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#1

Erneute Schummelei wiederum mit staatlichem Segen

in Aus der Welt der Wissenschaft 06.10.2017 21:59
von franzpeter | 9.011 Beiträge

ARD-Sendung "Panorama" 05.10.2017

Abgaswerte:

Erneute "Schummelei" mit staatlichem Segen

Neues Testverfahren, alte Muster: Die Autoindustrie trickst weiterhin bei den
Abgas- und Verbrauchswerten. Das schadet den Verbrauchern - und dem Klima.


Video:
http://mediathek.daserste.de/Panorama/Ab...mentId=46599824
<http://mediathek.daserste.de/Panorama/Abgaswerte-Schummelei-mit-staatlichem-S/Video?bcastId=310918&documentId=46599824>



Text: Hersteller dürfen weiter schummeln

Dank der deutschen Bundesregierung und der Autolobby wirft der neue Test den
Klimaschutz trotzdem um Jahre zurück. Wieder einmal hat sich die Lobby einen
Trick ausgedacht, der die Klimagesetze der EU ad absurdum führt.


Das regt sogar CDU Politiker auf, wie den Europaparlamentarier Karl-Heinz
Florenz: "Da hat sich die Automobilindustrie zu sehr durchgesetzt. Wenn wir Pech
haben, kann das CO2-Ergebnis sogar noch höher sein als heute. Das ist eine
Katastrophe."

Mehr:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2...n,auto1134.html
<http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2017/Abgaswerte-Schummelei-jetzt-mit-staatlichem-Segen,auto1134.html>



Dazu:

EURACTIV mit AFP 05.10.2017

Abgastest bringt offenbar keine Vorteile fürs Klima

Was bringen neue Normen bei Abgastestes in der EU? [ Stefan Schmitz/Flickr]

Die Einführung eines strengeren Abgastests auf EU-Ebene Anfang September zwingt
die Autoindustrie offenbar nicht dazu, deutlich verbrauchsärmere Autos zu
bauen.


Wie aus internen Dokumenten hervorgeht, über die die ARD-Sendung "Panorama" am
Donnerstagabend berichten wollte, hat das vor allem die deutsche Autolobby
mithilfe der Bundesregierung bei der Europäischen Union durchgesetzt.

Als der sogenannte WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure)
am 1. September eingeführt wurde, versprachen Regierungen und Hersteller
realistischere Verbrauchs- und Abgaswerte. Diese Angaben gelten zunächst aber
nur für die Verbraucherkennzeichnung. Für die EU-Klimaziele werden die Werte in
den alten Test NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) umgerechnet. Der NEFZ wird
von Umweltverbänden und Politik wegen seiner vielen Schlupflöcher und zunehmend
unrealistisch niedriger Verbrauchsangaben stark kritisiert.

Den Dokumenten der Autolobby sowie der Bundesregierung zufolge drängten
Regierung und Autoindustrie die EU-Kommission dazu, dass die Autobauer mithilfe
einer EU-Software die alten Schlupflöcher künstlich in den neuen Test
einrechnen dürfen. Und sie hatten offenbar Erfolg: Bis ins Jahr 2021 gelten
kleingerechnete Abgaswerte für den Klimaschutz. Die Dokumente liegen auch der
Nachrichtenagentur AFP vor.


Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) begründete seine Forderung in
einer internen Präsentation für die Bundesregierung damit, dass die Autobauer
2021 einen EU-Grenzwert von durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer für neue
Autos einhalten müssen. Das entspricht umgerechnet etwa vier Liter Benzin auf
100 Kilometer. Schaffen sie das nicht, drohen Strafen in Milliardenhöhe.

Bislang konnten die Hersteller den sogenannten Flottenverbrauch Jahr für Jahr
verringern. Umweltverbände kritisieren aber, dass die Verbesserungen nur auf dem
Papier, durch die Ausnutzung der Schlupflöcher stattfand. In der Realität seien
die Autos nicht spritsparender und sauberer geworden.

