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Für sechs Milliarden zum Mars, um dort zu sterben

in Aus der Welt der Wissenschaft 04.01.2014 09:59
von franzpeter | 8.075 Beiträge

03.01.14

Raumfahrt
Für sechs Milliarden zum Mars, um dort zu sterben
In zehn Jahren sollen vier Astronauten zum Mars starten. Kosten: sechs Milliarden Dollar. Sie leben dort bis zu ihrem Tod bei Temperaturen von -133 bis +27 Grad. Auch ein Deutscher will da hin. Von Gerhard Hegmann

Das One-Way-Ticket zum Roten Planeten
Die holländische TV-Produktionsfirma "Mars One" will 2025 vier Menschen auf den Mars schießen. 21 weitere sollen folgen und dort die erste langfristige Kolonie gründen - ohne Chance auf Rückkehr.
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Raumfahrt Mars Space Shuttle In zehn Jahren soll es losgehen. Die Reise von der Erde zum Planeten Mars würde 210 Tage dauern. Für die vier Besatzungsmitglieder wäre es aber ein Flug durch den Weltraum ohne Wiederkehr. Alle zwei Jahre sollen dann weitere Crews von der Erde auf dem Mars ankommen und dort weiterleben.

Für diesen abenteuerlichen Plan der privaten niederländischen Stiftung Mars One hatten in einer ersten Ausschreibung über 200.000 Menschen ihr Interesse bekundet. Die meisten Bewerbungen kamen aus den USA, Indien und China. Jetzt wurde eine erste Auswahl getroffen.

Zunächst wurden die ernsthafteren Bewerbungen und Kandidaten herausgefischt, die physisch und mental dem Trip gewachsen sein könnten. Es blieben 1058 potenzielle Kandidaten übrig, teilte Mars One jetzt mit. "Wir hatten sogar einige Bewerber, die ein Nacktvideo einreichten", erklärte Mars-One-Chef Bas Lansdorp.

Bis 2015 sollen sechs oder zehn Teams mit je vier Astronauten ausgewählt werden, die ein siebenjähriges Training beginnen sollen. Zur Gruppe der gut 1000 Erstausgewählten zählt auch der 45-jährige Deutsche Stephan Günther – obwohl nur ein Prozent der Bewerbungen aus Deutschland kam.



Russland Die Sowjetunion startete 1960 den ersten Versuch von der Erde aus. Die Sonde erreichte aber nicht einmal die Erdumlaufbahn. Zahlreiche weitere Versuche scheiterten, ehe „Mars 2” 1971 ankam – die aber an der Oberfläche zerschellte. „Mars 3” gelang im selben Jahr die Landung, doch nach 20 Sekunden versagten die Instrumente.
USA Die US-Weltraumbehörde Nasa erhielt 1964 erste Fotos vom Mars. Zwölf Jahre später landete die Sonde „Viking 1”, es folgten zahlreiche weitere erfolgreiche Missionen. „Sojourner” erkundete 1997 erstmals ferngesteuert den Planeten. „Phoenix” wies am Nordpol Wasser nach. Derzeit hat die Nasa die Roboter „Opportunity” und „Curiosity” auf dem Mars sowie zwei Satelliten, die den Planeten umkreisen. „Maven“ stieg im November 2013 ins All auf. Weitere Missionen sind geplant. In den 2030er-Jahren sollen Menschen zum Mars geschickt werden.

EU Die Europäische Raumfahrtorganisation (Esa) brachte 2003 einen Orbiter erfolgreich zum Mars. Der Landeroboter „Beagle 2” wurde zwar abgesetzt, sendete aber keine Funksignale. Zusammen mit den Russen planen die Europäer für 2016 und 2018 zwei Marsmissionen.

Japan 1998 stieg auch Japan mit dem Start der Sonde „Nozomi” (Hoffnung) in die Marserkundung ein. Doch nach Antriebsproblemen schwebte sie ziellos im All.

China Die Chinesen schickten 2011 einen Mars-Orbiter bei den Russen mit, die sich nach 15 Jahren wieder an einer interplanetaren Mission versuchten. Doch der Transporter stürzte unkontrolliert in den Pazifik – und damit auch der Satellit „Yinghuo-1” (Glühwürmchen-1).

Indien Anfang November 2013 startete die erste Marssonde der indischen Weltraumforschungsorganisation – neue Erkenntnisse über den Roten Planeten werden nicht erwartet.

Dennis Tito Der US-Multimillionär war 2001 der erste Tourist im Weltall. 2018 will er ein Paar zum Mars schicken. Das Raumschiff soll den Planeten umrunden und zur Erde zurückkehren.

