnitt die Obergrenze eingehalten. Wenn auch nur auf dem Papier."


Georg Restle: [b]"Steuererleichterungen für C02-Schleudern trägt nicht unbedingt
dazu bei, das klimapolitische, Glaubwürdigkeitsproblem, dieser Bundesregierung
zu verringern."
[/b]


Monitor 07.11.2019

Merkel und die Autoindustrie

Milliardenschwere Mogelpackung der Klimakanzlerin Angela Merkel

Die Bundesregierung will ihren Kauf mit Steueranreizen und Kaufprämien
fördern: PKW mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Dabei entpuppen sich
diese Fahrzeuge häufig als CO2-Schleudern.


Achim Pollmeier und Herbert Kordes, WDR

https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/po...19_daserste.mp4
screenshot

Video
https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/po...19_daserste.mp4


Hubert Rehahn wollte ein modernes, sparsames und klimafreundliches Auto: Vor drei
Jahren kaufte sich der Immobilienverwalter aus Eschweiler bei Aachen einen
Mercedes-Benz GLC 350e - einen Plug-in-Hybrid mit 320 PS und einem Verbrauch von
rund 2,5 Litern auf 100 Kilometer. So steht es in den Papieren.

Rehahn wusste, dass solche Werte tatsächlich nicht erreichbar sein würden.
"Tatsächlich verbraucht der Wagen auf langen Autobahnstrecken zehn Liter, bei
täglichen Fahrten im Nahbereich zwischen acht und neun Litern", sagt Rehahn.
Und: Die rein batterieelektrische Reichweite ist bei dem gut 70.000 Euro teuren
Auto inzwischen so marginal, dass sie kaum noch ins Gewicht fällt. 34 Kilometer
Reichweite standen im Prospekt. Aktuell zeigt der Bordcomputer im vollgeladenen
Zustand nur noch 27 Kilometer an. Doch bei einer Probefahrt mit dem ARD-Magazin
Monitor im November ist schon nach 13 Kilometern Schluss - dann schaltet der
Motor auf den Verbrenner um.


Eklatante Widersprüche zu realem Verbrauch

Dass die Ladekapazität der Batterie nach einer gewissen Zeit nachlasse, sei
normal, schreibt Mercedes-Benz. Im Übrigen sei wohl Rehahns Fahrweise für den
deutlichen Mehrverbrauch verantwortlich
: Der tatsächliche Verbrauch und die
elektrische Reichweite seien "abhängig von den individuellen Fahr-, Strecken-
und Umweltbedingungen". Hubert Rehahn jedenfalls fühlt sich getäuscht: Sein
angeblich klimafreundliches Auto entpuppte sich eher als CO2-Schleuder.


Prof. Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management der
Fachhochschule Bergisch Gladbach, überrascht das nicht: "Wir stellen ganz klar
fest, dass diese Normverbräuche von Plug-In-Hybriden im eklatanten Widerspruch
stehen zu den Realverbräuchen, die teilweise um das zwei- bis dreifache höher
sind." In den meisten Fällen werde der Klimaschutz nur auf dem Papier erreicht -
nicht in der Realität.


Auch Jens Hilgenberg, Spezialist für Verkehrspolitik beim Umweltverband BUND,
kritisiert: "Mit diesen offiziellen Verbrauchs- und CO2-Werten für
Plug-in-Hybride begeht die Industrie Augenwischerei - sich selbst, der Politik
und den Kundinnen und Kunden gegenüber."


Hersteller: Erheblicher Beitrag zur CO2-Reduzierung

Die Autohersteller sehen das naturgemäß anders. Für den Verband der
Automobilindustrie (VDA) leisten Plug-in-Hybride "einen erheblichen Beitrag zur
CO2-Reduzierung. Sie sind daher unverzichtbar, um die anspruchsvollen Klimaziele
zu erreichen."

Tatsächlich könnten kleine und leichte Plug-in-Hybride, die für kurze Strecken
wie dem täglichen Arbeitsweg genutzt und überwiegend elektrisch betrieben
werden,
durchaus einen positiven Effekt auf die Klimaschutzziele haben - darin
sind sich die Kritiker einig.

