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#1

Bundeswehr für Ausländer öffnen

in Aus der Welt der Wissenschaft 23.07.2018 22:13
von franzpeter | 9.685 Beiträge

Die Bundeswehr - bald eine "deutsche" Söldnertruppe?

Seit dem Ende der Wehrpflicht gibt es Personalprobleme. Offenbar wird im Berliner
Bendlerblock sogar diskutiert, ausländischen Rekruten im Gegenzug zum Eintritt
in die Truppe einen deutschen Pass anzubieten. Tenor: Wer bereit sei, für
Deutschland sein Leben zu lassen, habe auch die Staatsbürgerschaft verdient.

Offenbar wird im Berliner Bendlerblock sogar diskutiert, ausländischen Rekruten
im Gegenzug zum Eintritt in die Truppe einen deutschen Pass anzubieten. Tenor:
Wer bereit sei, für Deutschland sein Leben zu lassen, habe auch die
Staatsbürgerschaft verdient.

Auch die SPD ist nach Berichten der Frankfurter Allgemeinen
http://www.faz.net/aktuell/politik/inlan...n-15701627.html
zumindest bei EU-Bürgern schon einmal gesprächsbereit, man müsse aber den
Soldaten erst die Staatsbürgerschaft geben, bevor sie für Deutschland in den
Krieg zögen.

Möglich, dass man auch ungern eine Wiederholung jener Bilder aus den USA sähe,
die diese Art der Einbürgerung längst schon vollzogen haben:

Als die US-Bevölkerung um 2006/2007 so kriegsmüde war, dass sich immer weniger
Soldaten für den US-Besatzungskrieg im Irak meldeten, weil eben neben bis zu
einer Million irakischer Ziviltoten auch knapp 4.500 US-Soldaten ihr Leben
verloren hatten und mindestens bei einem Fünftel der Veteranen PTBS
diagnostiziert worden war, konnte man im US-Fernsehen Beerdigungsveranstaltungen
beiwohnen, bei denen den ausländischen Rekruten noch nachträglich die
US-Staatsbürgerschaft zuerkannt wurde. Zwischenzeitlich waren mehr als 30.000
der US-Besatzungssoldaten im Irak Ausländer.



Siehe auch:
https://www.augsburger-allgemeine.de/pol...id51707611.html
<https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Oeffnet-sich-die-Bundeswehr-fuer-Auslaender-id51707611.html>




NDS 23.07.2018

Ausländer rein!

Das Bundesverteidigungsministerium will die Bundeswehr für Ausländer öffnen,
weil ihr die Rekruten ausgehen.

Ein Kommentar von Ingar Solty

Auszug:

Das Verteidigungsministerium hat in den ersten fünf Jahren seit Aussetzung der
Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 die Ausgaben für Werbemaßnahmen für die Truppe
verdoppelt. Im Vergleich zur heißen Phase des Afghanistankrieges 2008 stiegen
die Ausgaben bis 2016 gar um 530 Prozent!

Die Werbung für die Bundeswehr, die uns überall und ununterbrochen von teuren
Plakatwänden, aus teuren Hochglanzzeitschriften und auf Jobmessen in Deutschland
anblickt und uns auffordert zu machen, "was wirklich zählt", tut dabei so, als
sei die Bundeswehr ein ganz normaler Arbeitgeber wie jeder andere auch.

Das Verteidigungsministerium verschweigt also systematisch, was der eigentliche
Job von Soldaten ist: Töten und getötet werden.


Dabei lässt das Verteidigungsministerium unter den Minderjährigen an Schulen
auch damit werben, dass Menschen ohne Abitur/Hochschulbildung und/oder aus
verblühten Landschaften zwischen Ostdeutschland und Ruhrgebiet hier noch das
zum Leben ausreichende Einkommen und die Jobsicherheit finden, die die Agenda
2010-Prekarisierungspolitik der rotgrünen und nachfolgenden Bundesregierungen
für Millionen von Menschen in diesem Land zunichte gemacht haben.


Und die Regierung lässt die Bundeswehr nicht nur schon in Kitas auf Kinder los,
um mit ihnen Schlauchboot zu fahren und Waffen zu zeigen, sondern sie wirbt die
Minderjährigen auch gezielt an; 2017 leistete nach Angaben der Bundesregierung
auf eine Kleine Anfrage der LINKEN bereits die Rekordzahl von 2128 Jugendlichen
den Dienst an der Waffe.

