Propaganda: Wie der Donbass plötzlich superwichtig wird 19 Aug. 2025 15:07 Uhr
Auf einmal heißt es in der deutschen Presse, ohne den Donbass könne die Ukraine nicht leben. Aber natürlich geht es nur um das Gebiet. Um die Menschen ging es nie. Die wollte Berlin immer so sehr loswerden wie Kiew. Sonst wäre die Geschichte anders verlaufen. Dagmar Henn
Nun, auf einmal ist der Donbass so wichtig. So unverzichtbar. Dabei hätte Kiew ihn haben können, unblutig. Es wäre nur nötig gewesen, die Minsker Abkommen einzuhalten und mit den beiden Donbassrepubliken zu verhandeln. Stattdessen wurde lieber acht Jahre lang weitergeschossen, bis dann im Frühjahr 2022 der große Angriff vorbereitet wurde, der die Region endgültig unterwerfen sollte. Das Ergebnis, das können inzwischen alle sehen, war zum Glück das Gegenteil. Und ja, man hätte im Westen daraus lernen können, dass Diplomatie und die Einhaltung von Verträgen weiter bringt als kriegerisches Auftrumpfen gefolgt von einer deutlichen Antwort. Aber danach sieht es gerade ganz und gar nicht aus. Jedenfalls nicht in Deutschland.