GKR-Forum

a_6.jpg a_6.jpg

#1

Grundfarben mehrfach rezessive, Silber, Creme, Albino

in Grundfarben 02.12.2012 16:18
von franzpeter | 9.651 Beiträge

Grundfarben mehrfach rezessive


Silber

Die Fische haben eine Farbe wie verwaschenes Weiß, wobei das Schuppen-Netz dunkel hervortritt. Hans Luckmann hält Silber für die unansehnlichste Grundfarbe, die es gibt. Mit dunklen Deckfarben kann man aber gute Effekte erzielen.

Geschichte
In einem Artikel in DGLZ 3/91 schreibt Hans Luckmann zur Geschichte dieser doppelt rezessiven Grundfarbe:

"Kreuzt man die einfach-rezessiven Grundfarben Gold und Blau miteinander, so erhalten wir die doppelt-rezessive Grundfarbe Silber. Ob sie schon früher gezüchtet wurde, ist nicht bekannt. Beschrieben wurde sie 1982 erstmals durch Franz-Peter Müllenholz und mir."

"Die Tiere erwecken bei gewissem Lichteinfall und teilweise auch auf Bildern einen Farbton, wie ihn angelaufenes Silber zeigt. Deshalb entschlossen wir uns nach langem Überlegen auf Vorschlag von Franz-Peter Müllenholz für die Bezeichnung „ Silber“ für diese doppelt – rezessive Grundfarbe."

Genetik
Alle rezessiven Grundfarben werden unabhängig voneinander über autosomale Gene vererbt. Sie können dadurch miteinander kombiniert werden und ermöglichen eine fast unübersichtliche Anzahl neuer, erzüchtbarer Grundfarben.

AA BB gg PP rr
- Quelle: Gernot Kaden in guppy-aktuell

Creme
Gleich doppelt rezessiv aus bbgg.

Die rezessiven Grundfarben zeichnen sich durch einen mehr oder minder schwer ausgeprägten Melaninmangel oder Mangel an anderen Farbzellen aus und führen oft zu einem insgesamt helleren Erscheinungsbild. Jungfische mit einer solchen Mutation heben sich farblich von ihren grauen Geschwistern ab und werden bevorzugt gefressen. In der Natur treten sie auch hin und wieder auf, haben jedoch schlechte Überlebenschancen Durch Die doppeltrezessive Kombination aus Blond und Gold entsteht der Cream (Creme) Guppy (bbgg). Er besitzt nur halb so viele Melanophoren (punktförmige) wie der Wildtyp. Mit oder ohne schwarze Pigmentierung, stets schwarze Augen.

Die Körperfärbung gleicht der warmgoldenen Farbe des Gold-Guppys, jedoch tritt das Netzmuster nicht auf (dunkle Schuppenränder fehlen). Laut Kempkes ist im vorderen Körper eine leichte, dunkle Schuppenumrandung zu erkennen.

Es gab schon mehrere Anläufe, den Creme-Guppy zu züchten. Die F1 aus Blond x Gold ist, sofern sie keine anderen rez. Merkmale tragen zB. Gold heterozygot Blond, ist natürlich Grau. In der F2 spaltet es dann in Grau, Gold, Blond und Creme auf. Leider hat man Creme noch nicht eindeutig lokalisiert. In der IHS Beschreibung steht auch, mit und ohne dunkler Schuppenumrandung. Ich glaube, es gibt 2 Typen von Creme, die man dann nicht von Blond oder Gold unterscheiden kann.

Allein bei den doppelt-rezessiven sind 21 Kombinationen möglich. Da sie in vielen Fällen farblich schwer zu unterscheiden sind, spielen sie aber auf Ausstellungen keine Rolle.
Quellen
J. H. Schröder: Vererbungslehre für Aquarianer.
Gernot Kaden: Guppy aktuell.
Hans Günter Petzold: Der Guppy.
Tim – Uwe Jandeck: Guppyzucht.


Weißfarbige Albinoguppys als zweifach rezessive Grundfarbe“
von Michael Kempkes:

„Eines der wesentlichen Ausgangsziele meiner Grundfarbenexperimente war die Kombination von Albino und Lutino und Albino mit Blau [...]

Schroeder (1974) erwähnt dabei auch Albino-Blau als zweifach-rezessive Grundfarbe. Dies ist allerdings der Punkt, an dem ich Zweifel habe. Theoretisch und praktisch ist eine Kombination aus Blau und Albino zwar durchaus denkbar, jedoch halte ich Guppys, die eine blaue Grundfärbung in Kombination mit roten Augen haben, nicht für möglich, zumal dann nicht, wenn man sich die genaue Beschreibung der Grundfarbe Blau durchliest. Es ist eindeutig erwiesen, dass Blau vor allem durch Melanin geprägt wird. Dies aber würde einen Phänotypen mit blauer Grundfarbe und roten Augen nicht erlauben, da dies den Albinofaktor überdeckte. [...]

Nun ging ich vor dem Versuchsbeginn davon aus, dass es tatsächlich phänotypisch keine zweifach-rezessive Körpergrundfarbe Albino-Blau geben könne (der Name ist allerdings korrekt, da er die Ausgangs-Grundfarben wiedergibt), sondern dass daraus weiße (natürlich nicht im Sinne der aus der Kombination zwischen Blond und Blau hervorgehenden Grundfarbe) Albinos entstünden. [...]

Ein letzter kontrollierter Wurf ergab dann ein weiteres Erfolgserlebnis. Insgesamt warf das Weibchen acht Jungtiere, von denen vier grau, eines blau, zwei Albinos und ein Jungtier ohne Zweifel Albino-Blau war. Der Phänotyp war eindeutig weiß mit rot erscheinenden Augen. [...]

Abschließende Bemerkungen Der Phänotyp entsprach tatsächlich den von mir im Vorfeld erwarteten weißen Albinos. Im direkten Vergleich zwischen den einfach-rezessiven Albinos und den zweifach-rezessiven Albino-Blau (weiße Albinos) wirkten die einfachen Albinos deutlich gelber. Bei ihnen bewirken die Xanthoporen die Gelbfärbung, die bei den Albino-BlauGuppys durch die Erbanlagen der blauen Guppys fehlen. Infolgedessen wirken sie weiß. Die Rückkreuzung zwischen dem Phänotyp nach "echten" Albinos und den weißen. Albinos (Albino-Blau) ergab eine Nachkommenschaft von 100% Albinos mit heller Gelbfärbung. Dem Phänotyp nach waren diese allesamt den einfach-rezessiven Albinos zuzurechnen, so dass damit der Erbgang geklärt wäre. Diese "weißen" Albinos sind tatsächlich zweifach-rezessiv.

aabbrr


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 12.02.2017 15:15 | nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.


Besucher
0 Mitglieder und 4 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: JasperBassler
Forum Statistiken
Das Forum hat 2559 Themen und 13279 Beiträge.

Heute waren 0 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 71 Benutzer (12.03.2015 19:47).

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de