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Durchgeknallt.... Eine Nachdenklichkeit zur Endlichkeit des Seins

in Aus der Welt der Wissenschaft 10.08.2020 11:25
von franzpeter | 10.368 Beiträge

10.08.2020

Durchgeknallt....

Eine Nachdenklichkeit zur Endlichkeit des Seins

von Sascha Distel

Eigentlich sollte ich mich an der irr- und trübsinnigen Debatte der Gesellschaft
um Coronaviren und die staatlich befohlenen Massnahmen zum Schutz der Politik vor
irreführenden Gedanken der Menschen nicht beteiligen - ich bin kein Virologe,
der etwas Neues an Erkenntnissen vortragen könnte; das machen die Professoren
Drosten, Streeck, Wodarg, Bhakdi, Kekulé, Püschel u.a. eloquenter und besser.
Sie vermitteln mir den Grundsatz aller Wissenschaft, den "Zweifel" - und lassen
mich an ihrem immer auch widersprüchlichen Erkenntnisgewinn teilhaben. Und das
ist auch gut so.

Und ich bin auch kein Politiker wie Söder, Laschet, Lauterbach, die mir
politisch-administrativ vermitteln, in Sachen Covid 19 gäbe es nur eine
"Gewissheit" - im Ur-Merkel'schen Sinne "alternativlos": Wir haben alles zu
unternehmen, um das Leben unserer Bürger vor diesem gefährlichen Virus zu
schützen.


Ich bin nur ein einfacher, symptomfreier Bürger dieses Landes, der sich bemüht,
den in seinem Namen von den Volksvertretern erlassenen Gesetzen und von
Regierungen veranlassten Verordnungen einen tieferen Sinn zu entnehmen, der ihm
erlaubt, mit dem Virus zu leben. Und ich bekenne aufrichtig - ich scheitere. Ich
trage meine Maske, wo immer ich meinem Mitmenschen damit Gewissheit gebe, sich so
besser vor mir schützen zu können. Ich desinfiziere meine Hände, weil es
meinem Gegenüber die Illusion vermittelt, mich einer möglichen Schmierinfektion
entledigt zu haben. Ich niese in meine Ellbeuge und grüsse meinen Kollegen mit
der Faust auf Distanz. Ich bin schon ein guter Bürger, weil ich die Symbole
beachte, die die Umwelt von mir verlangt, um die Anständigen von den
Unanständigen zu scheiden.

Und dann pocht mein Gewissen - aber deine Gedanken sind doch ganz andere,
Scheinbürger.

Viren und Bakterien sind doch seit Millionen von Jahren eine Grundlage für unser
Leben - ohne sie würde kein höheres Leben existieren: also habe ich Respekt vor
jedem Virus, das mich infiziert und damit mein Leben und meine menschliche
Existenz garantiert. Millionen und Abermillionen von Viren und Bakterien streiten
seit meiner Geburt in meiner Physis um ihre Existenz auf der Suche nach einer
Wirtszelle. Sie kommen, wann immer sie wollen und gehen, wann immer sie müssen.
Sind sie willkommen, erhalten sie Zugang, sind sie unwillkommene Konkurrenz und
Fremdkörper, bildet meine funktionierende körperliche Terroristenabwehr
Antikörper, um sie zu neutralisieren und zu evakuieren oder - wenn das nicht
gelingt - (T-)Killerzellen, um sie zu exekutieren und zu vernichten. Entweder
schafft dieses Immunsystem das Virus oder das Virus schafft mich. Ich bin halt -
wie mich Charles Darwin gelehrt hat - in der Biodiversität nur eine
zerbrechliche Abart der Spezies "Säugetiere" und kein Wesen, das sich den
Bedingungen der Schöpfung entziehen kann.

