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#1

Rudeljournalismus

in Aus der Welt der Wissenschaft 27.10.2017 12:33
von franzpeter | 9.011 Beiträge

Rudeljournalismus

Markus Kompa: "Aus den Pressestimmen muss man schließen, dass der Elite der
deutschen Journalisten zum Kennedy-Attentat nicht einmal der unstreitige
Sachstand bekannt ist."


"Fast könnte man meinen, die in den 1970er Jahren entdeckte Gleichschaltung
COINTELPRO <https://de.wikipedia.org/wiki/COINTELPRO> der
westlichen Medienlandschaft würde noch immer in diesem Ausmaß fortbestehen."



telepolis 25.10.2017

JFK - blown away

Markus Kompa

(Der Autor ist Fachanwalt für Medienrecht und vertritt investigative
Journalisten, die ihren Job ernst nehmen. Er bearbeitet bei Telepolis mit Able
Archer 83, JFK, Barschel und der Luxemburger Bombenleger-Affäre Themen, die
deutsche Journalisten und Historiker nahezu auslassen. Als Telepolis-eBook ist
von ihm erschienen: "Cold War Leaks.Geheimnisvolles und Geheimdienstliches aus
dem Kalten Krieg"[13])



Präsident Kennedy in der Main Street in Dallas, Minuten vor dem Attentat. Bild:
Walt Cisco, Dallas Morning News / Public Domain

Während Telepolis immer wieder darauf hinwies [1], dass diesen Donnerstag die
Geheimhaltungsfrist für ca. 3.000 noch gesperrte Akten zum Kennedy-Attentat
ausläuft [2], scheinen die konventionellen deutschen Medien erst aus dem Tweet
des amtierenden US-Präsidenten am Samstag von diesem vor 25 Jahren
angekündigten Ereignis Notiz genommen zu haben. Das Attentat auf JFK ist seit
54 Jahren der Lackmus-Test für die Qualität und Unabhängigkeit politischer
Berichterstattung.


Der deutsche Rudeljournalismus versagte jedoch bereits im Ansatz. Was man im
Blätterwald und im teuersten Rundfunksystem der Welt zum Kennedy-Attentat
vernehmen konnte, löst Fremdscham aus.

Durchweg halten es deutsche Qualitätsjournalisten für eine ausgemachte Sache,
Oswald habe Kennedy erschossen, und wer das bezweifelt, sei ein
Verschwörungstheoretiker - ganz so, wie es unstreitig die CIA 1967 in einem
inzwischen freigegebenen Memo bei Einflussjournalisten bestellt hatte
(50 Jahre
"Verschwörungstheoretiker" [3]).



Recherche: Deutschsprachige Wikipedia

Die größte deutsche Rundfunkanstalt, der WDR, hatte nichts Besseres zu tun,
als über eine angebliche Verschwörungstheorie zu berichten, die Aliens hätten
ihre Enthüllung durch Kennedy befürchtet und ihn daher gekillt.


Auch die bei Geheimdienstthemen ohnehin mäßig zuverlässige Süddeutsche
Zeitung [4] stößt ins gleiche Bockshorn und gibt sich damit transatlantischer,
als es die US-Medien tun. Auf der Atlantik-Brücke[5] will man schließlich
keinen unangenehmen Eindruck machen. Also hält man sich halt ans bewährte
Narrativ.


Aus den Pressestimmen muss man schließen, dass der Elite der deutschen
Journalisten zum Kennedy-Attentat nicht einmal der unstreitige Sachstand bekannt
ist
.


Tatsächlich nämlich hatte bereits in den 1970er Jahren das House Select
Committee on Assassinations (HSCA), das die Attentate auf die Kennedy-Brüder
und Martin Luther King untersuchte, Schwächen des Warren-Report aufgezeigt und
es als wahrscheinlich beurteilt, dass es beim Attentat in Dallas mehr als einen
Schütze gegeben habe.

