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#1

Hersteller von Schutzkleidung greift Jens Spahn an

in Aus der Welt der Wissenschaft 23.03.2020 16:28
von franzpeter | 9.955 Beiträge

Hersteller von Schutzkleidung greift Jens Spahn an
"Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört"
Wegen der Corona-Epidemie wird Schutzkleidung für Ärzte, Pfleger und Sanitäter knapp. Einigen Kliniken gehen schon jetzt die Vorräte aus. Ein Lieferant der Produkte wirft dem Bundesgesundheitsminister schwere Versäumnisse vor.
Von Cornelia Stolze
19.03.2020, 20:09 Uhr

Gesundheitsminister Jens Spahn: "Deshalb ist es wichtig, dass sie sich melden, wenn es Probleme gibt" Michael Kappeler/ dpa
Noch bis vor Kurzem zeigte sich Gesundheitsminister Jens Spahn angesichts des Coronavirus zuversichtlich. Wochenlang beteuerte er in den Medien: "Wir sind gut vorbereitet". Man habe alles unter Kontrolle. Und selbst im Fall einer möglichen Epidemie gebe es ausreichend Isolierstationen und -zimmer und "die Ausstattung, die wir brauchen".

Inzwischen ist klar: Nicht nur die Regale mit Mehl, Konserven und Toilettenpapier in den Supermärkten werden hierzulande leer gekauft. Seit Wochen fehlt es Ärzten, Schwestern, Pflegern und Sanitätern an elementarem Material für ihre Arbeit. Am Dienstag schlug der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Walter Plassmann, Alarm. "Wir versuchen seit Wochen verzweifelt, irgendwo auf der Welt Schutzausrüstung zu kaufen, das ist fast nicht möglich", zitiert ihn der "Ärztenachrichtendienst". Vor Wochen hätte ihnen die Bundesregierung versprochen zu helfen. Bisher jedoch ohne Ergebnis. "Da ist nichts gekommen. Nicht eine einzige Maske haben wir gekriegt", sagte Plassmann. Es müsse jedoch allen klar sein: "Wenn uns die Schutzausrüstung ausgeht, sind wir am Ende".
Das medizinische Personal ist nicht nur einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt und fällt bei einer Erkrankung aus. Wenn Ärzte und Pfleger unzureichend geschützt sind, wächst auch die Gefahr, dass sie Viren und andere Keime auf ohnehin kranke und geschwächte Menschen übertragen und ihnen damit massiv schaden. Sollten die anstehenden Lieferungen nicht eintreffen, seien die Vorräte in Hamburg am Wochenende zu Ende, so Plassmann.
Coronakrise führte zu einer Flut von Bestellungen
Glaubt man Achim Theiler, sind an der Misere unter anderem schwere Versäumnisse des Bundesgesundheitsministers schuld. Theiler ist Geschäftsführer des Buchloer Unternehmens Franz Mensch, das Hygienebekleidung, Mundschutz und Atemschutzmasken für Krankenhäuser und Ärzte herstellt und vertreibt. "Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört", sagt Theiler. Dennoch seien die Behörden seit Wochen untätig geblieben. "Das ist grob fahrlässig und verschärft die Krise unnötig."

Bereits am 5. Februar hatte sich Theiler per E-Mail an den Bundesgesundheitsminister gewandt und darauf hingewiesen, dass es in Kürze zu bedenklichen Engpässen bei der Versorgung mit Schutzmasken für Krankenhäuser kommen werde und dazu aufgerufen, die Versorgung der Kliniken voranzutreiben. Die E-Mails liegen dem SPIEGEL vor. Es gehe darum, die Vorräte der Krankenhäuser, Rettungsdienste und alle anderen davon betroffenen Dienste an solchen Produkten zu prüfen und möglichst Ware bei den entsprechenden Herstellern zu reservieren.
Der Grund: Durch die Corona-Epidemie in China sei es Ende Januar zu einer Flut von Bestellungen von Mundschutz, Atemschutz und Hygienebekleidung gekommen. Bei den meisten habe es sich um Neukunden gehandelt, die im Auftrag von Chinesen bestellten. Innerhalb nur eines Tages seien dadurch Monatsbestände versandt worden. "Das war nicht nur bei uns so, sondern auch bei allen anderen Importeuren, mit denen wir in Europa gesprochen haben", so Theiler an den Minister.



