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Versand von Guppys

in Rund um Guppys 07.11.2010 21:14
von franzpeter | 8.079 Beiträge

Packaging of the guppy, Poecilia reticulata, for air transport in a closed system

L. H. Teo, T. W. Chen and B. H. Lee
Department of Zoology, National University of Singapore, Kent Ridge 0511, Republic of Singapore
Aquaculture. Volume 78, Issues 3-4 , June 1989, Pages 321-332
Abstract


Das Ziel dieser Arbeit bestand darin, die Anwendung von Klinoptilolith (natürlicher Zeolith: hydriertes Sodium Pottasche Kalzium Aluminium Silikat), Tris Puffer (C4H11NO3, Tris(hydroxymethyl)-aminomethan ) und 2-Phenoxyethanol, zu prüfen und das aquatische Umfeld eines geschlossenen Systems mit Guppys in Polyethylenbeuteln, voll mit sauerstoffübersättigtem Wasser, zu kontrollieren.

In den Experimenten wurden 20 Guppys in einen verschlossenen Plastikbeutel platziert, mit 400 ml Wasser mit einer beibehaltenen Temperatur von 25° C, für 24 Stunden, Klinoptilolith reduzierte die Konzentration von Ammoniak beträchtlich.
Die beste Konzentration schien bei 20g/l zu liegen, da hierbei die zweitgrößte Reduktion von Ammoniak und die niedrigste Sterblichkeitsrate von Guppys einherging.
Tris Puffer (ph 8) bewirkte einen höheren und stabileren pH-Wert; die niedrigste Sterblichkeitsrate wurde in einer Gruppe gefunden, die mit 0,02 M Tris Puffer behandelt wurden. 2-Phenoxyethanol mit einer Konzentration von0,11 und 0,22 g/l erwies sich am wirksamsten um eine Null Sterblichkeitsrate zu erhalten.#
Eine Kombination von 2-Phenoxyethanol (0,11 g/l) mit Klinoptilolith (20 g/l) oder Tris Puffer (0,02 M) erwies sich wirksam zur Erreichung niedrigerer Guppysterblichkeitsraten, aber eine Kombination von Klinoptilolith und Tris Puffer erwiesen sich als unwirksam (11,7% Sterblichkeitsrate).
Eine Kombination aller drei Chemikalien ergab erfolgreich eine niedrige Guppysterblichkeitsrate bei bis zu 48 Stunden und 30 Fischen in jedem Beutel. Wurde jedoch die Anzahl der Fische je Beutel auf 40 erhöht, war die Sterblichkeitsrate zu hoch (17,5%), um akzeptabel zu sein.
Die Erhöhung der Dosierung von 2-Phenoxyethanol auf 0,22 g/l und die Aufstockung des Wasservolumens in jedem Beutel bis auf 600 ml erlaubte uns, die Zahl der Fische in jedem Beutel auf 50 und sogar 60, und doch blieb es bei einer vernünftigen niedrigen Sterblichkeitsrate von 2-6% bei bis zu 48 h, was mehr als ausreichend für die Versendung von Fischen mit dem Flugzeug zu jedem Übersee-Bestimmungsort ist.
In allen oben angeführten Experimenten wurde Neomyzin Sulfat von 20 mg/l wurde dem Wasser hinzugefügt, um Bakterienaufkommen zu verhindern.
Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass Guppys in größerer Packungsdichte, für eine längere Zeit, transportiert werden können, und dass sie in guter Verfassung ankommen, wenn die hier entwickelte Methode auf die Verpackungspraxis angewandt wird.

Im Zierfischgeschäft ist die Fähigkeit das Verlangen der Kunden nach hochqualifizierten Fischen immer ein kritischer Faktor.
Da die meisten in Südost Asien gezüchteten Zierfische für den Export bestimmt sind, müssen die Fische nicht nur attraktiv sein, sondern sie müssen auch robust sein, um den langen Lufttransport zu überstehen.
Seit in den 1950ern erstmals Polyäthylen Beutel zum Transport lebender Fische benutzt wurden, wurde beim Transport mit Polyäthylenbeuteln das Versandgewicht von Zierfischsendungen stark reduziert und somit für den Lufttransport durchführbar gemacht.
Trotzdem sind die Frachtkosten von Fischsendungen noch immer ein großer Kostenfaktor im Zierfisch-Handel.
Bei einer Sendung von Asien in die USA können die Kosten des Versands höher sein als der Wert der Fische die versendet werden (Lim & Chua 1993).
Daher ist der Gebrauch moderner Verpackungstechnologie für den Lufttransport, um die Ladungsdichte zu erhöhen und die Verbesserung des Überlebens nach dem Versand für diese Industrie kritisch.

Der wichtigste limitierende Faktor um die die Fisch-Ladedichte bei einem Transport von lebenden Fischen zu erhöhen ist die Verschlechterung der Qualität des Transportwassers durch die Anhäufung von Stoffwechselschlacken.
Eine Vielfalt von Techniken wurde entwickelt, um die Qualität des Transports- Wassers während des Transports händeln.
Dazu gehört es, Fische vor dem Verpacken hungern zu lassen(Philips & Brockway 1954; Nemato 1957), die Herabsetzung der Temperatur des Transportwassers während des Transports (Philips & Brockway 1954; Norris Brocato, Colandrino & McFarland 1960; Lim & Chua 1993; Ten & Chen 1993), Zusatz von Anästhetika (Takashima, Wang, Kasai & Asakawa 1983; Ten, Chen & Lee 1989; Guo, Teo & Chen 1995a, b), Jonen-Austausch-Granulat (Amend, Croy, Goven, Johnson & McCarthy 1982;Bower & Turner 1982; Teo et al. 1989; Lim & Chua 1993), Puffer (McFarland & Norris 1958; Amend et al. 1982; Teo et al. 1989) oder Pharmaka im Transportwasser (Ling, Chew, Lim. Koh & Lim 2000).

Singapur ist das meistexportierende Zierfischland der Welt, mit einem Anteil von 26% des globalen Exportmarkts 1989 (Anonymus 2000). Die augenblickliche Verpackungspraxis für Zierfische konzentriert sich hauptsächlich auf die Kontrolle des Transportwassers. Für Zierfischsendungen ist der industrielle Standard eine Garantie von 5% toten Fischen bei Ankunft (DOA=death on arrival); das bedeutet, dass der Exporteur damit rechnet, dem Kunden die Verluste zu ersetzen, die diesen Standard überschreiten. Diese Studie gibt einen Überblick der Zierfisch- Verpackungssysteme für den Lufttransport, welche speziell in Hinblick auf die Exporteure Singapurs in Gebrauch sind.
Sie berichtet auch über neuere Entwicklungen in der Forschung bei den Fischverpackungstechnologien, erörtert mögliche Verbesserungen im Verpackungssystem und schlägt ein neues Garantiesystem für die Industrie vor.

