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Hirnforschung: Fische merken sich Gesichter

in Aus der Welt der Wissenschaft 07.06.2016 19:33
von franzpeter | 9.011 Beiträge

Hirnforschung: Fische merken sich Gesichter


Schützenfisch

Gesichter zu unterscheiden ist ziemlich kompliziert, schließlich haben alle Augen, Nase, Mund. Das braucht sicher viel Gehirnleistung, glaubten Forscher. Bis sie die Schützenfische mit Mini-Hirn testeten.

Gesichter auf Fotos unterscheiden - dazu braucht man ein hoch entwickeltes Gehirn wie es beispielsweise Primaten besitzen, so dachten Forscher bislang. Doch auch tropische Schützenfische bekommen das hin, wie eine Studie im Fachblatt "Scientific Reports" zeigt. "Eine beeindruckende Leistung, bedenkt man, dass dafür anspruchsvolle visuelle Erkennungsfähigkeiten nötig sind", schreiben die Forscher.


Sie machten sich eine Eigenart der tropischen Art zunutze: Schützenfische erbeuten Insekten, indem sie sie mit einem gezielten Wasserstrahl von Ästen schießen, die über dem Wasser hängen. Aus früheren Studien war zudem bekannt, dass die Art optische Reize sehr detailliert verarbeiten kann - eine bei der Erkennung kleiner Insekten wichtige Fähigkeit.

Die Forscher aus England und aus Australien trainierten einige Schützenfische zunächst, auf ein bestimmtes Bild von einem Gesicht zu zielen. Sie montierten dafür einen Computermonitor über einem Aquarium, der Bilder anzeigte - mit wasserdichtem Display.

Anschließend zeigten sie auf dem Monitor immer zwei Gesichter gleichzeitig. Eines davon war das den Fischen bereits bekannte, das andere eines von 44 neuen Gesichtern. Die Fische zielten fast immer auf das vertraute Bild. "Die Treffgenauigkeit war sehr hoch, sie lag bei 81 Prozent", berichtete Hauptautorin Cait Newport von der University of Oxford.


Tauben können es auch

"Die Erkennung von Gesichtern ist erstaunlich schwierig, wenn man bedenkt, dass sie alle im Prinzip gleich sind; zwei Augen über einer Nase und einem Mund", so Newport. "Man muss also subtile Unterschiede erkennen können." Zudem hätten Schützenfische normalerweise nicht mit menschlichen Gesichtern zu tun und es sei deshalb unwahrscheinlich, dass sie im Laufe der Evolution spezielle Fähigkeiten zur Gesichtserkennung entwickelt hätten.

Den Autoren zufolge nutzen Menschen ein eigenes Hirnsegment für die Erkennung von Gesichtern. Fische haben dieses Segment gar nicht. "Dass Schützenfische diese Aufgabe erlernen können, legt nahe, dass zur Erkennung menschlicher Gesichter kein kompliziertes Gehirn notwendig ist", erklärte Newport. Einige Vogelarten, etwa Tauben, können ebenfalls Gesichter unterscheiden. Sie haben aber bestimmte Gehirnstrukturen dafür, die bei Fischen fehlen.

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hda/dpa


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franzpeter
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