Der VDA schätzt, dass die offiziellen Werte durch den strengeren WLTP um bis zu
20 Prozent steigen werden. Ohne das Kleinrechnen hätte dies eine Verschärfung
der Grenzwerte "durch die Hintertür" bedeutet, fürchtete der VDA laut
Präsentation.

Die Unterlagen zeigen, dass sich die deutsche Regierung in Brüssel in
Arbeitsgruppen der Kommission vehement gegen eine frühzeitige Einführung des
WLTP für die CO2-Regulierung einsetzte. Dabei wussten die Beamten, dass die
Hersteller dadurch "nicht gefordert" würden, klimafreundlichere Autos zu bauen,
wie in einer Vorlage des Verkehrsministeriums steht.

Gleichzeitig warnten die Beamten davor, dass es in der Öffentlichkeit "schwer zu
kommunizieren sei", dass der strenge WLTP für den Klimaschutz erst "deutlich
nach 2020" angewendet werde.


Quelle:
http://www.euractiv.de/section/energie-u...le-fuers-klima/
<http://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/strengerer-abgastest-bringt-offenbar-keine-vorteile-fuers-klima/>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 09.10.2017 12:47 | nach oben springen

#2

Hardware-Nachrüstung : Ministerium will Dieselherstellern Druck machen

in Aus der Welt der Wissenschaft 07.10.2017 15:39
von franzpeter | 9.011 Beiträge

Ministerium will Dieselherstellern Druck machen
Aktualisiert am 07.10.2017-12:09


Bildbeschreibung einblenden
Dieselfahrzeuge von Volkswagen: Jetzt geht die Debatte über Nachrüstungen weiter. Bild: Reuters
Eine Arbeitsgruppe im Verkehrsministerium soll sich angeblich darauf geeinigt haben, nun doch Druck auf die Autohersteller auszuüben, eine Hardware-Umrüstung von Dieselfahrzeugen anzubieten.
Es geht dabei um zu hohen Stickoxidausstoß.

Müssen die Autohersteller nun doch eine Hardware-Umrüstung für Dieselfahrzeuge anbieten, wenn deren Stickoxidausstoß auf der Straße zu hoch ist? Angeblich sollen sich in der vergangenen Woche Fachleute und Beamte des Bundesverkehrsministeriums darauf verständigt haben, berichtet der „Spiegel“. Die Einigung wurde demnach in einer Arbeitsgruppe erzielt, die nach Lösungen suchen soll, um Fahrverbote in den Innenstädten zu vermeiden.

Eigentlich wollte die Industrie ursprünglich nur die Software anpassen. Jetzt sehe die neue Einigung vor, dass externe Sachverständige Dieselmodelle darauf überprüfen sollen, ob die nachträgliche Ausstattung eines Katalysators mit einer Harnstoffeinspritzung (so genanntes Ad Blue) technisch möglich und finanziell sinnvoll ist. Die Rede ist von einem Nachrüstsatz, den Zubehörhersteller schon entwickelt haben. Jetzt solle der Druck auf die Hersteller erhöht werden, ein solches Set anzubieten.

:

VW, Mercedes und BMW hatten sich Anfang August auf dem gemeinsamen Dieselgipfel mit der Bundesregierung noch dagegen gewehrt. Dem Bericht zufolge sollen auf ähnliche Weise auch ältere Stadtbusse modifiziert werden, die als weitere große Schadstoffquelle in den Innenstädten gelten. Das Geld für dieses Sofortprogramm soll aus einem Fonds kommen, der mit Beteiligung der Bundesländer und der Autoindustrie auf Bundesebene geschaffen werden soll. Wer die Nachrüst-Sets für die Diesel-Pkw bezahlen solle, sei unklar. Ein Teil könnte auf die Kunden abgewälzt werden, die dafür trotz Fahrverboten in die Innenstädte fahren könnten.
Quelle: nab.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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