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Corona und das Politikversagen, über das kaum wer spricht

in Aus der Welt der Wissenschaft 13.01.2021 09:51
von franzpeter | 10.901 Beiträge

Heute vermeldet das RKI wieder einmal mehr als 1.000 Covid-19-Todesfälle.
Statistisch waren rund 900 der Verstorbenen älter als 70 Jahre und mehr als 300
von ihnen lebten in Alten- und Pflegeheimen. Man kann es nicht oft genug
wiederholen: Covid-19 ist eine Erkrankung der Älteren.
Das ist nicht neu und
seit dem Frühjahr bekannt. Nötige Forderungen nach einem konsequenten Konzept
zum Schutz der Risikogruppen wurden jedoch stets belächelt. Man starrte lieber
auf Inzidenzwerte. Die hat man nun. Gerade in der Gruppe der Hochbetagten sind
die Inzidenzwerte heute um ein Vielfaches höher als beim Rest der Bevölkerung.

Aber wen wundert das, zielen die Lockdown-Maßnahmen doch genau auf die
Bevölkerungsschichten, bei denen Covid-19 in der Regel mild verläuft und nicht
auf die „vulnerablen Gruppen“. Hier wird weiter gestorben und die Medien
scheint dies auch nicht großartig zu interessieren.
Von Jens Berger.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=68791

Quelle: NachDenkSeiten

Zitate:
Zahlen, die im Winter vollkommen realitätsfern wirken, wie ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt, die trotzt teils rigider Lockdown-Maßnahmen noch nicht einmal in die Nähe solcher Werte kommen.

Auf Werte unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen kommen derzeit nur karge und menschenleere Regionen in Polarnähe und auf dem Balkan. Im Rest Europas verbreitet sich das Virus – mit temporalen Abweichungen nach unten und oben – in etwa genauso schnell aus wie hierzulande – und dies weitestgehend unabhängig von den ergriffenen Lockdown-Maßnahmen.

Der Virologe Alexander Kekulé beziffert diese Dunkelziffer auf rund das fünf- bis das zehnfache. Bezogen auf die gesamten Infektionen dürfte die Sterberate bei den Unter-60-Jähringen also eher im Bereich eines Zehntel Promilles liegen.

So waren ganze 89% der in Deutschland an oder mit Covid-19 Verstorbenen älter als 70 Jahre. Der Altersmedian aller Todesfälle beträgt zur Zeit 84 Jahre. Bei den Über-80-Jährigen verläuft laut Statistik jede zehnte Infektion (nicht Krankheit!) tödlich. Für diese Gruppe ist Covid-19 eine extrem gefährliche Krankheit. Das individuelle Risiko, bei einer Infektion an Covid-19 zu sterben ist für Über-80-Jährige rund 10.000 mal so groß wie bei Unter-60-Jährigen.

Wenn die Lockdown-Maßnahmen schwere Erkrankungen verhindern und Leben retten sollen, müssten sie also vor allem bei den Gruppen erfolgreich sein, die ein derart hohes individuelles Risiko aufweisen. Genau dies ist jedoch nicht der Fall. Schaut man sich die Zahlen des RKI an, muss man sogar das genaue Gegenteil feststellen.

Während vor allem die jüngeren Altersgruppen unter den negativen Effekten des Lockdowns leiden, sind die positiven Auswirkungen der Lockdown-Politik gerade für die vulnerablen Gruppen wirkungslos.

Hygienekonzepte sind oft das Papier nicht wert, auf dem sie stehen und werden in der Praxis ignoriert – wen wundert dies, fehlt das nötige Personal doch an allen Ecken und Kanten und ist die Betreuungssituation doch auch in normalen Zeiten schon prekär.

Lieber regt man sich über rodelnde Kinder als über sterbende Altenheimbewohner auf.

Das ist paradox. Sind nicht eher diejenigen, die die vulnerablen Gruppen vergessen, für die Corona oft tödlich ist, die eigentlichen „Verharmloser“?


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
zuletzt bearbeitet 13.01.2021 09:55 | nach oben springen


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