Als man den CIA-Chefplaner für Mordanschläge, der ein geschworener Todfeind der
Kennedys war, ausdrücklich auch zum Anschlag verhören wollte, lebte dieser
überraschend ab (Der "amerikanische James Bond" liquidierte nicht nur
ausländische Staatschefs [6]).


Die deutschen Redaktionen scheinen nicht einmal zu wissen, dass infolge des Films
"JFK" 28 Jahre nach dem Attentat die Skepsis wieder aufflammte und erst deshalb
Anfang der 1990er Jahre ein Assassination Records Review Board (ARRB)
eingerichtet wurde, dem wir den JFK-Act und einen Teil der nun freizugebenden
Akten verdanken. Der Abschlussbericht des ARRB [7] bestätigte einen Großteil
der Schlussfolgerungen in Oliver Stones JFK, den deutsche Spitzenjournalisten
für ein verschwörungstheoretisches Machwerk halten.


Vermutlich wissen die Edelfedern das deshalb nicht, weil ein Hamburger
Lateinlehrer mit grünem Parteibuch alle deutschen Wikipedia-Artikel zum
Kennedy-Attentat zensiert
.



Den Schuss nicht gehört

Wenn Experten von dem noch freizugebenden Material wenig neue Erkenntnisse
erwarten, dürfte das damit zusammenhängen, dass der Sachstand ohnehin
weitgehend klar ist, was hierzulande nur aufmerksamen Beobachtern bekannt ist.


Soweit ersichtlich, hat nicht ein einziges deutschsprachiges Medium etwa die
Geschichte des heute noch lebenden Insiders Antonio Veciana [8] erzählt, der zum
50. Jahrestag des infamen Warren-Reports 2014 sein Gewissen gegenüber einem
Pulitzer-Preisträger erleichterte.


Der einstige kubanische Bankbedienstete Veciana nahm einst an der Revolution
gegen den US-freundlichen Diktator Batista teil, wandte sich jedoch später von
Fidel Castro ab. Der nach Miami geflohene Exilkubaner wurde von der CIA für
verdeckte Operationen rekrutiert und gründete auftragsgemäß die
paramilitärische Frontorganisation Alpha 66, die Kuba destabilisieren sollte -
nach heutigen Maßstäben eine Terrororganisation.

Als Mitte der 1970er Jahre der US-Kongress die Attentate erneut untersuchte,
berichtete Veciana über einen CIA-Verbindungsmann "Maurice Bishop", den er zwei
Monate vor dem Attentat in Dallas gesehen habe - gemeinsam mit Lee Harvey
Oswald, einem ehemaligen Militärgeheimdienstler, der Verbindungen zu FBI und
CIA hatte. Jener Oswald, der in eines der damals bestgehütetsten
Staatsgeheimnisse, nämlich die Existenz des CIA-Spionageflugzeugs U2 eingeweiht
war sowie in die Sowjetunion übersiedeln und anstandslos wieder einreisen
durfte. Jener Oswald, der mit dem geheimdienstnahen George de Mohrenschildt
Umgang hatte - der wie Oswald und JFK an einer Kugel starb.


Vecianas Personenbeschreibung veranlasste die Ermittler zu einer Konfrontation
mit dem CIA-Mann David Atlee Phillips auf einem Veteranentreffen. Beide Männer
bestritten, einander zu kennen, wobei Zeugen aus der Körpersprache bereits
damals andere Schlüsse zogen. Monate später wurde auch Veciana von Unbekannten
in den Kopf geschossen.


Doch Veciana überlebte den Anschlag erstaunlicherweise und ist mit seinen
nunmehr 88 Jahren noch immer am Leben. Nachdem seine Frau gestorben und die
Kinder erwachsen waren, gestand Veciana 2014, dass Phillips mit "Maurice Bishop"
identisch sei. Akten zu Phillips gehören zum noch gesperrten Material.


COINTELPRO reloaded

Solche Details werden die deutschen Rudeljournalisten genauso wenig verunsichern
wie die bereits vor zwei Jahren erschienene Biographie über CIA-Direktor Allen
Dulles von David Talbot (Das Schachbrett des Teufels
<https://www.heise.de/tp/features/Das-Schachbrett-des-Teufels-3306955.html>
[9]).