Die Bundesregierung hat darüber hinaus alles getan, dass man über die
salamitaktisch vorangetriebene, neue Auslandseinsatzorientierung der Bundeswehr
und über den Erfolg bzw. Misserfolg dieser Einsätze ebenso wenig eine
öffentliche Diskussion führt wie über die Tatsache, was diese Einsätze für
die einfachen Soldaten konkret bedeuten.

Im Bundeswehr-Weißbuch der Bundesregierung vom Sommer 2016 wird der größte
und längste Einsatz in Afghanistan - im November/Dezember 2001 von Gerhard
Schröder und seiner rotgrünen Regierung beantragt und beschlossen und im
Bündnis mit George W. Bush und den USA bis zum 31. Dezember 2014 durchgeführt
- überhaupt nicht evaluiert.


Man findet hier nicht einen einzigen Satz über die Opfer, Kosten oder die
Auswirkungen dieses Einsatzes auf die Bundeswehr.


Der Grund dürfte sein, dass die Verantwortlichen auch wissen, dass diese
Auswertung zutage fördern würde, dass die Bundeswehr eben nicht, wie es der
Bevölkerung weisgemacht wurde, zum Brunnenbauen und
Mädchen-in-die-Schule-Schicken in Afghanistan war, sondern dort ein
zwölfjähriger westlicher (Besatzungs-)Krieg mit mehr als 100.000 afghanischen
Ziviltoten und Millionen Flüchtlingen stattgefunden hat.


Genau dies meint man aber wohl der seit Jahrzehnten kriegsgegnerisch
eingestellten Bevölkerung nicht zumuten zu können und befürchtet zurecht,
dass dies am Ende das eigene Bestreben, noch stärker im Konzert der anderen
Kriegsmächte mitzuspielen, behindern würde.
....

Denn trotz all der politischen Werbung für die Auslandseinsatzorientierung und
trotz der Tatsache, dass mit Ausnahme der LINKEN alle im Bundestag vertretenen
Parteien diese Orientierung für richtig halten, bleibt die Bevölkerung konstant
und in großen Mehrheiten dagegen eingestellt.


Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz vom Januar 2014 schworen die
Bundesregierung, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU),
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und - in einer an Amtsmissbrauch
grenzenden Art und Weise - Bundespräsident Joachim Gauck zusammen mit den oft
wortgleiche Artikel gegen das sogenannte "Ohnemicheltum" publizierenden großen
Mainstream-Medien FAZ, ZEIT, Spiegel, Süddeutsche, Deutschlandfunk, sogar
Tagesschau etc. die Deutschen auf eine "neue Verantwortung" ein und wurden mit
dem auf der Konferenz vorgestellten Strategiepapier "Neue Macht . neue
Verantwortung" die Grundlagen für eine neue imperiale deutsche Außenpolitik
gelegt.

Trotz dieser fast unwidersprochenen Einwirkung auf das Massenbewusstsein ergab
eine vom Auswärtigen Amt selbst in Auftrag gegebene Studie im Mai 2014, dass
sich 60 Prozent der Bevölkerung gegen "ein größeres internationales
Engagement" aussprachen und nur 13 Prozent der Bevölkerung Militäreinsätze
für das richtige Mittel der Außenpolitik halten.

Diese seit Jahren anhaltende Stimmungslage wurde später u.a. von
ARD-Deutschlandtrend, ZDF-Politbarometer und Emnid noch einmal bestätigt. Und
noch etwas später ergab eine Umfrage für den "Stern"" und RTL, dass sogar 71
Prozent der Bundesdeutschen (inklusive 80 Prozent aller Frauen und 81 Prozent
aller über Sechzigjährigen) Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehnten
.

Tatsächlich war die Auslandseinsatzorientierung auch noch unter Offizieren der
Bundeswehr und an den Führungsakademien durchaus hochgradig umstritten und ist
es in geringerem Maße bis heute noch.


So quittierten etwa 1999 während des völkerrechtswidrigen NATO-Kriegs im Kosovo
etliche Offiziere den Dienst, weil sie sagten, sie seien unter der Bedingung, die
Bundeswehr sei eine reine Verteidigungsarmee
, in den Dienst getreten.


