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#1

Europäer gehen auf Konfrontationskurs zu Trump

in Aus der Welt der Wissenschaft 25.09.2018 08:58
von franzpeter | 9.809 Beiträge

Handel mit Iran
Europäer gehen auf Konfrontationskurs zu Trump
Im November drohen neue US-Sanktionen gegen Iran. Die EU will nun einen Weg gefunden haben, wie der Handel mit Teheran künftig trotzdem stattfinden und der Atomdeal gerettet werden kann.

Dienstag, 25.09.2018 05:18 Uhr


Europa geht gemeinsam mit Russland und China in der Iranpolitik auf offenen Konfrontationskurs mit US-Präsident Donald Trump. Zur Rettung des Atomabkommens mit Teheran soll eine Institution geschaffen werden, die den legalen Handel mit Iran trotz der US-Sanktionen weiter ermöglichen soll. Das gab die EU-Außenbeauftragte, Federica Mogherini, am späten Montagabend in New York bekannt. Über einen solchen Plan hatte der SPIEGEL bereits vor knapp zwei Wochen berichtet.


Mogherini hatte sich nun am Rande der Uno-Vollversammlung in New York mit den Vertretern Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, Russlands, Chinas und Irans getroffen. Die Teilnehmer des Treffens seien sich einig gewesen, dass Iran seine nuklearen Verpflichtungen in vollem Maße einhalte. Das hätten zwölf aufeinanderfolgende Berichte der Internationalen Atomenergiebehörde bewiesen.


Laut Mogherini soll es die neu geschaffene Zweckgesellschaft - ein sogenanntes Special Purpose Vehicle (SPV) - Unternehmen ermöglichen, weiterhin Geschäfte mit Iran zu führen, ohne in Konflikt mit den US-Sanktionen zu kommen. Dadurch solle das Atomabkommen gerettet werden. Dies sei im "internationalen Interesse".
Anfang November drohen neue US-Sanktionen
Zweck des SPV soll es sein, abseits der üblichen Finanzkanäle Zahlungen für Geschäfte europäischer Firmen mit Teheran abzuwickeln. Dadurch soll vermieden werden, dass Banken, die bisher solche Transaktionen abwickeln, selbst Ziel der US-Sanktionen werden. Die Rechtsform einer sogenannten Zweckgesellschaft hat den Vorteil, dass sie nicht mit Kapital ausgestattet werden muss, öffentliche Mittel werden also nicht benötigt.

Obwohl Iran sich Experten zufolge an das Abkommen hält, hatten die USA es im Mai einseitig aufgekündigt. Präsident Donald Trump setzte auch frühere Wirtschaftssanktionen wieder in Kraft. Er droht weltweit allen, die die Sanktionen nicht befolgen. Anfang November soll eine weitere Runde folgen, mit der die USA den Ölexport des Landes unterbinden wollen.
Die USA richten einen großen Teil ihrer Nahost-Politik gegen Iran. Das Land sei einer der größten, wenn nicht der größte staatliche Unterstützer von Terrorismus, sagte Außenminister Mike Pompeo am Montag in New York. Sicherheitsberater John Bolton fügte hinzu, dass es jedoch nicht Teil der US-Politik sei, die Regierung in Teheran zu stürzen. Trump will am Mittwoch eine Sitzung des Weltsicherheitsrats leiten, bei dem Iran zum Thema werden soll.
aar/dpa/AFP

Quelle: spiegel online

Anmerkung:

Zitat
die neu geschaffene Zweckgesellschaft - ein sogenanntes Special Purpose Vehicle (SPV) - Unternehmen ermöglichen, weiterhin Geschäfte mit Iran zu führen, ohne in Konflikt mit den US-Sanktionen zu kommen.



Ist das nicht etwas naiv?
Was sollte Trump davon abhalten, gerade neue Sanktionen zu erheben, wenn dieses " SPV" in Kraft gesetzt wird?

Im übrigen tue ich mich schwer damit, nur die Hälfte der Amerikaner zu mögen, die Trump nicht gewählt haben.
Hat die andere Hälfte nicht den weltweiten Kriegen (die u.a. für Migrationsprobleme verantwortlich sind) der Demokraten (z.B. unter Obama) zugestimmt?
Das amerikanische Wahlsystem ist genau so unsinnig, wie das bundesdeutsche Parteienwahlsystem, nur komplizierter.