Das erwünschte Narrativ ist der angeblich kommunistische Alleintäter, der im
Gegensatz zu nahezu jedem Attentäter der Weltgeschichte den Königsmord
ausdrücklich bestritt. Hätte Oswald einen Prozess bekommen, hätte er wegen
der lächerlichen Beweislage den Gerichtssaal zweifellos als freier Mann
verlassen
.

Wenn kommenden Donnerstag die restlichen Akten nun wirklich freigegeben werden,
wird jeder aus diesen das herauslesen, was ihm am besten ins Narrativ passt.


Hätten die Medien die Absicht, ihr Narrativ zu verlassen, hätten sie dies
redlicherweise schon längst tun müssen. Fast könnte man meinen, die in den
1970er Jahren entdeckte Gleichschaltung COINTELPRO
<https://de.wikipedia.org/wiki/COINTELPRO> [10] der westlichen
Medienlandschaft würde noch immer in diesem Ausmaß fortbestehen.


Die damaligen Missstände wurden übrigens nicht von eitlen Journalisten und
Hofberichterstattern aufgedeckt, sondern von couragierten Bürgerrechtlern (Vier
Jahrzehnte vor Snowden: "The Citizens Commission to Investigate the FBI" [11]).


Diesem Akt zivilen Ungehorsams ist es zu verdanken, dass in den 1970ern die
Rolle der Geheimdienste politisch untersucht wurde. Es wäre zu wünschen, dass
diese Sternstunde der Aufklärung auch bei deutschen Medienschaffenden mehr
Früchte tragen würde.


UPDATE: In der Schweiz, wo sich Medien nicht der NATO verpflichtet sehen, wird
über das Kennedy-Attentat traditionell zuverlässiger berichtet. So beweist
Blick [12], dass es auch anders geht

<https://www.blick.ch/news/ausland/trump-will-die-letzten-kennedy-akten-veroeffentlichen-kommt-jetzt-die-ganze-wahrheit-ans-licht-id7504821.html>

<https://www.blick.ch/news/ausland/trump-will-die-letzten-kennedy-akten-veroeffentlichen-kommt-jetzt-die-ganze-wahrheit-ans-licht-id7504821.html>
.



Quelle: http://www.heise.de/-3870799
<http://www.heise.de/-3870799>

Links in diesem Artikel:

[1]
https://www.heise.de/tp/features/Verschw...er-3740632.html
<https://www.heise.de/tp/features/Verschwoerung-gegen-Verschwoerungstheoretiker-3740632.html>

[2]
https://www.heise.de/tp/news/Haelt-Trump...in-3867036.html
<https://www.heise.de/tp/news/Haelt-Trump-die-JFK-Akten-nun-doch-unter-Verschluss-UPDATE-Nein-3867036.html>

[3]
https://www.heise.de/tp/news/50-Jahre-Ve...er-3674427.html
<https://www.heise.de/tp/news/50-Jahre-Verschwoerungstheoretiker-3674427.html>

[4]
http://www.sueddeutsche.de/politik/kenne...ythos-1.3718899
<http://www.sueddeutsche.de/politik/kennedy-akten-john-f-kennedy-fuer-immer-held-und-mythos-1.3718899>

[5]
https://www.heise.de/tp/features/Jan-Fle...IA-3838580.html
<https://www.heise.de/tp/features/Jan-Fleischhauer-die-Atlantik-Bruecke-und-die-CIA-3838580.html>

[6]
https://www.heise.de/tp/features/Der-ame...fs-3453935.html
<https://www.heise.de/tp/features/Der-amerikanische-James-Bond-liquidierte-nicht-nur-auslaendische-Staatschefs-3453935.html>

[7]
https://www.archives.gov/files/research/...inal-report.pdf
<https://www.archives.gov/files/research/jfk/review-board/report/arrb-final-report.pdf>