Fisch Verpackungssystem

Für die Verpackung von Zierfische für den Luftverkehr wird ein geschlossenes System eingesetzt, welches alle Faktoren, die für das Überleben der Fische notwendig sind, enthält. Es umschließt die Verpackung der Fische in versiegelten Polyethylen Beutel mit Wasser, das normalerweise mit Chemikalien oder Pharmaka vorbehandelt und mit reinem Sauerstoff übersättigt ist.
Nach der Verpackung werden die Beutel mit den Fischen in eine (Poysteren) Styropor Box gelegt, in der Regel vier bis acht Beutel in eine Box, zur Wärmedämmung für den Fall plötzlicher Temperaturveränderungen des Transportwasser, besonders, wenn sich die Sendungen während der Beförderung im Frachtraum der Flugzeuge (21-22 ° C) befinden.

Das Volumen des Transportwassers begrenzt die Anzahl der Fische, die verpackt werden können. Die Ladungsdichte der Fische wird ausgedrückt als Biomasse der Fische (g) pro Volumen Wassereinheiten (L). Die von den Exporteuren aus Singapur benutzte Ladungsdichte erhöht sich der Regel mit steigendem Körpergewicht der Fische (Abb. 1), da große Exemplare weniger reinen Sauerstoff verbrauchen und weniger stickstoffhaltigen Abfälle pro Gewichtseinheit als kleine Exemplare produzieren (Fry & Norris 1962).
Für Sendungen von Singapur nach Europa mit einer 30 h Laufzeit, liegt die durchschnittliche Ladungsdichte zwischen 22 gL-1 für Neon, Paracheirodon innesi (Myers) (Durchschnittsgewicht o, 22g) bis zu 272 gL-1 für Goldfische, Carassus auratus ( L) (durchschnittliche Körpergewicht 13,8 g). Sie ist entsprechend höher als die für junge Futterfische, wie Cypriniden und Barsche der gleichen Größe (Abb. 1).




Höhere Ladedichten können verwendet werden, wenn die Transportzeit kürzer ist. Sendungen, für Asien mit einer Laufzeit von 12 bis 14 h, z. B. erlauben eine zunehmende Dichte von etwa 50%. Fisch Dichten für den Versand in die Vereinigten Staaten erfordern einen Rückgang der Dichte um etwa 20% (Sendezeit von 36 bis 40 h).

Der wichtigste Faktor bei dem lebende-Fische-Transport ist eine angemessene Zufuhr von gelöstem Sauerstoff. In Singapur beträgt das Volumen des reinen Sauerstoff für den Transportbeutel das Sechsfache des Volumens des Transportwassers, und es wurde nun auf drei- bis viermal des Volumens des Wassers reduziert.
Selbst bei diesem reduzierten Volumen ist der Gehalt an gelöstem Sauerstoff nie ein limitierender Faktor. Viele Fische-Verpackungs-Experimente haben einen gesättigter Sauerstoffgehalt von über 10mgL-1 (bei 25 ° C, 100% Sättigung = 8,26 mgL-1) selbst nach 24 bis 48 h Versand ergeben, auch bei einem Fischsterben von bis zu 20% (Froese 1988; Teo et al. 1989).

Aufgrund der benutzten hohen Ladungsdichten, ist das Volumen von Sauerstoff für die Verpackung von Zierfische sehr hoch im Vergleich mit dem Volumen von Wasser, das für Futterfische, wie junge Cypriniden und Barsche, verwendet wird (Berka 1986). Das Sauerstoff - Fische-Verhältnis, ausgedrückt im Sauerstoff Volumen (ml) zu dem Gesamtgewicht der Fische (g), ist ein gutes Maß für die tatsächliche Menge an Sauerstoff in Bezug auf die Fisch-Biomasse.

B Bei dem Versand von Süßwasser-Zierfischen von Singapur nach Europa reichen die Verhältnisse von 14 bei großen Fischen, wie Goldfischen, bis zu 120 bei kleineren Fischen, wie Neon (Abb. 2). Alle Verhältnisse für Fische aus Singapur sind bei jungen Cypriniden und Barschen Jungfische ähnlich, was darauf hinweist, dass in Bezug auf Fisch-Biomasse die benutzten Sauerstoff- Beträge bei den zwei Fischgruppen ähnlich sind.


Abb. 2 Das durchschnittliche Sauerstoff –Fisch- Verhältnis von acht gewöhnlichen Süßwasser Zierfischen, die im Singapur-Verpackungs-System benutzt werden. Das Verhältnis von jungen Karpfen und Barschen in vergleichbaren Systemen wird zum Zweck eines Vergleiches gezeigt (Angaben von Berka 1986).





Überblick über die laufende Industrie Praxis

Aufbereitung der Fische vor dem Verpacken

Zierfische werden vor der Verpackung in drei Stufen konditioniert, nämlich mit prophylaktischer Behandlung, Nichtfüttern und Vorverpackung. Prophylaktische Behandlung wird gewöhnlich bei Fischen angewandt, die möglicherweise mit Parasiten oder anderen Keimen infiziert sind, besonders die Fische, die in natürlichen Teichen, angereichter mit organischem Dünger, gezüchtet werden.
Die Dauer der Behandlung variiert von 1 Tag bis zu einer Woche oder mehr, abhängig von der Art und der Kondition der Fische. Nach einer prophylaktischen Behandlung sind die Fische gesünder und besser in der Lage, den Transportstress während ihrer Reise zu ihrem Bestimmungsort zu ertragen.
Vor der Verpackung lässt man die Fische hungern, um den Rückfluss von nur teilweise verdautem Futter zu verhindern, und um die Exkrete während des Transports zu verringern.
Die Exporteure aus Singapur lassen ihre Fische, kleine Fische wie Guppys und Neon Tetras, 1 bis 2 Tage hungern; größere Fische wie Goldfische und Kois, Cyprinus carpio L, hungern 2 Tage oder länger.
Das Zählen der Fische erfolgt für gewöhnlich vor dem Verpacken. Nach dem Zählen werden die Fische vorläufig in Polyäthylen Beutel verpackt, die dann in einem klimatisierten Raum bei 22 – 23° C gelagert werden, um sie an die Verpackungskonditionen zu gewöhnen, wie etwa Einschränkung,, Zusammendrängung, hohen Druck und niedrige Wassertemperatur.

Qualitätskontrolle

Der Verpackungsprozess verursacht bei den Fischen großen Stress (Nikinmaa, Solvin, Nakari & Lindgren 1983; Maule, Schreck Bradford & Barton 1988; Schreck, Solazzi, Johnson & Nickelson 1989; Barton & Iwama 1991), und wenn die Fische nicht in der Lage sind, ihre Selbstregulierung
Während und nach dem Prozess wiederzuerlangen, können sie sterben.
Es ist daher ein Imperativ für den Esporteur, seine Fische zu untersuchen und ihre Qualität zu bewerten, ehe sie verpackt werden, und nur gesunde und qualitativ gute Fische mit hohem Stress-Widerstand zu versenden, um ihr Überleben nach dem Transport zu fördern.
Die übliche Industrie Praxis besteht darin, die Fische vom Zeitpunkt des Zählens für die tatsächliche Verpackung an auf pathologische Anzeichen hin zu überprüfen, als d sind dunkle Körperfarbe, Flossenklemmen, trübe Augen, Appetitsmangel, Lethargie oder auch das Vorhandensein von äußeren Parasiten.
Die Vorverpackung ist eine wichtige Qualitätskontrolle, und Fische, welche sich nicht den Verpackungskonditionen anpassen können, Zeichen von Krankheit zeigen, werden hier vom Versand ausgeschlossen, um das Risiko von erhöhter Sterblichkeit zu reduzieren.