Nicht aber tonnenschwere SUVs und Limousinen, die viel Strom oder Treibstoff
verbrauchen und täglich lange Strecken zurücklegen. Aktuell bringen die
Hersteller aber vor allem solche Plug-in-Hybride auf den Markt: PS-starke Autos,
die eher für die Langstrecke und als Dienstwagen eingesetzt werden.



Zuschuss für Plug-in-Hybride erhöht

Dennoch hält die Regierung an der Förderung fest: Gerade erst hat sie
beschlossen, den Zuschuss beim Kauf von Elektrofahrzeugen zu erhöhen - für
"Plug-In-Hybride" auf bis zu 4500 Euro pro Fahrzeug.
Die Industrie zahlt die
Hälfte dieses so genannten "Umweltbonus". Hinzu kommt eine massive Förderung
über die Dienstwagenbesteuerung: Der "geldwerte Vorteil" für die Privatnutzung
von Dienstwagen wird bei Plug-in-Hybriden im Verhältnis zum klassischen
Verbrenner halbiert. Bei einem Dienstwagen für 60.000 Euro bedeutet das schnell
eine Ersparnis von 100 Euro und mehr - pro Monat.

Für Bratzel setzt die Bundesregierung damit erhebliche Fehlanreize: "Die
Steuervorteile führen dazu, dass viele Dienstwagenfahrer einen Plug-In-Hybrid
haben wollen, obwohl sie gar nicht das Fahrprofil haben. Das bringt nichts für
die Umwelt und kostet den Steuerzahler viel Geld."



Erfahrung aus den Niederlanden

Erfahrungen aus dem Ausland bestätigen das: Die Niederlande fördern
Plug-in-Hybride als Dienstwagen schon seit drei Jahren nicht mehr. Das
niederländische Verkehrsministerium schreibt auf Monitor-Anfrage, die Autos
seien meist mit dem Verbrennungsmotor unterwegs gewesen: "Deshalb war die
CO2-Einsparung marginal"
.

Für Michael Müller-Görnert vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) kein Wunder:
"Gerade die Erfahrungen in den Niederlanden haben gezeigt, dass die
Dienstwagenfahrer dank Tankkarte wenig auf den Verbrauch achten und schon gar
nicht elektrisch nachladen - das heißt, die fahren fast nur im Spritmodus, und
entsprechend hoch sind die Verbräuche."


Deshalb fordern Experten, die Förderung von Plug-in-Hybriden von deren Nutzung
abhängig zu machen: Wer die Förderung haben will, solle nachweisen, dass er den
Wagen wirklich klimaschonend - also vorwiegend auf kurzen Strecken und elektrisch
- einsetzt. Doch die Bundesregierung weist das zurück: "Ordnungspolitische
Ansätze sind unter datenschutzrechtlichen Aspekten schwierig umzusetzen und
würden zu mehr Bürokratie und Kontrollaufwand führen - beides wollen wir
vermeiden", schreibt das Wirtschaftsministerium auf Monitor-Anfrage.



Hilfe für die Hersteller statt für das Klima?

Kritiker monieren, der Bundesregierung gehe es bei der Förderung von
Plug-in-Hybriden gar nicht um den Klimaschutz
. Vielmehr solle damit der
Automobilindustrie geholfen werden, die europäischen Grenzwerte bei den
Pkw-Emissionen einzuhalten. Künftig dürfen in Europa verkaufte Neuwagen im
Schnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren - das entspricht
einem Durchschnittsverbrauch von etwa 4,1 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer.


Plug-in-Hybride mit einem Normverbrauch von unter zwei Litern senken die
Durchschnittsemissionen eines Herstellers also beträchtlich. "Die Förderung
hilft nicht dem Klima, sondern nur den Herstellern dabei, die CO2-Grenzen
einzuhalten und am Ende saftigen Strafzahlungen zu entgehen", so Jens Hilgenberg
vom BUND.



Quelle:

https://www1.wdr.de/daserste/monitor/vid...ackung-100.html
<https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-plug-in-hybride-klimapolitische-mogelpackung-100.html>


https://www.tagesschau.de/investigativ/m...ybride-101.html
<https://www.tagesschau.de/investigativ/monitor/plugin-hybride-101.html>

Anmerkung:

Offenbar wohnen die Mitglieder dieser Regierung in einem Ort namens "Schilda"!


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 09.11.2019 16:21 | nach oben springen


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