[8]
http://www.independent.co.uk/news/long_r...a-a7957481.html
<http://www.independent.co.uk/news/long_reads/john-f-kennedy-assasination-cuba-cia-lee-harvey-oswald-antonio-veciana-a7957481.html>

[9]
https://www.heise.de/tp/features/Das-Sch...ls-3306955.html
<https://www.heise.de/tp/features/Das-Schachbrett-des-Teufels-3306955.html>

[10] https://de.wikipedia.org/wiki/COINTELPRO
<https://de.wikipedia.org/wiki/COINTELPRO>
[11]
https://www.heise.de/tp/features/Vier-Ja...BI-3363273.html
<https://www.heise.de/tp/features/Vier-Jahrzehnte-vor-Snowden-The-Citizens-Commission-to-Investigate-the-FBI-3363273.html>

[12]
https://www.blick.ch/news/ausland/trump-...-id7504821.html
<https://www.blick.ch/news/ausland/trump-will-die-letzten-kennedy-akten-veroeffentlichen-kommt-jetzt-die-ganze-wahrheit-ans-licht-id7504821.html>

[13] https://www.heise.de/tp/buch/telepolis_buch_3184080.html
<https://www.heise.de/tp/buch/telepolis_buch_3184080.html>



Quelle:
https://makroskop.eu/2017/10/glyphosat-n...e-des-eisbergs/
<https://makroskop.eu/2017/10/glyphosat-nur-die-spitze-des-eisbergs/>

Anmerkung:
Na , dann bin ich mal auf nächsten Donnerstag gespannt. ( Und auf die Reaktion der "Rudeljournalisten")


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 27.10.2017 14:50 | nach oben springen

#2

Warum viele Kennedy-Akten nun doch unter Verschluss bleiben

in Aus der Welt der Wissenschaft 27.10.2017 12:44
von franzpeter | 9.011 Beiträge

Trump ändert Plan
:
Warum viele Kennedy-Akten nun doch unter Verschluss bleiben
Von Frauke Steffens , New York
-Aktualisiert am 27.10.2017-06:48





Trump gegen CIA und FBI
:
Veröffentlichung von Kennedy-Akten fällt kleiner aus als gedacht
Video: reuters, Bild: Reuters
John F. Kennedy mit seiner Frau Jaqueline kurz vor dem Attentat in Dallas am 22. November 1963 Bild: Reuters
Präsident Donald Trump wollte eigentlich sämtliche Dokumente zum Mord an John F. Kennedy freigeben. Nun bleiben doch viele Akten geheim. Dahinter stecken CIA und FBI.


Donald Trump musste sich am Ende seinen Sicherheitsbehörden geschlagen geben: Die groß angekündigte Veröffentlichung bislang geheimer Dokumente zum Mord an John F. Kennedy im Jahr 1963 fällt nun etwas kleiner und vielleicht etwas weniger spektakulär aus. Trump gab 2800 Dokumente frei; mehrere hundert Akten bleiben jedoch weiterhin unter Verschluss und werden abermals überprüft. Der Grund: Sorgen um die nationale Sicherheit.

Die Zeitung „New York Times“ berichtete, die Sicherheitsbehörden hätten mit einer „chaotischen“ Lobbyaktion in letzter Minute Druck auf den Präsidenten ausgeübt. Laut der Zeitung „Washington Post“ soll CIA-Direktor Mike Pompeo dabei besonders energisch gewesen sein. Dadurch dauerte es schließlich bis zum Abend, bis die Dokumente auf der Internetseite des Nationalarchivs in Washington hochgeladen wurden.

