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#1

Grundfarbengene

in Farbzellen 02.12.2012 12:24
von franzpeter | 9.691 Beiträge

A-Grundfarbengene

Wenn zwei Grundfarben miteinander verpaart werden und die F2 zwei (bzw. drei) unterschiedliche Klassen von Nachkommen ergibt, liegt eindeutig ein "monohybrider Erbgang" vor, vorausgesetzt natürlich, dass die sogenannte "reziproke Kreuzung" in der F1 bei beiden Möglichkeiten dieselbe Nachzucht ergibt (die reziproke Kreuzung gibt dabei Hinweise, ob Gene gonosomal vererbt werden). [Wenn eine F2 dagegen eine phänotypische Verteilung mit deutlich mehr verschiedenen Nachkommen ergibt, kann man von einem Erbgang ausgehen, der mehrere Gene umfasst. Und je nachdem, wieviele verschiedene phänotypische Klassen man erhält, kann man auf 2, 3 oder mehr beteiligte Gene schließen. ]

Richtig ist aber, dass Grau (sprich volle Farbe) natürlich über viele Stufen gebildet wird. Und wenn auf diesem Weg das eine oder andere Gen ausfällt, kommen unsere unterschiedlichen Grundfarben zustande.

Nach heutigem Wissensstand setzt sich "das" Melanin ja aus den beiden Sorten "Eumelanin" und "Phaeomelanin" zusammen. Eumelanin besteht nur aus dem polymerisierten Melanin-Molekül. Und je nach Polymerisation ist die Farbe bräunlich bis schwarz. Und hier kann schon sozusagen "auf dem Weg" der Polymerisation ein geändertes Gen zu Farbunterschieden führen. Phaeomelanin hat in der Polymerisationskette eine weitere Aminosäure eingehängt, die Farbe kann von sandgelb bis rötlichbraun ausgeprägt sein. Und auch hier könnte auf dem Weg die Polymerisation nicht vollständig sein und dadurch eine andere Farbe als vorgesehen entstehen. Das wäre die qualitative Stufe. Quantitativ können die Farbzellen z. B. geringere Mengen an Farbstoffen bilden. So wird dann aus Schwarz ein Anthrazit oder Grau, was dann je nach weiteren beteiligten Farbzellen die Wildfarbe heller oder dunkler erscheinen läßt. Insofern ist die Blickrichtung "Volle Ausbildung der Merkmale und anschließende Reduzierung oder Hemmung" falsch. Richtig ist, den Blickwinkel aus Sicht der Synthese "Aus einfachen Molekülen werden komplexe, farbgebende, und dieser Weg kann vorzeitig beendet sein", zu wählen.

Ein Gen besteht schließlich aus einer Vielzahl von Basen, die über diese Tripletts Aminosäuren codieren. Ein Austausch einer solchen Base ergibt einen anderen Code und kann (nicht muss) zu einer anderen Aminosäurensequenz führen. Und eine solche kann z. B. ein Enzym mit anderen Aufgaben bauen.

Denkbar ist z. B. "Melaninsynthese"-Gen. Und dann gibt es eines, das die sogenannte Wildform bedingt. Dieses Allel wird aufgrund von Regeln in der Genetik mit einem Pluszeichen gekennzeichnet, indem man dies hochstellt (leider hier nicht darstellbar), und die veränderten Allele hätten dann z. B. den Namen "Albino" oder vielleicht auch irgendwann einmal ein anderes Gen. Das Albino-Gen (richtiger also Albino-Allel) würde nach diesen Namensregelungen vielleicht "M" (=Melaninsynthese) heißen mit einem hoch gestellten "a".

Die in Liebhaberberichten gewählte Schreibweise entspricht eigentlich schon lange nicht mehr den Gepflogenheiten, denn man hat erkannt, dass es bei Genen nicht nur den Zustand "aktiv" und "nicht aktiv" gibt, sondern dass es viele Zwischenstufen gibt, die zu den bekannten abgestuften Merkmalen führen. Deshalb ist auch die Schreibweise groß - klein geschriebener Buchstabe nicht mehr gebräuchlich. Wobei man sagen muss, dass es für den einfachen "Hausgebrauch" immer noch zu den Ergebnissen führt, mit denen ein Züchter arbeiten sollte. Erst bei mehreren verschiedenen beteiligten Genen wird die Sache interessant, denn verschiedene Ergebnisse kann man nur deuten, wenn man den Bereich der Allele kennt (vor allem der multiplen Allele).

Quelle: Dr. Hans Classen, Guppy Forum am 19. und 20. Sept. 06, Über den Gebrauch des Begriffes Grundfarbengen, Auszug


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 25.11.2015 10:16 | nach oben springen
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