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#1

Die Wiege der Menschheit darf nicht zu ihrem Grab werden

in Aus der Welt der Wissenschaft 17.09.2017 10:51
von franzpeter | 9.156 Beiträge

Die Wiege der Menschheit darf nicht zu ihrem Grab werden
Von Hannes Stein | Stand: 16.09.2017 | Lesedauer: 6 Minuten





AUTOPLAY
https://www.welt.de/debatte/kommentare/a...rab-werden.html

Der Visionär Elon Musk möchte sich und der Menschheit schon bald einen Traum erfüllen: Reisen zum Mars. Prof. Ulrich Walter – Astronaut und Experte für Raumfahrttechnik - erklärt die Pläne.
Der amerikanische Unternehmer Elon Musk will 2024 die ersten Menschen auf den Roten Planeten schicken. Gut so. Denn unsere Erde wird eines Tages kein guter Ort für die Menschheit mehr sein.

30 Kommentare



Zwischen all den Nachrichten über Hurrikan „Irma“, über Donald Trump, der wütet und hetzt, über Nordkorea, das droht und wild mit Raketen um sich schießt, muss noch Platz sein für das wirklich Wichtige. Voilà: Elon Musk hat angekündigt, dass er 2024, also in sieben Jahren, die ersten Menschen auf den Mars schicken will.

Elon Musk ist kein Spinner: Er ist ein Mann, der nicht durch krumme Geschäfte, sondern mit klugen Ideen viele Milliarden Dollar verdient hat. Seine Autofirma Tesla stellt gerade mit dem Model 3 das erste Elektroauto her, das so wenig kostet, dass es sich jedermann leisten kann.

Und seine Weltraumfirma SpaceX hat in atemberaubend kurzer Zeit die Kunst gemeistert, Raketen in den Orbit zu schießen – darunter auch solche, die wiederverwendbar sind. Wenn ein Mann wie Elon Musk den ersten Marsflug für 2024 ankündigt, sollten wir das also ernst nehmen.

Allerdings ergeben sich daraus gleich weitere Fragen, denn eine Marsmission wird grundlegend anders ablaufen müssen als die Mondflüge von anno dunnemals. Der Mond ist nahe genug, dass Astronauten – wie Rucksacktouristen – alles mitnehmen können, was sie brauchen, um es anschließend säuberlich einzupacken und wieder mitzunehmen.
Erstmal Eis zu Wasser schmelzen
Auf dem Mars dagegen müssen – noch bevor der erste Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche dieses Planeten setzt – Dinge bereitliegen, die es den Astronauten erlauben, sich dort dauerhaft einzurichten. Sie müssen imstande sein, Gebäude zu errichten, in denen sie vor der kosmischen Strahlung geschützt sind, und atmen können. Sie müssen Wasser schmelzen, um es zu trinken, und in Gewächshäusern Pflanzen anbauen.

Wenn ein Marsflug kein Himmelfahrtskommando sein soll – und wer Elon Musks öffentliche Auftritte verfolgt hat, weiß, dass ihm nichts ferner liegt als der Wunsch, Menschen in den Tod zu schicken –, dann muss ein solcher Flug von Anfang an die Kolonisierung des Mars zum Ziel haben.


Es muss von Anfang an darum gehen, Menschen zum Mars zu schicken, die sich dort draußen – dort droben – dauerhaft einrichten. Elon Musk spricht allen Ernstes von einer Marskolonie, die nach und nach auf eine Million Einwohner anwächst. Ist das Science-Fiction?
Nehmen wir an, dass Elon Musk eine Spur zu optimistisch ist. Nehmen wir also an, dass der erste Marsflug nicht 2024 stattfindet, sondern zehn Jahre danach. Immerhin müssen vorerst ein paar technische Probleme geklärt werden.