Kontrolle der Temperatur und des Transportwassers

Das Ziel des Versands lebender Fische besteht darin, die Ladungsdichte zu maximieren und gleichzeitig zu erreichen, dass die Fische in gutem Zustand ankommen. Da der Stoffwechsel während des Transports ungefähr dreimal größer ist als der normale Stoffwechsel (Froese 1988), richtet das existierende Verpackungssystem sein Hauptaugenmerk darauf, die Stoffwechselrate der fische zu vermindern, den Sauerstoffverbrauch und die Anhäufung von Säure, Kohlendioxid und Ammoniak im Transportwasser zu reduzieren.
Daher wird Temperatur des Transportwassers für gewöhnlich auf den Grad reduziert, den die Fische noch tolerieren können, dieser beträgt 22° C für tropische Fische und 15 – 18° C für gemäßigte Fische.
Nach dem Vorverpacken sollen sich die Fische 4 – 6 h lang in einem klimatisierten Raum an die Temperaturen gewöhnen. Daher werden sie in Wasser verpackt, dass auf die gewünschte Verpackungstemperatur gekühlt wurde.
Während der Wintermonate bei den Importländern fügen die Exporteure Heatpacks an die Unterseite der Verpackungsbox um einen Kälteschock für die Fische zu vermeiden. Die von dem Heatpack erzeugte Wärme lässt durch die schüttelnden Bewegungen die Wärme im Verpackungssystem ansteigen. In diesem Fall wird die Ladungsdichte der Fische entsprechend reduziert, gemäß dem geschätzten Temperaturanstieg.

Kontrolle der metabolischen Schlacken

Da Zierfische in ein geringes Wasservolumen mit hoher Ladungsdichte verpackt werden, steigen die Stoffwechselschlacken im Transportwasser rapide an. Ammoniak und Kohlendioxid sind die beiden
Größten Stoffwechselschlacken. Ammoniak häuft sich im Transportwasser aufgrund von Exkreten und von Bakterienwachstum auf Fischexkreten und toten Fischen an.
Es gibt zwei Formen von Ammoniak: das ionisierte (NH4+) Ammoniak und das nichtionisierte bzw. freie Ammoniak /NH3). Lediglich das nichtionisierte Ammoniak ist in der Lage, die Gewebbarrieren zu durchdringen und es ist für den Fisch toxisch. Die fische können eingehen, wenn das toxische, nichtionisierte Ammoniak im Gewebe oberhalb tolerierbarer Level liegt. Kationen-Austausch-Harze wie Klinoptilolith, einem natürlichen Zeolith, werden für gewöhnlich benutzt, um Ammoniak aus dem Transportwasser zu entfernen. Diese Harze besitzen die Fähigkeit Ammoniak durch selektiven Ionenaustausch zu absorbieren. Sie werden entweder in einen Netzbeutel zugesetzt, oder dem Transportwasser direkt beigemischt (15-20 g/L, -1 Wasser). Sie kontrollieren jedoch nicht das Kohlendioxid im Transportwasser.
Bakterienwachstum ist eine weitere größere Quelle für Stoffwechselschlacken. Bakterien lassen nicht nur die Ammoniakbelastung anwachsen indem sie mit den Fischen um den Sauerstoff im Transportwasser wetteifern, sie können auch Schwächen oder Krankheiten verursachen.
Pharmaka wie Neomycin-Sulfat, Methylen Blau und Akriflavin werden dem Transportwasser zugesetzt, um das Bakterienwachstum zu kontrollieren.

Zugabe von Salz zum Transportwasser

Osmoregulatorische Dysfunktionen sind bei Fischen zu finden, welche Transportstress ausgesetzt sind, und daher ist der Zusatz von Salz zum Transportwasser ein effektiver Weg um osmoregulatorische Dysfunktionen und andere stressbedingte Vorkommnisse zu reduzieren (Johnson & Metcalf 1982; McDonald & Milligan 1997) und die Fischsterblichkeit einzuschränken (Tomasso, Davis & Parker 1980; McDonald & Milligan 1997). In Singapur wird für gewöhnlich natürliches Salz (95-98% Natriumchlorid) benutzt, um die Auswirkungen von Stress auf die Fische zu verringern. Es wird dem Transportwasser direkt zugeführt (0,5-3,0 0/00); die Konzentration variiert je nach Art der Fische und den Exporteuren.

Neue Entwicklungen und mögliche Verbesserungen

Die gegenwärtige Zierfisch-Verpackung legt ihr Augenmerk auf die Minimierung von Stress bei den Fischen durch die Kontrolle der Stoffwechselrate und der Entfernung von Stoffwechselschlacke aus dem Transportwasser. Unzureichende Aufmerksamkeit wird der Verbesserung des Stress-Widerstandes der Fische gelegt, welche den Fischen das bessere Überleben während der stressvollen Bedingungen während des Transportes ermöglichen würde.
Um die Überlebensrate der Fische nach dem Versand zu untersuchen sollten Anstrengungen auf verschiedenen Gebieten der Zierfisch Industrie gemacht werden, um den den Stress, dem die Fische ausgesetzt sind zu reduzieren und ihren Stresswiderstand zu verstärken.

Merkmale des Transportwassers und Fischsterblichkeitsmuster nach dem Versand.

In Singapur wurde ein Gutachten erstellt, das die Qualität des Transportwassers und das Fischsterblichkeitsmuster nach dem Versand untersuchen sollte. Insgesamt wurden 104 Beutel nach einem simulierten Versand von 40 h auf die Qualität des Transportwassers hin untersucht. Fische aus 51 Beuteln wurden eine Woche lang in Becken gesetzt, um die Sterblichkeit nach dem Versand zu beobachten. Die Wasserqualität des Transportwassers nach dem 40 h Versand war charakterisiert durch hohe Temperatur, super-gesättigtem gelösten Sauerstoff (bei 27,5° C, 100% Sättigung = 7,90 mg/L-1), geringem PH-Wert und hohem Gesamtammoniak und nichtionisiertem Ammoniak (Tafel 1).

