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#1

Volksbegehren Artenvielfalt - Rettet die Bienen-Nerds!

in Aus der Welt der Wissenschaft 16.02.2019 09:26
von franzpeter | 9.364 Beiträge

16. Februar 2019, 06:30 Uhr
Volksbegehren Artenvielfalt
Rettet die Bienen-Nerds!


Welche Bienen genau sind das? Experten, die das wissen, gelten innerhalb des wissenschaftlichen Betriebs oft als Sonderlinge. (Foto: Catherina Hess)

Um das Artensterben zu stoppen, sollte man die verschiedenen Spezies erkennen können. Doch Spezialisten mit diesem Fachgebiet gelten als Sonderlinge - zu Unrecht!

Kommentar von Tina Baier
Nachdem mehr als 1,5 Millionen Menschen das Volksbegehren "Rettet die Bienen" in Bayern unterschrieben haben, wird der Politik vorgeworfen, das Thema Artensterben verschlafen zu haben. Das stimmt.

Wahr ist aber auch, dass es in der Wissenschaft nicht viel besser aussieht. Spezialisten, die etwa in der Lage sind, verschiedene Arten von Fliegen auseinander zu halten, gelten innerhalb des wissenschaftlichen Betriebs als Sonderlinge, als anachronistische Nerds, die irgendwie den Anschluss verpasst haben. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass solche Taxonomen mittlerweile selbst so etwas wie eine aussterbende Art sind.

Ein Budget wie das der europäischen Raumfahrt wäre angemessen
Weltweit gibt es nur einige tausend Wissenschaftler, die Tier- und Pflanzenspezies aufgrund ihres Aussehens bestimmen können. In Zeiten des Artensterbens ist das ein Problem. Denn genau solche Experten bräuchte man jetzt, um dem Schwund auf den Grund zu gehen.

Peinlich für die Wissenschaft ist auch, dass es nicht eine der großen Forschungsorganisationen war, die nachgewiesen hat, dass es in Deutschland ein Insektensterben gibt. Den Beweis führte ein kleiner entomologischer Verein in Krefeld mit überwiegend ehrenamtlichen Mitgliedern.

Natürlich hängt dieses Defizit damit zusammen, dass diese Art der Forschung finanziell kaum gefördert wird. Das ist auch der Grund, warum es in Deutschland nach wie vor kein funktionierendes Monitoring für Insekten gibt. Selbst für die Zählung von Vögeln, die im Vergleich zu den Insekten viel einfacher ist und gut funktioniert, geben Bund und Länder nur lächerliche 300 000 Euro im Jahr aus.

Das steht in krassem Missverhältnis zur Bedeutung solcher Monitoring-Programme, mit denen sich feststellen lässt, wie viele Individuen einer Art es überhaupt noch gibt. Dieses Wissen ist wichtig, um herauszufinden, ob und wie sich das Artensterben stoppen lässt. Klar ist, dass in der Natur vieles zusammenhängt. Als Folge des Insektensterbens gibt es beispielsweise weniger insektenfressende Vögel. Doch wie wirkt sich der Schwund der Kerbtiere auf Speisefische aus, von denen sich viele ebenfalls von Insekten ernähren, genauer gesagt von deren im Wasser lebenden Larven?


Was passiert mit den Wildpflanzen, von denen 90 Prozent von Insekten bestäubt werden? Und was geschieht, wenn all diese ohnehin schon unter Druck stehenden Organismen auch noch einen Anstieg der Temperaturen aufgrund des Klimawandels verkraften müssen? Um solche Zusammenhänge zu erforschen, ist es dringend nötig, dass verschiedene wissenschaftliche Disziplinen eng zusammenarbeiten. Und dass diese Forschung ihrer Bedeutung entsprechend finanziell ausgestattet wird. Ein Budget wie das der europäischen Raumfahrt wäre angemessen.
Quelle:sz

Anmerkung:

Zitat
Was passiert mit den Wildpflanzen, von denen 90 Prozent von Insekten bestäubt werden?


Und was ist mit dem Obst für die menschliche Ernährung?


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

Klöckners Rechtsbruch

in Aus der Welt der Wissenschaft 14.03.2019 08:47
von franzpeter | 9.364 Beiträge

Gegen alle Warnungen

CDU-Agrarministerin Julia Klöckner bricht das Recht für große Chemiekonzerne.
Sie lässt 18 neue Ackergifte zu - ohne die Zustimmung des Umweltbundesamtes. Der
Alleingang bringt Glyphosat und andere Bienenkiller auf unsere Felder. Bald
könnten es noch mehr werden - wenn wir Klöckner nicht schnell stoppen.