Wie geht Sex im Weltraum?
Wie verhindert man, dass die Astronauten in der Schwerelosigkeit Muskelschwund erleiden? (Vielleicht muss das Raumschiff, das sie zum Mars fliegt, sich um sich selbst drehen, um künstliche Gravitation zu erzeugen.)
Wie verhindert man, dass die kosmische Strahlung dazu führt, dass sie bei ihrer Ankunft alle unheilbar an Leukämie erkrankt sind? (Vielleicht müssen ihre Exkremente das Raumschiff umgeben wie ein schützender Kokon. Im Weltraum stinkt nichts, und Kohlenstoffverbindungen sind ein hervorragender Strahlenschutz.)
Wie verhindert man, dass die Astronauten unterwegs durchdrehen? (Videospiele?) Soll man Singles losschicken oder Paare? Wie, bitte, funktioniert Sex im Weltraum?

Aber irgendwann werden all diese Probleme gelöst sein. Wahrscheinlich wird noch zu unseren Lebzeiten – mindestens aber zu Lebzeiten unserer Kinder – eine Marskolonie entstehen. Und damit wird ein kniffliges ethisches Problem aufgeworfen.
Irgendwann (vielleicht in hundert Jahren, wahrscheinlich sehr viel früher) wird sich nämlich die Frage stellen, was wir mit dem Mars anstellen sollen. Ist es uns erlaubt, ihn in eine zweite Erde, eine Menschenheimat, zu verwandeln, ihn also zu „terraformen“?
Die technischen Mittel dazu hätten wir. Wir müssen nur das praktizieren, was wir besonders gut können: global warming. Wir müssen die Marsatmosphäre erhitzen, damit das Wasser wieder anfängt, über den rostroten Sand zu fließen, und das gefrorene Kohlenmonoxid auftaut und die Marsatmosphäre dichter macht.
Nächster Schritt: Pflanzen aussetzen, die das Kohlenmonoxid in Sauerstoff verwandeln. Ganz so wie auf der Erde wird es auf dem Mars nie aussehen. Nie wird man dort ganz ohne Schutzanzug herumlaufen können. Aber irgendwann wird jemand auf dem Mars seine Atemmaske abnehmen und den ersten Luftzug tun.

Die Frage ist also: Dürfen wir das? Ist es nicht Hybris, einen fremden Himmelskörper nach unseren Wünschen und Vorstellungen umzumodeln?
Naturschutz für den Mars?
Ich sehe voraus: Es wird eine politische Bewegung entstehen, die sich radikal gegen das Terraforming des Mars wendet – die den Mars weitgehend in seinem Naturzustand belassen möchte und jeden Änderungsversuch als Sakrileg betrachten wird, gerade so, als würde jemand einen Hotelkomplex auf dem Grund des Grand Canyon oder dem Gipfel des Matterhorn errichten. Der Anführer jener Bewegung dürfte eine künftige Version von Reinhold Messner sein.
Hiermit möchte ich schon einmal prophylaktisch festhalten, dass ich ein Gegner dieser naturkonservativen Belasst-den-Mars-in-seinem-trostlosen-Zustand-Leute bin. Auf der Erde habe ich große Sympathien für die ökologische Bewegung. Deswegen bin ich für die Verstädterung, für die Gentechnik und für Atomenergie. (Bitte keine Rettung der Kohleindustrie; sie hat ihre Zeit gehabt. Es ist genug.)
Ich bin dafür, so viel wie möglich aus Kunststoffen und möglichst wenig aus Naturprodukten herzustellen. Viel zu lange haben wir Menschen in der Natur gestanden wie eine Besatzungsarmee in einem Feindesland; es wird Zeit, dass wir uns aus ihr in die großen Städte zurückziehen.

Es muss noch andere Erden geben
Mit dem Mars ist das anders: Den Mars müssen wir uns untertan machen. Warum? Erstens, weil wir eine Ausweichmöglichkeit für den Fall brauchen, dass die Erde aus irgendeinem Grund für Menschen unbewohnbar wird.

Zweitens, weil es auf Fermis Paradox eine verblüffend einleuchtende Antwort gibt. Der italienische Physiker Enrique Fermi fragte bekanntlich in der Cafeteria des Atomlabors von Los Alamos: Wenn es Millionen von erdähnlichen Planeten im Universum gibt – wo bleiben dann die Signale der außerirdischen Zivilisationen, die sich dort in den vergangenen Jahrmillionen längst entwickelt haben müssten?
Ganz einfach: Es gibt sie nicht. Wir sind allein. Vielleicht gibt es dort draußen Mikroben, vielleicht ein paar Flechten, vielleicht sogar Eidechsen und Lurche, aber wahrscheinlich nicht einmal das. Und daraus ergibt sich ein moralischer Auftrag: Wir müssen unsere Saat zwischen den Sternen aussäen.