Mittlerweile wird auf derlei Umfragen zu den Auslandseinsätzen lieber
verzichtet, weil ihr Ergebnis vorhersehbar ist.

Immer noch wollen sich zu wenige Menschen verpflichten und diejenigen, die es
tun, brechen in so großen Zahlen den Grundwehrdienst ab (rund ein Drittel der
neuen Rekruten tut dies und nur jeder Fünfte verpflichtet sich nach dem
freiwilligen Wehrdienst als Zeitsoldat), dass jetzt neben der Überarbeitung der
Grundausbildung (die jetzt, wie es heißt, die Leute "da abholen" soll, "wo sie
sind", und, wie man hört, mehr sportlich-spielerisch auf den Krieg vorbereiten
soll) auch Ausländer, denen das Gros der politischen Klasse ansonsten ja gerade
nicht besonders wohlgesonnen ist, in der Bundeswehr dienen können.

Diese Idee der Ausländerrekrutierung hatte Verteidigungsministerin Ursula von
der Leyen schon vor zwei Jahren in Bezug auf EU-Ausländer ins Spiel gebracht.
Ihre Hoffnungen setzten auf den economic draft, die ökonomisch bedingte
Wehrpflicht der Eurokrise: die 50-60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Spanien
oder Griechenland als Chance für "uns".


Denn diesen "economic draft", wie das in den USA in Bezug auf die
US-Arbeiterklasse heißt, die in der Armee den letzten Aufstiegsstrohhalm
erblickt, den gab es in Deutschland ja schon längst. So kommt die Hälfte aller
Rekruten aus Ostdeutschland und in Afghanistan waren sogar fast zwei Drittel
aller Soldaten "Ossis". Und entsprechend warnten Michael Wolffsohn, Professor
für Neuere Geschichte an der Bundeswehrhochschule in München, und andere
Bundeswehrhochschulkräfte damals (in ziemlich beleidigendem Ton) vor einer
"Unterschichtenarmee"; die Bundeswehr, so Wolffsohn, bestünde längst nicht
mehr aus den "Bürgern in Uniform", sondern bestünde aus den "Prekariern in
Uniform",während die ZEIT titelte
https://www.zeit.de/2009/49/S-Kanonenfutter : Arbeitslos oder
Afghanistan. ....

Neu ist allerdings, dass dieser "economic draft", der die Arbeiterklasse also
zum "Kanonenfutter" für Interessen macht, die - wie die militärische
Durchsetzung und Aufrechterhaltung des globalen Kapitalismus - nicht die ihren
sind, wie sogar die "Zeit in ihrem Artikel kritisierte, nun auch
länderübergreifend vonstattengehen soll und nicht nur Ostdeutschland meint.


Auch die SPD ist nach Berichten der Frankfurter Allgemeinen zumindest bei
EU-Bürgern schon einmal gesprächsbereit

http://www.faz.net/aktuell/politik/inlan...n-15701627.html
,
<http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundeswehr-prueft-aufnahme-von-auslaendern-15701627.html>
man müsse aber den Soldaten erst die Staatsbürgerschaft geben, bevor sie für
Deutschland in den Krieg zögen.

Möglich, dass man auch ungern eine Wiederholung jener Bilder aus den USA sähe,
die diese Art der Einbürgerung längst schon vollzogen haben: Als die
US-Bevölkerung um 2006/2007 so kriegsmüde war, dass sich immer weniger
Soldaten für den US-Besatzungskrieg im Irak meldeten, weil eben neben bis zu
einer Million irakischer Ziviltoten auch knapp 4.500 US-Soldaten ihr Leben
verloren hatten und mindestens bei einem Fünftel der Veteranen PTBS
diagnostiziert worden war, konnte man im US-Fernsehen Beerdigungsveranstaltungen
beiwohnen, bei denen den ausländischen Rekruten noch nachträglich die
US-Staatsbürgerschaft zuerkannt wurde.
Zwischenzeitlich waren mehr als 30.000
der US-Besatzungssoldaten im Irak Ausländer.


Mehr auf: https://www.nachdenkseiten.de/?p=45089#more-45089
https://www.nachdenkseiten.de/?p=45089#more-45089


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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