Klicken Sie hier und unterzeichnen Sie den Appell
https://session.campact.de/v1/softlogin/...tent%3Drandom-c

Hallo Peter Schaffarth,

"Was der Biene schadet, muss vom Markt", versprach CDU-Agrarministerin Julia
Klöckner vor einem Jahr.[1] Jetzt bricht sie ihr Wort: Eine ihr unterstellte
Behörde hat 18 neue Ackergifte zugelassen.[2] Darin stecken Glyphosat und
Cyantraniliprol - tödliche Stoffe für Bienen. Klöckner schafft einfach Fakten.
Ohne die benötigte Zustimmung des Umweltbundesamtes. Ganz klar ein
Rechtsbruch.[3]


So sabotiert die Union den Glyphosat-Ausstieg. Denn: Die Zulassung der Pestizide
gilt zwar zunächst nur bis Jahresende. Aber danach kann die
Verbraucherschutzbehörde sie einfach verlängern - ohne das Umweltbundesamt
jemals wieder zu fragen.[4] Geht diese dreiste Masche durch, könnte Klöckner
etliche weitere Pestizide ungeprüft auf den Markt hieven.[5]


Mit einem Appell wollen wir Klöckner an ihr Versprechen erinnern. Wenn 100.000
und mehr Menschen unterzeichnen, konfrontieren wir die Ministerin mit ihren
eigenen Worten. Ihr Zitat zum Schutz der Bienen drucken wir auf Plakatwände und
stellen sie rund ums Agrarministerium auf - dazu die Zahl der Unterschriften
gegen Glyphosat und Co. Bitte unterzeichnen Sie dafür unseren Appell!

Hier klicken und Appell unterzeichnen
https://session.campact.de/v1/softlogin/...tent%3Drandom-c


Die Union greift gerne zum Rechtsbruch, wenn der Bienenschutz zu lästig wird -
und er die Profite von Chemieriesen gefährdet. Klöckner macht es wie ihr
Amtsvorgänger Christian Schmidt. Der CSU-Politiker stimmte 2017 im Alleingang
für die Neuzulassung von Glyphosat auf EU-Ebene. Damit ignorierte er eiskalt das
Veto der SPD.


Klöckner blockiert den Glyphosat-Ausstieg schon länger. Als Umweltministerin
Svenja Schulze (SPD) einen sinnvollen Plan zur Einschränkung des Gifts vorlegte,
tat Klöckner - nichts.[6] Statt die Pestizide auf unseren Feldern zu begrenzen,
drückt sie Neuzulassungen gegen alle Widerstände durch.


Doch Klöckner könnte sich verrechnet haben. Die Bienen haben viele
Freund*innen: Knapp 1,8 Millionen Menschen haben gerade erst das "Volksbegehren
Artenvielfalt - Rettet die Bienen" in Bayern unterzeichnet. Der Kampf für den
Bienenschutz ist eine der größten Umweltbewegungen in Deutschland. Jetzt
müssen wir diese Kraft nutzen - und sie Julia Klöckner entgegenstellen. Wir
verlangen von ihr: Halten Sie Wort und nehmen Sie vom Markt, was der Biene
schadet. Bitte machen Sie den Appell mit Ihrer Unterschrift stark!

Klicken Sie hier und unterzeichnen Sie den Appell
https://session.campact.de/v1/softlogin/...tent%3Drandom-c

Herzliche Grüße
Lina Gross, Campaignerin

PS: In Klöckners Verbraucherschutzamt liegen schon neue Anträge: Hundert
glyphosathaltige Mittel warten auf Wiederzulassung.[5] Handeln wir nicht, könnte
Klöckner auch sie bald durchwinken - ohne Sicherheitsprüfung. Um das zu
verhindern, brauchen wir Ihre Unterschrift!


Jetzt hier den Appell unterzeichnen
https://session.campact.de/v1/softlogin/...tent%3Drandom-c

[1] "Was der Biene schadet, muss vom Markt", Rede von Julia Klöckner vor dem
Deutschen Bundestag, 20. April 2018
[2] "Klöckners Bienengift für die Regierung", Taz, 7. März 2019
[3] "Umweltministerin hält Glyphosat-Zulassung für rechtswidrig", Spiegel
Online, 7. März 2019
[4] "Zulassung von Pflanzenschutzmitteln", Umweltbundesamt, 28. Mai 2013
[5] "100 Pestizide sollen ungeprüft auf den Markt kommen", Süddeutsche Zeitung,
13. Februar 2019
[6] "Umweltministerium legt Plan für Glyphosat-Ausstieg vor", Spiegel Online, 6.
November 2018

--

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Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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