Nach 40 h simuliertem Versand betrug die durchschnittliche Fischsterblichkeit beim Auspacken nur 2,6% (Tafel 2). Die mittlere Sterblichkeit zeigte in der Hälfte der Beutel eine Sterblichkeit von 0,5% oder weniger. Die mittlere Gesamtsterblichkeit nach 7 Tagen Versand varierte von 0% bis 26%, mit einer durchschnittlichen Sterblichkeit von 10,8% und einer mittleren Sterblichkeit von 9,5%. Der große Unterschied beruhte auf der unterschiedlichen Qualität der Fische von verschiedenen Farmen (Tafel 2). Der Transport von Umberfischen, Aplodinotus grunniens, (Rafinesque) oder Großmaul Barschen (Micropterus salmoides Lacepde resultierte in einer Fischsterblichkeit entweder einer sofortigen oder sekundären, aufgrund von osmoregulatorischen Dysfunktionen oder infektiösen Krankheiten (Johnson & Metcalf 1982; Carmichael, Tomasso, Simco & Davis 1984).
Die gegenwärtige Praxis der Exporteure besteht in der Gewährung einer 5% DOA an ihre Kunden.
Es wird von den Exporteuren erwartet, dass sie ihren Kunden die den Standard überschreitenden Verluste ersetzen. Das Sterblichkeitsmuster bei Zierfischen spiegelt wieder, dass nur ein kleiner Anteil der Fische direkt durch die Qualitätsreduktion des Transportwassers getötet wird. Die größere Sterblichkeit nach dem Versand beruhte auf osmoregulatorischen Dysfunktionen oder srtressbedingten Krankheiten während der ersten Woche nach dem Versand. Es wird daher vorgeschlagen, dass die Industrie die Basis des Garantie-Systems an ihre Kunden auf eine DOA Gesamtsterblichkeit von 7 Tage nach Versand revidiert, und so die Sterblichkeit nach Ankunft bei den Kunden herabsetzt.






Ernährungsprophylaxe und Fischernte

Zierfische werden oft unter intensiven Bedingungen aufgezogen und sind physiologischen Herausforderungen von Wechseln der Wasserchemie und Zucht Prozeduren bis zu Verhaltensmustern
unter den Fischen selbst unterworfen (Wedemeyer 1997). Solch chronischer Stress kann sich in Gesundheitsproblemen und physiologischen Störungen offenbaren. Die Kontrolle von Stress Resonanz bei Zierfischen, um sie auf den Transport vorzubereiten, muß daher schon auf der Farm beginnen.
In der Annahme, dass der ursprüngliche Grund der Sterblichkeit nach dem Versand zum Teil auf dem geringen Stress Widerstand der Fische verbunden ist, kann der Gebrauch von Stress Widerstand verstärkenden Techniken vor dem Transport Prozess die Sterblichkeit der Fische nach dem Versand reduzieren.
Vitamin C, Askorbinsäure, ist ein wesentlicher angesagter Nährstoff für aquatische Organismen. Es hilft die normale Größe zu erlangen, verstärkt den Widerstand gegen Krankheiten und reduziert Stress (Menasveta 1994). Ernährungsprophylaxe mit Vitamin C Ergänzung wirkt gut um den Stress Widerstand bei Guppys zu erhöhen (Lim, Dhert, Chew, Dermaux, Nelts & Sorgeloos 2002; Lim, Wong, Koh, Dhert & Sorgeloos 2000). Die Nahrungsergänzung bei Guppys mit Vitamin C (2000 mg kg-1) für 10 Tage verbessert die Gesamtsterblichkeit der Fische 7 Tage nach dem Versand signifikant von 23% bei den Kontrollfischen auf 8% bei den Vitamin C behandelten Fischen (Abb. 3). Da die Fische während des Transportes gestresst werden, kann die niedrigere Gesamtsterblichkeit bei den Vitamin C-ernährtern Fischen der Verstärkung ihres Stress Widerstandes zugerechnet werden. Mit Vitamin C Ergänzung gefütterte Guppys waren auch widerstandsfähiger gegen Krankheiten.
Wenn die Fische Tetrahymena ausgesetzt wurden, reduzierte die Vitamin C Ergänzung die Gesamtsterblichkeit 7 Tage nach dem versand von 90% bei den kontrollierten Fischen auf 14% bei den Vitamin C ernährten Fischen (Abb. 3). Ähnlich berichteten Li & Lovell (1985), dass Mega Dosen Vitamin C (3000mg kg-1)Fütterung Katzenwelse, Ictalurus punctatus (Rafinesque) im Experiment vollständig gegen Edwardsiella ictaluri Hawke (gramnegative Stäbchenbakterien, AdÜ) (enteric septicaemia = Darm-Vergiftung ?) geschützt wurden. Der positive Effekt von Vitamin C wurde auch bei anderen aquatischen Spezies berichtet, wie bei Steinbutt Larven (L.) (Merchie, Lavens, Dhert, Gomez, Nelis, De Leenheer & Sorgeloos 1996), Larven der Schiefskielgarnele Penaeus monodon (Fabricius) (Kontara, Merchie, Lavens, Nelis, De Leenheer & Sorgeloos 1997) und atlantischem Lachs, Salmo salar L. (Waagbo, Glette, Raa-Nilsen & Sandnnes 1993). Daher können Fischfarmer zum Erfolg von Zierfischtransporten beitragen, indem sie Ernährungsprophylaxe betreiben und angesagte Vitamin C Ergänzung zur Förderung des Stresswiderstandes nutzen, bevor sie ihre Fische für den Transport fangen.
Während des Fanges der Fische für den Transport sollten die Farmer vorsichtig sein und Verletzungen der Fische vermeiden, das Aussetzen der Fische an die Luft für längere Dauer oder Überfüllung.
Diese Stressfaktoren beim Fang sehr stark auftreten, und wenn sie nicht kontrolliert werden, können sie ernstere Wirkungen haben als die Effekte des Transportes selbst (Iversen, Finstad & Nilssen 1998)




Abb. 3 Gesamtsterblichkeit von Vitamin C-nahrungsergänzter Guppys während 1 Woche Erholung nach einem simulierten 40 Stunden Transport. Zwei Gruppen von Fischen wurden getestet, eine Gruppe war mit Tetrahymena infiziert.
Die werte geben das Mittel von drei Replikaten wieder. (Inf. Kontrolle: infizierte Fische mit Kontrollnahrung gefüttert; Inf_vit C: infizierte Fische mit Vitamin C Ergänzung gefüttert; Hlt-Kontrolle: gesunde Fische mit Kontroll-Nahrung gefüttert; Hlt-vit C: gesunde Fische mit Vitamin C Ergänzung gefüttert).