Der 36-jährige Mars-One-Chef Lansdorp ist vom Gelingen der Gesamtmission überzeugt. Der Unternehmer und Ingenieur war einige Jahre an der niederländischen Technischen Universität von Delft tätig und hat die Windenergiefirma Ampyx Power gegründet.


Sechs-Milliarden-Dollar-Trip

Die Mission soll über Spenden, Sponsoren und vor allem den Verkauf von Fernsehrechten finanziert werden. Der Transport der ersten vier Menschen auf den Mars würde schätzungsweise sechs Milliarden Dollar kosten. Jeder weitere bemannte Flug zum Mars weitere vier Milliarden Dollar.

Doch die Kosten schrecken den Unternehmer nicht ab. Die niederländische Stiftung, die nicht auf Gewinn ausgelegt ist, rechnet vor, dass beispielsweise bei den Olympischen Spielen im Zeitraum 2009 bis 2012 mit je drei Wochen Sommer-Olympia und Winter-Olympia über acht Milliarden Dollar eingenommen wurden.

Der Großteil entfiel mit 3,9 Milliarden Dollar auf die Fernsehrechte. Wenn die Menschen auf dem Mars landen, hätten vermutlich über vier Milliarden Menschen Zugang zu Livebildern – das verspreche immense Einnahmen.

Bevor die erste bemannte Mission startet, sollen zunächst Erkundungsmissionen samt unbemannter Landung auf dem Roten Planeten erfolgen. 2018, also in vier Jahren, sollen ein Roboterlandefahrzeug und ein Kommunikationssatellit gestartet werden. Mars One hat im Dezember zunächst die Aufträge für die Erstellung der Konzepte erteilt. Die Kosten hierfür wurden nicht veröffentlicht.

Das Marslandefahrzeug würde demnach vom großen US-Rüstungskonzern Lockheed Martin gebaut und der Kommunikationssatellit vom britischen Unternehmen SSTL. Die eher kleine britische Firma ist nur Experten bekannt, spielt aber eine Schlüsselrolle als Zulieferer für das europäische Galileo-Satellitennetz. SSTL gehörte bislang zur EADS-Sparte Astrium und ist nach deren Umfirmierung nunmehr ein Mitglied in der Airbus Group.


Zeitplan extrem ehrgeizig

Mit dem unbemannten Mars-Rover soll erkundet werden, ob sich Wasser aus dem Marsboden gewinnen lässt. Das wäre eine Grundvoraussetzung zur späteren Besiedlung des Planeten. Der Kommunikationssatellit aus der Airbus Group soll dann die Live-Bilder der Mission und der Besiedlung aus einer Umlaufbahn um den Mars zur Erde senden.

Das 2012 erstmals größer präsentierte Vorhaben von Mars One wird von vielen kritischen Stimmen begleitet. Ein Hauptkritikpunkt ist die ethische Frage der Reise ohne Rückkehr zur Erde. Zudem gilt der Zeitplan als extrem ehrgeizig. Der Start des Landerovers wurde bereits um zwei Jahre verschoben. In ersten Veröffentlichungen von Mars One hieß es noch, dass 2023 die ersten Menschen landen sollen, inzwischen ist von 2025 die Rede.

Die Mission gilt als sehr riskant, obwohl den USA zuletzt erfolgreiche Marsmissionen geglückt sind. Mars One will zunächst sieben Frachtladungen auf die Marsoberfläche transportieren, bevor die erste Besatzung landen soll. Zu den Schlüsselfragen zählt die Gewinnung von Sauerstoff und Wasser und die sonstige Versorgung der Marsbewohner in der Kolonie mit Nahrung.

Nicht nur Fantast

Eine große Herausforderung sind auch die extremen Marstemperaturen, die von minus 133 Grad Kälte bis 27 Grad Celsius Wärme reichen können, und die kosmische Strahlung. Eine Rückkehr der Marsbewohner zur Erde sieht das Konzept nicht vor. Es wäre extrem komplex und teuer, wenn die Marsbewohner eine vollgetankte Rakete bekämen, heißt es bei der Stiftung.

Für die Reise zum Mars soll die noch nie geflogene schwere Trägerrakete Falcon Heavy des US-Unternehmens SpaceX genutzt werden. SpaceX-Gründer Elon Musk hat selbst die Vision zur Besiedlung des Mars. Er könne sich vorstellen, in grob 15 Jahren etwa 80.000 Menschen zum Mars zu transportieren, erklärte der Milliardär 2012 in London.

Musk gilt nicht nur als Fantast. Mit seiner Elektro-Sportwagenfirma Tesla ist er ein Vorreiter in der Branche, und seine erst vor gut zehn Jahren gegründete Raketenfirma SpaceX ist inzwischen ein ernsthafter Konkurrent für die europäische Ariane-Rakete.Quelle: Die Welt


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