CIA und FBI haben sechs Monate Zeit bekommen, sensible Informationen vor der Akten-Offenlegung zu schützen. Die CIA erklärte, alle Schwärzungen und die Zurückhaltung eines Teils der Dokumente seien dazu gedacht, die Sicherheit der Bürger sowie der jetzigen und ehemaligen Mitarbeiter zu schützen. Außerdem könne man bestimmte Informationen darüber, wie die Sicherheitsbehörden arbeiten, nicht veröffentlichen. Viele der Dokumente stammen aus den 1990er Jahren und sind damit relativ neu.
Eigentlich ist die Geheimhaltungsfrist für die Akten abgelaufen, sie könnten vom Präsidenten freigegeben werden. „Ich ordne heute an, dass der Schleier endlich gelüftet wird,“ schrieb der Präsident in einer Erklärung. Angesichts der Bedenken der Sicherheitsbehörden habe er allerdings nicht alles veröffentlichen können. „Ich habe heute keine andere Wahl, als diese Beschränkungen zu akzeptieren, um keine irreparablen Schäden für unsere nationale Sicherheit zu riskieren.“ Der Zeitung „Times“ zufolge tat Trump nur widerwillig, was FBI und CIA rieten. Der Präsident hatte wiederholt deutlich gemacht, wie gespannt er auf die Dokumente und die öffentliche Reaktion darauf sei. Am Mittwoch hatte er getwittert: „Die lang erwartete Freigabe der JFK-Akten passiert morgen. So interessant!“


Neue Verschwörungstheorien?
Seit dem Attentat auf John F. Kennedy gibt es verschiedene Theorien über seinen Tod, die den offiziellen Erkenntnissen widersprechen. Die mit der Untersuchung betrauten Behörden und die Warren-Kommission hatten keinen Zweifel daran, dass Lee Harvey Oswald allein handelte. Aber nicht zuletzt Filme wie „JFK“ von Oliver Stone lieferten den Skeptikern Argumente dafür, dass es auch anders gewesen sein könnte. Manche glauben bis heute, dass Oswald, der kurz nach dem Attentat von Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschossen wurde, Komplizen gehabt haben muss.

Auch die Behauptung, dass Präsident Kennedy das Opfer einer Verschwörung in höchsten Kreisen in Washington wurde, ist nie ganz verstummt. Viele Historiker gehen davon aus, dass die von Lyndon B. Johnson einberufene Warren-Kommission zum Ziel hatte, die Angst der Bevölkerung vor einer internationalen Verschwörung zu zerstreuen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Ergebnisse der Kommission nicht stimmen. In Umfragen bezweifelt eine Mehrheit der amerikanischen Bürger unterdessen regelmäßig die offizielle Version. Donald Trump selbst, der in der Vergangenheit einen gewissen Hang zu Verschwörungstheorien gezeigt hat, unterstellte 2016, dass Oswald Kontakt zum Vater seines Konkurrenten um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Ted Cruz, gehabt habe und dass diese Verbindung nie untersucht worden sei. Sein enger Vertrauter Roger Stone wiederum ist ein Anhänger der Theorie, dass Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson in das Attentat verwickelt war. Ein Ausschuss des Repräsentantenhauses wollte die Möglichkeit mehrerer Täter 1979 nicht ausschließen, bot aber keine konsistente eigene Theorie an.


Anmerkung

Zitat
CIA und FBI haben sechs Monate Zeit bekommen, sensible Informationen vor der Akten-Offenlegung zu schützen. Die CIA erklärte, alle Schwärzungen und die Zurückhaltung eines Teils der Dokumente seien dazu gedacht, die Sicherheit der Bürger sowie der jetzigen und ehemaligen Mitarbeiter zu schützen. Außerdem könne man bestimmte Informationen darüber, wie die Sicherheitsbehörden arbeiten, nicht veröffentlichen.



Mir scheint, es geht weniger um die Sicherheit der Bürger, als um die CIA Mitarbeiter (und über das plötzliche Versterben von Zeugen).


