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Geheimakte Finanzkrise

in Aus der Welt der Wissenschaft 16.05.2019 13:58
von franzpeter | 9.523 Beiträge

ZDF Zoom

Geheimakte Finanzkrise

Zur Zeit läuft in der Rotation auf ZDF Info die äußerst sehenswerte
Dokumentation "Geheimakte Finanzkrise", in der der Journalist und Filmemacher
Dirk Laabs zehn Jahre "nach Lehman" die Geschehnisse von damals rekapituliert.



Video: https://www.youtube.com/embed/1Xf9WTlOpMU?start=5
https://www.youtube.com/embed/1Xf9WTlOpMU?start=5
<https://www.youtube.com/embed/1Xf9WTlOpMU?start=5>


Die Doku zeigt, dass die Deutsche Bank über Jahre wissentlich gefährliche
Papiere verkaufte und 2007 provozierte, dass in Deutschland der Staat Banken
stützen musste. Ihre eigenen Probleme vertuschte die Bank und rühmte sich, ohne
staatliche Hilfe auszukommen.

So hat die Bank Schrott-Kreditbündel in aller Welt geschnürt auch in
Deutschland obwohl man wusste, dass viele faule Hypotheken dabei waren.

Bis in den Juli 2007 verkaufte man die Papiere auch an die deutsche IKB bis die
insolvent wurde. Als die IKB Hilfe brauchte, strich die Deutsche Bank die
Kreditlinie. Ingrid Matthäus-Maier, damals die Chefin der Staatsbank KfW
Anteilseignern der IKB spricht in ZDFzoom erstmals offen über diese Zeit und
Deutsche Bank -Chef Josef Ackermann: „Er hat diese Krise erst selber
ausgelöst, um dann die anderen Beteiligten zu treiben, dass sie die Krise
lösen, und zwar ohne dass die Privaten bluten. Wir fühlten uns erpresst als
KfW-Vorstand insbesondere von Ackermann. Er war mit Sicherheit der Brandstifter,
der war weder integer noch war er anständig, er war skrupellos und hat sich das
Problem vom Hals gehalten.

Geheime Unterlagen der Bank belegen, wieviel Risiko die Bank auf sich geladen
hatte und wie schlecht es ihr schon im Oktober 2008 ging. Ackermann sagte damals:
"Es wäre eine Schande, wenn wir einräumen müssten, dass wir Geld vom
Steuerzahler brauchen."


Der Chefökonom Folkerts-Landau dazu gegenüber ZDFzoom: "Ich war bei dieser
Telefonkonferenz dabei, als Joe [Ackermann] diesen Satz sagte. Es war eine der
egozentrischsten politischen Entscheidungen, die ich je von einem leitenden
Banker, gesehen habe. Wenn wir das Geld genommen hätten, wäre Joe [Ackermann]
seinen Job wohl losgeworden. Aber das hatte er offenbar so nicht vorgesehen. "


Durch die Aussage Ackermanns sei verhindert worden, dass die Bank rechtzeitig
aufgeräumt habe: "Das war so ein schwerer politischer Fehler. Es ist einfach
völlig unverständlich, wie ein hochrangiges Mitglied der Finanzindustrie diese
Entscheidung treffen konnte."

Heute ist bekannt: Allein in den USA lieh sich die Deutsche Bank in kurzer Zeit
über 70 Milliarden Dollar. Außerdem profitierte sie von diversen direkten
Finanzspritzen.


Experten sind sich einig: längst droht eine neue, schlimmere Krise. Die
Verschuldung ist weltweit höher als nach dem Zweiten Weltkrieg.


Wolfgang Schäuble sagt, dass die Wahrscheinlichkeit dafür spreche, dass die
nächste Krise kommt. Der Chefökonom der Deutsche Bank Folkerts-Landau teilt
diese Sorge: "Ich wäre überrascht, wenn wir in den nächsten drei bis fünf
Jahren nicht wieder eine sehr schwere Krise erleben würden. Ich glaube, da kommt
eine Reihe von Elementen zusammen, die mich buchstäblich nachts wach halten."


Quelle:
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom...zkrise-110.html
<https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-geheimakte-finanzkrise-110.html>



Dazu ein sehr aufschlussreicher Artikel von Jens Berger auf den NDS

Wer die NachDenkSeiten liest, ist nicht erst im Nachhinein immer schlauer


https://www.nachdenkseiten.de/?p=51737
<https://www.nachdenkseiten.de/?p=51737>


Mit freundlichen Grüßen
franzpeter
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