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#1

Hiroshima ist überall! – oder: Der niemals endende Kampf

in Aus der Welt der Wissenschaft 06.08.2022 14:28
von franzpeter | 13.902 Beiträge

Der 6. August 1945 war der Tag Null der Weltgeschichte. Der Tag, an dem bewiesen
wurde, dass Menschen fähig sind, die Menschheit als Gattung auszurotten und den
Planeten komplett zu verwüsten.
Der Kampf gegen diese Gefahr wird in alle
Zukunft weitergehen müssen. Von Leo Ensel.

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https://www.nachdenkseiten.de/?p=86614#more-86614 )

Zitat:
Im Juli 1955 rief der Philosoph Bertrand Russell zur Ächtung eines künftigen Weltkrieges auf, der unweigerlich mit Massenvernichtungsmitteln ausgetragen werden würde. Sein Aufruf wurde unter anderem von den Physiknobelpreisträgern Max Born und Albert Einstein unterzeichnet. Ende der Fünfziger Jahre entstanden in der alten Bundesrepublik als Reaktion auf die zeitweise geplante Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atombomben die Bewegung „Kampf dem Atomtod“ und die „Ostermarschbewegung“. Gegen eine – vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer als „Weiterentwicklung der Artillerie“ – verharmloste atomare Bewaffnung der Bundeswehr wandten sich im April 1957 auch 18 hochangesehene Atomphysiker der Bundesrepublik Deutschland (unter ihnen die Nobelpreisträger Otto Hahn, Max Born und Werner Heisenberg) in ihrem gemeinsamen „Göttinger Manifest“ und verbanden dies mit einem unzweideutigen Akt zivilen Ungehorsams:

„Jedenfalls wäre keiner der Unterzeichnenden bereit, sich an der Herstellung, der Erprobung oder dem Einsatz von Atomwaffen in irgendeiner Weise zu beteiligen.“

Die Ostermarschbewegung starb in den Sechziger Jahren zeitweise ab – die SPD hatte ihr auf amerikanischen Druck den Finanzhahn zugedreht – erlebte aber in der ersten Hälfte der Achtziger Jahre im Zuge des sogenannten NATO-Nachrüstungsbeschlusses zusammen mit der Neuen Friedensbewegung eine Renaissance. Nie gab es, was die Gefahr einer möglichen atomaren Vernichtung betrifft, so viele sensible (und aktionsbereite) Bevölkerungsgruppen wie in den Achtziger Jahren in Westeuropa, den USA und – unter sehr anderen Bedingungen – auch in einigen Staaten des Warschauer Paktes.

Für einen kurzen, wunderschönen Moment erreichte in Gestalt von Michail Gorbatschows Politik des „Neuen Denkens“ Einsteins Postulat aus dem Jahre 1946 sogar die Höhen der Weltpolitik. Und keinesfalls vergebens: Vor allem dank der Entschlossenheit der damaligen Sowjetadministration wurden sage und schreibe 80 Prozent aller Atomsprengköpfe weltweit verschrottet!

Quelle: NachDenkSeiten


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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