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 25.09.2018 09:34 | nach oben springen

#2

RE: Europäer gehen auf Konfrontationskurs zu Trump

in Aus der Welt der Wissenschaft 25.09.2018 09:01
von franzpeter | 9.809 Beiträge

Öl wird teurer: 2019 droht Anstieg auf 100 Dollar pro Fass
Hermann.Sileitsch vor 2 Std.

Brentöl bereits auf Vierjahreshoch, Händler erwarten weiteres Anziehen. Trump tobt, aber die USA sind mitverantwortlich.
Von einem Rufzeichen-Tweet des US-Präsidenten lässt sich das Kartell der Ölförderländer offenkundig nicht beeindrucken: Die OPEC ignorierte Trumps Aufforderung aus der Vorwoche, sie müsse die "Ölpreise senken, jetzt!" Stattdessen lehnten die großen Ölpreisproduzenten eine Ausweitung der Förderleistung ab. Die Ölpreise legten daraufhin um rund zwei Prozent zu und erreichten den höchsten Wert seit vier Jahren. Ein Fass der vor allem in Europa gehandelten Sorte Brent kostete erstmals seit November 2014 mehr als 80,90 Dollar.

Und damit dürfte das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein. Die USA sind übrigens selbst für den Anstieg mitverantwortlich: Die Sanktionen gegen den Iran führen dazu, dass das Angebot verknappt wird. Dadurch könnten zwischen 1,5 und 2 Millionen Fass pro Tag ausfallen, schätzen Analysten. Ein Brent-Preisanstieg bis auf 90 Dollar bis Weihnachten und sogar über 100 Dollar Anfang 2019 sei durchaus denkbar, kommentierte das Handelshaus Mercuria.
Zwar wird erwartet, dass Saudi-Arabien einen Teil des iranischen Ausfalls kompensieren könnte. So sei beim Treffen der OPEC- und Nicht-OPEC-Länder in Algiers über eine Menge von 500.000 Fass pro Tag diskutiert wurden, sickerte durch. Einen formalen OPEC-Beschluss gab es dazu aber nicht.

Nachfrage steigt bis 2035
Der weltweite Ölbedarf werde noch bis zum Jahr 2035 ansteigen, erwartet der chinesische Ölhandelsriese Unipec. Höhere Effizienz, der Umstieg auf Erneuerbare Energie sowie der Technologiewandel bremsten die Nachfrage allmählich ein, sodass diese Mitte der 2030er-Jahre bei rund 104,4 Millionen Fass pro Tag einen Höhepunkt erreichen werde. Nach 2035 sei es "schwer vorstellbar, dass wir noch einen Neubau groß angelegter Raffinerie-Projekte sehen werden", sagte Unipec-Präsident Chen Bo bei der Asien-Pazifik-Erdöl-Konferenz APPEC.
Ausgenommen seien kleinere Upgrades oder spezielle petrochemische Projekte. Der Umstieg auf sauberere Energiequellen werde unterdessen den Bedarf an Flüssiggas (LNG) steigen lassen, glaubt Chen. In der ersten Jahreshälfte 2018 hatten die Chinesen noch 300.000 Fass Rohöl pro Tag sowie 56 Schiffe mit LNG aus den USA importiert. Noch sind diese Ölimporte nicht von Vergeltungszöllen der Chinesen umfasst. Wegen des eskalierenden Handelsstreits waren chinesische Abnehmer von US-amerikanischem Öl zuletzt aber bereits zurückhaltender geworden.

Die Regierung in Washington verlangt von Peking obendrein, die US-Sanktionen gegen den Iran zu befolgen und ebenfalls die Öl-Importe aus dem drittgrößten OPEC-Exportland zu reduzieren. "Ich gehe davon aus, dass wir die Menge etwas reduzieren, aber das Volumen ist noch nicht beschlossen", sagte Chen.
Quelle msn

Siehe auch FAZ:
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fina...s-15804743.html


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 25.09.2018 09:12 | nach oben springen


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