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#3

Verwirrung um die jüngste Veröffentlichungen der Kennedy-Akten

in Aus der Welt der Wissenschaft 29.10.2017 10:06
von franzpeter | 9.011 Beiträge

Verwirrung um die jüngste Veröffentlichungen der Kennedy-Akten
Andreas Müller
28/10/2017

Das offizielle Kennedy-Porträt im Weißen Haus.
Copyright: Gemeinfrei
Washington (USA) – Mit Spannung hatten Historiker, Verschwörungstheoretiker wie Journalisten weltweit auf die Veröffentlichung der noch geheimen Akten rund um das Attentat auf John F. Kennedy gewartet (…GreWi berichtete), um dann erneut unter Berufung auf eine potentielle Gefährdung der Nationalen Sicherheit sowie internationaler Beziehungen auf April 2018 vertröstet zu werden (…GreWi berichtete). Dennoch wurden am vergangenen Donnerstag weitere Akten veröffentlicht. Doch welche und wie viele? Und welche und wie viele Akten sind weiterhin geheim? Derweil hat sich nun auch Trump selbst in der Sache wieder zu Wort gemeldet.
Insgesamt wurden mit dem verstrichenen Stichtag (27.10.2017) auf Anordnung des US-Präsidenten 2.900 Akten veröffentlicht bzw. wieder-veröffentlicht.

– Im Zentrum des internationalen Interesses standen hingegen rund 3.100 Akten, die bislang noch nie veröffentlicht worden waren.
– Hinzu erwarteten Beobachter anhand der präsidialen Vorgabe, die Veröffentlichung von mehr als 30.000 Seiten, die bislang nur in stark zensierter – geschwärzter – Form veröffentlicht worden waren und die nun anteilig deutlich weniger geschwärzt veröffentlich werden sollten.
Hintergrund
Ganz gleich, welches Thema eine Regierungsakte beinhaltet, soweit sie ursprünglich einmal als geheim klassifiziert wurde, wird sie – bevor sie dann irgendwann einmal veröffentlicht wird – von auf sensible Inhalte und Daten überprüft. Hierbei geht es neben der Suche nach potentiellen sensiblen Staatsgeheimnissen, die weiterhin unter geheim bleiben sollen, vor allem aber auch darum, persönliche Daten noch lebender Personen (Namen, Adressen, Telefonnummern usw.), zu schützen. Auf diese Weise kann es also auch vorkommen, dass Akten, deren Inhalt selbst eigentlich nicht mehr von Belang ist oder Sicherheitsinteressen betroffen ist, weiterhin zensiert oder – je nach Kontext – gänzlich oder in Teilen bis auf Weiteres gesperrt bleiben.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell

Laut dem Versuch einer Ordnung der Veröffentlichungen vom vergangenen Donnerstag auf “CoastToCoastam.com” wurden am 27. Oktober 2017 nun erst 52 Akten der besagten ca. 3.100 bislang noch nie veröffentlichten Akten vom US-Nationalarchiv veröffentlicht. Mehr als 3.000 unveröffentlichte Akten bleiben also weiterhin geheim. Als mögliches Veröffentlichungsdatum nannte das Archiv Ende bzw. den 26. April 2018 (…GreWi berichtete).
Damit handelt es sich bei mehr als 2.800 der am Donnerstag veröffentlichten Dokumente um überarbeitete, nun deutlich weniger zensierte Versionen, bereits zuvor veröffentlichter JFK-Akten.

Zugleich hat sich vor wenigen Stunden nun auch Donald Trump selbst in der Sache geäußert – wie gewöhnlich über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter:
“Nach strenger Rücksprache mit General Kelly (Anm. GreWi: …dem XXX), der CIA und anderer Dienste, werde ich ALLE (sic.) JFK-Akten vollständig veröffentlichen, mit Ausnahme der darin unkenntlich gemachten Namen und Adressen darin genannter heute noch lebender Personen. Ich tue das, im Name einer vollständigen Offenlegung (Disclosure), Transparenz und um jegliche Verschwörungstheorien in dieser Sache beizulegen.”
Man darf also weiterhin gespannt sein, ob die noch ausstehenden Tausenden von Dokumenten zum Attentat auf Kennedy nun doch noch vor oder zur derzeit angesetzten nächsten Deadline im April des kommenden Jahres veröffentlicht werden.

– GreWi wird berichten.
© grenzwissenschaft-aktuell.de


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 29.10.2017 10:07 | nach oben springen


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