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Zehntausende Luftangriffe auf Rakka

in Aus der Welt der Wissenschaft 05.06.2018 17:51
von franzpeter | 8.711 Beiträge

Zehntausende Luftangriffe auf Rakka

USA, Großbritanniens und Frankreichs flogen zwischen dem 6. Juni und 12.
Oktober 2017 zehntausende Luftangriffe auf Rakka.


Amnesty: "Die meisten dieser Geschosse haben einen Streukreisradius von mehr als
100 Metern: Dass das US-Militär wie im September 2017 davon spricht, es hätte
in der Geschichte bewaffneter Konflikte keine präziseren Angriffe gegeben als
jene auf Rakka, ist blanker Hohn gegenüber den Familien, die durch die Angriffe
Angehörige verloren haben.


Der wiederholte Einsatz unpräziser Waffen in dicht bewohnten Stadtteilen sowie
Angriffe, die sowohl zivile als auch militärische Ziele treffen oder eine
extrem hohe Zahl ziviler Opfer verursachen können, verstoßen gegen Prinzipien
des humanitären Völkerrechts. Diese Angriffe könnten daher als
Kriegsverbrechen eingestuft werden."

Amnesty appelliert an die Bundesregierung, innerhalb der Koalition auf die
Achtung des humanitären Völkerrechts bei allen militärischen Einsätzen zu
dringen.


"Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass die Bilder aus den
Bundeswehr-Aufklärungsflügen über Syrien, die an andere Koalitionsmitglieder
weitergegeben werden, nicht zu unverhältnismäßiger Gewalt gegen Zivilisten
führen", so Saliba.


"Alles andere ließe sich nicht mit dem Anspruch Deutschlands vereinbaren, 2019
und 2020 einen Sitz im UN-Sicherheitsrat einzunehmen."




Amnesty International 04.06.2018

Mögliche Kriegsverbrechen in Rakka

Ein Jahr nach Beginn der Offensive auf Rakka dokumentiert Amnesty mögliche
Verletzungen des humanitären Völkerrechts der US-geführten Koalition.



BERLIN, 04.06.2018 - Vor einem Jahr, am 6. Juni 2017, begann die US-geführte
Koalition ihre Offensive auf die syrische Stadt Rakka. Der neue Amnesty-Bericht
"'War of annihilation': Devastating Toll on Civilians, Raqqa - Syria" belegt,
wie während der vier Monate andauernden Kämpfe Hunderte Zivilisten ums Leben
kamen.

Er legt zudem nahe, dass es sich bei den Angriffen der US-amerikanischen,
französischen und britischen Streitkräfte um Kriegsverbrechen handeln könnte.
Amnesty-Mitarbeiter sprachen im Februar 2018 vor Ort mit 112 Zeugen und
Überlebenden der Angriffe und besuchten 42 Orte in Rakka, an denen Angriffe
durch Mörser, Artillerie und Luftstreitkräfte stattgefunden hatten.

"Die Angriffe der US-geführten Koalition haben hunderte Menschen das Leben
gekostet, Tausende wurden verletzt. Die hohen Opferzahlen ebenso wie das Ausmaß
der Zerstörung in der Stadt lassen daran zweifeln, dass die Streitkräfte der
US-geführten Koalition genug getan haben, um zivile Opfer zu vermeiden", sagt
Ilyas Saliba, Experte für den Nahen Osten bei Amnesty International in
Deutschland.

Die Streitkräfte der USA, Großbritanniens und Frankreichs flogen zwischen dem
6. Juni und 12. Oktober 2017 zehntausende Luftangriffe auf Rakka, mehr als 90
Prozent davon verantworteten allein US-Streitkräfte.


"Die meisten dieser Geschosse haben einen Streukreisradius von mehr als 100
Metern: Dass das US-Militär wie im September 2017 davon spricht, es hätte in
der Geschichte bewaffneter Konflikte keine präziseren Angriffe gegeben als jene
auf Rakka, ist blanker Hohn gegenüber den Familien, die durch die Angriffe
Angehörige verloren haben
", so Saliba weiter.


"Der wiederholte Einsatz unpräziser Waffen in dicht bewohnten Stadtteilen sowie
Angriffe, die sowohl zivile als auch militärische Ziele treffen oder eine
extrem hohe Zahl ziviler Opfer verursachen können, verstoßen gegen Prinzipien
des humanitären Völkerrechts. Diese Angriffe könnten daher als
Kriegsverbrechen eingestuft werden.


Amnesty International fordert die USA, Großbritannien und Frankreich dazu auf,
umfassende und unabhängige Untersuchungen in die Wege zu leiten und
Überlebenden und Hinterbliebenen eine angemessene Wiedergutmachung zu
ermöglichen."


Amnesty appelliert an die Bundesregierung, innerhalb der Koalition auf die
Achtung des humanitären Völkerrechts bei allen militärischen Einsätzen zu
dringen.


"Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass die Bilder aus den
Bundeswehr-Aufklärungsflügen über Syrien, die an andere Koalitionsmitglieder
weitergegeben werden, nicht zu unverhältnismäßiger Gewalt gegen Zivilisten
führen"
, so Saliba.

"Alles andere ließe sich nicht mit dem Anspruch Deutschlands vereinbaren, 2019
und 2020 einen Sitz im UN-Sicherheitsrat einzunehmen."


Den kompletten 70-seitigen Bericht "War of annihilation" in englischer Sprache,
eine kurze Zusammenfassung sowie weitere Berichte, Informationen und
Bildmaterial über Menschenrechtsverletzungen, die von unterschiedlichen
Konfliktparteien während des Syrien-Konflikts begangen wurden, finden Sie unter

https://cloud.amnesty.de/index.php/s/XEhRIxnQvpaIRSw
<https://cloud.amnesty.de/index.php/s/XEhRIxnQvpaIRSw> .
<https://cloud.amnesty.de/index.php/s/XEhRIxnQvpaIRSw>


Quelle:
https://www.amnesty.de/informieren/aktue...erbrechen-rakka
<https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/syrien-moegliche-kriegsverbrechen-rakka>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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