Gesundheitsprophylaxe

Parasitäre Infektionen sind bei Zierfischen üblich. In vielen Fällen ist die Infektion leicht und asymptomatisch, und die Infektion allein braucht den Fisch nicht zu töten.
Die Erhöhung von Corticosteroid (hauptsächlich Cortisol) Levels im Plasma als primäre Antwort auf
Stress kann immun-unterdrückend sein und resultiert in einer erhöhten Anfälligkeit der Fische auf
Krankheiten ( Barton & Iwama 1991). Daher kann eine anscheinend harmlose Infektion tödlich enden,
wenn die Fische gestresst sind und Immunfunktionen während des Transportes unterdrückt wird.
Parasitäre Infektionen können entsprechend Fische für eine sekundäre Bakterien-Infektion disponieren, die das Immunsystem weiter kompromittieren und die Nach-Versand-Sterblichkeit verschlimmern.
Eine neuerer Test, der Guppys benutzte, die einen Monat lang auf der Farm konditioniert worden waren, zeigte, dass Fische, infiziert mit Tetrahymena, eine deutliche Abnahme
ihres Stresswiderstandes ohne sichtbare Zeichen der Infektion zeigten (Lim et al. 2000).
Jedoch zeigte sich, wenn die Fische über 40 h mit einem simulierten Lufttransport gestresst wurden, dass die betroffenen Gruppen eine hohe Sterblichkeitsraten erlitten, 24% beim Entpacken und 75% nach 7 Tagen nach dem Entpacken.
Das war ein Gegensatz zu den Kontrollfischen, die ein Überleben von 100% nach 7 Tagen nach Entpacken aufwiesen. Wise, Schwedler & Otis (1993) zeigten, dass die Behandlung, der Versand und die Beschränkung die Sterblichkeitsrate von Katzenwelsen, die mit Edwardsielle ictaluri angesteckt wurden, erhöhte.
Ein ähnlichesExperiment mit Guppys zeigte, dass die Behandlung des Transportwassers mit Chlordioxid (20mg.L-1) die Sterblichkeit nach dem Versand deutlich, sowohl zur Zeit des Entpackens (4%) als auch 7 Tage nach dem Versand (31%),
Es ist daher für den Exporteur wichtig, die Fische gegen Krankheitskeime zu behandeln.

In Singapur wurden verschiedene Verfahrensweisen entwickelt, um übliche bakterielle Krankheitskeime, wie Aeromonas und Parasiten wie Tetrahymena, Gyrodactylus spp. und Cestoden beim Guppy, und Hexamita, Costia und Trichodina beim Kaiserfisch zu behandeln.
Die meisten Behandlungen umschließen das Baden und das Füttern der Fische mit geeigneten Chemikalien und Pharmaka vor dem Verpacken, und die Behandlung der Fische mit Chemikalien
und Pharmaka im Transportwasser (Tafel 3). In allen Fällen wurden die Überlebensraten der behandelten Fische verbessert. Bei den neuesten Entwicklungen wurden die Behandlungsweisen mit Tetrahymena Infektionen beim Guppy und für Hexamita Infektionen beim Kaiserfisch vereinfacht (Ling et al. 2000). Die Fische werden schon in der Vorverpackungsphase und dem Transportwasser mit geeigneten Pharmaka (Tafel 3) behandelt, daher werden die Notwendigkeiten für Beckenvolumen und Arbeitskraft bei der Fischbehandlung reduziert.



Hungern vor dem Transport

Das Nichtfüttern lebender Fische vor dem Transport wurde seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts angewandt, um das Überleben der Fische während des Transportes zu verbessern (McCraren 1978).
Seine vorwiegenden Ziele bestanden darin, Stoffwechselraten zu reduzieren und die Qualität des Transportes zu verbessern. Man fand, dass der Metabolismus des blauen Guramis durch eine Anhebung der Hungersdauer verringert wurde (Chow, Chen & Teo 1994a), aber beim Guppy
beeinflußte eine Hungersdauer von 2 – 5 Tagen vor dem Verpacken den Sauerstoffverbrauch der Fische nicht (Teo & Chen, 1993). Eine kürzliche Studie zeigte, dass Hungern den Stresswiderstand des Guppys begünstigte. Der Stresswiderstand von Guppys, die einen Tag gehungert hatten, war deutlich höher als die der Fische, die 2 Tage gehungert hatten, die wiederum einen höheren Stresswiderstand von nicht hungernden Fisch hatten, oder als Fische, die nicht gehungert hatten, oder von Fischen, die einen halben Tag oder 3 Tage gehungert hatten (Lim et al. 2000).
Darauffolgende Fisch-Verpackungs-Experimente offenbarten, dass Hungern keinen Einfluß auf die Sterblichkeit beim Entpacken hatte; Guppys, die einen Tag vor dem Versand gehungert hatten, zeigten ein deutlich höheres Überleben als Kontrollfische die 7 Tage nach Verschiffung hungerten (Abb. 4).
Das Hungern für einen halben Tag, oder für 2 oder 3 Tage verbesserte nicht das Überleben nach Versand. Die gleiche Studie befand, dass es keine deutlichen Unterschiede aller Parameter des Transportwassers zwischen den Kontrollgruppen und den 1 Tag hungernden Gruppen gab. Diese Resultate zeigten, dass reduzierte Fischsterblichkeit dem ansteigenden Stresswiderstand anrechenbar ist. Daher sollte beim Transport von Zierfischen die optimale Hungersdauer auf 1 Tag für kleine Fische, wie Guppys, begrenzt werden, da eine längere Hungersdauer einen entgegengesetzten Effekt auf den Stresswiderstand der Fische und daher die Sterblichkeit nach der Verschiffung erhöhen würde.

Qualitätskontrolle: Bewertung des Stresswiderstandes

Die bestehende Industrie Praxis der Qualitätskontrolle basiert auf visueller Beobachtung und ist nicht
vertrauenswürdig, da Fische mit geringem Stresswiderstand nur erkannt werden, wenn sie nach der Verschiffung Krankheitssymptome zu zeigen beginnen.




Abb. 4 Die Effekte der Hungersdauer auf den Stresswiderstand bei Guppys und die Gesamtsterblichkeit von Fischen nach 7 Tagen nach Versand. Die Werte vermitteln das Mittel von 3 Replikaten. Für die Fischsterblichkeit, repräsentieren die vertikalen Balken die Standard-Abweichungen. Die verschiedenen Buchstaben zeigen signifikante Unterschiede zwischen den Mittelwerten an (P<0,05).
Um dieses Problem zu bewältigen wurde ein Salzgehaltstest entwickelt, um den Stresswiderstand beim Guppy zu beurteilen (Lim et al. 2000). Dieser beinhaltet, dass 10 Guppys einem osmotischen Schock in 500 mL Salzwasser aus vorbelüftetem Wasser und Salz (Natriumchlorid) ausgesetzt werden.
Die Sterblichkeit der Fische wird überwacht und die Gesamtsterblichkeit wird in 3 Minutenintervallen zwei Stunden lang beobachtet. Der Stresswiderstand wird in einem Stress-Index ausgedrückt, der sich als Summe von 40 Gesamtsterblichkeitsdaten des ganzen Testes ergibt. Ein höherer Stress-Index ist entweder das Resultat früherer oder höherer Sterblichkeit oder beides, und zeigt einen geringeren Stresswiderstand der Fische an. Der optimale Salzgehalt für den Stresstest beträgt 350/00 für Guppys von handelsüblicher Größe und 30 0/00 für Jungfische (Lim et al. 2000). Der optimale Salzgehalt um Jungfische anderer Arten zu testen beträgt 35 0/00 für Mollys, 25 0/00 für Platys und Schwertträger und 15 0/00 für schwarze Neon Tetra, Hyphessobrycon herbertaxelrodi Gery (Lim, Cho, Dhert, Wong, Nelis & Sorgeloos 2002a). Der Salzgehalt wurde ausgewählt, weil er ein wichtiger Faktor zur Bestimmung der osmoregulatorischen Muster für aquatische Organismen ist (Lim et al. 2000). Der Gebrauch von Salzwasser als Testmedium hat den Vorteil, dass es leicht und praktisch vorzubereiten ist, und dass es stabiler als andere Parameter, wie Temperatur, ph-Wert und Ammoniak ist. Verglichen mit der visuellen Inspektion bietet der Stresstest ein objektiveres, verlässlicheres und quantifizierbareres Maß der physiologischen Konditionen der Fische.
Ein ähnlicher Test der Natriumnitrit als Testmedium benutzt, wurde ebenfalls entwickelt, um den Stresswiderstand zwischen Süßwasser- und Brackwasserfischen zu vergleichen (Lim et al. 2000).