Und Säugetiere haben bei einer Veränderung ihrer Umwelt nur eine Alternative:
anpassen oder hinscheiden - die Dinosaurier haben bekanntlich die Anpassung nicht
geschafft.
Auf diese Weise haben unsere Vorväter sich allen Anfechtungen gestellt - der
Beulenpest, der Cholera, dem Gelbfieber, dem Mumps, den Masern; Röteln und
Windpocken. Sie haben unter dem Angriff der Viren und Bakterien gelitten, um mehr
oder weniger erfolgreich ihren Nachfahren jene Antikörper und Killerzellen
genetisch weiter zu reichen, die sie gegen die gefährlichen Wesen zu
immunisieren imstande sind.[b] Und so halten wir es bis heute, indem wir mit jeder
Spanischen Grippe, Vogelgrippe, Schweinegrippe oder sonstigen Grippeepidemie
unser Immunsystem zu stärken wissen, um uns und unseren Nachfahren die
Gelegenheit zu geben, die nächste Attacke besser und gesund zu überstehe
n. Und
wem das nicht gelingt, erkrankt ernsthaft - und verstirbt möglicherweise wie
Millionen unserer Vorväter und -mütter, gleichgültig ob "an" oder "mit"
Corona.

Und ausgerechnet jetzt - bei irgendeinem beliebigen neuen Corona-Virus, das uns
weltweit mit gravierenden Folgen attackiert und von dem wir wissenschaftlich nur
wenig wissen - tun wir und die politisch Verantwortlichen so, als ob wir uns wie
auf einer mittelalterlichen Burg gegen das Virus und seine angenommene
Gefährlichkeit allein durch äussere Massnahmen wie Maske, Händewaschen und
Begrüssungsritus zu schützen imstande wären - geht's noch ?

Das Virus kommt und geht, wann es will - und nicht wann wir wollen oder eine
Verordnung es zur Ordnung ruft.


Die einzige nutzbringende und verantwortbare Massnahme ist in meinen Nachdenken,
wenn wir uns des Virus' schon nicht erwehren können, uns zu infizieren und unser
Immunsystem so zu stärken, dass wir und unsere Nachfahren gegen seine
Gefährlichkeit geschützt sind - so wie es unsere Vorfahren uns mit ihrem Opfer
bereits gelehrt haben. Diese Erkenntnis wäre für den Gesetzgeber und die
Gesundheitsminister wichtig, aber sie geben uns vor, unser Leben schützen zu
können, ohne uns zu infizieren - und beschränken sich auf die Symbolmassnahmen
wie Maske, Abstand und Hygiene, die ihnen und uns die Gewissheit vermitteln,
trotz aller Unkenntnis wenigstens Handlungsfähigkeit gezeigt zu haben.

Das soll verhindern, den Menschen nahe zu bringen, dass auch ihr Leben endlich
ist - in einer Gesellschaft, in der Krankheit und Tod ein Tabu sind, über das zu
debattieren schwer fällt. Aber selbst die beste Verfassung, der wohlwollendste
Herrscher kann uns Leben nicht garantieren - wir kennen weder Tag noch Stunde.
Das Virus ist eine wunderbare Gelegenheit, sich dieser Endlichkeit bewusst zu
werden.

Und wenn wir dann mit unseren Gesundheitsverordnungen aufgrund des
Infektionsschutzgesetzes nicht die Gesamtheit der "Nicht-Störer" in unserer
Gesellschaft mit Symbolmassnahmen wie Maskenpflicht überziehen und zu einem an
sich entschädigungspflichtigen "Sonderopfer" nötigen, sondern unsere Fürsorge
vordergründig nicht den Infizierten, sondern den Erkrankten zuwenden
und
ausreichende Bettenkapazitäten mit medizinischer Versorgung garantieren, dann
ist das Geeignete und Erforderliche getan, um dem Virus mit staatlichen
Massnahmen erfolgreich zu begegnen - alles andere ist unverhältnismässig.

Die Politik, die - polizeilicher Gefahrenabwehr verhaftet - auf Angstmacherei und
Symbolpolitik setzt, zerstört demokratisch erworbene Tugenden, fördert und
instrumentalisiert das autoritäre Denken in Regierung und Volk.

Nur ein Volk, das keine Angst hat, ist bereit, dem anderen zu vertrauen und
darauf eine Herrschaft des Volkes zu bauen - wo Angst herrscht und
regierungsseitig befördert wird, herrschen Gedankenpolizei und Denunziation. Das
aber ist eine schädliche Mutation für die Demokratie, die mit der Mutation des
Virus nicht endet:
Das Virus ist nun ein für allemal in der Welt - und nimmt morgen keinen
Abschied, nur weil wir Mund-Nase-Maske tragen, Hände waschen, Abstand halten und
in die Ellbeuge niesen.


Quelle: Momentum, Sascha Distel


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 10.08.2020 11:25 | nach oben springen


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