Polen war im Weißen Haus nicht dabei – Empörung über Selbstverständliches 24 Aug. 2025 12:22 Uhr
Ist dies die Art gewesen, den Polen effektiv die eitrige Blase über den lang ersehnten Traum einer regionalen Großmacht Europas platzen zu lassen? Allem Anschein nach ja. Und wie immer bei einem Vasallen, streitet man verbissen unter sich, wer das zu verantworten hat.
Einer der einst wichtigsten und etabliertesten Hof-Journalisten der NATO- und EU-Community in Polen, Tomasz Lis, erklärte auf X, dass der einzige Grund, weshalb weder Tusk noch Sikorski nach Washington, D.C., geladen waren, darauf zurückzuführen sei, dass der neue Staatspräsident Karol Nawrocki sich bei Trump wegen der beiden beschwert habe:
"Es gibt in Polen nur zwei Personen, die Polen bei den Gesprächen in Washington kompetent und verantwortungsvoll vertreten könnten: den Premierminister oder unseren Außenminister. Das werden sie nicht tun, weil Nawrocki und seine Leute es vorgezogen haben, sich bei ihrem Onkel in Amerika über sie zu beschweren."
Laut Lis habe Nawrocki genügend schamanistisches Fingerspitzengefühl, Trump wie eine Violine zu spielen, wenn es darum geht, Tusk und Sikorski ausladen zu lassen – gleichzeitig kann der polnische NATO-Propagandist nicht erklären, warum es Nawrocki an Überzeugungskraft fehlte, sich selbst ins Weiße Haus einschleusen zu lassen.