Styropor Boxen für die Temperatur Isolation

Die Transportwassertemperatur während des Transportes zuhalten ist ein großes Problem für das Fisch-Verpackungs-System. Neuere Wasserqualitätsdaten zeigten, dass die Temperatur des Transportwassers von 22 -23 ° C beim Verpacken bis zu 26,9 bis 27,7 °C nach einer simulierten 40stündigen Verschiffung anstieg (Tafel 1), was eine schlechte Temperatur Isolation der von der Industrie benutzten Styropor Boxen anzeigte. Die Temperatur kann unter 20°C oder 15°C fallen, wenn die Sendungen in ungeheizten Lagerhallen stehen (Chen & Teo 1990; Froese 1998). Da die Mehrzahl der Zierfische im Exporthandel tropischen Ursprungs sind, und relativ empfindlich für Temperaturschwankungen sind, werden sie leicht durch einen drastischen Temperaturwechsel in ihrer Umgebung gestresst und unternormale Temperaturen würden zum Tod führen (Chow, Chen & Teo 1994b; Froes 1998). Daher ist es wichtig, dass die für den Transport benutzten Styropor Boxen eine gute Isolation während der Transportzeit aufweisen. In Singapur werden meistens 2 Größen von Styropor Boxen benutzt: 48,5 cm x 36,5 cm x 36,5 cm (Dicke 2 cm)und 60,5 cm x 45,5 cm x 30,5 cm (Dicke 2,0 oder 1,30 cm) benutzt. Froese (1998) forderte, dass würfelförmige Styroporboxen mit mindestens 2,5 cm Dicke für die Verpackung von Zierfischen benutzt werden sollten, um den Temperaturverlust während des Transportes zu reduzieren.
Es sollte weitere Forschungsarbeit geleistet werden, um die Isolationseigenschaften von Styropor Boxen zu prüfen und so den Fischverlust aufgrund von Temperaturstress zu verringern.

Das Management der Qualität des Transportwassers.

Tafel 1 zeigt dass der ph-Wert des Transportwassers nach simuliertem 40 Stunden Transport unter dem Wert von akzeptablen 7,0 bis 8,5 bei Guppys und vielen anderen tropischen Fischen liegt (Sandford 1995). Der niedrige ph-Wert spiegelt einen hohen Kohlendioxidgehalt im Transportwasser wieder, aufgrund der niedrigen Kohlendioxid-Abbau-Effizienz im geschlossenen Packungssystem (Colt & Orwict 1991).
Bei hohem Kohlendioxid und niedrigen ph-Werten wird die stauerstoffbindende Kapazität des Blutes merklich durch den Bohr Effekt reduziert und es tritt sogar dann Fischsterblichkeit auf, wenn der Sauerstoffgehalt akzeptable Werte aufweist (Hoar 1984). Ein plötzlicher Abfall des ph-Wertes kann auch Kiemenverletzungen verursachen, die zu osmoregulatorischen Dysfunktionen führen (Tomasso et al. 1980). Zusätzliche hohe Konzentration von Kohlendioxid im Transportwasser kann die Fische betäuben (Bell 1964; Gebhards 1965). Obschon Buffer wie Tris-Buffer effektiv bei der Stabilisierung des ph-Wertes des Transportwassers sind (Teo et al. 1989), kann der resultierende höhere ph-Wert den Anteil von freiem Ammoniak erhöhen. Die Anwendung von Buffern beim Fischtransport ist daher begrenzt.
Die Ammoniaktoxizität bei Fischen beruht auf der Konzentration von nichtionisiertem Ammoniak, und seine relative Proportion wächst bei ansteigendem ph-Wert und ansteigender Temperatur und abnehmendem Salzgehalt (Emerson, Russo, Lund & Thurston 1975). Trotz des niedrigen ph-Wertes des Transportwassers überschreitet nichtionisiertes Ammoniak (durchschnittlich 0,029 mgL-1; mittelwertlich 0,030 mgL-1) den akzeptablen Wert von 0,02 mgL-1 für die intensive Fischhaltung (Wedemeyer 1997). Der hohe Ammoniakgehalt im Transportwasser kann zu einer reduzierten Exkretion von Ammoniak bei den Fischen führen und daher konsequenterweise zur Speicherung von Ammoniak im Fischgewebe (Chen & Teo 1990).
Brockway (1950) vermutete, dass das Ammoniak die Fähigkeit des Hämoglobins, sich mit dem s
Sauerstoff zu verbinden, hemmt und so die sauerstoffbefördernde Kapazität des Blutes änderte.