Deutschland drohe dadurch ein Engpass. Denn von einfachen Produkten wie Mundschutz werde in Krankenhäusern oftmals kein besonderer Vorrat gehalten. Die Lage verschärfe sich dadurch, dass 97 Prozent der Weltmarktproduktion in China stattfinde und die chinesische Regierung Mitte Januar klar geregelt habe, dass keines dieser Produkte mehr das Land verlassen dürfe. "Ich appelliere an Sie, unterschätzen Sie die Problematik dieses Virus nicht."
Auch andere Firmen haben Lieferprobleme gemeldet
Doch der Minister schweigt. Am 10. Februar schreibt Theiler erneut eine Mail an Spahn. Der Unternehmer verweist unter anderem auf eine Meldung im SPIEGEL vom 7. Februar. In einer offiziellen Mitteilung hatte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) damals davor gewarnt, dass weltweit ein Engpass an Schutzausrüstung droht, vor allem an Atemmasken. Auch in Deutschland, berichteten mehrere Hersteller dem SPIEGEL, gebe es bereits Lieferprobleme. Die Nachfrage nach Atemschutzmasken aller Klassen, teilte damals die Stuttgarter Gehe Pharma Handel GmbH auf Nachfrage mit, sei extrem hoch. "Auch wenn wir seit der gestiegenen Nachfrage unsere Bestände aufgestockt haben, sind wir derzeit leider nicht lieferfähig", so ein Sprecher des Unternehmens.
Theiler und seine Firma Franz Mensch hatten den Bundesgesundheitsminister auf das Problem hingewiesen - und Hilfe angeboten. In seiner Mail vom 5. Februar an den Gesundheitsminister teilte der Unternehmer mit, dass seine Firma aktuell circa 1,5 Millionen Mundschutz und circa 200.000 Atemmasken für Krankenhäuser und Rettungsdienste zur Sicherung der allgemeinen Versorgung reserviert habe. Um die Bestände für Deutschland zu sichern, habe sich die Firma entschieden, keine Neukunden mehr zu beliefern.
Theiler bittet in dem Schreiben auch darum, diese Information unverzüglich an die entsprechenden Stellen weiterzugeben, doch: "Keiner hat reagiert."

Quelle: spiegel online


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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#2

RE: Hersteller von Schutzkleidung greift Jens Spahn an

in Aus der Welt der Wissenschaft 23.03.2020 16:31
von franzpeter | 9.955 Beiträge

Chinesische Ärztin
:
„Die Corona-Schnelltests sind unzuverlässig“
Von Carsten Knop
-Aktualisiert am 23.03.2020-16:17

In Sevilla werden Coronavirus-Tests durchgeführt. 50 bis 70 Prozent der Infizierten bleiben durch einen einmaligen jedoch Schnelltest unentdeckt. Bild: dpa
Die chinesische Medizinerin Hui He-Gehr ist praktizierende Ärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in einem deutschen Krankenhaus. Sie hat sich ob Ihrer Herkunft sehr früh mit dem Coronavirus beschäftigt – und staunt über Deutschland.


Sie arbeiten als chinesische Ärztin in Deutschland und haben seit dem Covid-19-Ausbruch zu Jahresbeginn in Wuhan die chinesischsprachigen Fachmedien hierzu verfolgt. Sind Sie über die aktuelle Pandemie in Europa überrascht?

Ja, ich hätte nicht gedacht, dass die hiesige Politik durch fehlende eigene Vorbereitung diese globale Pandemie überhaupt erst ermöglicht hat. Mit echten, frühzeitigen Schutz- und Quarantänemaßnahmen wäre das alles nicht passiert.

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft...rue#pageIndex_2
……………...