Der Mensch ist kostbar
Sogar wenn alles gut läuft – sogar wenn kein Komet die Erde rammt –, wird unser Heimatplanet nicht ewig in jener Zone bleiben, in der es ihm möglich ist, Leben zu beherbergen. Und deshalb müssen wir lernen, andere Planeten so umzuformen, dass unsere Kindeskinder (die vielleicht als Embryonen zu fernen Sonnensystemen reisen werden) dort wohnen können.

Wir Menschen sind das Komplizierteste und Kostbarste, was es gibt: Wir sind die einzige Spezies, die eine Marie Curie, einen Johann Sebastian Bach, eine Harriet Tubman hervorgebracht hat (und einen Hitler und einen Stalin und einen Mao Tse-tung, aber das steht auf einem anderen Blatt).
Unsere Gehirne sind die komplexesten Strukturen, die die Evolution produziert hat; durch unsere Augen fängt das Universum endlich an, sich selber anzuschauen. Und darum müssen wir unsterblich werden. Die Erde ist die Wiege der Menschheit, sie darf nicht zu ihrem Grab werden.


Quelle: Welt

Anmerkung:

Zitat
Der Mensch ist kostbar


Das merke ich, wenn ich bei Rewe einkaufen gehe und mich umsehe und umhöre.

Zitat
und einen Hitler und einen Stalin und einen Mao Tse-tung


Da fehlen mir ein paar Leute in der Aufzählung.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 17.09.2017 10:53 | nach oben springen

#2

Splitter von 100-Meter-Meteorit entdeckt

in Aus der Welt der Wissenschaft 18.09.2017 09:26
von franzpeter | 9.156 Beiträge

Dienstag, 12.09.2017   18:38 Uhr

"Wir sind alle sehr froh über diesen sensationellen Fund", sagte Michael Rasser, Kurator am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart. Der zwei Zentimeter große Splitter stamme von einem großen Meteoriten, der vor etwa 15 Millionen Jahren rund 40 Kilometer nördlich vom heutigen Ulm einen Riesenkrater in die Erde schlug - das Steinheimer Becken bei Heidenheim.


Der etwa hundert Meter große Brocken war vermutlich ein Begleiter des Tausend-Meter-Brockens, der in etwa 40 Kilometern Abstand zum Steinheimer Becken einen 24 Kilometer großen Krater erzeugt hatte - das Nördlinger Ries.
Das metallisch glänzende Bruchstück sei vor einigen Monaten im Meteorkrater-Museum in Steinheim am Albuch gefunden worden. "Erst nachdem wir uns durch umfangreiche Untersuchungen und die Bestätigung auf der Fachtagung der Internationalen Meteoriten-Gesellschaft im August völlig sicher waren, sind wir damit nun an die Öffentlichkeit gegangen", sagte Rasser.
Doch nicht vollständig verdampft
Die Entdeckungsgeschichte des außerirdischen Gesteins ist besonders: Der Splitter war in einem Kalksteinblock aus dem Meteorkrater verborgen, den Museumsbesucher anfassen durften. "Das trug wohl zur Bildung von Rissen bei", sagte Rasser. Als aus Sicherheitsgründen ein Teil des Kalksteins entfernt wurde, sei plötzlich das glänzende Meteoritenstück zum Vorschein gekommen.


Beim Steinheimer Becken in Baden-Württemberg handle es sich um den am besten erhaltenen Meteoritenkrater Deutschlands, erklärte der Experte. Doch ausgerechnet Baden-Württemberg sei bislang das einzige Bundesland ohne einen erhaltenen Meteoriten gewesen. "Man hatte immer angenommen, dieser wäre beim Einschlag vollständig verdampft."
Bis der Fund öffentlich zu sehen ist, wird noch einige Zeit vergehen: Erst aus Anlass des 40. Jubiläums des Meteorkrater-Museums im kommenden Jahr soll der Splitter ausgestellt werden.
hda/dpa
Quelle: s.o.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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