Die laufende Praxis zielt darauf, die metabolischen Schlacken im Transportwasser
durch Hungern, herabsetzen der Temperatur und den Gebrauch von Klinoptolith zu reduzieren, sind nicht ausreichend um die Ammoniakwerte herabzusetzen und den ph-Wert bei akzeptablen Werten zu stabilisieren.
Anästhetika sind effektiv um den Stoffwechsel durch Reduzierung der motorischen Aktivitäten von Fischen herabzusetzen (McFarland 1960), und um die Produktion weiterer Stoffwechselschlacken zu vermindern. Teo et al (1989) berichtete, dass 2-Phenoxyethanol wirksam bei der Verminderung von Ammoniak Exkretion bei Guppys war. Guo et al. (1995a) fand heraus, dass 2 Pheoxäthanol und Quinaldin Sulfat die Ammoniak und Kohlendioxid Exkretion bei Platys deutlich herabsetzte. Anaesthetica kann man benutzen, um die Stressreaktion von Fischen zu begrenzen, es bestehen hierüber widersprüchliche Berichte. Einige Forscher berichten, dass schnelle vorweg Anaesthetica-Verabreichung wirksam bei der Reduzierung oder sogar Vermeidung von Stressauswirkungen bei vielen Fischarten war (Strange & Schreck 1978; Tomasso et al. 1980, Davis, Parker & Suttle 1982, Limsuwan, Limsuwan, Grizzle & Plumb 1983; Robertson, Thomas & Arnold 1988). Guest & Prentice (1982)berichteten, dass beim (Blaurücken) Hering, Alosa aestivalis, der anaesthetisierte Fisch nach dem Transport eine höhere Überlebensrate zeigte, als der nicht dosierte Fisch. Tomasso et al. (1980) und Carmicheal et al. (1984) berichteten, über eine Verminderung der Stressreaktion bei dem hybriden gestreiften Barsch und dem Grossmaul Barsch, wenn diese Fische vor dem Fang anaesthetisiert und während des Transportes sediert wurden. Robertson et al. (1988)berichteten im Gegensatz dazu, dass diese Methode bei dem Roten Trommler (Sciaenops ocellatus (Linnaeus) nicht wirkte. Andere Forscher berichteten auch, dass sedierte Fische keine niedrigeren Stressreaktionen zeigten (Strange & Schreck 1978; Davis et al. 1982). Der Gebrauch von Anaesthetica auf dem Transport von Zierfischen wurde noch nicht vollständig erforscht. Teo et al. (1989) berichtete über Null Sterblichkeit bei einem Verpackungsexperiment bei Guppys, bei dem 2-Phenoxyethanol (0,11 und 0,22 gL-1) nach einer simulierten 20 Stunden Verschiffung benutzt wurde.
Obwohl die Ladungsdichte der Fische im Experiment (50L-1) der Standard-Dichte nur die Hälfte
der von der Industrie bei einer 40 Stunden Verschiffung betrug, zeigte das Resultat, dass die möglich Hinzufügung von Anaesthetica bei der Verpackung von Zierfischen vielversprechend ist und weitere Forschungen erfordert.

Verbesserung des Stresswiderstandes bei Fischen durch Salzzugabe

Während des Lufttransport-Prozesses sind die Fische ständig einer reihe von Stressoren ausgesetzt, beginnend mit dem Fang auf der Farm bis zur Verpackung für den Lufttransport, der ungünstigen Wasserqualität und den überfüllten Bedingungen während des Transportes. Es ist bekannt, dass Stress zu osmoregulatorischen Dysfunktionen führt (Harrell & Moline 1992; Welrich, Tomasso & Smith 1992) und Fischsterben verursacht (Tomasso et al. 1980). Die Zugabe von Salz zum Transportwasser erwies sich als wirksam, um osmoregulatorische Störungen und Fischsterblichkeit bei mehreren Futterfischarten zu senken (Carneiro & Urbinati 2001). Gleichermaßen stieg der Stresswiderstand bei Guppys, wenn man sie 40 h in Salzwasser hielt mit ansteigendem Salzgehalt bis zu 9 0/00, was nahe bei isotonischen Bedingungen liegt (Lim et al. 2000, Abb. 5). Anschließende Experimente zeigten, dass, wenn man Guppys in Salzwasser mit einem Gehalt von 1 0/00, 3 0/00 oder 9 0/00 verpackte
und sie nach der Verschiffung in ihre entsprechende Salinität zur Erholung (mit 30% täglicher Verdünnung mit Frischwasser) lagerte, alle drei Behandlungen eine deutlich niedrigere Gesamtsterblichkeit aufwies als die Kontrollgruppe 7 Tage nach der Verschiffung (Abb. 6).
Während es einen klaren Beweis für die günstigen Wirkungen von Salz beim Transport lebender Fische gibt, gibt es eine beträchtliche Variation von empfohlenen Salz-Mengen für verschiedene Arten. Johnson (1979) empfahl eine niedrige Konzentration von 2 % Salz als Richtlinie für den Transport lebender Fische, während Carneiro & Urbinati (2001) fanden, dass 6 % Salz die wirksamste
Methode war, um die physiologische Reaktion Salmler vom Matrinxa, Brycon cephalus (Günther) auf Transportstress zu minimalisieren. Weirich & Tomasso (1991) empfahlen dass junge Rote Trommler in einem Wasser transportiert werden sollten, welches nahezu isoosmotisch zu Plasma ist (11 0/00).
Gleichermaßen wurde eine Konzentration von 10 % Salz zur Haltung und zum Transport des gestreiften Barsches, Morone saxatilis (Walbaum) als wirksam befunden (Powell 1970; Mazik, Simco & Parker 1991; Harrel 1992).




Abb. 5 Die Wirkungen von Salzgehalt auf den Stresswiderstand von Guppy und auf den totalen Ammoniakgehalt des Transportwassers. Der Wert gibt das Mittel von 4 Replikaten wieder.
Der vertikale Balken repräsentiert die Standardabweichung des totalen Ammoniakgehalts. Verschiedene Buchstaben zeigen signifikante Differenzen der Mittel an (P <0,05).

http://img139.imageshack.us/img139/7868/...tionswasser.jpg[/IMG][/URL]



Abb. 6 Die Wirkungen des Salzgehalts im Transportwasser auf die Gesamtsterblichkeit von Guppys nach 7 Tagen Versand. Zwei Gruppen wurden getestet, sie wurden in frischem Wasser oder im Wasser des anfänglichen Salzgehalts, ähnlich dem Transportwasser (mit täglicher Verdünnung von 30 % mit Frischwasser), während einer Woche Erholungsdauer nach dem Versand gehalten. Der Wert repräsentiert das Mittel von 4 Replikaten und ihrer Standardabweichung. Verschiedene Buchstaben innerhalb des Erholungswassers zeigen signifikante Unterschiede zwischen den Mittel an (P <0,05).

In Singapur liegt die Salzkonzentration für die Verpackung von Zierfischen zwischen 0,5 und 3 0/00, was wesentlich niedriger als die von Cole, Tamaru, Balley, Brown & Ako (1999) empfohlenen 9 0/00 ist. Das Experiment mit den Guppys zeigte ein drastisches Anwachsen des totalen Ammoniakgehalts wenn der Salzgehalt des Transportwassers auf 3 0/00 oder 9 0/00 angehoben wurde, entsprechend erfolgte eine Abnahme der Effizienz von Klinoptilith (Abb. 6). Diese Ergebnisse sind ein Hinweis darauf, dass von den drei effektiven Salzgehalten von 1 0/00 bis zu 9 0/00, Guppys mit einem Salzgehalt von 1 0/00 verpackt werden sollten. Einhöherer Salzgehalt sollte wegen einer unerwünschten Qualität des Transportwassers vermieden werden.

