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Geheimsache Lockdown? Keine Namen, keine Papiere, keine Evidenz

in Aus der Welt der Wissenschaft 07.01.2021 12:25
von franzpeter | 10.900 Beiträge

reitschuster.de 06.01.2021

Geheimsache Lockdown? Keine Namen, keine Papiere, keine Evidenz

<https://www.youtube.com/embed/U6vLNKvUM_o?start=1> Video:
https://www.youtube.com/embed/U6vLNKvUM_o?start=1
<https://www.youtube.com/embed/U6vLNKvUM_o?start=1>

Kritischer Journalismus sorgt für Transparenz. Auf meine Nachfragen auf der
Bundespressekonferenz heute nach den Wissenschaftlern, die die Bundesregierung
und Ministerpräsidenten vor der Lockdown-Verlängerung beraten haben, bekam ich
nur ausweichende Antworten. Namen wurden nicht genannt.

Nachdem ich dann am späten Nachmittag über diese mangelnde Offenheit hier auf
meiner Seite einen Artikel
<https://reitschuster.de/post/weder-papiere-noch-vaeter-fuer-den-lockdown/>
schrieb und ein Video
<https://www.youtube.com/watch?v=U6vLNKvUM_o> machte, kam um
20.48 Uhr noch eine Mail von einem Regierungssprecher. Die hat es in sich.

Voilà:

Sie hatten heute nach der RegPK die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike
Demmer um die Namen der Wissenschaftler gebeten, die sich am Montag mit der
Bundeskanzlerin gemeinsam mit den Ministerpräsidentinnen und
Ministerpräsidenten der Länder zu einem Austausch per Videokonferenz
zusammengeschlossen hatten.

Prof. Dr. Lothar Wieler (Präsident RKI)
Prof. Dr. Christian Drosten (Institutsdirektor für Virologie der Berliner
Charite)
Prof. Dr. Heyo Kroemer (Vorstandsvorsitzender der Berliner Charite)
Prof. Dr. Michael Meyer-Hermann (Leiter der Abteilung System Immunologie am
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig
Dr. Viola Priesemann (Max-Planck-Institut Göttingen)
Prof. Dr. Reinhard Berner (Uni Klinikum Dresden)

Somit ist klar: Es war kein ausgewiesener Kritiker des Corona-Kurses unter den
Wissenschaftlern, deren Expertise für die Verlängerung des Lockdowns
entscheidend war. Dem Grundsatz, immer auch die andere Seite anzuhören, wurde
damit nicht Rechnung getragen.
Lediglich Berner steht etwa bei der Frage von
Schulschließungen auf einem Kurs, der von dem der anderen Wissenschaftler
abweicht.

Noch wichtiger und besonders bezeichnend:

Es sind ein Tierarzt, ein Kinderarzt, ein Virologe, ein Pharmakologe sowie zwei
Physiker, die hier die Regierung beraten haben und damit maßgeblich bestimmten,
wie 83 Millionen Menschen weiter leben werden.


Kein einziger Soziologe, Psychologe, Wirtschaftswissenschaftler,
Sozialpädagoge, Erziehungswissenschaftler oder Wissenschaftler aus anderen
Bereichen, auf die der Lockdown massive Auswirkungen hat. Zudem ist Wieler
Leiter einer Behörde und damit weisungsgebunden.


Wie konnten die Regierenden abwägen zwischen Nutzen und Kollateralschaden eines
Lockdowns, wenn kein einziger Wissenschaftler bei den entscheidenden Beratungen
dabei war, der eben auf die Bereiche spezialisiert ist, in denen die
Kollateralschäden entstehen?

Wer hat für die Kinder und Eltern gesprochen? Wer für die psychisch belasteten
Menschen? Für Unternehmer, die um ihre Existenz zittern? Hätten deren
Vertreter nicht genauso mit am (digitalen) Tisch sitzen müssen wie die
Vertreter eines harten Lockdowns?

War bei dieser Besetzung der Runde nicht schon vorab klar, dass es
Verschärfungen statt Lockerungen geben würde?



Quelle:

https://reitschuster.de/reitschuster-live/
<https://reitschuster.de/reitschuster-live/>

https://www.youtube.com/watch?v=U6vLNKvUM_o
<https://www.youtube.com/watch?v=U6vLNKvUM_o>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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