Auszug:

Krankenhäuser dienen nach den jüngsten Zahlen aus Italien offenbar eher zur Verbreitung als zur Eindämmung des Virus …?
Leider ja. Medizinische Mitarbeiter müssen adäquat mit Mundschutz und Handschuhen geschützt werden. Bei direktem Patientenkontakt ist eine Schutzmaske der Kategorie FFP2, idealerweise gar Schutzkleidung nötig. In China ist eine Übertragung über die Bindehaut festgestellt worden, weshalb ein Augenschutz zwingend notwendig ist. Die genannten Schutzmaßnahmen waren zum Beispiel in Deutschland bis vor Kurzem noch nicht eingeführt oder sind es immer noch nicht. Es gibt bereits Mediziner in Deutschland, die bei der Arbeit infiziert wurden. Das hätte gar nicht passieren dürfen...…………………………………………..

Quelle: spiegel online


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 23.03.2020 16:34 | nach oben springen

#3

"Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm"

in Aus der Welt der Wissenschaft 26.03.2020 16:43
von franzpeter | 9.955 Beiträge

26. März 2020, 14:33 Uhr
Coronavirus
:
"Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm"

Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch keine Angabe gemacht werden, ob sich die Lage derzeit bereits abschwäche, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler.
Bei der Anzahl der Corona-Tests sieht Gesundheitsminister Spahn Deutschland derzeit als weltweiten Spitzenreiter.
Der Mangel an Schutzausrüstung nimmt zu. Allein in Berlin wurden mehr als hundert Praxen bereits geschlossen - entweder wegen Quarantänemaßnahmen oder aus Materialknappheit.

Von Anna Ernst

Seit Wochenbeginn gelten bundesweite Ausgangsbeschränkungen. Aber was haben sie bislang effektiv gebracht? In der Bundespressekonferenz in Berlin mahnt Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstagmittag weiterhin die Einhaltung aller Regeln an. Über die aktuelle Situation der Virus-Ausbreitung sagt der Minister: "Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm." Natürlich werde es "eine Zeit nach Corona geben". Es werde aber auch eine Zeit geben, in der sich das Leben erst schrittweise wieder normalisieren müsse.

Zum jetzigen Zeitpunkt allerdings könne noch keine Angabe gemacht werden, ob sich die Lage derzeit bereits abschwäche, sagt Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Institus (RKI). In einigen Landkreisen würden die Fälle noch stark steigen, in anderen würden weniger neue Infektionen gemeldet. Die individuell verschiedenen politischen Maßnahmen seien daher sinnvoll.

In der EU sind dem RKI zufolge derzeit 174 000 Corona-Infektionen gemeldet. Allein in Deutschland gebe es seit Mittwoch etwa 5000 neu gemeldete Fälle. Die etwa 200 Verstorbenen in Deutschland waren Wieler zufolge im Durchschnitt 81 Jahre alt. Männer seien nach wie vor häufiger vom Virus betroffen als Frauen.
Bei der Anzahl der Corona-Tests sieht Spahn Deutschland derzeit als weltweiten Spitzenreiter. Mehr als 360 000 Tests könnten derzeit wöchentlich vogenommen werden. Wer sich testen lassen soll und darf, war zuletzt auf Empfehlung des RKI angepasst worden: "Generell sollten nur Menschen getestet werden, die Symptome zeigen", sagt Wieler. Die Ärzteschaft befürwortet das. "Wir haben nicht die Kapazitäten, um 83 Millionen Menschen einfach mal durchzutesten", unterstreicht Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung. Die ärztliche Empfehlung zu einem Test sei nötig und wichtig, um mit den Testkapazitäten "schonend und sinnvoll" umzugehen.

Allein in Berlin seien mehr als hundert Praxen bereits geschlossen worden - entweder als Quarantänemaßnahmen oder aus Materialknappheit, weil nicht genügend Schutzausrüstung zur Verfügung steht. Die Preise für Masken, die früher Centbeträge gekostet hätten, würden derzeit auf mehrere Euro steigen, unterstreicht Gesundheitsminister Spahn auf Nachfrage. Es sei eine Situation "wie am Goldmarkt".
Quelle: sz

Anmerkung:

Zitat
Bei der Anzahl der Corona-Tests sieht Spahn Deutschland derzeit als weltweiten Spitzenreiter. Mehr als 360 000 Tests könnten derzeit wöchentlich vogenommen werden.


Das ist wohl kaum sein Verdienst. Eher ist er mitverantwortlich für den desolaten Zustand der Krankenhäuser bei Personal und Vorratshaltung.

Angefügte Bilder:
spahn.jpg

Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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