Akklimatisierung und Erholung der Fische nach dem Versand

Nach der Ankunft sollte es den Zierfischen gestattet sein, sich vom Transportstress in Becken zu erholen und sich an die lokalen Wasserbedingungen zu gewöhnen, bevor sie an Einzelhändler verteilt werden. Die Akklimations-Operation umschließt das Wässern der verschlossenen Beutel in Erholungsbecken, bis die Temperaturunterschiede zwischen dem Transportwasser und dem Erholungswasser weniger als 2° C betragen. Das kann bei einer Temperaturdifferenz von 4 – 5 °C ungefähr 30 Minuten dauern. Der ph-Wert und das Erholungswasser sollten auch nahe dem optimalen Wert der jeweiligen Spezies liegen. Der Zusatz von Salz zum Erholungswasser, um den Stresswiderstand der Fische zu erhöhen, ist wirksam, um die Sterblichkeit nach dem Versand zu verringern. Guppys, die in Frischwasser zur Erholung nach dem Transport gesetzt wurden, zeigten, in den drei mit Salwasser verpackten Gruppen (1 0/00, 3 0/00 und 9 0/00) und der Kontrollgruppe (Abb. 6), keine signifikanten Unterschiede in der Gesamtsterblichkeit 7 Tage nach dem Versand. Wurden die Fische allerdings in Transportwasser ihres entsprechenden Salzgehalts zur Erholung gesetzt (mit 30 % täglicher Verdünnung mit Frischwasser), zeigten alle drei Salzbehandlungen eine signifikant niedrigere Gesamtsterblichkeit als die Kontrollgruppe. Fische die in 1 0/00 verpackt wurden zeigten auch ein höheres Überleben in Wasser mit dem gleichen Salzgehalt, wenn sie während der Erholungsphase in Frischwasser gesetzt wurden. Diese Resultate lassen annehmen, dass der Zusatz von Salz, sogar nur von 1 0/00, wichtig für die Erholung von Guppys nach dem Transport ist. Ein ähnlicher günstiger Effekt von Salz zur Erholung und Aufrechterhaltung osmotischer Hommeostasis während der Erholungsphase wurde auch von anderen Fisch Spezies berichtet. Diese (Spezies) umschließen hybride gestreifte Barsch Fingerlinge( Weibchen weißer Barsch, Morone chrysops (Rafinesque) x Männchen gestreifter Barsch; M. saxatilis ) die in Süßwasser aufgezogen wurden (Reubush & Heath 1997) und 10 0/00 gestreifte Barsche (Mazik et al. 1991).

Schluß

Die gegenwärtige Verpackungsart von Zierfischen ist hauptsächlich auf die Kontrolle der Stoffwechselschlacken ausgerichtet, um den Transportstress der Fische zu kontrollieren.
Das existierend Verpackungssystem ist charakterisiert durch eine sehr hohe Fischladungsdichte, welche die Versandkosten der Fische zu reduzieren hilft, aber gleichzeitig zu sehr hohen Ammoniak- und Kohlendioxidwerten und zu niedrigen ph-Werten im Transportwasser beim Entpacken führt. Die Verschlechterung der Wasserqualität kann ernsten Stress bei den Fischen verursachen und kann bis zu ungefähr 10 % Gesamtsterblichkeit 7 Tage nach dem versand führen.
Stresswiderstand ist ein wichtiger Faktor um die Verfassung der Fische nach dem Versand zu bestimmen. Offenbar wurde der Verbesserung des Stresswiderstandes der Fische, um ihre Überlebenschancen nach dem Versand zu steigern, nur ungenügende Aufmerksamkeit gewidmet.
Um die Ladungsdichte von Zierfischen zu steigern und ihre Sterblichkeit nach Versand zu reduzieren, sollten Anstrengungen unternommen werden, um die Stressreaktionen der Fische zu verringern und ihren Stresswiderstand zu steigern. Da die Auswirkungen des Transportes von Zierfischen über die eigentliche Transportdauer hinausgehen, sollte auch Augenmerk auf die Vorbereitung der Fische vor dem Transport und die Erholungsphase nach der Verschiffung gelegt werden. Die Kontrolle der Stressreaktionen von Zierfischen sollte auf der Farm beginnen. Die Farmer können dabei mitarbeiten, indem sie vor dem Fang prophylaktisch füttern und den Stress während der Fangmaßnahmen minimieren. Durch Fütterung der Guppys mit einer Nahrungsergänzung mit Vitamin C mit 2000 mgkg-1 während 10 Tagen werden sowohl der Krankheitswiderstand gegen Tetrahymena, als auch der Stresswiderstand der Fische erhöht, was zu einer verringerten Sterblichkeit nach dem Transport führt.
Die visuelle Inspektion durch die Exporteure auf pathologische Probleme ist nicht ausreichend, da parasitäre Infekte mild und asymptomatisch sein können. Exporteure sollten den Salzgehaltstest benutzen, um Fische von guter Qualität für den Transport zu erkennen und so den Fischverlust nach dem versand zu reduzieren. Qualitätsverbesserung durch Gesundheitsprophylaxe, um Parasiten zu beseitigen würde die Gesamtsterblichkeit der Zierfische 7 Tage nach Ankunft verringern.
Ein neues Behandlungs-Protokoll wurde entwickelt, das die Behandlung vor dem Verpacken und das aktuelle Transportwasser umschließt, das die Notwendigkeit der Beckenhaltung zu eliminiert und Arbeitskräfte und Raum spart. Neuere Experimente mit Guppys empfehlen, dass 1 Hungertag wirksam ist, um ihren Stresswiderstand zu erhöhen. Die Fische sollten nur eine optimale Dauer hungern, da eine verlängerte Hungerdauer zu einer Abnahme des Stresswiderstandes bei den Fischen führt. Eine geringe Salzkonzentration sowohl im Transportwasser als auch im Regenerationswasser sollte benutzt werden, um den Stresswiderstand des Guppys zu erhöhen.
Hoher Salzgehalt sollte vermieden werden, da dieser Salzgehalt die Wirksamkeit von Klinoptilolith
reduziert und die Qualität des Transportwassers verringert.
Die Daten über die Wasserqualität des Transportwassers lassen erkennen, dass die gegenwärtige Praxis der Reduktion der Stoffwechselschlacken beim Transportwasser nicht ausreicht, um Ammoniak zu verringern und den ph-Wert bei annehmbaren Werten zu stabilisieren. Die Nutzung von Aneasthetica zur Verringerung der Stoffwechselrate und zur Steigerung des Stresswiderstandes bei Fischen könnte ein vielversprechender Weg sein, aber weitere Forschung ist angebracht.
Um den Fischverlust aufgrund eines Temperaturschocks oder Wärmeverlust zu verringern, ist weitere Forschung auf dem Gebiet der Styropor Boxen mit besseren Isolationsmöglichkeiten notwendig.
Zum Schluß, da die Sterblichkeit stressabhängig ist und während der 1. Woche der Regenerationsdauer auftritt, sollte die Industrie in Erwägung ziehen, die Grundlagen des Garantie Systems für ihre Kunden zu revidieren, und zwar von DOA zu einer kumulativen Sterblichkeit von 7 Tagen nach dem Lufttransport6 (oder Tod nach 7 Tagen), um den Fischverlust nach Transport zu reduzieren.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 28.04.2015 00:00 | nach oben springen


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